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| In ihrer ursprünglichen Konfiguration besteht die Anlage aus: |
| (a) zwei Rechnerschränken mittlerer Größe zur Aufnahme der mit einem Magnettrommelspeicher ausgerüsteten Zentraleinheit und weiterer mikroelektronischer Baugruppen. |
| b) Magnettrommelspeicher mit 900 Hauptspeicherplätzen zur Speicherung von Daten und Programmbefehlen (maximale Zugriffszeit 10 Millisekunden) und 40 Zwischenspeicherplätzen (maximale Zugriffszeit 2 Millisekunden); |
| (c) Lochkarten- Ein- umd Ausgaberät (EAG) für maschinenlesbare Lochkarten mit 12 Zeilen und 80 Spalten zum Speichern der numerischen Daten. Die maximale Lesegeschwindigkeit des EAG beträgt 6000 Lochkarten pro Stunde. |
| (d) Bedienpult mit elektrischer, vom Maschinenprogramm ansteuerbarer Schreibmaschine zur Ausgabe von numerischen Daten im programmierbaren Druckbild sowie zur Eingabe von Programm- und Steuerbehlen. Ausgabe einer 12-stelligen Zahl in 1,1 Sekunden. |
| Zur Reduzierung der Ein- und Ausgabezeiten ist vorgesehen: |
| (e) Übergang vom Erfassungs- und Eingabemedium Lochkarte zum Medium Lochstreifen mittels Lochstreifenleser und -stanzer; |
| (f) Anschluß eines lochstreifengesteuerten Schreib- bzw. Organisationsautmaten (Typ Optima 527 oder 528); |
| (g) Anschluß einer programmgesteuerten Druckwerks für die Ausgabe der Recherche-Ergebnisse; |
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| Der grundlegende Idee zur Entwicklung
des geplanten Systems der automatisierten Informationsrecherche besteht
darin, die internen Abläufe des Speicherns, Recherchierens und Ausgebens
von Informationen nach dem Prinzip einer Suchmatrix
(synonym Dokument-Deskriptomatrix) zu
gestalten.
Durch die Verwendung des Prinzips der Suchmatrix unterscheidet sich das IRS R100 von jenen Systemen, die ausschließlich auf dem sequentiellen Speichern und Durchsuchen der Fonds von Dokumentennachweisen beruhen. Informationsrecherchesysteme haben entweder Sachverhaltsinformationen (darunter Fakteninformationen) oder Dokumenteninformationen zum Gegenstand. Das IRS R100 gehört zu den Dokumenteninformationssystemen.Einfach strukturierte IRS verbleiben auf dieser Stufe. Bei Recherchen in solchen Systemen wird der sequentiell aufgebaute Speicher auch sequentiell, d.h. vom ersten bis zum letzten Dokumentenabbild abgefragt. Infolge der vielen damit verbundenen, nichtrelevanten Zwischenergebnisse werden die Recherchezeiten meist sehr lang. Zur Effektivierung der Recherche wird in einem zweiten Arbeitsschritt der sequentiell geordnete Speicherfonds durch Vertauschen der Plätze von Dokumentenbezeichnung und Deskriptoren in eine Folge umgewandelt, die zur sequentiellen Folge invers (umgekehrt) ist. Deskriptoren und Dokumentenbezeichnungen bilden jetzt eine Matrix, in welcher jeder Deskriptor eine eigene Zeile und jede Dokumentenbezeichnung eine eigene Spalte bildet. Irritierend für den Leser ist, daß in der Fachsprache das Wort "Dokumentenbezeichnung" bzw. "Dokumentennachweis" zu "Dokument" verkürzt wurde, was zur Doppeldeutigkeit des Terminus "Dokument" führte. Mit "Dokument" bezeichnet man richtigerweise die in Schriftform vorliegende Informationsquelle selbst und nicht deren Nachweis. Der Gebrauch von "Dokument" im Wortkonstrukt "Dokument-Deskriptormatrix" ist sprachlich falsch. Nicht die Dokumente, sondern die Dokumentenbezeichnungen bzw. die bibliografischen Angaben zu den Dokumenten werden mit den Deskriptoren zu einer Matrix verknüpft. Im weiteren Text wird deshalb vom Verfasser anstelle von "Dokument-Deskriptormatrix" nur das Fachwort "Suchmatrix" verwendet.
