Wissensspeicher Frühe Köhlerei (Sachverhaltsinformationen)
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Stand: 136 Informationsnachweise / April 2009
Autor: Dr.phil. Eberhardt Gering
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Was man vom "Wissensspeicher
Frühe Köhlerei" wissen muß
.
Der Wissensspeicher ist in Informations-Nachweise
(Datensätzezu je acht Datenfeldern) unterteilt. Die Kerninformation
eines Nachweises befindet sich im Datenfeld "Sachverhalt".
Zu ihrer unverwechselbaren Kennzeichnung
sind die Nachweise mittels einer Identifizierungsnummer (INR) fortlaufend
numeriert.
Um das ständige Ergänzen
des Wissensspeichers zu vereinfachen, wurde auf eine inhaltsbezogene Anordnung
(Klassifizierung) der Nachweise verzichtet. Ein neu hinzukommender Informationsnachweis
wird statt dessen vom Betreiber an den jeweils letzten Nachweis angehängt
und mit der nächsten laufenden INR gekennzeichnet.
Das gezielte Suchen nach bestimmten
Informationsnachweisen erfolgt am effektivsten mit Hilfe des alphabetisch
geordnetem Verzeichnisses der Hauptsachwörter. Zum schnellen Aufrufen
dieses Verzeichnisses ist in jedem fünften Nachweis das Datenfeld
"Hauptsachwörter" mit einem ensprechenden Link versehen.
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Weitere Angaben zur formalen
und inhaltlichen Speicherorganisation siehe
>Erläuterungen
zum Wissensspeicher<
Wissensspeicher Frühe Köhlerei Teil 1
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| INR |
F1 |
| Hauptsachwörter |
Bronzeherstellung,
Holzfeuer, Holzkohlenanwendung, Holzkohlenalternative |
| Zeit |
Antike |
| Ort |
Italien,
Capua |
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Sachverhalt |
.
„Unter
den übrigen Arten genießt die kampanische
Bronze den Vorzug [...]. Man stellt sie in
verschiedenen Verfahren her: Zu Capua
nämlich bringt man <das Kupfer> nicht über Kohlen-,
sondern über Holzfeuer
zum Schmelzen, [...]“ („namque Capuae liquatur non carbonis ignibus, sed
ligni, ...“). [...] "Bronze, die der kampanischen ähnlich ist,
wird in vielen Teilen Italiens und in den Provinzen hergestellt, wobei
man aber acht Pfund Blei hinzufügt und wegen mangelhafter Eigenschaft
des Holzes nochmals über Kohlen
erhitzt."
Erläuterungen
(a.a.O. S.180-181): "Zu Capua, einst Hauptstadt des kampanischen Binnenlandes,
wurde das Kupfer über Holzfeuer geschmolzen, nicht über Kohlenfeuer
(unter Kohle ist in der Antike meist Holzkohle
zu verstehen). [...]" " [...] mangelhafte Eigenschaft des Holzes
wegen der durch Kohle erzielbaren höheren Temperatur; auch läßt
sich Holzkohle leichter transportieren als Holz [...]."
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten,
Vermutungen |
| Quelle |
C.Plinius
Secundus d.Ä.: Naturkunde, Lateinisch-Deutsch, Buch XXXIV, S.71und
S. 180-181, Darmstadt (o.D.)
Quellenkritik: "Der folgende
Bericht über die Herstellung der kampanischen Bronze ist ungenau und
mißverständlich [...]." (a.a.O., S.180) |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2003 |
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| INR |
F2 |
| Hauptsachwörter |
Eisenerzbergbau,
Eisenverhüttung, Eisenverarbeitung, Etrusker, Elba, Holzmangel |
| Zeit |
Antike |
| Ort |
Elba |
.
Sachverhalt |
.
Elba
(etrusk. “Eisen“), lat. Ilva,
griech. Aithale,
Aithalia:
in der Antike wegen ihrer Eisenbergwerke bekannte Insel zwischen Korsika
und Etrurien; seit etwa 1000 v.u.Z. von Etruskern besiedelt. Der hohe Stand
der Eisengewinnung und
–verarbeitung (letztere in Populonia und Arretium auf dem gegenüber
liegenden Festland) förderte die Blüte der etruskischen Kultur.
Seit 300 v.u.Z. war Elba im Besitz der Römer, die die Erzgruben nach
der Eroberung Spaniens (z.T. aus Holzmangel)
eingehen ließen. Keine
direkten Aussagen zu HuK
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Dr.
Hans Ditten, Berlin. - In: Lexikon der Antike, Leipzig 1987, S. 153 |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2003 |
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| INR |
F3 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenbedarf,
Eisenerzbergbau, Eisenverhüttung, Etrusker, Elba |
| Zeit |
Antike |
| Ort |
Elba |
.
Sachverhalt |
.
„Als
erstes Volk in Europa besaßen die Etrusker
eine blühende Eisenindustrie; sie verhütteten die Erze bis etwa
400 v.Chr. direkt an ihren Fundorten auf Elba
und später, nach dem Abholzen der Inselwälder
zur Erzeugung der notwendigen Holzkohle, auf
dem nahegelegenen Festland der Apenninenhalbinsel.“
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Zur
Geschichte der Eisengewinnung mit Holzkohle und Steinkohlenkoks / G.Collin,
W.Wetzel, N.T.M. 12(2004), S.66 |
| Erfasser,
Jahr |
E.
Gering, 2004 |
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| INR |
F4 |
| Hauptsachwörter |
Eisen,
Stahl, Chalyber |
| Zeit |
Antike |
| Ort |
Griechenland;
Kleinasien |
.
Sachverhalt |
.
Eisen
(lat.
ferrum) war das Hauptmetall der Antike, die sich als das „eiserne“ Zeitalter
empfand. Sprachlich unterschieden die Griechen Stahl
(griech. chalyps)
vom gewöhnlichen Eisen
(griech. sideros),
das sich nicht so gut härten, schmieden, schweißen und dehnen
ließ. Man kannte die Herkunft aus Kleinasien von den „Chalybern“,
die dem stahlharten, geschmeidigen Material ihren Namen gaben
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Helmut
Wilsdorf in: Lexikon der Antike, Leipzig 1987, S. 151-152 |
| Erfasser,
Jahr |
E.
Gering, 2003 |
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| INR |
F5 |
| Hauptsachwörter |
Köhlerei
sozial, Produktionskette, Arbeitsteilung, Arbeitsgegenstand, Arbeitsmittel |
| Zeit |
Gesamt |
| Ort |
Global |
.
Sachverhalte |
.
Arbeitsteilung
zwischen Bergmann, Köhler und Hüttenarbeiter(von
den Anfängen der Eisengewinnung bis ins 19. Jh. n.0): Der Bergmann
holt den Rohstoff Eisenerz aus der Erde und stellt ihn als Arbeitsgegenstand
zur Bearbeitung (Erzaufbereitung) und anschließenden Verhüttung
bereit. Der Köhler
veredelt den Rohstoff Holz des Waldes zu dem neuen Produkt Holzkohle
und liefert damit dem Hüttenarbeiter das wichtigste Arbeitsmittel
für das Verhütten des Eisenerzes.Der Rohstoff Eisenerz kann ohne
das Vorhandensein von Holzkohle nicht verarbeitet werden. Das Produkt Holzkohle
kann auch als Arbeitsmittel oder als Arbeitsgegenstand für andere
Zwecke genutzt werden. Es ist nicht generell an das Vorhandensein von Eisenerz
und Hüttenprozeß gebunden.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Eberhardt
Gering, unveröffentlichtes Material |
| Erfasser,
Jahr |
2004 |
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| INR |
F6 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenerzeugung,
Keilschriftquelle, Kohlenbrenner, Holzkohlenalternative, Dattelkerne, Holzbedarf |
| Zeit |
Ur- und
Frühgeschichte |
| Ort |
Babylonien |
.
Sachverhalte |
.
"Die Kenntnis von Holzkohle
geht vielleicht zurück bis in die Zeit der Beherrschung des Feuers
durch den frühen Menschen - Holzkohle war ein zufälliges Nebenprodukt
des Feuermachens mit Holz. Der Beginn der Metallzeiten allerdings könnte
die intentionelle Herstellung von Holzkohle herbeigeführt haben, denn
die Prozesse des Ausschmelzens von Kupfer können nur unter den besonderen
chemischen Prozessen ablaufen, die durch Holzkohle begünstigt werden.
Leider ist nur wenig über
die Herstellung von Holzkohle in den prähistorischen und frühen
historischen Epochen im Alten Orient bekannt. Einige Keilschriftquellen
geben darüber Auskunft, dass zum Beispiel nur frisches, "grünes
Holz" für die Herstellung von Holzkohle in
Frage kam , so berichtet ein Brief des Hammurapian
seinen Diener Sîn-idinnam: [.....]
Holzkohle
hatte
im Gegensatz zu normalem Feuerholz eine etwa verdoppelte Energieausbeute
[.....]. Jedoch benötigt man für den Herstellungsprozess von
Holzkohle ca. das 7fache des Baumbestandes vom gleichen Gewicht in normalem
Brennholz. Dennoch liegen die Vorteile der Holzkohle in ihrer leichten
Transportierbarkeit und der Lagerungsfähigkeit gegenüber normalem
Holz. [.....]
Holzkohle
wurde dabei entweder von ärmeren Bauern angefertigt, um saisonabhängig
Geld dazuzuverdienen, oder sie wurde in "industriellem" Maßstab von
einigen wenigen spezialisierten "Köhlern" während des gesamten
Jahres gefertigt. Dabei wurde das Holz entweder in oberirdischen Meilern
oder in unterirdisch angelegten Gruben verbrannt.
Als Holzkohle-Ersatz
wurden Dattelkerne verbrannt, die aufgrund
der großen Bedeutung der Dattelpalme in der altorientalischen Wirtschaft
zahlreich vorhanden waren."
. |
| Sachverhaltstypen |
Vermutung,
Fakten |
| Quelle |
Daniel
Hockmann: Bäume und Hölzer in Babylonien von der Uruk- bis zur
altbabylonischen Zeit. - Universität Münster, 2003, 25 Seiten,
S. 9-10. Hauptseminararbeit |
| Erfasser,
Jahr |
E.
Gering, 2006 |
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|
| INR |
F7 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenerzeugung,
Holzkohlenbedarf,
Urgeschichte, Frühgeschichte, Reduktion |
| Zeit |
Ende 3.
Jahrtausend v.0 / Gegenwart |
| Ort |
Troas
(Nordwesttürkei) |
.
Sachverhalte |
.
"Holzkohle,
das Produkt der Köhlerei durch thermische Zersetzung des Holzes unter
Luftabschluß, war nicht nur stets ein vorzüglicher Brennstoff
für Herde, Öfen und Töpferöfen,
sondern, weil sie beim Verbrennen deutlich mehr Hitze erzeugt, als gewöhnliches
Holz dies vermag, auch seit den Anfängen der Metallurgie unentbehrliches
Reduktionsmittel.
