|
|
| INR | F90 |
| Hauptsachwörter | Ruß, Kohlenstoff, Höhlenmalerei, Rußherstellung, Tusche |
| Zeit | Mesolithikum; 3000 v.0; 27.Jh. v.0 |
| Ort | China; Ägypten |
| .
Sachverhalte |
.
Die Anwendung von Ruß in der Ur- und Frühgeschichte Ruß
ist der älteste technische Kohlenstoff. Vor mehr als 20.000
Jahren wurde er von den Menschen der Steinzeit bereits als Farbpigment
für die Höhlenmalereien verwendet. Er wurde wahrscheinlich
von den Höhlenwänden abgeschabt, unter denen die Menschen ihre
Holzfeuer unterhielten. Später wurde Ruß gezielt durch unvollständiges
Verbrennen von Öl hergestellt. Ein chinesischer Holzschnitt ungefähr
aus dem Jahr 2630 v.0 zeigt eine Manufaktur zum Herstellen von Lampenruß
aus Sesamöl. Ein wassergefülltes und dadurch gekühltes Gefäß
wurde über eine brennende Öllampe gehalten und der an der Gefäßaußenwand
sich niederschlagende Ruß mit der Hand abgestrichen. Seit fünfeinhalbtausend
Jahren dient Ruß zum Herstellen von Schreibtusche.
Die schwarze dickflüssige Tusche für die normale Schrift besteht
zur Zeit der 4. Dynastie (2620 bis 2500 v.0) aus einer Mischung von Rußpulver,
Wasser und Gummi arabicum als Bindemittel. Rote Tusche (für Titel,
Überschriften und Kapitelanfänge) bestand aus Zinnober (Quecksilbersulfid).
In fester Form wurde chinesische Tusche seit 2600
v.0 zum wertvollen Exportgut, darunter nach Ägypten, wo schon
seit 3000 v.0 anstelle der Tontafeln das Papyrus
als Schreibmaterial zur Anwendung kam. Die Erfindung des Schreibens
mit
Rußtusche auf Papier gegenüber der zuvor üblichen
Keilschrift auf Holz und Stein war ein wichtiger technisch-kultureller
Fortschritt.
|
| Sachverhaltstypen | Fakten, Vermutung |
| Quelle | Gerd Collin: Zur Geschichte des technischen Kohlenstoffs (1). – In: Erdöl Erdgas Kohle 116 (2000) 4, S.198-204 (198-199) |
| Erfassungsjahr | 2006 |
|
|
|
| INR | F95 |
| Hauptsachwörter | Kupferverhüttung, Holzkohlenanwendung, Tonbrennofen, Brennofenfund, Erzlagerstätte |
| Zeit | Kupferzeit (Neolithikum); 8. Jtsd. v.0 |
| Ort | Persien, Mesopotamien, Ägypten, Zypern, Helgoland |
| .
Sachverhalte |
.
Geschichte der Kupfergewinnung mit Holzkohle . Holzkohle nutzte der Mensch schon in der Jungsteinzeit (Neolithikum) zur Reduktion von Metallerzen, von denen die Kupfererze die farblich auffälligsten waren – Kupferkies goldfarben, Chrysokoll smaragdgrün bis blaugrün, Malachit grün bis dunklegrün, auch smaragdgrün. In Tonbrennöfen erhitzte man die Erze mit Holzkohle und erhielt metallisches Kupfer.Fundstätten solcher Brennöfen und entsprechende Erzlagerstätten sind weitverbreitet – insbesondere in Persien, Mesopotamien, Ägypten (Sinai), auf Zypern und in der jetzigen Nordsee bei Helgoland. Die ältesten dieser Fundstätten werden auf das 8. Jtsd. v. 0 datiert. . |
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quelle | Gerd Collin: Zur Geschichte des technischen Kohlenstoffs (1). – In: Erdöl, Erdgas, Kohle, 116 (2000) Heft 4, S. 200 |
| Erfassungsjahr | 2006 |
|
|
|
| INR | F100 |
| Hauptsachwörter | Holzkohlenverbrauch, Glasherstellung |
| Zeit | |
| Ort | |
| .
Sachverhalte |
.
Charcoal Burner "[…] for centuries in olden times many trades depended on charcoal as their main source of fuel. Iron working, blacksmithing, brick making, glass making, foundry work such as casting bells and cannons, gold and silversmithing, all used huge quantities of charcoal […]" Kohlenbrenner
|
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quelle | By P.J. DeSolier www.sirclisto.com/charcoal.html. Recherchiert 14.03.2006. Keine Primärquellenangabe |
| Erfassungsjahr | 2006 |
|
|
|
| INR | F105 |
| Hauptsachwörter | Metallurgie, Metallschmelzen, Sumerer, Holzkohle, Blasebalg, Holzkohlengewinnung, Feuerbeherrschung, Töpferhandwerk |
| Zeit | 3000 v.0 |
| Ort | keine Angabe |
| .
Sachverhalte |
Entwicklung der Metallurgie Noch lange nach Einführung
metallurgischer Techniken wurden im Handwerk und in der Landwirtschaft
Werkzeuge aus Stein, Holz und Knochen verwendet. Die ersten Metalle, Gold
und Silber, waren außer für Schmuck nur für Gefäße
brauchbar, nicht für Werkzeuge. Vor 3000 v.0 war das Metallschmelzen
bei den Sumerern bekannt. Holzkohle und Blasebalg
bildeten die Grundlage der metallurgischen Technik, die im Prinzip bis
zum 18. Jh. n.0 nur wenig verändert wurde.
|
| Sachverhaltstypen | Fakten, Vermutungen |
| Quelle | Karl Otto Henseling: Bronze, Eisen, Stahl; Bedeutung der Metalle in der Geschichte. – München, Hamburg, 1984, 219 Seiten, S.10 und 17 |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F110 |
| Hauptsachwörter | Umweltzerstörung, Holzkohlenanwendung, Holzverbrauch, Entwaldung, Bodenschädigung, Vergiftung |
| Zeit | Altertum |
| Ort | Vorderer Orient |
| .
Sachverhalte |
.