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| (1) | Da zum Zeitpunkt der Systementwicklung noch nicht über Lochstreifenein- und -ausgabe verfügt werden kann, wird festgelegt: |
| a) Als Eingabemedium für Dokumentennachweise und Suchfragen werden 80-spaltige genormte Lochkarten verwendet. | |
| b) Die Ausgabe der Recherche-Ergebnisses erfolgt programmgesteuert in Listenform über die elektronische Schreibmaschine. | |
| (2) | Für die Dokumentenerschließung und das Formulieren
von Suchfragen wird ein erweiterungsfähiges
Sachwortverzeichnis aufgebaut. Zur programmtechnischen Umsetzung
der Sachwörter in maschinell lesbare Zeichenketten werden alle Sachwörter
nach dem Prinzip des systemlosen Schlüssels numerisch kodiert.
Anmerkung: Die Anlage R100 ermöglicht noch keine Verarbeitung von alphanumerischen Texten und Wörtern. |
| (3) | Die für das IRS auszuwertenden Dokumente werden bei ihrer Erfassung vom Auswerter gewichtet. Gewichtsfaktoren sind die Art des Dokuments und der Charakter des im Dokument vorwiegend behandelten Gegenstandes. Die Bestimmung des Gewichts erfolgt anhand einer Tabelle der Gewichtsfaktoren (siehe unten stehende Tabelle). |
| (4) | Der rechnerinterne Ablauf der Recherche erfolgt auf der Basis einer Suchmatrix (Dokument-Deskriptor-Matrx). Für die Suchmatrix stehen 600 Hauptspeicherplätze zur Verfügung. |
| (5) | Zeilenindizes der Suchmatrix
sind die numerisch verschlüsselten Suchwörter (Suchdeskriptoren).
Spaltenindizes
sind die numerisch verschlüsselten Bezeichnungen der in die
Suchmatrix aufgenommenen Dokumentenabbilder. Bei erreichter vollständiger
Auslastung der für die Suchmatrix verfügbaren Speicherplätze
werden automatisch die nachstehenden Schritte in der angegebenen Reihenfolge
ausgeführt: Unterbrechung der Eingabe weiterer Dokumentenabbilder
/ Ausdrucken der Fundstellen in einer Ergebnismatrix
/ Löschen der bestehenden Suchmatrix / Fortsetzung der Eingabe von
Dokumentenabbildern bei gleichzeitigem Aufbau einer neuen Suchmatrix.
Über das Ausdrucken der Ergebnismatrix entscheidet der Recherche-Durchführende. |
| (6) | Nach dem vollständigen Aufbau der Suchmatrix und nach jeder Variierung der Suchfrage werden automatisch Angaben über die Anzahl der befragten und die Anzahl der gespeicherten bzw. relevanten Dokumentenabbilder ausgedruckt. |
| (7) | Die Dokumentenbezeichnungen
werden mit maximal 12-stelligen Zahlen verschlüsselt. Zur Erleichterung
des Nutzerzugriffs zum Originaldokument werden in der Dokumentenbezeichnung
mnemonische Schlüsselteile verwendet. Deren entschlüsselte Form
wird dem Sachwortverzeichnis entnommen.Mnemonische Schlüsselteile
erlauben es, sich die Bedeutung der betreffenden Zeichenkette leichter
einzuprägen..