Für die vorgeschichtlichen Zeiträume ist in der Troas
etwa gegen Ende des 3. Jahrtausends v. Chr., seit dem Beginn der ersten
regionalen Kupferverhüttung, mit Anlagen zur Holzkohleherstellung
zu rechnen. Vor allem jedoch die in der hellenistischen Epoche und dann
besonders während der Römischen Kaiserzeit stark intensivierte
Verhüttung von Eisenerz sowie die Bearbeitung des dabei gewonnenen
Metalls durch Gießer und Schmiede erforderte große Mengen von
Holzkohle."
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutungen |
| Quelle |
Holzkohlegewinnung
und Köhlereibetrieb in der Troas, Nordwesttürkei / Volker Höhfeld
u.a.. - In: Studia Troica 15, 2005, S. 209 |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2006 |
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| INR |
F8 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenerzeugung,
Altertumswissenschaft, Ethnographie, Holzkohlenthematik, Literatur |
| Zeit |
Altertum
/ Gegenwart |
| Ort |
Troas
(Nordwesttürkei) |
.
Sachverhalte |
.
Wie kaum eine andere Kulturlandschaft
Europas und des Vorderen Orients trat die Troas früh in das Blickfeld
der Klassischen Altertumswissenschaftensowie
der sich im 19. Jh. etablierenden Naturwissenschaften. Viele landeskundliche
Details wurden in Berichten, Tagebüchern und Bilddolumenten festgehalten.
Neben vielen anderen Themen fanden auch spezielle Handwerkstechniken Eingang
in die Aufzeichnungen. Die Produktion des Brennstoffs "Holzkohle"
(odun
kömürü) wurde jedoch nicht angemessen berücksichtigt.
Auch in modernen ethnographischen Schriften sind Untersuchungen zum Thema
Holzkohlenproduktion selten, umfassende Abhandlungen fehlen sogar ganz.Tatsächlich
dürfte aber die Köhlerei
eines der
frühesten selbständigen handwerklichen Gewerbe in der Troas gewesen
sein.
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| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutung |
| Quelle |
Holzkohlegewinnung
und Köhlereibetrieb in der Troas, Nordwesttürkei / Volker Höhfeld
u.a.. - In: Studia Troica 15, 2005, S. 209-210 |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2006 |
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| INR |
F9 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenabwesenheit,
Holzkohlenreste, Urgeschichte, Neolithikum, Keramik |
| Zeit |
Neolithikum |
| Ort |
Allgemein |
.
Sachverhalte |
.
"Wir haben generell das
Problem, woran man im archäologischen Material intentionell erzeugte
HK
(Holzkohle, EGe.) von den Resten eines `normalen` Holzfeuers unterscheiden
soll. Die Keramik vieler neolithischer Kulturen war recht niedrig gebrannt,
Metall wurde nicht verhüttet und die HK-Reste stammen meist aus den
Abfallgruben neben den Haustüren (und sind wenige mm groß).
Warum hätten die Neolithiker den Aufwand unternehmen sollen, Holz
zu verschwelen? Zudem: dort, wo Holz und HK untersucht wurde, hat man oft
festgestellt, dass in den Häusern mehrheitlich Schwachholz und Äste/Zweige
verfeuert wurden. Vieles davon war bereits Pilz-befallen, also klares Sammelholz.
Es
existiert aus dem Neolithikum kein Hinweis auf intentionelle Verkohlung.
Vielleicht, weil man ihn nicht erkennen kann, aber dennoch - wir kennen
keinen."
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutungen |
| Quelle |
Persönliche
Mitteilung / Niels Bleicher, Prähistoriker und Dendrochronologe, Frankfurt
am Main, 23.März 2006 |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2006 |
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| INR |
F10 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenentstehung,
Naturprozesse, Holzkohlenablagerungen, Fusit |
| Zeit |
Ab dem
Erdzeitalter des Oberdevon (vor 370-354 Mio. Jahren) |
| Ort |
Global |
.
Sachverhalte |
.
Zu
den Entstehungsursachen von Holzkohle (Hk). Arbeitshypothese
.
Die Holzkohlegewinnung durch
den Menschen ist vermutlich der älteste technisch-technologische Prozeß
in der Menschheitsgeschichte. Die auf menschlicher Tätigkeit beruhende
Hk-Erzeugung läßt sich bis ins Paläolithikum zurückverfolgen.
Hk kann jedoch auch in der Natur, ohne menschliches Zutun, entstehen. Man
spricht hier von fossiler Hk bzw. Fusit.
Entsprechende Hk-Entstehungsprozesse reichen weit in die Erdgeschichte
zurück. Sie setzten vor ca. 360 Millionen Jahren ein, als auf der
Erdoberfläche das für Hk erforderliche Basismaterial Holz
(oder holzähnliche organische Substanzen) entstand und in der Natur
unter entsprechenden Bedingungen (vor allem hochgradiger Luftabschluß)
Holzverschwelungsprozesse stattfinden konnten.
Da Hk mikrobenresistent
ist und damit keinen Zersetzungsprozessen unterliegt, müssen Ablagerungen
von fossiler Hk vielfach bis in die Gegenwart erhalten geblieben sein.
Diese in erdgeschichtlichen Zeitaltern gebildeten Hk-Lagerstätten
sind, im Unterschied zu den mächtigen Stein- und Braunkohleflözen
der Erde, vermutlich sehr kleinflächig. Ihr zahlenmäßiges
Auftreten wird von der Häufigkeit der verursachenden Naturereignisse
(Waldbrand,
Blitzschlag, Vulkanausbruch, Asteroideneinschlag, geologische Verwerfung
u.ä.) bestimmt. Übergreifende Naturprozesse (plattentektonische
Vorgänge, weiträumige andauernde Überflutungen, Gletscherbewegungen,
Erdbeben u.a.) können erdgeschichtliche Hk-Lagerstätten so nachhaltig
zerstört haben, daß ein Erkennen der betreffenden Hk nicht
mehr möglich ist.
In der Natur erhalten gebliebene
Lagerstätten natürlicher Hk sind im Prinzip erkennbar, jedoch
besteht die Gefahr der Verwechslung mit Hk, die vom Menschen erzeugt wurde.
Das Erkennen der jeweiligen Entstehungsursache gefundener Hk bereitet vor
allem dann Schwierigkeiten, wenn die Fundstellen keinen Zusammenhang mit
menschlichen Siedlungen erkennen lassen. Diese Schwierigkeiten bei der
richtigen Zuordnung gefundener Hk können zu Fehldeutungen und falschen
Schlußfolgerungen führen, welche sich auf die Geschichtsschreibung
der Menschheit und speziell auf die Geschichtsschreibung der Technik verfälschend
auswirken.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutungen |
| Quelle |
Unveröffentlichte
Arbeitshypothese / Eberhardt Gering, Dezember 2004 |
| Erfasser;
Jahr |
E.Gering,
2006 |
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| INR |
F11 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenentstehung,
Holzkohlenerzeugung, Holzkohlensystematik, Fusit, Siedlungsbrände |
| Zeit |
Erdgeschichte
ab Oberdevon, Menschheitsgeschichte |
| Ort |
Global |
.
Sachverhalte |
.
Generelle
Möglichkeiten des Entstehens von Holzkohle (HK)
.
| 1. |
Hk-Entstehung
in der Natur durch Waldbrände und andere Naturkatastrophen in erdgeschichtlichen
Zeiten bis zur Gegenwart.
Belege: Fundstellen von
fossiler Hk (Fusit). |
| 2. |
Hk-Erzeugung durch zielgerichtete
(intentionelle) und nicht gezielte menschliche Tätigkeit (Kohlenbrennerei;
Feuerstellen u.a.). |
| 3. |
Hk-Entstehung in der menschlichen
Gesellschaft durch destruktive Handlungen und Ereignisse. Belege: Holzkohlenfunde
als Relikte von Bränden in Siedlungen (z.B. durchgekohlte Balken in
den Ruinen des Königspalastes von Uruk, Mesopotamien, 3000 v.0). |
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Unveröffentlichtes
Material / Eberhardt Gering, Jan. 2005 |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F12 |
| Hauptsachwörter |
Hethiter,
Eisengiessen, Palastkultur, Handelsroute, Schriftsystem, Eisenzeit |
| Zeit |
2. Jtsd.
v.0 (Mittlere Bronzezeit) |
| Ort |
Östlicher
Mittelmeerraum, Kreta, Griechenland, Anatolien |
.
Sachverhalte |
.
Während des zweiten
vorchristlichen Jahrtausends entwickelten sich die ersten Kulturen Europas
im östlichen Mittelmeerraum. Die reichen Gemeinschaften der mittleren
Bronzezeit formten sich rasch zu verschiedenen Palastkulturen.
Zunächst
kam die minoische Kulturauf Kreta und später
die mykenische Kultur auf dem griechischen
Festland. Diese kulturellen Welten entwickelten bedeutende Handelsbeziehungen
zur zentralen Mittelmeerregion, mit gelegentlichen Verbindungen zu den
nördlich der Alpen und im Osten Europas gelegenen Gebieten. Europas
erste Staaten waren entstanden und mit ihnen die ersten Schriften, die
als Linear A und Linear B bekannt sind. Zur
gleichen Zeit gründeten die Hethiter,
ein Volk mit indoeuropäischer Sprache, ein mächtiges Königreich
in Anatolien (der heutigen Türkei) – ein Reich, das sich bald in alle
Richtungen ausdehnte. Die Hethiter waren die ersten,
welche die Technik des Eisengießens beherrschten. Sie wurden damit
zur ersten eisenzeitlichen Kultur.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Peter
Warren u.a.: Kriegsherren, Palastkulturen und die ersten Staaten Europas.
In: Große Zivilisationen; Eine Kulturgeschichte der Menschheit von
den Anfängen bis zur Gegenwart / Göran Burenhult (Hrsg.). – Köln
2004, S.123 |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2005 |
|
|
| INR |
F13 |
| Hauptsachwörter |
Köhler
sozial, Literatur, Verschweigen, Banausentum, Antike r |
| Zeit |
Antike |
| Ort |
Antikes
Griechenland |
.
Sachverhalte |
.
Soziale
Einordnung der Köhlerei in der Literatur
Über Kohlenbrennerei
und Köhler schweigt die Literatur der Antike weitgehend. Helmut Wilsdorf
sieht die gleiche Erscheinung hinsichtlich weiterer Berufsgruppen im antiken
Griechenland: "Das mag natürlich daher kommen,
daß der Grieche nie ganz davon loskam, in den Bergleuten, Hüttenmännern
und Schmieden Arbeiter zu sehen, die er in die Sozialstufe des Banausos,
des ´Banausen´ - wir haben ja das griechische Wort übernommen
-
einreihte. " Es "muß
von vornherein geklärt werden, daß die literarische Überlieferung
notwendig darunter leidet, es mit Berufen zu tun zu haben, die diesem Vorurteil
des ´Banausentums´ unterworfen waren." Das Wort "bezeichnet
jene Leute, die abhängige Arbeit leisten, vorwiegend also mechanische
Lohnarbeit im Gegensatz zu freier Erwerbsarbeit."
Dazu die ergänzende
Fußnote von Wilsdorf:
"Dann wäre also
die Metall- oder Töpferarbeit schlechthin Banausenarbeit - und wir
brauchten uns über das Schweigen der Quellen nicht zu wundern."