Umweltzerstörung . Verwendung von Holzkohle für Metallgewinnung und Schmiedefeuer führte seit frühesten Zeiten zu einem gewaltigen Holzverbrauch. Zum Erzeugen von einer Tonne Roheisen mußten ca. 30 Tonnen Holz aufgewendet werden. In den Gegenden des Vorderen Orients, wo man Eisenerze verhüttete, wurden die Berghänge ihrer Haine von Akazien und Pistazienbäumen entblößt. Die Folge waren schwere Schädigungen der Umwelt, Erosion und abnehmende Fruchtbarkeit der Böden sowie Verringerungen der Tierbestände. Auch Bergbau und Metallverhüttung selbst brachten Gefahren und Schädigungen für Mensch und Umwelt. Bekannt und gefürchtet waren Vergiftungen durch Dämpfe beim Rösten schwefelhaltiger Erze, durch Grubengase oder Abgase beim Verhütten von Erzen, die arsen- oder quecksilberhaltig waren. . |
| Sachverhaltstypen | Fakten |
| Quelle | Karl Otto Henseling: Bronze, Eisen, Stahl; Bedeutung der Metalle in der Geschichte. – München, Hamburg, 1984, 219 Seiten, S.26-27 |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F113 |
| Hauptsachwörter | Holzkohlenerzeugung, Holzkohlenanwendung, Eisenerzabbau, Eisenverhüttung, Kelten, Niederwald, Hauberg, Holzart |
| Zeit | Eisenzeit |
| Ort | Siegerland |
| .
Sachverhalte |
.
Holzköhlerei im Siegerland . Im Siegerland wurde nachweislich schon vor ca. 2700 Jahren durch die Kelten Holzkohlezum Reduzieren des dort in Pingen abgebauten manganhaltigen Eisenerzes hergestellt. Die Rohstoffbasis Holz bildete der Niederwald (Hauberg), bestehend aus Eiche und Birke. Der Niederwald entwickelte sich nach dem Abholzen der zuvor in der Region vorhandenen Buchen, die (im Unterschied zu den Eichen und Birken) nicht wieder aus dem Stock ausschlagen konnten. Alle 20 Jahre konnte der Niederwald abgeholzt und zu Holzkohle verarbeitet werden. Dieser Niederwald (und die auf ihm fußende Haubergswirtschaft) entstand zwischen dem Beginn der Eisenzeit (ungefähr 700 v.0) und etwa 100 v.0. Die Artenumschichtungen von Buche auf Eiche und Birke stellten sich im Laufe der Zeit, meist unbeabsichtigt, als Folge der extensiven Holznutzungen ein. Eichen und Birken verfügen über ein sehr gutes Regenerationsvermögen. Im bodedensauren Milieu haben besonders Eichen gute Ausschlagsfähigkeiten bei Umtriebszeiten von 15-25 Jahren. . |
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quellen | Reinhold und Christiane Wagener: Der Beginn der Holzköhlerei im Siegerland und eine Betrachtung der Köhler in unserem Ort. – Unveröff. Material, Netphen, Okt. 2006, 2 Seiten; Richard Pott: Die Haubergswirtschaft im Siegerland. Vegetationsgeschichte, extensive Holz- und Landnutzungen im Niederwaldgebiet des südwestfälischen Berglandes. – Heftreihe der Wilhelm-Münker-Stiftung Siegen, Heft 28, S. 7 |
| Erfasser, Jahr | Chr.Wagener; R. Wagener, 2007 |
|
|
|
| INR | F114 |
| Hauptsachwörter | Waldaufbauform, Hochwald, Niederwald, Mittelwald |
| Zeit | |
| Ort | |
| .
Sachverhalte |
.
Waldaufbauformen . - durch bestimmte forstwirtschaftliche Ernte- und Verjüngungsverfahren entstehende Waldtypen.Unterschieden werden drei Waldaufbauformen: Hochwald, Niederwald und Mittelwald. Hochwald ist die wirtschaftlich bedeutendste W. Bei ihr werden die Bäume meist in vollerwachsenem Zustand geerntet, die Verjüngung erfolgt ausschließlich aus Samen (Kernwüchsen). Niederwald ist eine nur bei ausschlagfähigen Laubbäumen (Eiche, Erle, Weide u.a.) anwendbare W. Die Bäume werden in regelmäßigen Zeitabständen vollständig genutzt (etwa alle 10 bis 40 Jahre). Verjüngung geschieht ausschließlich durch Stockausschlag und Wurzelbrut. Mittelwald ist eine Zwischenform mit deutlicher Schichtung von aus Kernwüchsen (Samen) entstandenem Oberholz und aus Stockausschlag hervorgegangenem Unterholz. . |
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quelle | BI-Universallexikon in 5 Bänden. – Leipzig, Bd. 5. – 1988, S. 369 |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F115 |
| Hauptsachwörter | Haubergswirtschaft, Niederwald, Holzkohlenerzeugung, Eisenverhüttung |
| Zeit | |
| Ort | Siegerland, Sauerland, Südwestfälisches Bergland |
| .
Sachverhalte |
.
Haubergswirtschaft im Siegerland Die für das Siegerland
und das südliche Sauerland noch in der Gegenwart typische Waldform
ist der Niederwald.
Er kennzeichnet das ehemals weit größere Wald- und Landnutzungsgebiet
der Hauberge des südwestfälischen Berglandes. Als "Hauberg"
werden genossenschaftlich bewirtschaftete Parzellen mit Stockausschlag
bezeichnet, wo der Wald auf ein und derselben Fläche genutzt wurde
|
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quelle | Richard Pott: Die Haubergswirtschaft im Siegerland. Vegetationsgeschichte, extensive Holz- und Landnutzungen im Niederwaldgebiet des südwestfälischen Berglandes. – Heftreihe der Wilhelm-Münker-Stiftung Siegen, Heft 28, S. 6-7 |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F116 |
| Hauptsachwörter | Köhlerei, Eisenzeit, Holzart, Siedlung, Hüttenplatz, Meilerplatz |
| Zeit | Hallstattzeit, Latenezeit |
| Ort | Siegerland |
| .
Sachverhalte |
.
Eisenzeitliche Köhlerei im Siegerland Wie Pollenanalysen belegen,
gingen mit Beginn des eisenzeitlichen Holzeinschlages gegen
700 v.0 die Buchen bei gegenläufigem Anstieg von Eichen und
Birken kontinuierlich zurück. Archäologische Bestandsaufnahmen
zeigen für die Hallstattzeit eine Siedlungsausweitung. Fast überall
im Siegerland wurde im Bereich potentieller Buchenstandorte intensive
Holzkohlenproduktion betrieben. Relikte davon sind in zahlreichen
Eisenverhüttungsplätzen,
Meilern
und Siedlungen erhalten. Funde von latenezeitlichen
Meiler- und Hüttenplätzen ergeben, daß 5-
bis 21-jährige Stangen aus Buchenholz für die Holzkohleproduktion
verwendet wurden. Die Eisenverhüttung geschah an den oberen
Berghängen mitten im Walde, wie fast alle Schmelzofenfunde zeigen.