Für die numerischen Deskriptorbezeichnungen werden sämtliche 12 Zeichen, die im R100 für ein Datenwort zur Verfügung stehen, ausgenutzt. Die Deskriptorbezeichnungen werden ebenfalls dem jeweiligen Sachwortverzeichnis entnommen. |
| (8) | Für Mehrwortrecherchen werden je nach Vorgabe in der Suchfrage die Suchstrategien Logische Summe (logische Disjunktion), Logisches Produkt (logische Konjunktion) und Logische Differenz (logische Negation) angewendet. |
| (9) | Das Rechercheprogramm erlaubt das Variieren einer bereits eingegebenen Suchfrage durch Eingabe entsprechender Befehle am Kontroll-und Bedienpult. Möglich ist eine Vergrößerung der Anzahl der Suchdeskriptoren auf maximal 10. Zur Beschleunigung des Eingabevorganges wird in diesem Fall der auf Lochkarten gespeichert Fonds an Dokumentenabbildern nur nach den zusätzlichen Deskriptoren befragt. Der bereits gespeicherte Teil der Suchmatrix wird unverändert im internen Speicher belassen. |
| Dieser Abschnitt ist nicht identisch mit der Methode
des Gewichtens von Deskriptoren, über die S.Bergmann berichtet (siehe
Quellenangabe unten).
Das Dokumentengewicht drückt
die Wertigkeit eines Dokuments aus, die bei seinem Erschließen vor
der Eingabe in das IRS ermittelt wird. Die Wertigkeit leitet sich ab aus
der Art des Dokuments und aus dem Grad an Bedeutung, welchen das Dokument
im Rahmen seines Fachgebietes besitzt.
Vgl. S. Bergmann: Mechanisierung und Automatisierung der Literaturrecherche nach sequentiellem Prinzip. - Forschungsbericht des Instituts für Energetik, Hauptabteilung Information, Leipzig 1966. |
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Eine Informationsprache ist das sprachliche Gerüst
für die Mensch-Maschine-Kommunikation im IRS. Sie ermöglicht
den fortwährenden Informationsaustausch zwischen dem Menschen, welcher
das IRS von außen steuert, und dem rechnerinternen Systemteil, welcher
die Steuerbefehle in automatisch ablaufende Handlungen umsetzt und die
Ergebnisse der Handlungen dem Menschen mitteilt. Während die rechnerinternen
Handlungen auf der Basis einer speziellen Maschinensprache
stattfinden, erfolgt das Vorbereiten und Auslösen von Recherchen unter
Verwendung von Sachwörtern der natürlichen
Sprache des Menschen (im IRS R100 sind es Sachwörter der deutschen
Sprache). Unter Verwendung von Sachwörtern werden sowohl die
in das IRS einzugebenden Dokumenteninformationen erfaßt und gespeichert
als auch die Suchfragen formuliert.
Aus der Vielzahl der Sachwörter, die in der Regel für das Beschreiben eines Dokumentes oder das Formulieren einer Suchfrage geeignet erscheinen, werden bestimmte Sachwörter als Deskriptoren ausgewählt. Gleichbedeutende, aber nicht als Deskriptor benannte Sachwörter können als Synonyme zum Deskriptor mit für die Dokumentenbeschreibung verwendet werden. Synonyme werden in der Fachsprache auch Nichtdekriptoren genannt.Die Menge aller Deskriptoren eines Fachgebietes bildet zusammen mit den zum jeweiligen Deskriptor gehörenden Synonymen, Unter- und Oberbegriffen den Thesaurus des Fachgebiets bzw. der Fachdisziplin. Die Ausarbeitung eines Thesaurus für ein großes
Fachgebiet ist eine sehr zeit- und kostenintensive Arbeit, welche häufig
die Beteiligung von Spezialisten anderer Fachrichtungen erfordert. Oftmals
vergehen Jahre, bis ein fertiger Thesaurus vorliegt. In dieser langen Zeit
kann keine zufriedenstellende praktische Arbeit mit dem Informationssystem,
für das der Thesaurus bestimmt ist, stattfinden. Für das IRS
R100 wird deshalb die Methode der parallelen Systementwicklung
angewendet, bei welcher die Informationserfassung und -speicherung parallel
zur Schaffung einer für den vorgesehenen Anwendungsbereich geeigneten
Informationssprache erfolgt.
Parallel zur Erfassung der Sachwörter wird ein systemloser
Schlüssel aufgebaut, mit dem alle in der Sachwortliste enthaltenen
Termini numerisch verschlüsselt werden. Das verschlüsselte Wort
umfaßt einen Identifizierungs- und einen Klassifizierungsteil. Der
Identifizierungsteil
besteht aus einer fortlaufenn, mit 1 beginnenden und maximal 4-stelligen
Zahl, genannt Ident-Nummer. Es werden nur
die Vorzugswörter (siehe oben) auf diese Weise unverwechselbar gekennzeichnet.