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutung |
| Quelle |
Helmut
Wilsdorf: Bergleute und Hüttenmänner im Altertum ..., S. 135 |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2003 |
|
|
| INR |
F14 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenanwendung,
Feuer, Fleischgrill, Ilias, Homer |
| Zeit |
7. Jh.
v.0 |
| Ort |
Troja |
.
Sachverhalte |
.
Aus
dem neunten Gesang der Ilias
Jener sprach's; da gehorchte
dem lieben Freunde Patroklos.
Selbst nun stellt' er die
mächtige Bank im Glanze des Feuers,
Legte darauf den Rücken
der feisten Zieg' und des Schafes,
Legt' auch des Mastschweins
Schulter darauf voll blühendes Fettes.
Aber Automedon hielt, und
es schnitt der edle Achilleus;
210 Wohl zerstückt'
er das Fleisch, und steckt es alles an Spieße.
Mächtige
Glut entflammte Menoitios' göttlicher Sohn itzt.
Als
nun die Loh' ausbrannt', und des Feuers Blume verwelkt war;
Breitet'
er hin die Kohlen, und richtete drüber die Spieße,
Sprengte mit heiligem Salz,
und dreht' auf stützenden Gabeln.
215 Als er nunmehr es gebraten,
und hin auf Borde geschüttet;
Teilte Patrokles das Brot
in schöngeflochtenen Körben
Rings um den Tisch; und
das Fleisch verteilete selber Achilleus;
Setzte sich dann entgegen
dem göttergleichen Odysseus,
Dort an der anderen Wand,
und gebot, dass Patroklos den Göttern
220 Opferte; dieser
gehorcht', und warf die Erstling' ins Feuer.
Und sie erhoben die Hände
zum leckerbereiteten Mahle.
|
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Fiktionen |
| Quelle |
Homer,
Ilias. Zitiert nach http://www.gottwein.de/Grie/hom/il09de.htm (17.09.2003) |
| Erfasser,
Jahr |
E.
Gering, 2003 |
|
|
| INR |
F15 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenanwendung,
Eisengewinnung, Rennfeuer, Herd, Schachtofen, Kärnten |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Global,
Äthiopien, Kärnten |
.
Sachverhalte |
.
„Durch welches Verfahren
die alten Völker des Orients das Eisen aus seinen Erzen schieden,
ist nicht bekannt; wahrscheinlich aber geschah es durch denselben rohen
Schmelzprozeß, dessen sich die Bewohner in dem Lande der urältesten
Kultur, in Äthiopien(im Innern von Afrika),
sowie der Völker Hochasiens noch jetzt bedienen. Man scheint die früheste
Eisengewinnung in Gruben an Hügelabhängen ohne Anwendung
eines Gebläses, bei Zugluft ausgeführt zu haben, indem man sehr
reine Erze in die Glut eines niedergebrannten Feuers warf, mit Holz bedeckte
und die entstandenen kleinen schmiedbaren Eisenpartien ausräumte.
In Kärnten sind solche Gruben noch neuerdings
aufgefunden worden. [...] Der Prozeß der Eisengewinnung wurde
zur Römerzeit in niedrigen Herden (in Kärnten in kleinen Schachtöfen
von den Dimensionen der Windöfen) mit reinen, reichen Erzen und Holzkohlen
unter
Anwendung von Hand- und Tretbälgen mit Thondüsen ausgeführt
und der erfolgende Eisenklumpen ausgeschmiedet,
wie es bei den Renn- oder Luppenfeuern mancher
Länder noch heutigestags geschieht.“
. |
| Sachverhaltstypen |
Vermutung,
Fakt |
| Quelle |
Meyer
Konversationslexikon 1894, Bd. 5, S.505 (Eisen) |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2004 |
|
|
| INR |
F16 |
| Hauptsachwörter |
Glasherstellung,
Schmelzofen,
Metallschmelzen |
| Zeit |
|
| Ort |
Mesopotamien |
| Sachverhalt |
.
In Brenn- und Schmelzöfen
wurden Keramik, Ziegel und Glas gebrannt, Metalle
geschmolzen usw. Keine Aussagen zu HuK
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakt |
| Quelle |
Die
Öfen der alten Mesopotamier / Armas Salonen. – In: Baghdader
Mitteilungen / Deutsches Archäologisches Institut Abteilung Baghdad.
– Berlin, Band 3 1964, S.100. Sinngemäß zitiert. |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F17 |
| Hauptsachwörter |
Glasherstellung,
Metallschmelzen,
Schmelzofen |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Mesopotamien |
.
Sachverhalt |
.
"
utunu / atunu ist [...] ursprünglich ein Bratofen",
der sowohl zum "Schmelzofen für Metalle (und
Glas)" und zum "Brennofen für Ziegel"
entwickelt wird.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakt |
| Quelle |
Die
Öfen der alten Mesopotamier / Armas Salonen. – In: Baghdader
Mitteilungen / Deutsches Archäologisches Institut Abteilung Baghdad.
– Berlin, Band 3 1964, S.118 Keine Aussagen
zu HuK |
| Erfasser,
Jahr |
E.
Gering, 2006 |
|
|
| INR |
F18 |
| Hauptsachwörter |
Glasherstellung,
Glasrezeptur, Schmelzofen, Heizholz |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Mesopotamien |
.
Sachverhalt |
.
Die Glasrezepte
der Aššurbãnapli-Bibliothek beschreiben den Bau
des Schmelzofens, die Wahl und Behandlung
des Heizholzes, zählen die Grundstoffe und Färbungsmittel
auf, geben Mengenangaben an [...] Die Terminologie
ist
immer dieselbe, was auch für eine Werkstatt-Tradition spricht.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Die
Ziegeleien im alten Mesopotamien / Armas Salonen. – Annales Academiae Scientarum
Fennicae. Ser. B, Bd. 171 (Dissertation, 1971). – Helsinki 1972, 206 S.,
S. 66-67 Keine Aussagen zu HuK |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F19 |
| Hauptsachwörter |
Glasherstellung,
Glasrezeptur,
Temperaturen |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Mesopotamien |
.
Sachverhalte |
.
Glass
making
.
"The ingredients for glass
making , until a late date, were quartz sand, calcium carbonate, natron,
or plant ashes, and a small amount of the colouring material. [ …]
the process of glass production involved two distinct stages, the first
a comparatively low temperature operation , probably carried out at under
750 °c., in which the sand and alkali were converted into a frit, the
second the conversion of the frit to glass in crucibles in a melting furnace,
the upper temperature limit probably not exceeding 1.100 °C."
.
Übersetzung.:
Die Zutaten für Glasherstellungwaren
lange Zeit Quarzsand, Kalziumkarbonat, Natron oder Pflanzenaschen und kleine
Mengen Färbungsmaterial. [...] der Prozess der Glasproduktion erfolgte
in zwei Stufen. In der ersten Stufe wurden bei relativ niedriger
Temperatur unter 750 °C der Sand und das Alkali in eine Fritte
umgewandelt. Die zweite Stufe war die im Schmelzofen in Schmelztiegeln
stattfindende Umwandlung der Fritte zu Glas. Die obere
Temperaturgrenze lag hier vermutlich bei 1100
°C.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakt,
Vermutung |
| Quelle |
Die
Ziegeleien im alten Mesopotamien / Armas Salonen. – Annales Academiae Scientarum
Fennicae. Ser. B, Bd. 171 (Dissertation, 1971). – Helsinki 1972, 206 S.,
S.128. Keine Aussagen zu HuK
Fritte (frz.):
Durch Zusammenschmelzen von Flußmitteln mit Sand gewonnener glasartiger
Grundstoff für Glasuren und Emails.
[BI Universal-Lexikon
Band 2, S.208. – Bibliographisches Institut Leipzig, 1986] |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F20 |
| Hauptsachwörter |
Glasherstellung,
Temperaturen, Holzkohlenerzeugung, Holzkohlenanwendung, Kohlenmeiler |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Mesopotamien |
.
Sachverhalte |
..
Kohlenbrennen
zum Glasherstellen
.
Zum Herstellen von Glas
mußte man hohe Temperaturen erreichen,
"um hohe Temperaturen zu erzielen, musste grünes [...] , hartes, klingendes
Holz im Kohlenmeiler zu Kohlen verbrannt werden,
wobei die Säfte verschwinden. Kohlen
können nicht aus morschem, faulem Holz [...] verfertigt werden.
Darum musste das ASAL-Holz im Monat Abu geschnitten
werden. [...] Die im Kohlenmeiler verfertigten Kohlen,
die
auflodernd brennen und wenig Asche geben, können zwischen die Metallstücke
und unter die mit Glas gefüllte Kammer gelegt werden, um möglichst
hohe Temperaturen zu erreichen. Die
Längen der zu verkohlenden Hölzer entsprechen natürlich
den Abmessungen der verschiedenen Schmelzöfen,
s. meine Studie (Salonens Studie. E.G.) ´Die Öfen
der alten Mesopotamier´ und besonders meine Schrift (Salonens
Schrift. E.G.) ´Bemerkungen zur sumerisch-akkadischen
Brennholz-Terminologie´ "
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Die
Ziegeleien im alten Mesopotamien / Armas Salonen. – Annales Academiae Scientarum
Fennicae. Ser. B, Bd. 171 (Dissertation, 1971). – Helsinki 1972, 206 S.,
S.131 (Salonen verweist hier speziell auf den Text Hammurabi).
Bemerkung: "Die Längen der zu verkohlenden Hölzer ... " – siehe
Anmerkung E.Gering zum Text-Auszug 11 in der Brennholzterminologie. Salonens. |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2006 |
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| INR |
F21 |
| Hauptsachwörter |
Glasherstellung,
Schmelzofen |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Mesopotamien |
.
Sachverhalte |
.
Der Asphaltschmelzofen
war ein ganz einfacher Ofen. Der kompliziertere kiru
/ küru ist ausschließlich ein Metall-
und Glasschmelzofen.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Die
Ziegeleien im alten Mesopotamien / Armas Salonen. – Annales Academiae Scientarum
Fennicae. Ser. B, Bd. 171 (Dissertation, 1971). – Helsinki 1972, 206 S.,
S. 130. Keine Aussagen zu HuK |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
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| INR |
F22 |
| Hauptsachwörter |
Kupferverhüttung,
Kupferoxiderz, Malachit, Rotkupfererz, Temperatur, Prills, Flussmittel |
| Zeit |
Ur- und
Frühgeschichte, Altertum |
| Ort |
Naher
Osten |
.
Sachverhalte |
.
Verhütten
von Kupfererz
Kupfer kann in gediegener,
das heißt, in metallischer Form gefunden werden. In dieser Form wurde
es in vielen Teilen der Welt bearbeitet, sowohl bevor als auch nachdem
das Verhütten von Erzen begann. Produktion in nutzbringenden Mengen
stützt sich jedoch auf mineralische Erze, in denen die metallischen
Elemente in chemischen Zusammensetzungen erscheinen, eingebettet in eine
felsige Matrix. Der Hüttenprozess trennt das Metall vom tauben
Gestein. Kupferoxiderze wie Malachite und Rotkupfererz
sind nicht schwierig zu schmelzen. Sie sind auch leicht abzubauen, da sie
nahe der Erdoberfläche liegen. Erhitzt man diese Erze auf Temperaturen
im Bereich von 1100 bis 1200 ° C, so wird
das Kupfer aus seinen Verbindungen befreit und verschmilzt zu Tröpfchen.