Generell wurde für die Hk-Produktion Buche bevorzugt,
erst später ging man zu Eiche und Birke über. Während
der Völkerwanderungsperiode ging die Besiedlung zurück und die
Buchenwaldbestände nahmen wieder zu. Erneute und endgültige Verdrängung
der Buche zugunsten von Eiche und Birke setzte mit den sächsisch-karolingischen
Rodungsperioden ein (etwa 750 – 900 n.0).
|
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quelle | Richard Pott: Die Haubergswirtschaft im Siegerland. Vegetationsgeschichte, extensive Holz- und Landnutzungen im Niederwaldgebiet des südwestfälischen Berglandes. – Heftreihe der Wilhelm-Münker-Stiftung Siegen, Heft 28, S. 10-11 |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F117 |
| Hauptsachwörter | Eisenzeit, Eisenverbreitung, Hethiterreich |
| Zeit | 1500-800 v.0 |
| Ort | Anatolien, Mesopotamien, Ägypten, Industal, China, Schweden |
| .
Sachverhalte |
.
Beginn der Eisenzeit Bei den Hethitern, im inneranatolischen
Bergland nördlich Mesopotamiens, wurde schon um 1500 v.0 Eisen gewonnen.
Der Eisengebrauch verbreitete sich zunächst nur zögernd, denn
es war nicht einfach, aus dem neuen Metall auch wirklich harte Werkzeuge
und scharfe Waffen zu schmieden. Ausgerechnet während
der sogenannten "dunklen Jahrhunderte" (1200-800 v.0), in denen
viele frühe Hochkulturen (von der nordischen Bronzezeit über
das frühgriechische Mykene bis zum Hethiterreich selbst) zerstört
wurden, kam es zur weiteren Ausbreitung der Eisengewinnung und –anwendung.
Um
1000 v.0 findet sich Eisen nicht nur in Mesopotamien, sondern auch
in Ägypten, im Industal, in China und,
nach neuen Funddatierungen, sogar in Schweden.
Die Eisenzeit hatte endgültig begonnen.
|
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quelle | Martin Marheinecke: Schwert und Zauberei, 1998. Erstmals veröffentlicht in: Geistzauber. – Band 81 der Legendensänger-Edition, 1999. Übernommen März 2007 aus: www.tf.uni-kiel.de/matwis/amat/mw1_ge/ artikel/schwert_und_ ... Keine Aussagen zu HuK |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F118 |
| Hauptsachwörter | Eisenschmied, Mythos, Zauberkunst |
| Zeit | Beginnende Eisenzeit |
| Ort | |
| .
Sachverhalte |
.
Der Mythos vom Schmied . Mit der Eisenzeit entstand der Mythos des "zauberkundigen Schmiedes". Im Unterschied zur Bronze-Erzeugung war die Eisengewinnung ein überaus geheimnisvoller Prozeß, bei dem scheinbar wertlose Erde (Raseneisenerz) in wertvolles Metall verwandelt wurde. Für den nicht Eingeweihten ein unbegreiflicher Vorgang. Die Eisenschmiede war überhaupt mit ihren rußgeschwärzten Gestalten, den fauchenden Blasebälgen, den stiebenden Funken und dem ungeheuer heiß brennenden Feuer ein unheimlicher Ort, der wie das irdische Abbild der unterirdischen Welt des hinkenden Schmiedegottes Hephaistos erschien. . |
| Sachverhaltstypen | Fakten, Fiktion |
| Quelle | Martin Marheinecke: Schwert und Zauberei, 1998. Erstmals veröffentlicht in: Geistzauber. – Band 81 der Legendensänger-Edition, 1999.Übernommen März 2007 aus: www.tf.uni-kiel.de/matwis/amat/mw1_ge/ artikel/schwert_und_ ... Keine Aussagen zu HuK |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F119 |
| Hauptsachwörter | Eisengewinnung, Eisenerz, Erzabbau, Verhüttungsgegend, Holzkohle, Schmelzpunkt Eisen |
| Zeit | Altertum, Frühes Mittelalter |
| Ort | |
| .
Sachverhalte |
.
Eisengewinnung im Altertum und im frühen Mittelalter . Lange Zeit wurde Eisen fast nur aus sekundären Erzlagern (Rasenerz oder Sumpferz) gewonnen. Eisenerz aus primären Lagern (Bergerz) spielte kaum eine Rolle. Rasen- und Sumpferz findet sich in Gegenden mit stark eisenhaltigen Böden ("rote Erde"). Es lagert in besonders humosen, moorigen Flächen als Hämatit (Roteisenstein, Fe2O3) und Limonit (Brauneisenstein, FeO(OH)) in 30-40 cm Tiefe und kann sehr einfach abgebaut werden. Diese Erze sind mager und nach heutigen Begriffen nicht abbauwürdig.Verhüttet wurde ausschließlich mit Holzkohle. Daraus ergeben sich typische Merkmale der alten Eisengegenden: mäßig hohe, stark bewaldete Gebirge, sumpfige Täler und "rote Erde". Wasserkraft für mechanisch betriebene Blasebälge und Schmiedehämmer war erst später von Bedeutung. Verglichen mit dem Gewinnen von Zinn oder Kupfer mußte ein erheblich höherer Aufwand betrieben werden. Eisen schmilzt erst bei 1535 °C. Zwar erfolgt die Reduktion von Eisenerz zu Eisen schon bei 1100 °C, sie erfordert aber im Vergleich zur Kupfer- oder Zinnschmelze ein ausgeklügelteres Verfahren. . |
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quelle | Martin Marheinecke: Schwert und Zauberei, 1998. Erstmals veröffentlicht in: Geistzauber. – Band 81 der Legendensänger-Edition, 1999. Übernommen März 2007 aus: www.tf.uni-kiel.de/matwis/amat/mw1_ge/ artikel/schwert_und_ ... |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F120 |
| Hauptsachwörter | Eisenverhüttung, Napfofen, Holzkohlenanwendung, Rösten, Eisenausbeute |
| Zeit | ab 1400 v.0 |
| Ort | Anatolien |
| .
Sachverhalte |
.