Synonyme erhalten keine Ident-Nummer.
Jedem Sachwort wird ein zweiteiliger Verweisungsteil beigefügt. Verweisungsteil 1 gilt nur für Synonyme des Sachworts. Eingetragen wird hier die Ident-Nummer des jeweiligen Vorzugswortes. Verweisungsteil 2 kennzeichnete vorhandene assoziative Beziehungen zwischen den Sachwörtern (Verweisungen auf Teilsynonyme und wichtige Ober- und Unterbegriffe zum Basis-Sachwort). Eingetragen werden in diesen Teil die Ident-Nummern der Sachwörter, auf die verwiesen wird. Es kann auf eine beliebig große Zahl von verwandten Sachwörtern verwiesen werden. Die Menge aller erfaßten Sach- und Vorzugswörter
wird im Sachwortverzeichnis zusammengefaßt
und auf Lochkarten gespeichert. Das Verzeichnis kann unabhängig vom
Stand seiner Fertigung sofort für die maschinelle Speicherung und
Recherche genutzt werden. Änderungen im Sachwortverzeichnis sind ohne
großen Aufwand jederzeit möglich.
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Im Prozeß der wissenschaftlich-technischen Revolution verkürzt sich allerdings fortwährend der Zeitraum, in welchem eine wissenschaftliche Information noch als aktuell, das heißt mit hohem Informationsgegalt versehen, betrachtet werden kann. Aus diesem Grund sind wegen der oft langwierigen Druckvorbereitung häufig Fachpublikationen in Buchform bei ihrem Erscheinen nicht mehr von der erwünschten Aktualität. Im Interesse einer möglichst aktuellen Information sollten daher die Möglichkeiten der automatischen Informationsrecherche besonders für das Auswerten und Speichern der in den Fachperiodika enthaltenen wissenschaftlichen und technischen Informationen genutzt werden. Hierbei haben nicht nur die längeren Zeitschriftenartikel einen dokumentierwürdigen Inhalt. Kurzmeldungen und bibliographische Notizen können ebenfalls ergiebige Informationsquellen sein. Sie sollten deshalb beim Auswerten von Publikationen (bei der Dokumentenanalyse) nicht vernachlässigt werden. Neben den Periodika sind vor allem auch Messeprospekte, Konferenz- und Reiseberichte, Referate auf Fachtagungen usw. dokumentierwürdig. Ein spezielles Gebiet mit Quellen von hohem Informationswert bildet die Patentliteratur. Besondere Aufmerksamkeit sollte auch allen Unterlagen über einschlägige wissenschaftliche und technische Untersuchungen, die im eigenen Fachbereich erfolgten oder geplant sind, gewidmet werden. Zur einwandfreien Identifizierung der Dokumente, deren
Nachweise beim Recherchieren gefundenen wurden, ist eine eindeutige Dokumentbezeichnung
erforderlich. Im IRS R100 steht für die Bezeichnung der Dokumente
ein 12-stelliger Nummernbereich zur Verfügung. Für das Kennzeichnen
von Veröffentlichungen in Zeitschriften findet das nachstehende Nummernschema
Verwendung.
Mit Ausnahme der Zeitschriften-Nummer sind alle Schlüsselteile
von mnemonischer Art, das heißt man kann ohne Hilfsmittel direkt
auf die natürlichsprachige Bezeichnung des jeweiligen Schlüsselnummernteils
schließen.