In den dickflüssigen, nicht mehr frei fließenden Nicht-Kupferrückständen
oder Schlacken des Erzes sind diese Tröpfchen eingefangen. Aus der
abgekühlten und aufgebrochenen Schlacke können die erstarrten
Tröpfchen, genannt Prills, ausgelesen
werden. Hinzugefügte
Flussmittel wie
Eisenoxid, Sand oder Asche helfen die Schlacke zu schmelzen, so dass die
Kupfertröpfchen zum Boden des Schmelzofens sinken, während die
flüssige Schlacke oben schwimmt, wo sie, solange sie heiß ist,
durch Anstechen oder, wenn sie abkühlt, durch Abbrechen entfernt wird.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Lee
Horne: Fuel for the Metal Worker. The Role of Charcoal and Charcoal Production
in Ancient Metallurgy (Brennstoff für den Metallarbeiter. Die Rolle
der Holzkohle und der Holzkohlenproduktion in der alten Metallurgie). -
In: Expedition Bd. 25, Nr. 1, Herbst 1982, S. 6-13. - Universität
von Pennsylvania Museum, Philadelphia. Übersetzung aus
dem Englischen: E.Gering. |
| Erfasser,
Jahr |
E.
Gering, 2006 |
|
|
| INR |
F23 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohle,
Holzkohlenerzeugung, Holzarten, Holzkohlenausbeute, Informationsmangel,
Informationsquelle, Sumerisch, Akkadisch |
| Zeit |
Ur- und
Frühgeschichte, Altertum |
| Ort |
Naher
Osten, Iran |
.
Sachverhalte |
.
Ungeachtet der Wichtigkeit
von Holzkohle in der Metallurgie und ihrer
gemeinsamen Gewinnung an industriellen Standorten ist darüber, wie
man die Holzkohle in der Alten Welt
erzeugte, wenig bekannt. Aus einigen Bemerkungen in sumerischen
und akkadischen Texten und aus späteren, detaillierteren klassischen
Abhandlungen kann man über die Holzkohleherstellung
soviel erkennen, daß harte Hölzer
wie Eichen oder Wüstenbüsche die beste
Holzkohle für das Verhütten ergaben, daß das Holz grün
statt tot sein sollte wenn es geschlagen wurde und daß unterschiedliche
Methoden des Verkohlens unterschiedliche Qualitäten von Holzkohle
hervorbrachten. Aber diese Quellen sind verführerisch unvollständig.
Nahöstliche Archäologen haben sich auf Zahlen verlassen müssen,
die aus viel späteren Perioden von Wäldern Europas stammen, um
die Kosten für solche wirtschaftlich und ökologisch relevanten
Probleme wie Arbeitserfordernisse für Brennstoffversorgung,
Holzkohlenausbeute
von Schnittholz und Methoden der Produktion abzuschätzen.Es gibt keine
leicht zugänglichen ethnographischen Beschreibungen aus dem Nahen
Osten, wo dieselben Arten von Brennstoffholz immer noch verwendet
werden.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutungen |
| Quelle |
Lee
Horne: Fuel for the Metal Worker. The Role of Charcoal and Charcoal Production
in Ancient Metallurgy . - a.a.O. (siehe INR F22) |
| Erfasser,
Jahr |
E.
Gering, 2006 |
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|
| INR |
F24 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohle,
Holzkohlenerzeugung, Holzkohlentransport, Kohlenmeiler, Grubenmeiler |
| Zeit |
Altertum
/ Gegenwart |
| Ort |
Iran,
Shiraz, Tabas, Tauran |
.
Sachverhalte |
.
Kohlenmeiler
.
In den aufgeforsteten Regionen
des Kaspischen Meeres und der nördlichen Berge Irans wurde
Holzkohle
oft in oberirdischen Stapeln oder Brennöfen (Meilern) produziert.
Für die Ebenen und Hänge des trockeneren Zentralen Plateaus waren
Erdgruben(Grubenmeiler)
typischer. Die Gruben variierten in der Größe. Im Gebiet von
Shiraz
waren sie klein - 1 bis 1.5 Kubikmeter - und produzierten je Grube nur
60 kg Holzkohle. In Tabas maßen sie
bis zu 10 Kubikmeter und brachten jede 500 bis 700 kg Holzkohle. Die Gruben
in Tauran waren von etwa der gleichen Größe.
Der Unterschied kann an der Methode des Transports gelegen haben. In Shiraz
wurden das Holz und die Holzkohle von den
Arbeitern auf dem Rücken getragen, da es keine Lasttiere gab. Die
Holzkohle
wurde in 30 kg Säcke gefüllt und zur Straße getragen, wo
sie auf Karren geladen und zur Stadt gebracht wurde. In Tabas und Tauran
wurden Holz und Holzkohle auf Kamelrücken transportiert. 500
kg waren zwei oder drei Kamelladungen.Ob die Transportart den Unterschied
ausmachte, ist nur Vermutung. Andere Faktoren wie die Natur des Terrains
können wichtiger gewesen sein. Gruben befanden sich eher an Standorten
von Wald und Unterholz (und in Shiraz auch so nahe wie möglich an
der Straße), als in Beziehung zur Ansiedlung.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten
(Gegenwart), Vermutungen (Altertum) |
| Quelle |
Lee
Horne: Fuel for the Metal Worker. The Role of Charcoal and Charcoal Production
in Ancient Metallurgy. - a.a.O. (siehe INR F22) |
| Erfasser,
Jahr |
E.
Gering, 2006 |
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|
| INR |
F25 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenerzeugung,
Holzgewinnung, Holzarten |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Iran,
Shiraz, Tauran, Tabas |
.
Sachverhalte |
.
Kohlholz-Arten
.
Zur Holzkohlenerzeugung
verwendete
man in Shiraz Persische Eiche; in Tauran
Wilde Mandel, Pistazie, Saxaul und einen holzigen Busch, Calligonum; und
in Tabas dieselben Holzarten
sowie noch Tamariske, Wacholder und einen anderen holzigen Busch, Zygophyllum.
Alle diese Arten sind harte Wüstenhölzer, die mit einer besonders
heißen Flamme brennen und für die Holzkohlenerzeugung
im frischen Zustand geschnitten werden mußten. Sie wurden
entweder grob gefällt oder, wenn sie groß waren, gekappt. Andernfalls
wurden sie mit einer Dechsel (beilartiges
Werkzeug) entwurzelt, dann wurden die Wurzeln der Grube so gut es ging
hinzugefügt.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten
(Gegenwart),Vermutungen (Altertum) |
| Quelle |
Lee
Horne: Fuel for the Metal Worker. The Role of Charcoal and Charcoal
Production in Ancient Metallurgy. - a.a.O. (siehe INR F22). |
| Erfasser,
Jahr |
E.
Gering, 2006 |
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|
| INR |
F26 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenanwendung,
Kupferverhüttung, Temperatur, Schmelzofen, Luftzufuhr, Holzkohlenalternative |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Iran |
.
Sachverhalte |
.
Für eine erfolgreiche
Schmelze
muß eine Anzahl von Voraussetzungen geschaffen werden. Das Erz sollte
ordentlich ausgesucht sein; auch kann es durch Brechen oder Zerstoßen
und Sammeln von Stücken, die einen hohen Kupferanteil haben, angereichert
werden.Wenn es nicht schon ein Oxiderz ist, kann es durch langsames Rösten
über
offenem Feuer dazu umgewandelt werden. Die Verhüttungstemperaturmuß
hoch genug sein, das Kupfer zu schmelzen, und die Schlacke zu verflüssigen.Diese
Temperatur kann man nicht mit einer offenen Feuerstelle erreichen, aber
sie wird leicht erzielt in einem oberirdischen
Schmelzofen
oder in einem Gruben-Schmelzofen mit gutem Luftzug.
Holzkohle
ist ein ausgezeichneter Brennstoff, weil sie heißer brennt als Holz.
Doch es gibt weitere Gründe für das Bevorzugen der
Holzkohle vor Holz oder solchen traditionellen Brennstoffen wie
Gräser
oder Dung. Um diese Gründe zu verstehen,
muß man genauer betrachten, was während der Verbrennungsphase
beim Verhütten geschieht. (Zu weiteren Details siehe Quelle).
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Lee
Horne: Fuel for the Metal Worker. The Role of Charcoal and Charcoal Production
in Ancient Metallurgy. - a.a.O. (siehe INR F22) |
| Erfasser,
Jahr |
E.
Gering, 2006 |
|
|
| INR |
F27 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohle,
Kohlenstoff, Kohlenmonoxyd, Kupferverhüttung, Reduktion, Oxydation,
Luftzufuhr |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Iran |
.
Sachverhalte |
.
Reduktionsprozeß
.
Verbrennung
ist ein Oxydationsprozeß. Das
heißt, der Sauerstoff muss sich mit dem Kohlenstoff, Wasserstoff
und den Kohlenwasserstoffen verbinden, wodurch das Verbrennen des
Brennmaterials stattfindet. Man spricht von einer reduzierenden
Atmosphäre, wenn der Sauerstoff für eine vollständige
Verbrennung nicht ausreicht; dagegen von einer oxydierenden
Atmosphäre, wenn der Luftzug in einem Schmelzofen stark genug
ist, mehr Luft als notwendig zu liefern, damit der Brennstoff verbrennt.
Der überschüssige Sauerstoff verbindet sich mit jeder anderen
geeigneten Substanz, die er findet, zum Beispiel mit dem zu schmelzenden
Metall. Rösten in einem offenen Behälter
über einem Holzfeuer ist ein Oxydationsprozeß.
Ziel ist es hierbei, im Erz enthaltene Sulfide oder andere Verunreinigungen
auszutreiben und durch Oxyde zu ersetzen. Beim Verhütten im Schmelzofen
geht es jedoch nicht um Oxydation sondern um Reduktion.
Ziel ist es, den Kupferverbindungen nicht Sauerstoff hinzuzufügen,
sondern ihn von dort zu entfernen. Man könnte beim Verhütten
durch Schließen der Luftzufuhr eine
reduzierende Atmosphäre schaffen, aber dann würde die Ofentemperatur
wahrscheinlich unter den Schmelzpunkt des Metalls sinken. Zum Glück
gibt es eine Alternative. Statt den Luftzug zu schließen, kann ein
reduzierender
Brennstoff genutzt werden. Das ist genau der Punkt, wo die Holzkohle
ins Spiel kommt. Im Gegensatz zu Holz ist Holzkohle
überwiegend aus reinem Kohlenstoff zusammengesetzt, die anderen Elemente
wurden im Verkohlungsprozeß des Holzes verbrannt. Holzkohle
produziert beim Verbrennen Mengen von Kohlenmonoxydgas
und schafft eine sauerstoffhungrige Atmosphäre.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Lee
Horne: Fuel for the Metal Worker. The Role of Charcoal and Charcoal Production
in Ancient Metallurgy. - a.a.O. (siehe INR F22) |
| Erfasser,
Jahr |
E.