Eisenverhüttung im Napfofen . Der Napf- oder Schüsselofen ist die primitivste Form des Eisenschmelzofens. Er kam um 1400 v.0 in Anatolien auf und war in abgelegenen Gegenden, trotz seines geringen Eisenertrages, bis ins Mittelalter im Gebrauch. Ein typischer Napfofen der Eisenzeit hatte ungefähr einen Durchmesser von 1-1,5 m und eine Tiefe von 45-50 cm. Der Napf war mit Holzkohle und Lehm gefüttert. Das gereinigte und zerkleinerte Eisenerz wurde zunächst bei 800 °C und starker Luftzufuhr geröstet, um nichtoxidische Erzbestandteile wie Pyrit und Eisenspat in Oxide zu überführen und organische Bestandteile zu verbrennen. Durch diese Erzaufbereitung ließ sich die Eisenausbeute erhöhen.Zum Schmelzen des Erzes wurde unten im Napf liegende Holzkohle angezündet und das Erz an eine Seite des Ofens gepackt. Während des Schmelzens wurde dann das Erz durch das in den brennenden und zum Teil abgedeckten Holzkohleschichten entstehende Kohlenmonoxid zu Eisen reduziert.Ein Napfofen faßte nur ca. 2 kg Erz und lieferte (bei sehr gutem Erz) maximal 0,4 kg Roheisen sowie viel Schlacke. Der Verbrauch an Holzkohle war sehr hoch. . |
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quelle | Martin Marheinecke: Schwert und Zauberei, 1998. Erstmals veröffentlicht in: Geistzauber. – Band 81 der Legendensänger-Edition, 1999. Übernommen März 2007 aus: www.tf.uni-kiel.de/matwis/amat/mw1_ge/ artikel/schwert_und_ ... |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F121 |
| Hauptsachwörter | Eisenverhüttung, Schachtofen, Kelten, Holzkohlenanwendung, Holzkohlenverbrauch, Schlacke, Eisenluppe |
| Zeit | La Tené-Zeit |
| Ort | Europa, Westafrika, China |
| .
Sachverhalte |
.
Eisenverhüttung im Schachtofen . Bei den Kelten der La Tené-Zeit und bei den Mittelmeerkulturen kam frühzeitig mit dem Schachtofen (Rennfeuer) ein Verfahren zur Anwendung, das im Vergleich zum Napfofen erheblich leistungsfähiger war. Diese zylindrisch bis konisch geformten Öfen sorgten durch den Schornsteineffekt des Schachtes für eine bessere Luftzufuhr. Der Ofenmantel bestand zunächst aus gestampftem Lehm. Bei den Römern und im frühen Mittelalter kamen gemauerte Öfen in Gebrauch. Die vorgeheizten Öfen wurden von oben schichtweise mit Holzkohle und aufbereitetem zerkleinertem Erz beschickt (die Erzbrocken besaßen ungefähr Haselnußgröße). Das Feuer wurde durch den natürlichen Zug des Schachtes und durch Blasebälge in Betrieb gehalten. Das im unteren Bereich des Ofens bei Sauerstoffunterschuß entstehende Kohlenmonoxid stieg in das Ofenzentrum auf und reduzierte dort bei 1050 bis 1150 °C das Eisen, welches weißglühend und ohne selbst zu schmelzen aus dem Erz ausfiel. In dem zähflüssigen, aus den Beimengungen des Erzes entstandenen Schlackenbrei sammelten sich vor allem in den oberen Zonen kleinere und größere, mit Schlacketeilchen durchsetzte Eisenklumpen. Damit das Rennfeuer ordnungsgemäß abbrennen konnte, mußten regelmäßig Teile der zähen Schlacke aus dem unteren Teil des Ofens abgeleitet werden. Dazu diente entweder eine Schlackengrube unter dem Ofen oder ein Abstichloch an der Ofenbasis. Die Schlackengrube war mit einem Strohstopfen vom Ofenschacht abgeschlossen, um die Schlacke solange aufzuhalten, bis das Stroh verbrannt war. Dann floß die Schlacke in die Grube ab. Das Eisen blieb an den Schachtwänden hängen oder fiel mit der Schlacke nach unten. So kamen die Ofenarbeiter nicht in die Nähe der glühenden Schlacke. Nachteil: Der Grubenofen mußte nach jedem Schmelzprozeß vollständig abgebaut werden, er war ein "Einwegofen". Beim Ofen mit Abstichloch
konnte die Schlacke je nach Bedarf abgeleitet werden. Nachgestellte Experimente
zeigten, daß sich mit diesem Ofentyp Temperaturen bis
1400 °C erreichen ließen. Nach Abschluß des Rennprozesses
mußte
der Ofen teilweise demontiert werden, um aus den Schlackenklötzen
das Eisen (die Luppenstücke) ausbrechen zu können. Durch wiederholtes
Erhitzen in Ausheizherden und Hämmern auf dem Amboß wurden
die Eisenluppen von Schlackenbeimengungen gereinigt und zusammengeschweißt.
Experimente mit nachgebauten Schachtöfen lassen erkennen, daß
diese Öfen für einen Arbeitsgang wahrscheinlich 24 Stunden lang
beschickt wurden. Für einen Eisenklumpen von 13 kg wurden 35 kg Eisenerz
und 45 kg Holzkohle benötigt.Der Schachtofen
kam in fast allen eisenverarbeitenden Kulturen, von Westafrika bis China,
zur Anwendung.
|
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quelle | Martin Marheinecke: Schwert und Zauberei, 1998. Erstmals veröffentlicht in: Geistzauber. – Band 81 der Legendensänger-Edition, 1999. Übernommen März 2007 aus: www.tf.uni-kiel.de/matwis/amat/mw1_ge/ artikel/schwert_und_ ... |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F122 |
| Hauptsachwörter | Schmieden, Eisenschmied, Holzkohlenanwendung, Holzkohlenpulver, Stahlerzeugung |
| Zeit | vor 1000 v.0 |
| Ort | |
| .
Sachverhalte |
.