Erstens sind die Mitarbeiter der betrieblichen Dokumentationseinrichtungen zahlenmäßig in der Regel nicht in der Lage, sämtliche für die betriebliche Information periodisch und aperiodisch bezogenen Fachpublikationen auszuwerten und für die Recherche aufzubereiten. Wertvolle wissenschaftlich-technische Informationen gelangen dadurch ungenutzt in die Archive oder werden in Form von "Umlaufmappen" nur einem eng begrenzten Personenkreis zugänglich gemacht. Zweitens kann auch der beste Dokumentationsspezialist nicht über die Summe aller der Kenntnisse verfügen, welche ein Fachspezialist auf seinem Gebiet besitzt. Eine den Belangen des potentiellen Informationsnutzers entsprechende Dokumenenanalyse kann deshalb mit hohem Nutzeffekt nur vom Fachspezialisten, das heißt im übertragenen Sinne vom Informationsnutzer selbst, durchgeführt werden.
Die Anwendung dieser Methode erfordert, daß jeder
Auswerter durch Mitarbeiter der Dokumentationseinrichtung mit den Methoden
des Indexierens (Vergeben von Deskriptoren bzw. Sachwörtern zur Beschreibung
eines Dokumenteninhalts) gründlich vertraut gemacht wird. Das zum
Indexieren benötigte Instrumentarium (Thesaurus, Sachwortverzeichnis)
muß jedem mit der Auswertung beauftragten Mitarbeiter in dem für
seine Tätigkeit erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen. Ergänzungen
und andere Veränderungen der Wortlisten müssen jedem Auswerter
sofort in schriftlicher Form bekannt gemacht werden.
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| Die unmittelbar mit dem R100 durchzuführenden Arbeiten
des Rechercheprozesses bestehen aus drei Arbeitsgängen:
(1) Eingabe der Suchfrage und des Informationsfonds sowie Aufbau der Suchmatrix im internen Speicher; (2) Kennzeichnung der relevanten Dokumentenbezeichnungen und Ermittlung der Fundstellenzahl (eigentlicher Recherchevorgang); (3) Ausgabe des Recherche-Ergebnisses.
Die Eingabegeschwindigkeit beim Arbeitsgang (1) hängt in der Hauptsache von der Anzahl der Vergleichsoperationen ab, die zur Überprüfung jeder Lochkarte im Rechenwerk der Zentraleinheit vorgenommen werden müssen. Im Höchstfall sind für 1 Lochkarte 60 Vergleiche notwendig (wenn es keinen Sucherfolg gibt oder wenn der Erfolg erst beim letzten Vergleich mit dem jeweiligen Suchdeskriptor eintritt). Für 100 Vergleiche (einschließlich Transportoperationen und Indexerhöhung) benötigt der R100 3,5 Sekunden. Die oben genannten 60 Vergleiche erfordern demnach 2,1 Sekunden Rechenzeit. Da ein Maschinengang des Lochkarten-Ein- und Ausgabegeräte (EAG) in 0,6 Sekunden abläuft, treten bei 2,1 Sekunden Rechenzeit 3 Zwischengänge auf (3 x 0,6 = 1,8 Sekunden). Die Folgekarte muß demnach 1,8 Sekunden auf ihre Verarbeitung warten. Das erläuterte Beispiel stellt den Extremfall dar.
Durch ihn wird die Geschwindigkeit der Lochkarteneingabe auf ein Viertel
ihres möglichen Wertes reduziert. Ein Eingabetest mit unterschiedlicher
Anzahl Suchdeskriptoren ergab folgende Werte:
Die theoretisch höchste Eingabegeschwindigkeit von 6000 Lochkarten pro Stunde wird also nur bei 1 bis 2 Suchdeskriptoren annähernd erreicht, Um die automatische Recherche nicht wegen zu langer Eingabezeiten unwirtschaftlich werden zu lassen, muß eine möglichst tiefgehende Gliederung des einzugebenden Lochkartenfonds vorgenommen werden. Die Recherche sollte nur mit demjenigen Teil des Lochkartenfonds erfolgen, welcher den größten Funderfolg verspricht. Präzise formulierte Informationsaufträge; Einschränkungen des Zeitraums innerhalb dem recherchiert werden soll (beispielsweise bei Recherchen in Zeitschriften nur die Jahrgänge 1967 bis 1969) oder Beschränkung der Recherche auf bestimmte Quellen oder Autoren ermöglichen es, den einzugebenen Teil des Lochkarten-Informationsfonds klein zu halten. Durch möglichst sparsame, den Sachinhalt des Dokumentes aber dennoch genau charakterisierende Sachwortvergabe beim Indexieren läßt sich die Aufnahme unnötiger Sachwörter in den Informationsspeicher vermeiden. Damit kann auch von dieser Seite die Zahl der für die Recherche einzugebenden Lochkarten verringert werden. Ausgehend von Testen mit unterschiedlich großen
auf Lochkarten gespeicherten Informationsfonds kann angenommen werden,
daß für die Speicherung des Sachinhaltes eines aus 12 Heften
bestehenden Zeitschriftenjahrgangs normalen Umfangs etwa 350 bis 400 Lochkarten
notwendig sind. Bei einer Recherche mit dem IRS R100 können demnach
in einer Stunde 5 Jahrgänge nach 6 Deskriptoren durchsucht werden.