Gering, 2006 |
|
|
| INR |
F28 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenanwendung,
Kohle, Koks, Verunreinigung, Holzkohlenalternative, Flussmittel |
| Zeit |
Altertum
/ 17.Jh.n.0 |
| Ort |
Iran |
.
Sachverhalte |
.
Koksgewinnung
.
Kohle
ist ebenso wie Holzkohle ein kohlenstoffreicher
reduzierender Brennstoff, der für das Verhütten ebenfalls geeignet
erscheint. Aber außer der mit dem Kohlebergbau verbundenen schweren
Arbeit und der Entfernung, über welche in vielen Fällen der Kohletransport
erfolgen müßte, enthält Kohle eine Anzahl von Verunreinigungen,
die für Metalle schädlich sind. Auch beim Verbrennen von Holzkohle
entsteht eine Verunreinigung, nämlich die Holzkohlenasche.
Da diese Asche zufällig die Eigenschaften eines
Flußmittels hat, handelt es sich um eine wünschenswerte
Hinzufügung.
Obwohl
Kohle gelegentlich im klassischen Altertum verwendet wurde, ersetzte sie
nirgends die Holzkohle als einen Hauptbrennstoff der Industrie. Beginnend
im 16. Jh. n.0 wurde in Europa (England) ein Verfahren entwickelt,
durch Verkokung (coking) der Kohle zu Koks
die schädlichen Verunreinigungen aus der Kohle zu entfernen. Die Kokserzeugung
hatte tiefgehende Auswirkungen auf die technologische und wirtschaftliche
Entwicklung der westlichen Welt.
Der erste bekannt
gewordene Hinweis auf Verkokung von Kohle erfolgte 1589 in einem englischen
Patent. Zur praxisreifen Erzeugung von Koks aus Steinkohle kam es
erstmals 1735 durch Derby (Darby) in Colebrookdale (England). [.siehe
Meyer Konversationslexikon 1895, Bd.10, S.353] E.G.
|
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Lee
Horne: Fuel for the Metal Worker. The Role of Charcoal and Charcoal Production
in Ancient Metallurgy. - a.a.O. (siehe INR F22) |
| Erfasser,
Jahr |
E.
Gering, 2006 |
|
|
| INR |
F29 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenanwendung,
Holzanwendung,Kupferverhüttung, Umschmelzen, Temperatur, Kupferbearbeitung |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Iran |
.
Sachverhalte |
.
Für das Verhütten
(Erschmelzen) von Metallen, einschließlich Kupfer,
war im Vergleich mit Holz die Holzkohle
der bessere Brennstoff. Da jedoch Kupferoxyde zum Verhütten nur eine
brennende reduzierende Atmosphäre benötigen, wird zweifellos
manchmal
Holz für das Verhütten verwendet worden sein, obwohl es
eine Menge von Beweisen gibt, die Holzkohle als erste Wahlmöglichkeit
anzeigen.
Nach dem Verhütten
wird das Kupfer erneut auf ungefähr 1100° C erhitzt, um das geschmolzene
Metall in eine Gussform zu gießen. Wenn
es danach wieder abgekühlt ist, kann es gefeilt und kalt gehämmert
werden, um seine Form zu verfeinern, grobe Kanten zu entfernen und um es
zu härten.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutungen |
| Quelle |
Lee
Horne: Fuel for the Metal Worker. The Role of Charcoal and Charcoal Production
in Ancient Metallurgy. - a.a.O. (siehe INR F22) |
| Erfasser,
Jahr |
E.
Gering, 2006 |
|
|
| INR |
F30 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenanwendung,
Eisenverhüttung,
Vorblock (bloom), Schmieden, Temperatur |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Iran |
.
Sachverhalte |
.
Beim Eisenschmelzprozeß
ist eine stark reduzierende Atmosphäre,
wie sie nur ein Brennstoff mit hohem Kohlenstoffgehalt erzeugt, unbedingt
notwendig. Die Gewinnung von Eisen ist zudem ein zweistufiger Prozess.
Eisen schmilzt nicht bei den Temperaturen, die in diesen frühen
Öfen erreichbar sind, und das Produkt ist kein Metallbarren, sondern
eine Vorblock (bloom) genannte zähflüssige
schwammige Masse von Eisen, Schlacke und Holzkohle.
Um das Eisen zu separieren, muß der Vorblock heiß aus
dem Schmelzofen entnommen und auf dem Amboß geschmiedet werden, um
Schlacke und Holzkohle herauszupressen.Das Schmieden
kann
mehrmaliges Erhitzen nötig machen, jedes mit Holzkohle
und Temperaturen von etwa 800
° C, bis das Eisen in seine Endform gebracht ist.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Lee
Horne: Fuel for the Metal Worker. The Role of Charcoal and Charcoal Production
in Ancient Metallurgy. - a.a.O. (siehe INR F22) |
| Erfasser,
Jahr |
E.
Gering, 2006 |
|
|
| INR |
F31 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenerzeugung,
Grubenmeiler, Luftzufuhr, Arbeitszeitaufwand, Holzkohlenausbeute |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Shiraz,
Tauran, Tabas (Iran) |
.
Sachverhalte |
.
Holzkohlenerzeugung
in Erdgruben.
.
Die Gruben
waren glockenförmig und mit Steinen ausgekleidet, um zu verhindern,
daß sich Erde mit der Holzkohle vermischt. Eine Grundbeschickung
auf dem Boden der Grube wurde angezündet, so dass das Feuer sich verbreiten
konnte wenn die Grube gefüllt war. Nur eine kleine Öffnung für
Luftzugwurde
gelassen, bis das Holz überall brannte. Das Kopfteil wurde dann abgedichtet,
um die Flammen zu löschen und das Verschwelen
des Holzes zu ermöglichen. Nach dem vollständigen Verkohlen mußte
sich die Holzkohle abkühlen, bevor sie herausgenommen, in Säcke
gefüllt und zur Stadt gebracht wurde. In Shiraz
war dies ein Zwei-Mannbetrieb. In
Tauran und Tabas
können
drei oder vier Männer zusammen gearbeitet haben. Es kostete einen
Tag, um die Grube in Shiraz zu graben und
auszukleiden, einen Tag um das Holz zu verkohlen und um das Feuer
zu löschen, plus ein nicht spezifiziertes Maß an Zeit, um Holz
zu schneiden und die Grube zu füllen, zusammen ungefähr fünf
Tage Arbeit für zwei Männer vom Beginn bis zum Abschluß.
Jedoch anscheinend bearbeiteten sie eine Serie von Gruben auf einmal und
produzierten pro Tag 60 kg, ein jeder 30 kg. In Tabas
dauerte es sechs bis sieben Tage vom Laden der Charge bis zum Abräumen
der Holzkohle. In Tauran nahm jede Charge
anscheinend ungefähr fünf Tage in Anspruch. Bei einem angenommenen
Arbeitszeitaufwandvon
fünf Tagen für 500 kg Holzkohlenausbeute könnten bei jeweils
zwei Arbeitern, die immer nur eine Grube auf einmal bearbeiten, 50 kg Holzkohle
pro Manntag und bei vier Arbeitern 25 kg Holzkohle pro Manntag produziert
werden.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten
(Gegenwart), Vermutungen (Altertum) |
| Quelle |
Lee
Horne: Fuel for the Metal Worker. The Role of Charcoal and Charcoal Production
in Ancient Metallurgy. - a.a.O. (siehe INR F22) |
| Erfasser, Jahr |
E.
Gering, 2006 |
|
|
| INR |
F32 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenerzeugung,
Ethnographie, Köhler sozial, Arbeitsorganisation |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Iran,
Azerbaijan |
.
Sachverhalte |
.
Nach den meisten
ethnographischen Berichten ist im Iran das
Brennen
von Holzkohle traditionell eine Teilzeitaufgabe gewesen, die von
armen Landwirten oder Treibern (Hirten) ausgeführt wurde, um ihr Einkommen
zu ergänzen und es ihnen zu ermöglichen, Tee, Zucker, Tuch und
andere Vorräte in der Stadt zu kaufen. Es war auch ein Halt für
den Fall, daß Ernten oder Futter ausfielen oder der Arbeiter
selbst zeitweilig keine Arbeit fand. Die Männer arbeiteten allein,
was gewöhnlich bedeutete, tage- oder wochenlang für wenig Geld
von ihren Familien getrennt zu sein. Alleinige Ausnahme scheint Azerbaijan
(nordwestlicher Iran) gewesen zu sein, wo Gruppen von Türken
fast das ganze Jahr hindurch für viele Jahre auf
Holzkohlen-, Nutzholz- und Feuerholzproduktion spezialisiert waren
(siehe Berichte von Uhart 1952 und Robertson 1843).
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten
(Gegenwart), Vermutungen (Altertum) |
| Quelle |
Lee
Horne: Fuel for the Metal Worker. The Role of Charcoal and Charcoal Production
in Ancient Metallurgy. - a.a.O. (siehe INR F22) |
| Erfasser, Jahr |
E.
Gering, 2006 |
|
|
| INR |
F33 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenerzeugung,
Umweltzerstörung, Holzkohlenausbeute, Holzbedarf, Holzkohle, Heizwert |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Iran,
Shiraz |
.
Sachverhalte |
.
Wirkung
der Holzkohlenproduktion auf die Umwelt Irans
.
Beschreibungen sind reich
an Aussagen zu zerstörten Wäldern, entwurzelten Büschen
und Landschaften, die von Holzfällern entblößt wurden.
Es gab aber wenig Versuche, den Schaden zu quantifizieren oder zu überlegen,
was die Auswirkungen gewesen sein könnten unter den Bedingungen weniger
dichter oder unterschiedlich organisierter Bevölkerung.
Holzkohle hat einen doppelt so hohen Heizwert
wie
luftgetrocknetes Holz.
Es ist dieser höhere Heizwert, der sie pro Kalorie kompakter macht
als Holz und der das Speichern und Transportieren vereinfacht. Jedoch die
primitiven Arbeitsmethoden machen das Umwandeln von Holz in Holzkohle nicht
sehr effizient. Was ein Gewinn an Heizwert zu sein scheint, ist in Wirklichkeit
ein großer Verlust.
Uharts Versuche nahe
Shiraz
erbrachten ein gewichtsmäßiges Verhältnis zwischen
Holz und Holzkohlenausbeute von nur etwa 14%
(diese Zahl ist beträchtlich niedriger als die oft angeführten
20 oder 30%, die jedoch auf europäischen Daten basieren). Das
heißt, Holzkohle hat nur das Zweifache des Heizwertes von Feuerholz,
aber sie zerstört (gewichtsmäßig) womöglich siebenmal
die Menge an Vegetation, wie sie ein äquivalentes Gewicht an Feuerholzes
beträgt..Auf diese Art wird deutlich gemacht, wie die Art des gewählten
Brennstoffes sich in der Realität unterschiedlich auf den Umweltdruck
auswirkt, was ein einfacher kalorischer Vergleich nicht zeigt.Jedoch gab
es keine wirkliche Wahl für die frühe Metallurgie. Man sollte
daher keine Vergleiche mit Holzbrennstoff anstellen, wenn es um die Verwendung
als Hausbrennmaterial geht, sondern (beim Vergleichen) einige Anforderungen
der Metallgewinnung.beachten.