Schmieden von Eisen . Die Qualität des Eisens wird vor allem vom Kohlenstoffgehalt bestimmt. Schon vor 1000 v.0 erkannte man, daß sich eiserne Klingen durch Einhämmern von gestampfter Holzkohle dauerhaft härten ließen. Später gewann man Stahl durch Verhütten bei Kohlenstoffüberschuß und Glühen des Eisens in Holzkohlenstaub. Durch Oberflächenhärten verfeinerten spätere Schmiede die Methode, indem sie relativ weiches, aber zähes und elastisches Eisen 2-8 Stunden lang in Holzkohlenpulver glühten. Dadurch stieg der Kohlenstoffgehalt in den Randzonen, während der Kern des Werkstückes zäh blieb. . |
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quelle | Martin Marheinecke: Schwert und Zauberei, 1998. Erstmals veröffentlicht in: Geistzauber. – Band 81 der Legendensänger-Edition, 1999. Übernommen März 2007 aus: www.tf.uni-kiel.de/matwis/amat/mw1_ge/ artikel/schwert_und_ ... |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F123 |
| Hauptsachwörter | Kelten, Stahlerzeugung, Stahlexport, Ferrum Noricum |
| Zeit | La Tené-Zeit |
| Ort | Noricum (Kärnten), Rom, Griechenland |
| .
Sachverhalte |
.
Eisenzentrum Noricum . Die Kelten in Noricum (heutiges Kärnten) galten im Altertum als unübertreffliche Meister der Stahlerzeugung. Nachgebaute keltische Schachtöfen erbrachten den Nachweis, daß sowohl Hitze wie Sauerstoffzufuhr gesteuert werden konnten. Damit ließ sich, in Verbindung mit dem richtigem Erz-Kohle-Verhältnis, der Kohlenstoffgehalt des Eisens gezielt beeinflussen. "Ferrum Noricum" in der typischen Barrenform einer Doppelpyramide wurde bis nach Rom und Griechenland exportiert. Auch nach der römischen Besetzung im Jahr 15 v.0 blieb Noricum ein Zentrum der Stahlgewinnung. . |
| Sachverhaltstypen | Fakten |
| Quelle | Martin Marheinecke: Schwert und Zauberei, 1998. Erstmals veröffentlicht in: Geistzauber. – Band 81 der Legendensänger-Edition, 1999.Übernommen März 2007 aus:www.tf.uni-kiel.de/matwis/amat/mw1_ge/ artikel/schwert_und_ ... Keine direkten Aussagen zu HuK |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F124 |
| Hauptsachwörter | Jungsteinzeit, Kupfersteinzeit, Kupferverhüttung |
| Zeit | ab 10.000 v.0 |
| Ort | Vorderer Orient (Fruchtbarer Halbmond), Südostanatolien, Kilikien |
| .
Sachverhalte |
.
Kupfersteinzeit . In der Jungsteinzeit (Neolithikum, ungefähr 8.000 bis 3.500 v.0) erfolgte der Übergang von der Jäger- und Sammlergesellschaft zur bäuerlichen Wirtschaftsweise (Ackerbauer und Viehzüchter). Der Vordere Orient machte hierbei den Anfang. In dem als "fruchtbarer Halbmond" bezeichneten Länderbogen von der Levante (östliche Mittelmeerküste mit den heutigen Ländern Syrien, Libanon, Jordanien, Palästina und Israel) über Mesopotamien bis zum Persischen Golf entstand vor etwa 10.000 Jahren mit der Domestizierung von Pflanzen und Tieren das erste Zentrum der Landwirtschaft. Die gegen Ende des Neolithikums beginnende Entdeckung und Nutzung der reichen Kupfervorkommen im Vorderen Orient bewirkte eine weitere nachhaltige Veränderung der Gesellschaft. Das sich ausbreitende Nebeneinander der Werkstoffe Stein und aus Erz erschmolzenem Kupfer wird durch den Begriff Kupfersteinzeit (Chalkolithikum) gekennzeichnet. Sie dauerte von ca. 5500 bis 3500 v.0. Zwar wurde die Anwendung von gediegenem Kupfer bereits für die Zeit um 8000 v.0 festgestellt, da aber das Verarbeiten von gediegenem Kupfer nicht mit schmelzmetallurgischen Vorgängen verbunden ist, werden diese Prozesse noch nicht der Kupfersteinzeit zugeordnet. Erst mit dem Auftreten von Verhüttungs- und Schmelzprozessen, wie sie anhand von Verhüttungsschlacke nachweisbar sind, wird von Kupfersteinzeit bzw. Kupferzeit gesprochen. Mit die früheste Kupfergewinnung aus Erzen (Kupferverhüttung) fand in Südostanatolien statt. Entsprechende kupferne Gegenstände aus der Zeit um 5000 v.0 wurden in der Provinz Kilikien an der anatolischen Mittelmeerküste gefunden. Die Kupferminen in Anatolien zählten zu den ergiebigsten im Vorderen Orient. Kupfererzbergbau, Gewinnung und Verarbeitung von Kupfer sowie Kupferhandel führten in Verbindung mit neu hinzu kommenden Werkstoffen (Zinn, Arsen u.a.) die gesellschaftliche Entwicklung in Richtung Bronzezeit, die von ca. 3500 bis 1200 v.0 dauerte. In Mitteleuropa begann die Kupfergewinnung und –anwendung erst um 4000 v.0. Der Übergang zur Bronzezeit erfolgte in dieser Region gleichfalls später, etwa um 2200 v.0. . |
| Sachverhaltstypen | Fakten |
| Quelle | Daniel Sträuli:
Kupfersteinzeit. – In: Museion 15 (2005) Heft 4, S.22-35
Auf die Rolle von Holzkohle geht der Autor nicht ein. Nur einmal wird Holzkohle erwähnt, als das Schmelzen von Erz in kleinen, schüsselförmig vertieften Herdgruben beschrieben wird (S.33 unten). |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F125 |
| Hauptsachwörter | Eisenzeit I, Eisenzeit II, Hallstattkultur, La-Tène-Kultur, Eisenverhüttung, Sargon II. |
| Zeit | ab 1.200 v.0 bis 6. Jh. v.0 |
| Ort | Vorderer Orient, Mitteleuropa, Ischia, Elba |
| .
Sachverhalte |
.