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| Autor: Eberhardt Gering, Rostock
Eingereicht am 30.Mai 1969 an der Universität Rostock, Sektion Sozialistische Betriebswirtschaft |
| Betreuer: Dipl. oec. Müller, Leitender Mitarbeiter im Rechenzentrum des Instituts für Schiffbau, Rostock |
| 1. | Information und Dokumentation im Prozeß der wissenschaftlich-technischen Revolution |
| 2. | Automatisierung der Informations-Recherche mit dem Robotron 100 |
| 2.1 | Zum Begriff der Informations-Recherche |
| 2.2 | Grundprinzip der Informations-Recherche im dokumentalen Recherchesystem |
| 2.3 | Recherchesprache |
| 2.3.1 | Prä- und postkoordinierte Recherchesprachen |
| 2.3.2 | Anforderungen an eine für die automatische Informations-Recherche nutzbare Recherchesprache |
| 2.3.3 | Aufbau einer Recherchesprache für den Einsatz des Robotron 100 bei der Informations-Recherche |
| 2.4 | Dokumentenanalyse und Datenerfassung |
| 2.4.1 | Grundsätze der Dokumentenanalyse |
| 2.4.2 | Methodik der Erfassung des Sachinhalts der Dokumente |
| 2.4.2.1 | Dokument- und Deskriptormethode |
| 2.4.2.2 | Relevanzgewichtung |
| 2.4.2.3 | Verwendung von Oberbegriffen beim Indexieren |
| 2.4.2.4 | Verbindungsanzeiger |
| 2.4.2.5 | Erfassen neuer Sachwörter |
| 2.4.2.6 | Anzahl der zum Indexieren benötigten Sachwörter |
| 2.4.3 | Organisation der Dokumentenanalyse |
| 2.4.3.1 | Auszuwertende Informationsquellen |
| 2.4.3.2 | Organisation der Auswertung |
| 2.5 | Mathematische Formulierung des Recherchevorganges im dokumentalen Recherchesystem |
| 2.5.1 | Informations-Recherche mit ungewichteten Informationen |
| 2.5.2 | Informations-Recherche mit Variierung des Rechecheauftrages |
| 2.5.2 | Informations-Recherche mit gewichteten Informationen |
| 2.6 | Abgrenzung des Aufgabengebietes für den Einsatz des Robotron 100 |
| 2.6.1 | Gerätekonfiguration und technische Parameter des Robotron 100 |
| 2.6.2 | Aufgabenstellung für den Einsatz des Robotron 100 bei der Informations-Recherche |
| 2.6.2.1 | Übersicht |
| 2.6.2.2 | Programmtechnische Aufgabenstellung |
| 2.6.2.3 | Anforderungen an die Arbeitsorganisation |
| 2.7 | Datenflußplanung |
| 2.7.1 | Darstellung des Gesamtkomplexes der Informations-Recherche |
| 2.7.1.1 | Materielle und informationelle Inputs und Outputs des Recherchesystems |
| 2.7.1.2 | Teilprozesse im Recherchesystem |
| 2.7.2 | Datenflußplan Sachwortverzeichnis |
| 2.7.3 | Datenflußplan Datenerfassung |
| 2.7.4 | Datenflußplan Recherche und Informationsweitergabe |
| 2.8 | Programmierung und Test |
| 2.8.1 | Grundlagen der Programmierung |
| 2.8.2 | Programmablaufpläne und Erläuterungen . |
| 2.8.2.1 | Programmablaufplan 0 |
| 2.8.2.2 | Programmablaufplan 1 |
| 2.8.2.3 | Programmablaufplan 2 |
| 2.8.2.4 | Programmablaufplan 3 |
| 2.8.2.5 | Bemerkungen zur Variirung der Suchfrage |
| 2.8.3 | Programmtests |
| 2.8.4 | Einschätzung des Zeitaufwandes für den Recherchevorgang |
| Anhang | Zusammenstellung der wichtigsten Begriffe der Informationserfassung und Recherche |
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Das IRS R100 stellt dem Nutzer folgende Leistungen zur Verfügung:
Spezielle Leistungsangebote sind darüber
hinaus:
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| Die vorliegende Arbeit stellt in ihrer Zielstellung,
ihrer Ausführung und ihren Ergebnissen eine hervorragende
Leistung dar.