.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Lee
Horne: Fuel for the Metal Worker. The Role of Charcoal and Charcoal Production
in Ancient Metallurgy. - a.a.O. (siehe INR F22) |
| Erfasser,
Jahr |
E.
Gering, 2006 |
|
|
| INR |
F34 |
| Hauptsachwörter |
Kupferverhüttung,
Schmelzofen, Kupferausbeute, Holzkohlenaufwand, Arbeitsaufwand, Holzaufwand |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Iran,
Europa |
.
Sachverhalte |
.
Kupferverhüttung
war die erste pyrotechnologische Industrie. welche Holzkohle
erforderte. Welches Ausmaß hatte diese Anforderung? Fünf kg
Kupfer, genug für vielleicht 20 geschäftete Äxte, könnten
in einem modernen Schmelzofen, wie er archäologisch bekannt
ist, produziert werden. Entsprechend den wenigen verfügbaren, geschätzten
Kosten ist das gewichtsmäßige Verhältnis von Holzkohle
zu Kupfer für verhüttete Oxyderze mindestens 20 zu 1 (basierend
auf historischen Aufzeichnungen in Europa) und womöglich 40 zu 1 (auf
Verhüttungsexperimenten von Tylecote basierend). Den historischen
Aufzeichnungen zufolge würden fünf kg Kupferschmelze also 100
kg Holzkohle verbrauchen. Das Produzieren würde 3,3 Mann-Tage Arbeit
kosten (bei 30 kg pro Mann und Tag) und es würden 700 kg Holz benötigt.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakt,
Vermutungen |
| Quelle |
Lee
Horne: Fuel for the Metal Worker. The Role of Charcoal and Charcoal Production
in Ancient Metallurgy. - a.a.O. (siehe INR F22) |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F35 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenfund,
Holzkohlenrest, Holzart, Wohnstätte,
Urmensch |
| Zeit |
Vor 380.000-400.000
Jahren (älteres Paläolithikum) |
| Ort |
Südfrankreich,
Cote d´Azur, Terra Amata bei Nizza |
.
Sachverhalte |
.
Wohnstätte
im Altpaläolithikum
Wohnstätte(7-15
m lange und 4-6 m breite Hütte aus Baumästen für eine Gruppe
von Jägern vom Typ homo erectus). Auf
dem Boden der vermutlich elfmal in aufeinanderfolgenden Jahren wiedergenutzten
Hütte erkannte man „in kleinsten Holzkohlenstückchen
Reste von Kiefern- und Eichenholz, aber auch von Heidekraut und Ginster“.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutung |
| Quelle |
Karel
Sklenar: Spuren der Vergangenheit. Archäologie in Europa. – Prisma
Verlag Leipzig 1983, S. 9-10 |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2003 |
|
|
| INR |
F36 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenfund,
Holzart, Feuerstelle, Wohnstätte, Urmensch |
| Zeit |
Vor 130.000
Jahren |
| Ort |
Südfrankreich,
Cote d´Azur, Grotte du Lazaret (Standort am westlichen Fuß
des Berges Boron) |
.
Sachverhalte |
.
Wohnstätte
im Mittelpaläolithikum
1967 wurden in einer Höhle
Reste einer an die Höhlenwand angebauten Wohnstatt
entdeckt.
Gefunden wurden Knochenreste, Holzkohlen,
Pflanzenpollen und andere Indizien für die Rekonstruktion der Umgebung
der Höhle, des Lebensraums ihrer Bewohner.Die 40 x 20 m große
Höhle war Winterquartier eines Trupps halbnomadischer Jäger
und Sammler pflanzlicher Nahrung. Die Bewohner standen auf der anthropologischen
Stufe des Urmenschen (homo
erectus). Die in der Höhle gebaute Behausung war etwa 11 m
lang und 3,5 m breit. Baumaterial waren Steine (Fundament), Holzstangen
(Dachkonstruktion) und Tierfelle (Dachabdeckung). Im hinteren Teil des
Verschlages fanden sich zwei einfache kleine Feuerstellen
in
leichten Vertiefungen ; „die Holzkohle und
Asche stammten vorwiegend von Laubbäumen.“
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Karel
Sklenar: Spuren der Vergangernheit. Archäologie in Europa. – Prisma
Verlag Leipzig 1983, S.12-16 |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2003 |
|
|
| INR |
F37 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenanwendung,
Holzkohlenreste,
Höhlenmalerei, Radiokarbonmethode |
| Zeit |
Vor 14.000
bis 16.000 Jahren (jüngeres Paläolithikum) |
| Ort |
Frankreich,
Höhle von Lascaux |
.
Sachverhalte |
.
Berühmte Höhlenmalereien.
Die Höhle diente vermutlich eher als Heiligtum denn als Werkstätte.In
verschiedenen Felsrissen im „Schacht des toten Mannes“ „entdeckte man eine
Anzahl primitiver steinerner Lämpchen mit Holzkohle
von Nadelbäumen, eine geringe Menge von
Steinindustrie und Pfeilspitzen aus Horn. Die archäologische Datierung
„in die Zeit zwischen dem Ende des Pe´rigordien
und dem Anfang des Magdale´nien läßt
sich wohl auch auf die gesamte Höhlendekoration beziehen.“ Zur absoluten
Altersbestimmung wurden Anfang der fünfziger Jahre Kohleteilchen
aus dem Schacht dem Erfinder der Radiokarbonmethode, Prof. W.F.Libby, nach
Chikago geschickt. Das dort ermittelte Alter von
14.000
bis 16.000 Jahren ist „das erste feststehende Radiokarbondatum
für das westeuropäische
jüngere Paläolithikum“.
Das Datum ist noch recht ungenau, weil die verwendete Methode damals noch
neu war und erst während der folgenden Jahre wesentlich vervollkommnet
wurde.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutung |
| Quelle |
Karel
Sklenar: Spuren der Vergangernheit. Archäologie in Europa. – Prisma
Verlag Leipzig 1983, S. 43 |
| Erfasser,
Jahr |
E.Gering,
2003 |
|
|
| INR |
F38 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohle,
Feuerstelle, Altersbestimmung, Radiokarbonmethode |
| Zeit |
Gegenwart
/ Mesolithikum |
| Ort |
Bezugnahme
auf Erforschung einer Siedlung im Mesolithikum |
.
Sachverhalte |
.
„Wenn geeignete
Holzproben – z.B. Teile von Ästen aus dem Moorboden oder Holzkohle
von Feuerstellen – zur Verfügung stehen, schickt man sie in
ein Radiokarbonlaboratorium ... Diese Proben
werden verbrannt, und aus dem im gasförmigen Zustand gemessenen
Grad der Radioaktivität bestimmt man ihr absolutes Alter.“
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Karel
Sklenar: Spuren der Vergangernheit. Archäologie in Europa. – Prisma
Verlag Leipzig 1983, S.59. |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2003 |
|
|
| INR |
F39 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenfund,
Neolithische Siedlung, Feuersteinwerkzeug |
| Zeit |
Neolithikum |
| Ort |
Ukraine,
Luka Wrublewezkaja |
.
Sachverhalte |
.
Wohnstätte
im Neolithikum (Jungsteinzeit)
.
Neolithische Siedlung der
Tripolje-Kultur
(benannt nach einer Fundstätte bei der Ortschaft Tripolje nahe Kiew).
„Es wurden Mulden mit dunkler aschedurchsetzter Erde und Holzkohle,
Scherben von Keramikgefäßen, mit Feuersteinwerkzeugen,
Tierknochen und den Abdrücken von im Wasser lebenden Weichtieren
gefunden.“
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Karel
Sklenar: Spuren der Vergangernheit. Archäologie in Europa. – Prisma
Verlag Leipzig 1983, S.78 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2003 |
|
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| INR |
F40 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenzeichnung,
Höhlenmalerei,
Feuersteinbergbau, Beleuchtung |
| Zeit |
Urgeschichte |
| Ort |
Polen,
Krzemionki Opatowskie |
.
Sachverhalte |
.
Prähistorische Steingruben
(unterirdischer Abbau von Feuerstein). Einfache, mit
Holzkohle ausgeführte Zeichnungen an den Felswänden einiger
Gänge und Kammern. Bei der zum Zeichnen benutzten Holzkohle handelte
es sich (vermutlich) um Reste abgebrannter Fackeln.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutung |
| Quelle |
Karel
Sklenar: Spuren der Vergangernheit. Archäologie in Europa. – Prisma
Verlag Leipzig 1983, S.118 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2003 |
|
|
| INR |
F41 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohle,
Holzkohlentransport, Metalltransport, Beschwörung, Tigris |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Mesopotamien
(Altbabylonien) |
.
Sachverhalte |
.
"In dem altbabylonischen
Beschwörungstext VAS 17, 23 [...] soll der Tigris
dem, für den der Beschwörer die Beschwörung rezitiert,
Holzkohle
(upellûm), sangû ( [...] ´ein Metallggst.´[...]
),
Kupfer und eventuell Blei bringen: VAS 17, 23, 4-7: _
ú-pe-el-li-a-am, i-di-ig-la-at, sà-an-gi-i we-ri-a-am
a-ba-ri šu-ši-im, li-ib-lam - " Holzkohle soll der
Tigris, sangû, Kupfer (und) ?? soll er mir bringen."
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakt
(Text), Fiktion (Beschwörung) |
| Quelle |
Karin
Reiter: Die Metalle im Alten Orient: unter besonderer Berücksichtigung
altbabylonischer Quellen. - Münster 1997, S. 118, Fußnote 30. |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006. Anmerkungen:
upelûm (im
obigen Text upellûm) akkadisch Holzkohle.
- siehe Verzeichnis akkadischer Wörter (Anhang I, S.22*). VAS 17,23,
4-7 - ohne Erläuterung aufgeführt im Verzeichnis veröffentlichter
Texte; mit Verweis auf S.118, Fußnote 30 (siehe Anhang I, S.70*). |
|
|
| INR |
F42 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenanwendung,
Holzkohlenfeuer, Spreufeuer, Goldreinigung, Plinius d.Ä. |
| Zeit |
1. Jh.
n.0 |
| Ort |
Altes
Rom |
.
Sachverhalte |
..
Goldprobe
.
C.Plinius
d.Ä. (23-79 n.Chr.) schildert in seiner Naturalis Historiae
Buch XXXIII XIX 59-60 das reinste Gold, dem Feuer nichts anhaben kann,
und fährt fort: "Vielmehr, je öfter es geglüht hat, desto
mehr gewinnt es an Güte, und das Feuer dient als Probe für das
Gold, indem es ebenfalls die flammend rote Farbe des Feuers annimmt; man
nennt dies die ´Feuerprobe' ... Außerdem ist es merkwürdig,
daß es sich durch das heftigste Holzkohlenfeuer
nicht
bezwingen läßt, sehr rasch aber durch Spreufeuer
glühend wird und daß man es zur Reinigung mit Blei röstet."