Beginnende Eisenzeit . Die Funde der ältesten Eisenobjekte wurden, analog zu den Funden aus Kupfer und Bronze, im Vorderen Orient gemacht: Mesopotamien (erzeugt um 5.000 v.0), Iran (4.600-4.100 v.0), Ägypten (3.500-3.100 v.0), Anatolien (2.500-2.000 v.0), Levante (2.000 v.0). Sie bestehen aus natürlich vorkommendem oder meteoritischem Eisen und sind mitunter schwer zu unterscheiden von Eisen, das erst viel später durch Verhüttung von Eisenerzen gewonnen wurde. Die Eisenverhüttung ist ein weitaus komplexerer Vorgang als die Kupferverhüttung. Schmelzöfen zur Gewinnung von schmiedbarem Roheisen müssen Arbeitstemperaturen von 1100 bis 1200 °C erreichen, damit der chemische Reduktionsprozeß in Gang kommt. Im Vorderen Orient war der Beginn der Eisenzeit etwa um 1200 v.0. Es werden zwei Zeitabschnitte unterschieden. In der Eisenzeit I (zwischen 1200 und 1000 bzw. 900 v.0) begann das allmähliche Ersetzen von bronzenen Werkzeugen, Landwirtschaftsgeräten und Waffen durch Eisen. Für diesen Zeitraum existiert noch kein direkter Nachweis von Eisenerzbergbau, Verhütten und Schmieden von Eisen (diese Aussage stammt von 1978). Eisenzeit II (ab 1.000 / 900 v.0) war die eigentliche, vollentwickelte Eisenzeit, in der für Waffen und Werkzeuge Eisen als Hauptmetall verwendet wurde. Erstmals finden sich Nachweise von Eisengewinnung aus Erz und von Eisenschlacke (Tell Afis in Syrien 750 v.0; Tell Hammeh in Jordanien 900-700 v.0). In einem Eisenlager aus der Regierungszeit des Assyrerkönigs Sargon II. (722-704 v.0) wurden 160 t Eisen in Form von Werkzeugen und Waffen entdeckt. Auf einer Keilschrifttafel jener Zeit berichtete derselbe Machthaber von seinem Angriff auf die mesopotamische Stadt Ulhu: "Die mächtige Mauer, die aus Stein gemacht ist [...], habe ich mit Eisenäxten und Eisendolchen wie einen Topf zerschmettert." In Mitteleuropa begann die Eisenzeit mit der nach ihrem österreichischem Fundort benannten Hallstattkultur (700-500 v.0). Das Eisen wurde vermutlich als Rohmaterial eingeführt und am späteren Fundort weiterverarbeitet, Verhüttungsplätze und Eisenschmelzöfen sind für die Hallstattkultur nicht bekannt. Die nachfolgende, vorrömische Eisenzeit war die Zeit der La-Tène-Kultur (500-50 v.0), benannt nach dem Ausgrabungsort am Neuenburgersee in der Schweiz. Im 7.Jh. v.0 war die damals zu Griechenland gehörende Mittelmeerinsel Ischia (Golf von Neapel) eine Stätte der Eisenverarbeitung. Schon etwas früher beherrschten die auf der Insel Elba lebenden Etrusker das Herstellen von Roheisen aus dem Mineral Hämatit (Roteisenstein), welches auf der Insel in großen Mengen abgebaut wurde. . |
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quelle | Daniel Sträuli:
Spannungsfeld Eisenzeit. – In: Museion 16 (2006) Heft 4, S 36-50
Auf die Rolle von Holzkohle geht der Autor nicht ein. In bezug auf die Eisengewinnung durch die Etrusker wird lediglich auf die "reichen Holzvorkommen auf Elba" verwiesen, die anfänglich als "Brennstoff" dienten.(S.42) |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F126 |
| Hauptsachwörter | Chalyber, Bewaffnung, Eisenbergbau |
| Zeit | um 400 v.0 |
| Ort | Nordwestliches Armenien |
| .
Sachverhalte |
.
Buchzitate zum Volk der Chalyber . "Chalyber: Völkerschaft im nordwestlichen Armenien" (Xenophon S.278). . "Von da marschierten sie durch das Land der Chalyber... Die Chalyber waren die Wehrhaftesten von allen, durch deren Gebiet sie kamen; sie ließen es auch zum Handgemenge kommen. Sie trugen linnene, den Unterleib mitdeckende Koller, anstelle der Erzbeschläge dichte Filzstreifen. Auch hatten sie Beinschienen, Helme und am Gürtel ein Kurzschwert, dem spartanischen Säbel ähnlich, mit dem sie niederhieben, was sie zu überwältigen vermochten. Die abgehauenen Köpfe trugen sie jeweils auf dem Marsch mit, und sie sangen und tanzten, sooft die Feinde sie zu Gesicht bekamen. Ferner hatten sie eine Lanze von ungefähr 15 Ellen Länge mit einer Eisenspitze." (Xenophon S.127) . "Nachdem die Griechen in acht Tagen durch dieses Land, das feindliche und das verbündete, marschiert waren, gelangten sie zu den Chalybern. Diese waren wenig zahlreich und den Mossynoiken untertan; die meisten lebten vom Eisenbergbau." (Xenophon S.148) . Anmerkungen: Die Chalyber gelten in der Literatur als ein Volk der Eisenschmiede und Köhler. Eine "Elle" sind 45 cm, die "Lanzen" hatten demzufolge eine Länge von sechseinhalb bis sieben Meter. "durch dieses Land" - gemeint ist das Land der Mossynoiken, einer Völkerschaft an der Südküste des Schwarzen Meeres. . |
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quelle | Xenophon: Der Zug der
Zehntausend. – Bibliothek der Alten Welt. – Patmos Verlag, Verlag Artemis
& Winkler, Düsseldorf / Zürich 2003.
Der Athener Xenophon (430-355/50 v.0) nahm um 400 v.0 am Feldzug des persischen Prinzen Kyros gegen dessen Bruder, den Großkönig Artaxerxes II. teil. Der Zusammenstoß mit Kämpfern der Chalyber ereignete sich zwischen Oktober 401 und Februar 400. |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F127 |
| Hauptsachwörter | Holz, Holzbestandteil, Definition |
| Zeit | |
| Ort | |
| .
Sachverhalte |
.
Was ist „Holz“ im biologischem Sinne? . Holz ist das pflanzliche Dauergewebe in den mehrjährigen oberirdischen Achsenorganen der Bäume, Sträucher und Lianen. Es besteht vorwiegend aus Zellulose und dem Verholzungsstoff Lignin; untergeordnet kann es Harze, Wachse, Fette, Öle, Stärke, Zucker, und verschiedene Mineral-, Gerb- und Farbstoffe sowie Alkaloide enthalten. . |
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quelle | Kelber, Klaus-Peter: Die Erhaltung und paläobiologische Bedeutung der fossilen Hölzer aus dem süddeutschen Keuper (Trias, Ladinium bis Rhätium).- In: Schüßler, H. ; Simon, T. (Hrsg.): Aus Holz wird Stein - Kieselhölzer aus dem Keuper Frankens.- Bergatreute (Eppe), 2007, S. 37-100 |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F128 |
| Hauptsachwörter | Fossiles Holz, Erhaltungsform, Kohliger Holzabdruck, Steinkernerhaltung, Gagaterhaltung, Fossile Holzkohle, Erkennungsmerkmal Hk, Block-Riß-Struktur Hk, Ankohlung, Wildfeuer |
| Zeit | Erdmittelalter / Trias / Keuper / Untere Keuper |
| Ort | |
| .