Dokumenten-Recherchen werden allgemein auf wesentlich leistungsfähigeren Anlagen als dem R 100 durchgeführt. Die von Herrn Gering entwickelte und realisierte Lösung zeigt eine musterhaft kombinierte Anwendung von organisatorischen Maßnahmen, mathematischen Methoden und technischen Bedingungen zur Lösung der Aufgabe. Mit der Variationsbreite der Suchbedingungen und den Rechenzeiten wurden bisher nicht bekannte Einsatzmöglichkeiten des R 100 erschlossen. Obwohl das Maschinenprogramm nicht Gegenstand der Arbeit ist, lassen die genannten Rechenzeiten darauf schließen, daß der Verfasser auch die Programmierung gut beherrscht. Über das eingentliche fachliche Problem hinaus zeigt die Arbeit ganz allgemein, wie durch systematische, gründliche wissenschaftliche Arbeit mit z.Z. vorhandenen Grundmitteln Aufgaben wirtschaftlich gelöst werden können, für die bei nicht so gründlicher Analyse Importanlagen notwendig erscheinen. Da die Arbeit gut gegliedert ist und die Fachprobleme allgemeinverständlich dargelegt sind, ist diese Schlußfolgerung für Ökonomen erkennbar. Damit hat die Arbeit über ihre unmittelbare Zielstellung
hinaus ökonomischen und ideologischen Einfluß. Ich empfehle
eine auszugsweise Popularisierung in der Fachpresse und bewerte sie mit
Rostock, 16.6.1969 gez. Müller (Gutachter) |
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| Hauptgegenstand der Veröffentlichungen:
Beschreibung der Grundlagen und Erläuterung der Funktionen eines vom Autor in den Jahren 1967 bis 1969 entworfenen, programmierten, getesteten und bis zur Praxisreife entwickelten automatisierten Informationsrecherchesystems. Technische Basis für das in den Veröffentlichungen beschriebene Projekt: Elektronischer Lochkartenrechner Robotron 100 mit volltransistorisierter Zentraleinheit einschließlich Magnettrommelspeicher. Hersteller der in Serie gefertigten Anlage Robotron 100: VEB Robotron, Betrieb Saalfeld in Thüringen. Universitätsveröffentlichungen: /1/ Gering, Eberhardt: Jahresarbeit zum Thema Möglichkeiten und Probleme der Informatiosspeicherung und Informationssuche mit Hilfe des elektronischen Lochkartenrechners Robotron 100. - Ingenieurökonomische Fakultät der Universität Rostock (Betreuer Dr. Lack), 27 Seiten, Anlagen. - Rostock den 12. September 1968 /2/ Gering. Eberhardt: Diplomarbeit zum Thema Informations-Recherche mit dem elektronischen Lochkartenrechner Robotron 100. - Sektion Sozialistische Betriebswirtschaft der Universität Rostock (Betreuer: Dipl.oec Müller), 98 Seiten, Anlagen, Gutachten. - Rostock den 30.Mai 1969 Öffentliche Publikationen: / 3 / Gering, Eberhardt: Einsatz des Robotron 100
für die Informationsrecherche. -
/ 4 / Gering, Eberhardt: Das Informationsrecherchesystem
“Robotron 100”, Arbeitsprinzip und Anwendungsmöglichkeiten. -
Sekundärpublikation / 5 / VEB Kombinat Robotron Dresden (Hrsg.): Einsatz des
Robotron 100 für die Informationsrecherche. - Bibliographischer Nachweis
der gleichnamigen Veröffentlichung in Heft 10/11 Jahrgang 1969 der
Zeitschrift Rechentechnik-Datenverarbeitung (siehe oben). - In: Bibliographie
zur Datenverarbeitung, Heft 1/1970, S. 068.