Zur Verwendung von Stroh anstelle von Holzkohle beim
Goldreinigen siehe auch Plin. XVIII 99 und XXXIII 90.[Fußnote 40
bei K.Reiter]
.. |
| Sacherhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Karin
Reiter: Die Metalle im Alten Orient: unter besonderer Berücksichtigung
altbabylonischer Quellen. – Münster, 1997,S. 40 FN 140 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F43 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohle,
Holzkohlenanwendung,
Holzkohlenpreis,
Bronzeherstellung |
| Zeit |
Ur III-Zeit |
| Ort |
Mesopotamien |
.
Sachverhalte |
.
Zuschläge
bei der Bronzeherstellung
.
"Aus der Ur III-Zeit gut
bekannt ist eine Substanz namens su / sù /
su13gan,
die bei der Bronzeherstellung dem Kupfer und Zinn hinzugefügt und
auch bei der Raffination von Kupfer verwendet wurde." [...] Mit der Substanz
erfolgte keine Legierung, sie wird nicht im Endgewicht des hergestellten
Produktes berücksichtigt. Vielmehr scheint sù-gan
ein Zuschlag gewesen zu sein, der den Reinigungsprozeß des Kupfers
förderte, bzw. bei der Schmelze von urudu (Kupfer)
allein oder von ´reinem´ Kupfer mit Zinn verwendet wurde. Es
wurde vorgeschlagen, in diesem Zusatz feingepulverte
Holzkohle zu sehen (H.-G. Bachmann, 1984). Dazu wurde
jedoch festgestellt, daß sù-gan in den
Provinzen Lagaš und Nippur meist zwei- bis dreimal so teuer wie Kupfer
war, während in Umma der Durchschnittspreis von Kupfer nur geringfügig
unter dem von sù-gan lag. Das erschien als zu teuer für Holzkohle
(H.Waetzoldt
1984).sù-gan rangiert preislich zwischen Kupfer und Zinn. Der
Preis für Holzkohle in der Ur III-Zeit ist unbekannt. Eine Deutung
von sù-gan als "Holzkohle" ist ebenso möglich wie die Annahme
von einer Borverbindung,
etwa Borax (Natriumborat; Pernicka 1984). Beide Stoffe verbessern
die Flußfähigkeit und verhindern erneute Oxidation des Kupfers.
"Holzkohle einer ganz bestimmten Baumart könnte durchaus selten und
daher
teuer gewesen sein. H.Waetzoldt ist jedoch der Ansicht, daß
Holzkohle nicht so teuer wie Kupfer gewesen sein kann (mündliche Mitteilung).
Eine eindeutige Identifizierung des Materials sù-gan
ist derzeit noch unmöglich."
Weitere Deutungen
von sù-gan sind Salmiak (in
fester Salzform) und Bernstein. (vgl. Anmerkung)
"Falls sù-gan mit Bernstein zu identifizieren
ist, hatte seine Verwendung bei der Metallverarbeitung einen eher magisch
bestimmten Charakter." In späteren als den frühen altbabylonischen
Texten wird sù-gan nicht mehr in metallurgischem Kontext erwähnt,
"vielleicht weil man feststellte, daß es entbehrlich war."
Anmerkung:Wenn
man andere Deutungen als Holzkohle (wie z.B. Bernstein) in Betracht zieht,
sollte auch die Möglichkeit von "Gagat"
geprüft werden. Das seit der Bronzezeit bekannte Gagat (griech. Pechkohle)
oder Jet ist eine bituminöse Kohle aus dem Harz der Araucaria, einer
großen Schuppentannenart. Der Name Gagat wird abgeleitet von griechisch
gagates, dem Namen eines Flusses in der Türkei bzw. von der Stadt
Gagis in Lykien/ Kleinasien, in deren Nähe man im Altertum die damals
zur Schmuckherstellung benutzte Kohlenart fand. Im Mittelalter wurde dem
Gagat vor allem magische Bedeutung nachgesagt.
(Information aus dem Web. E.Gering)
|
| Sacherhaltstypen |
Fakt,
Vermutungen, Fiktion |
| Quelle |
Karin
Reiter: Die Metalle im Alten Orient: unter besonderer Berücksichtigung
altbabylonischer Quellen. – Münster, 1997S, 327-331 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F44 |
| Hauptsachwörter |
Wohnstätte,
Abri,
Siedlungsschicht,
Feuerstelle |
| Zeit |
9. – 7.Jt
v.0 |
| Ort |
Mexiko,
Oaxaca / Guilá Na-quitz |
..
Sachverhalte |
.
Wohnstätte
Neolithikum.
Typus: Abri
(Prähistorische Wohnstätte unter Felsvorsprung). In dieser Höhle
lebten – mit Unterbrechungen – lange Zeit Jäger und Bauern. Man fand
sechs Siedlungsschichten; dazu wurden Wege, Feuerstellen,
Vorratslager und Kochbereiche ausgegraben.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Atlas
Archäologie / Tim Taylor; Mick Aston. – München 2004, S.161 und
S.12 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2004 |
|
|
| INR |
F45 |
| Hauptsachwörter |
Goldgewinnung,
Holzkohle |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Altbabylonien |
.
Sachverhalte |
.
Goldgewinnung
.
Zementation
= Trennung von Gold und Silber. "Das Gold kann
durch Zementation aus einer Gold-Silber-Legierung herausgezogen werden."
Diese Legierung "wird mit einem Chlorid (Kochsalz) oder Sulfid (z.B. Antimonsulfat,
Antimonglanz) oder mit Salz, Stroh
und Holzkohle
in geschlossenen Tiegeln zum Schmelzen gebracht." Dabei wird durch langanhaltendes
Erhitzen oder Glühen (ca. 800-900 °C) das Silber zu Silberchlorid
bzw. Silbersulfid. umgewandelt. Aus dem Reaktionsprodukt, welches
man nach Aufbrechen des Tiegels erhält, läßt sich das schwammartige
Gold von den Silberverbindungen durch Ausschlämmen trennen (nach
J.H.F. Notton. s. Primärquelle). "Es ist jedoch noch offen, ob
man in der altbabylonischen Zeit die Trennung
von Gold und Silber überhaupt schon praktizierte."
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutung |
| Quelle |
Karin
Reiter:Die Metalle im Alten Orient: unter besonderer Berücksichtigung
altbabylonischer Quellen. – Münster, 1997S. 407. Primärquelle
lt. K. Reiter: Ancient Egyptian Gold Refining: a Reproduction of Early
Techniques / J.H.F. Notton. – Gold Bulletin 7, 1974, S. 50 ff. |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F46 |
| Hauptsachwörter |
Wohnstätte,
Abri,
Feuerstelle,
Herd,
Herdgrube |
| Zeit |
Vor 17.000
Jahren |
| Ort |
Australien,
Cloggs-Höhle |
.
Sachverhalte |
.
Wohnstätte
Neolithikum
.
Typus: Jäger und Sammler.
Abri
(siehe
F44), dessen Decke durch die Feuer
vieler Jahrhunderte schwarz gefärbt war. Ein Felsvorsprung diente
zur Herstellung von Steinwerkzeugen, man fand breitrückige Klingen
und Schaber (aus den letzten tausend Jahren). Weiterhin gab es Überreste
viel älterer
Feuerstellen (8.000
– 17.000 Jahre alt) und im Boden versenkte Öfen,
in denen man Essen mit Hilfe von heißen Steinen kochte.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutung |
| Quelle |
Atlas
Archäologie / Tim Taylor; Mick Aston. – München 2004, S.195 Keine
Aussagen zu HuK |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2004 |
|
|
| INR |
F47 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenanwendung,
Kupferraffination |
| Zeit |
Ohne Angabe.Vermutlich
Ur III-Zeit |
| Ort |
Mesopotamien
(Altbabylonien) |
.
Sachverhalte |
.
"Waschen"
von Metallen
.
Wenn
in den altorientalischen Texten vom ´Waschen´der Metalle die
Rede ist, so wird damit ein Aufschmelzen des zu raffinierenden Metalles
gemeint sein. Bei Kupfer genügt es, dieses
zusammen mit Holzkohle zu erhitzen. Nach dem
Erstarren bilden die Verunreinigungen auf der Oberfläche eine spröde
Kruste, die mit dem Hammer entfernt werden kann. Bei Edelmetallen
wird mit "Waschen" das Treiben gemeint sein.
Dabei wird unter Zugabe eines Vielfachen seines Gewichtes an Blei
das
Metall aufgeschmolzen. Das Blei absorbiert alle Beimengungen und verdampft
oder geht in die Wandung des Gefäßes (K. Reiter benutzt hier
das Wort "Kupella") über.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutungen |
| Quelle |
Karin
Reiter: Die Metalle im Alten Orient: unter besonderer Berücksichtigung
altbabylonischer Quellen. – Münster, 1997 S. 415-416 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F48 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenabwesenheit,
Brennmaterial,
Holzkohlenalternative,
Rohr,
Gerste, Kotfladen,
Holzspäne, Rechnung,
Feuerholz,
Pappelholz |
| Zeit |
Ur III-Zeit |
| Ort |
Mesopotamien
(Altbabylonien) |
.
Sachverhalte |
.
Brennmaterial
in Mesopotamien
.
"Es fällt auf, daß
in altbabylonischen Urkunden zur Bronzeherstellung das verwendete
Brennmaterial nicht erwähnt wird, das gewichtsmäßig
nicht unbeachtlich gewesen sein kann. Als Grund hierfür war entweder
der geringe materielle Wert ausschlaggebend oder es fehlen noch die entsprechenden
Rohrabrechnungen. Aus altakkadischen Texten aus Umma und UR III-Texten
wird nämlich ersichtlich, daß es sich dabei um Rohrgehandelt
hat, das wohl allgegenwärtig und nicht teuer war."
In einem altba-bylonischen
Text aus Tell ed-Der wird Gerste, welche
ein Silberschmied erhielt, als Äquivalent für Rohr notiert. "Außer
Rohr hat man noch Kotfladen(putrum)
und
Holzspäne(kisimtum) als Brennmaterial
eingesetzt, zumindest für den Haushaltsgebrauch."
"Nach M.A.
Powell wurde der Bedarf an Feuermaterial in der präsargonischen
Zeit überwiegend mit Pappelholz (asal2)
gedeckt."
Daneben verwendete man großes
/ kleines Feuerholz. Der Verwendungszweck
der verschiedenen Hölzer wird in den Abrechnungen oft nicht erwähnt.
"Das meiste wurde sicherlich für Möbel und dergleichen verbraucht."
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutungen |
| Quelle |
Karin
Reiter: Die Metalle im Alten Orient: unter besonderer Berücksichtigung
altbabylonischer Quellen. – Münster, 1997, S. 326-327 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F49 |
| Hauptsachwörter |
Goldbergbau,
Kupferbergbau,
Nubien,
Sklavenarbeit,
Erzabbau,
Erzaufbereitung |
| Zeit |
Um 3000
v.0 |
| Ort |
Nubien
(Äthiopien) |
.
Sachverhalte |
.
Goldbergbau
in Nubien
.
"Um 3000 v.Chr. In
Ägypten
sind bereits die Metalle Gold, Silber, Kupfer, Eisen
und Bleibekannt. Besonders Kupfer und Gold werden bergmännisch
gewonnen. Das Gold, von den Ägyptern »nub«
genannt und vorwiegend aus dem Goldland »Nubien« (dem heutigen
Äthiopien) stammend, war angeblich vom Gott Osiris entdeckt worden.