Sachverhalte |
.
Erhaltungsformen fossiler Hölzer aus dem süddeutschen Keuper . Hölzer können in den verschiedensten Erhaltungen fossil überliefert werden. Neben der Verkieselung von Holz gibt es weitere Erhaltungsformen: a) Kohlige Holzabdrücke Im kohligen Abdruck ist die ehemalige Holzsubstanz in kleine eckige Kohlestückchen zerbrochen, letztendlich zerfällt sie zu Kohlemulm. b) Steinkernerhaltung Durch die Zersetzung eines Pflanzenrestes im Sediment, aber auch durch die totale Zerstörung des Kernbereichs eines Holzstammes, kann ein Hohlraum entstehen, der nachträglich wieder mit feinkörnigem Sediment verfüllt wurde und dann die äußere Gestalt des ehemaligen zerfallenen Pflanzenteils wiedergibt. In großer Zahl bekannt geworden sind solche dreidimensionalen Steinkernerhaltungen bei den fossilen Schachtelhalmen. c) Gagaterhaltung Als Gagat wird tiefschwarzes bituminisiertes fossiles Holz von großer Dichte bezeichnet, welches nur bis zum Braunkohlen-Stadium vergelt (stofflich metamorph verändert) wurde und deshalb ein geringes spezifisches Gewicht aufweist. Wegen ihrer leichten Schnitzbarkeit, besonders aber wegen ihres Glanzes, sind Gagat-Holzfossilien schon in prähistorischer Zeit zu Schmuckperlen verarbeitet worden. In England wird Gagat als „jet“ bezeichnet. d) Holzkohlenerhaltung Aus dem Unteren Keuper, dem Schilfsandstein, dem Coburger Sandstein und dem Rhätium konnten mittlerweile fossile Holzkohlenreste geborgen werden. So gut wie immer handelt es sich bei diesen gar nicht seltenen Funden, die jedoch in der Vergangenheit offensichtlich übersehen wurden, um isolierte Stücke von kantig-kubischer Gestalt bis zu 3 x 3 x 2 cm. Sehr oft sind glatte und rechtwinklige Bruchflächen zu erkennen, ein kennzeichnendes Merkmal, entstanden durch den Vorgang der Pyrolyse. Alle Funde geben sich schon makroskopisch durch ihren seidigen Glanz, ihr poröses Gefüge und durch ihren spröd-splitterigen Zerfall als Holzkohlen zu erkennen. Durch die Pyrolyse wird das Holzgewebe beim Umwandeln in Holzkohle mit transversalen Rissen blockartig zerlegt. Solche rechtwinkeligen Block-Riss-Strukturen fanden sich an der Außenfläche von verkieselten Stämmen aus dem Rotliegendem des Saar-Nahe-Beckens. Angekohlte Baumoberflächen mit orthogonalen Rissen lassen demgemäß auf Ankohlung durch Wildfeuer schließen. Erläuterungen: |
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quelle | Kelber, Klaus-Peter:
Die Erhaltung und paläobiologische Bedeutung der fossilen Hölzer
aus dem süddeutschen Keuper (Trias, Ladinium bis Rhätium).- In:
Schüßler, H., Simon, T. (Hrsg.): Aus Holz wird Stein - Kieselhölzer
aus dem Keuper Frankens.- Bergatreute (Eppe), 2007, S. 37-100
Die Erläuterungen zu Trias, Keuper und Perm wurden entnommen aus dem Glossar der Publikation "Das Jarmillionenbuch. Vom Urknall zum Neandertaler". – ADAC-Verlag München,Wissen Media Verlag Gütersloh/München, 2003, S.360-367. (E.Gering) |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F129 |
| Hauptsachwörter | Fossile Holzkohle, Wildfeuer, Blitzzündung, Paläo-Atmosphäre, Feuerfenster, Semifusinit, Vitrinit, Holzverschwelung, Entstehungsursache Hk |
| Zeit | Erdmittelalter / Trias / Keuper |
| Ort | |
| .
Sachverhalte |
.
Holzkohlenentstehung durch Wildfeuer zur Keuperzeit . Funde von fossilen Holzkohlen bezeugen Wildfeuer in den Ökosystemen der germanotypen Oberen Trias. Für das Entstehen dieser Holzkohle mußten damals bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: a) das Vorhandensein von genügend brennbarer Biomasse – etwa nach einem Windbruch mit anschließender Dürreperiode; b) eine Entflammung der Holzansammlungen durch Blitzeinschlag. Hierbei ist gelegentliche Trockenheit der Holzansammlungen unabdingbare Voraussetzung für leichte Entflammbarkeit. c) eine Maximal- oder Minimal-Zusammensetzung der Paläo-Atmosphäre zur Gewährleistung des Entflammens von Wildfeuer. Bei zu geringem Sauerstoffanteil (unter 13 %) wäre es nur schwerlich zur Entzündung des brennbaren Materials gekommen, während es bei zu hohem Sauerstoffanteil in der Atmosphäre viel zu oft gebrannt hätte. Das durch das Auftreten von Wildfeuern erwiesene Vorhandensein solcher „Feuerfenster“ ist somit ein indirekter Hinweis auf die Zusammensetzung der Paläo-Atmosphäre zur Keuperzeit. . Für die Feuerbrände in den Ökosystemen des süddeutschen Keupers kommen keine ungewöhnlichen Ursachen wie Vulkanismus oder extraterrestrische Ereignisse in Betracht. Es handelte sich mit Bestimmtheit um lokale Wildfeuer, die unter Einbeziehung der oben geschilderten Voraussetzungen auf natürlichem Wege durch Blitzzündung entstanden sind. Bei natürlichen Wildfeuern können häufig Übergänge zwischen nur wenig verändertem Holz und eindeutiger Holzkohle vorkommen. Nur äußerlich von der Umwandlung in Holzkohle betroffene Hölzer zeigen dann im inneren Kernbereich, fossil geworden, den Zustand von Semifusinit oder von Vitrinit. Weil das durch den Vorgang der Pyrolyse in Holzkohle umgewandelte Holz sich mikrobiologisch so gut wie überhaupt nicht zersetzen kann, andererseits durch die hohlen Tracheiden-Lumen aber lufterfüllt und damit schwimmfähig geworden ist, wurden gelegentlich Holzkohlenklasten vor ihrer endgültigen Einbettung durch den Transport im fließenden Wasser abgeschliffen und gerundet. Einer außergewöhnlichen Fossillagerstätte entstammen die eingeschwemmten fossilen Holzkohlen des „versteinerten Torfes“ von Konhalden. Erläuterungen: |
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quelle | Kelber, Klaus-Peter:
Die Erhaltung und paläobiologische Bedeutung der fossilen Hölzer
aus dem süddeutschen Keuper (Trias, Ladinium bis Rhätium).- In:
Schüßler, H.; Simon, T. (Hrsg.): Aus Holz wird Stein - Kieselhölzer
aus dem Keuper Frankens.- Bergatreute (Eppe), 2007, S. 37-100
Die Erläuterungen zu Semifusinit und Vitrinit stammen aus www.naturstein-datenbank.de/ und www.wikipedia (Definition von Mazerale). Recherchedatum:17.6.2007. Erläuterungen und Anmerkung wurden formuliert von E.Gering. |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F130 |
| Hauptsachwörter | Fossile Holzkohle, Pyrolyse, Pflanzenteil, Holzkohlenanschwemmung, Holzkohlenlagerstätte |
| Zeit | Erdmittelalter / Trias / Keuper |
| Ort | |
| .