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| Technische Engpässe beim Durchführen von Informationsrecherchen
mit dem R 100 sind das elektromechanische Lochkarten-Ein- und Ausgabegerät
(EAG) mit einer Lesegeschwindigkeit von maximal 6000 Lochkarten pro Stunde
und die programmgesteuerte elektronische Schreibmaschine mit einer Schreibgeschwindigkeit
von 1,1 Sekunden für eine zwölfstellige Zahl.
Da das Stanzen von Lochkarten entfällt, ist als Hemmfaktor beim EAG nur die Lesegeschwindigkeit relevant.Die Geschwindigkeit der Lochkarteneingabe über das EAG ist stark von der Zahl der Suchbegriffe, nach denen die Lochkarten durchsucht und von denen die entsprechenden Abbilder in der Suchmatrix gespeichert werden, abhängig. Die höchste Eingabegeschwindigkeit (6000 Lochkarten / Stunde) wird mit einem einzigen Suchbegriff erreicht. Bei 6 Suchbegriffen beträgt die Eingabegeschwindigkeit nur 2000 Lochkarten pro Stunde. |
| Die Leistungsfähigkeit der Anlage Robotron 100 bei der Durchführung komplexer Rechenoperationen erwies sich 1968 anhand von zwei programmierten Lösungen auf dem Gebiet der Vermessungstechnik und Geodäsie. Anwendungsbeispiele waren die Transformation der Koordinaten eines vorgegebenen Punktes der Erdoberfläche sowie die Berechnung der Koordinaten eines Festpunktes nach der Methode des Vorwärtseinschnitts. Die erforderlichen Ausgangsdaten wurden per Lochkarte über das Ein- und Ausgabegerät des R 100 eingegeben, die Ausgabe der errechneten Daten geschah über die elektrische Schreibmaschine. |
| Die Koordinatentransformation
beinhaltet die Umrechnung der im ebenen Gauß-Krüger-Koordinatensystem
der Erdoberfläche gegebenen Werte eines bestimmten Punktes (Hoch-
und Rechtswert) in die geographischen Koordinaten (Breite und Länge)
dieses Punktes sowie das Zurückrechnen der ermittelten geographischen
Werte in die Koordinaten des Gauß-Krüger-Systems. Koordinatentransformationen
wurden zum Zeitpunkt des Programmtests meist noch konventionell mit manuell
zu bedienenden Handkurbelrechenmaschinen (beispielsweise vom Typ
Triumphator oder Mercedes) unter Zuhilfenahme von mathematischen Tafelwerken
durchgeführt. Für einen kompletten Rechenvorgang (Hin- und Rückrechnung)
benötigte eine geübte Person etwa 45 Minuten, das sind 2700 Sekunden.
Das Ergebnis des gleichen Rechenvorganges, durchgeführt von der Anlage
R 100, lag bereits nach ca. 8 Sekunden vor. Die beiden Rechenzeiten standen
zueinander im Verhältnis 2700 zu 8. Die Rechenanlage R100 löste
die Aufgabe demnach ca. 340mal schneller als der spezialisierte Mensch.
Ein proportional ähnliches Ergebnis erbrachte die
Koordinatenberechnung eines Festpunktes nach der Vermessungsmethode des
Vorwärtseinschnitts,
bei welcher als Ausgangswerte die Koordinaten zweier anderer Festpunkte
und die im Dreieck Festpunkt 1 - Zielpunkt - Festpunkt 2 gemessenen Winkel
zugrunde gelegt werden.
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