Sachverhalte |
.
Fragile Pflanzenorgane in Holzkohlenerhaltung . Die Umwandlung in Holzkohle verbessert ganz entscheidend das fossile Überlieferungspotential von pflanzlichem Gewebe. Sogar empfindliche Pflanzenteile sind durch Waldbrände in der geologischen Vergangenheit infolge des Pyrolyse-Vorgangs in die Holzkohlenerhaltung überführt worden. Weil selbst delikate Pflanzenorgane in Holzkohlenerhaltung gegenüber biologischer Degradation, chemischen Attacken und Erosions- und Oxidationsvorgängen außerordentlich resistent sind, andererseits die dispersen Holzkohlen schwimmfähig sind und über weite Strecken verspült werden können, konnte es zur Anreicherung auf sekundären Lagerstätten kommen. Manche solcher Fusit-Konzentrationen werden deswegen als Endglied eines Selektionsvorganges gedeutet, weil „normale“ Pflanzenpartikel schon in vorherigen Phasen vor allem durch die mikrobiologische Zersetzung zerstört worden sind. Bei der Prospektion und Auswertung solcher fossilen Holzkohlenreste aus dem Keuper stehen wir noch ganz am Anfang. . |
| Sachverhaltstypen | Fakten, Vermutung |
| Quelle | Kelber, Klaus-Peter: Die Erhaltung und paläobiologische Bedeutung der fossilen Hölzer aus dem süddeutschen Keuper (Trias, Ladinium bis Rhätium).- In: Schüßler, H.; Simon, T. (Hrsg.): Aus Holz wird Stein - Kieselhölzer aus dem Keuper Frankens.- Bergatreute (Eppe), 2007, S. 37-100 |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F131 |
| Hauptsachwörter | Chalyber, Lebensweise, Schmiede, Skythen |
| Zeit | Aischylos (523-456 v.0) |
| Ort | Kaukasos |
| .
Sachverhalte |
.. |
| Sachverhaltstypen | Fakten, Fiktionen |
| Quelle | Aischylos: Prometheus in Fesseln. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 671 (vgl. Aischylos-Werke, S. 139-140) (c) Aufbau-Verlag) http://www.digitale-bibliothek.de/band30.htm ] |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F132 |
| Hauptsachwörter | Chalyber, Eisenschmiede, Lebensbedingungen |
| Zeit | Apollonius von Rhodos (ca.295-ca.215 v.0) |
| Ort | Kleinasien |
| .
Sachverhalte |
. |
| Sachverhaltstypen | Fakten, Fiktionen |
| Quelle | Apollonius von Rhodos: Die Argonauten. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 987- 988 (vgl. Apollonios-Argon., S. 63) (c) Sammlung Dieterich Verlagsgesellschaft mbH http://www.digitale-bibliothek.de/band30.htm |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F133 |
| Hauptsachwörter | Chalyber, Lebensbedingungen, Eisenerzgewinnung |
| Zeit | Apollonius von Rhodos (ca.295-ca.215 v.0) |
| Ort | |
| .
Sachverhalte |
.. |
| Sachverhaltstyp | Fakten |
| Quelle | Apollonius von Rhodos: Die Argonauten. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 1015-1016 (vgl. Apollonios-Argon., S. 85) (c) Sammlung Dieterich Verlagsgesellschaft mbH http://www.digitale-bibliothek.de/band30.htm |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F134 |
| Hauptsachwörter | Chalyber, Eisen |
| Zeit | Euripides (484-406 v.0) |
| Ort | |
| .
Sachverhalte |
. |
| Sachverhaltstypen | Fakt, Fiktionen |
| Quelle | Euripides: Alkestis. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 2872 (vgl. Euripides-W Bd. 1, S. 37) (c) Aufbau-Verlag http://www.digitale-bibliothek.de/band30.htm |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
| INR | F135 |
| Hauptsachwörter | Chalyber, Stahl, Schmied, Vulcanus, Schmiedearbeit |
| Zeit | Vergil (70-19 v.0) |
| Ort | Ätna, Sizilien |
| .
Sachverhalte |
. |
| Sachverhaltstypen | Fakten, Fiktionen |
| Quelle | Vergil: Lied vom Helden
Aeneas. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 17860-17861 (vgl.
Vergil-W, S. 340) (c)
Aufbau-Verlag http://www.digitale-bibliothek.de/band30.htm |
| Erfassungsjahr | 2007 |
| INR | F136 |
| Hauptsachwörter | Gilgamesch, Epos, Metallguß, Waffen, Eisen |
| Zeit | Entstehung des Epos auf zwölf Tafeln vermutlich um 2000 v.0 (siehe Quelle, S. 111) |
| Ort | Uruk, Südbabylon (Mesopotamien) |
| .
Sachverhalte |
. |
| Sachverhaltstypen | Fiktionen, Fakten |
| Quelle | Das Gilgamesch-Epos / Hermann Ranke (Übersetzer). – Wiesbaden 2006, S. 22 und 109. Zitierung mit freundlicher Genehmigung des Marix Verlags Wiesbaden |
| Erfassungsjahr | 2007 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|