Um das meist in Quarzadern eingebettete Edelmaterial zu gewinnen, treiben
Sklaven
und Sträflinge mit Hammer und Spitzkeil Gänge in die Adern vor,
die den Goldvorkommen folgen. Knaben unter 17 Jahren schleppen das abgeräumte
Gestein heraus. Mit eisernen Stempeln zerstößt man es in Steinmörsern
zu erbsenfeinem Bruch. Dieser Schrot wird anschließend in Mühlen
zu Pulver zermahlen, das dann auf hölzernen Tischen mit Wasser angeschlämmt
wird. Der feinere Sand wird dabei fortgespült, der schwerere, goldhaltige,
bleibt zurück. Er wird mit Blei verschmolzen, wobei sich das Gold
vom Ganggestein trennt. In einem zweiten, fünf Tage dauernden Schmelzgang
verdampfen unter Zusatz von neuem Blei und Kochsalz die Verunreinigungen
oder sie bilden mit dem im Gold enthaltenen Silber und dem Tiegelmaterial
Schlacken. Zurück bleibt reines Gold.".
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten |
| Quelle |
Chronik
der Technik. - Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Bertelsmann Electronic
Publishing. - Gütersloh, München 1995 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2004 |
|
|
| INR |
F50 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenanwendung,
Löten,
Schweißen, Gold, Schweißherd, Luftzufuhr |
| Zeit |
Um 2000
v.0 |
| Ort |
Ägypten |
.
Sachverhalte |
.
Lötverbindungen
und Schweißnähte
.
Um 2000 v.Chr. Ägyptische
Handwerker löten und schweißen Gold
bei
der Herstellung von Schmuck und verzierten Brustplatten.Die Technik des
Lötens
ist offenbar schon seit längerem bekannt. Gold und Silber werden mit
Kupferlot verlötet. Bronzeteile lassen sich mit Lötzinn bei etwa
250 °C miteinander verbinden. Wichtig ist, daß an der Lötstelle
keine Oxidation auftritt. Sie läßt sich durch ein geeignetes
Reduktionsmittel verhindern. Die Ägypter verwenden dazu Alaun.
Etwas komplizierter ist die Schweißtechnik,
die bisher nur für Gold bekannt ist. Voraussetzung sind Werkstücke
mit verschiedenem Goldgehalt und dadurch verschiedenen Schmelzpunkten.
Das anzufügende Teil mit niedrigerem Schmelzpunkt wird zunächst
erhitzt, bis es plastisch wird. In diesem Zustand heftet man es an das
Hauptteil. Anschließend kommt der zusammengefügte Gegenstand
in einen kleinen, tragbaren Schweißherd,
der mit Holzkohle geheizt und mit
dem Mund angeblasen wird. Hier werden die beiden Einzelteile zu
einer festen Einheit miteinander verschmolzen."
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutung |
| Quelle |
Chronik
der Technik. - Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Bertelsmann Electronic
Publishing. - Gütersloh, München 1995 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2004 |
|
|
| INR |
F51 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenanwendung,
Inder,
Hethiter, Eisenerzverhüttung, Temperatur, Rennofen,
Eisenerzbergbau |
| Zeit |
16. Jh.
v.0 |
| Ort |
Anatolien |
.
Sachverhalte |
.
Eisen
erstmals aus Erz gewonnen
.
Etwa gleichzeitig erfinden
im 16. Jh. v.0 die Inder und die
Hethiter
in Anatolien die Eisenerzverhüttung.
Das bis dahin verwendete Eisen war geschmiedetes seltenes Meteoreisen (um
2290 v. Chr.).Unter den Metallen spielte bisher das Kupfer die überragende
Rolle (um 2820 v. Chr.). Die zum Reduzieren der Kupfererze erforderlichen
Schmelzöfenarbeiten
mit Temperaturenvon rund
1100 °C. Roheisen läßt sich aber erst bei 1225 °C
gewinnen, wenn das erschmolzene Material aus der Beschickung und aus den
Brenngasen Kohlenstoff aufnimmt. Da solch hohe Temperaturen noch nicht
erreicht werden, erzeugt man Schmiedeeisen oder Stahl,
was bereits bei Temperaturen über 700 °C
in
sogenannten
Rennherden gelingt. Das sind im
einfachsten Fall mit feuerfestem Material – Ton oder Ziegeln – ausgekleidete
Erdmulden, die mit Holzkohle und Erz beschickt
werden. Das erschmolzene Eisen bleibt, von Schlacken bedeckt, im unteren
Teil des Ofens liegen oder wird durch Rinnen in eine tiefer gelegene Grube
geleitet. Diese Eisenbrocken haben eine Masse von 7 bis 25 kg.Die Hethiter
betreiben in ihrem Reich mehrere
Eisenerz-Bergwerke.
In Anatolien, im Kerngebiet des Hethiterreichs, erblüht bald eine
eisenverarbeitende Industrie. Hergestellt werden Werkzeuge und Waffen,
z.B. Speere.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Chronik
der Technik. - Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Bertelsmann Electronic
Publishing. - Gütersloh, München 1995 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2004 .......... |
|
|
| INR |
F52 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenanwendung,
Eisenerzverhüttung,
Bohnerz, Rennofen, Luftkanal, Hangwind, Temperatur, Eisenwerkzeug |
| Zeit |
Um 900
v.0 |
| Ort |
Griechenland;
Salzkammergut |
.
Sachverhalte |
.
Eisenwerkzeuge
in Europa
.
Bis 900 v.0 wurden Eisengeräte
in Europa zwar genutzt, aber hier noch nicht hergestellt. "Es handelte
sich um Importe aus dem Vorderen Orient. Jetzt beginnt man – vor allem
in Griechenland und im Salzkammergut – nicht nur selbst
Eisenerze zu verhütten, sondern auch Geräte und Werkzeuge
aus Eisen zu fertigen. Das in Mitteleuropa verarbeitete »Bohnerz«
– es heißt so wegen seiner Knollenform – wird in Rennöfen
verarbeitet.
Man legt sie an, indem man in einen Hang einen etwa zwei Meter tiefen Stollen
treibt, dessen Wände mit Lehm ausgekleidet werden. Darüber wird
aus einem Lehm-Sand-Gemisch ein Schacht errichtet, den man mit Steinplatten
abdeckt. Der so aufgebaute Ofen faßt ein bis zwei Kubikmeter Erz.
Belüftet wird er durch einen aus Steinplatten errichteten Kanal, der
den Hangwind einfängt und dem Ofen zuführt.
Ist der Ofen erst einmal in Glut, dann wird der Luftkanal
bis auf eine kleine Öffnung von etwa sechs Zentimetern Durchmesser
verschlossen. Infolge des Ofenzuges strömt die Luft sehr schnell durch
diese Düse. So lassen sich
Temperaturen
von
über
1000 °C erreichen, wenn mit
Holzkohle
gefeuert wird. Gefertigt werden aus dem Eisen neben vereinzelten Gefäßen
vor allem Werkzeuge wie Beile,Messer, Scheren
oder Sicheln."
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Chronik
der Technik. - Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Bertelsmann Electronic
Publishing. - Gütersloh, München 1995 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2004 |
|
|
| INR |
F53 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenanwendung,
Hygroskopizität,
Samos,
Theodoros,
Ephesos,
Tempel |
| Zeit |
um 532
v.0 |
| Ort |
Samos
(Griechenland); Ephesos (Kleinasien) |
.
Sachverhalte |
.
Erfindungen
in Samos
.
"In Samos
tritt neben dem bedeutenden Mathematiker und Naturphilosophen Pythagoras
als Mathematiker, Erfinder und Techniker
Theodoros
hervor. Er beschäftigt sich mit unterschiedlichen theoretischen Themen
und praktisch-handwerklichen Gebieten. [...] Theodoros macht erstmals
auch von der hygroskopischen Eigenschaft von Holzkohle
Gebrauch, indem er mit ihr den Boden des Tempels von Ephesos
austrocknet."
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Chronik
der Technik. - Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Bertelsmann Electronic
Publishing. - Gütersloh, München 1995 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2004 |
|
|
| INR |
F54 |
| Hauptsachwörter |
Theophrast
vonEresos,Teerschwelen,
Teeranwendung,Holzkohlenbrikettierung |
| Zeit |
um 320
v.0 |
| Ort |
Eresos
(Insel Lesbos, Griechenland) |
.
Sachverhalte |
.
Theophrast
von Eresos beschreibt das Teerschwelen und
das Brikettieren von Holzkohle mit Pech oder
Teer als Bindemittel.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Chronik
der Technik. -Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Bertelsmann Electronic Publishing.
- Gütersloh, München 1995 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2004 |
|
|
| INR |
F55 |
| Hauptsachwörter |
Glasherstellung,
Glasblasen,
Glasmacherpfeifen, Syrien, Phönizien, Ägypten |
| Zeit |
um 100
v.0 |
| Ort |
Sidon
(Syrien) |
.
Sachverhalte |
.
Die
Kunst des Glasblasens
.
Um
100 v.0 entdeckten Glasmacher in Sidon (Syrien)die
Kunst des Glasblasens. Um Glas mit der Pfeife
formen zu können, müssen die Schmelzöfen viel höhere
Temperaturen liefern als bisher, damit die Masse weniger zähflüssig
wird. Verwendet werden Glasmacherpfeifen aus
einem 1 bis 1,5 m langen Eisenrohr mit einem Holzgriff und einem Mundstück.
Solche Blasrohre waren schon zuvor zum Anfachen von Schmiedefeuern bekannt.
Damit wird jetzt ein Glasposten aus der Schmelze aufgenommen, der dann
unter Drehen und Schwenken oder unter Abwälzen auf Holz- oder Steinplatten
zunächst zu einem birnenförmigen Kübel aufgeblasen wird,
dem sich dann – gegebenenfalls nach nochmaligem Erhitzen – mit Werkzeugen
verschiedene Formen geben lassen.Die in Syrien ansässigen Phönizier
hatten die Technik des Glasmachens und Glasbearbeitens ursprünglich
von den Ägyptern gelernt
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Chronik
der Technik. - Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Bertelsmann Electronic
Publishing. - Gütersloh, München 1995.
Keine
Aussagen zu Holzkohle und Köhlerei (HuK) |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2004 |
|
|
| INR |
F56 |
| Hauptsachwörter |
Metallkultur,
Bronzezeit,
Bronzeguß,
Eisenverarbeitung |
| Zeit |
2000-1500
v.0 |
| Ort |
Südostasien,
Indien, Thailand |
.
Sachverhalte |
.
Auftauchen
erster Metallkulturen um 2000 v.0,
in den ersten Phasen der Bronzezeit.. Es ist
nahezu sicher, daß sie sich lokal entwickelten.
Eisen
kam erst um 700 v.0 in Gebrauch. Die Technik
der Eisenverarbeitung stammt wahrscheinlich
aus Indien, kann aber auch lokal entstanden
sein.
Fundstück: Bronzener
Axtkopf und dessen Gußform, etwa 1500 v.0.
Fundstelle: Grab der Ban-Chiang-Kultur,
NO-Thailand.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutungen |
| Quelle |
Große
Zivilisationen; Eine Kulturgeschichte der Menschheit von den Anfängen
bis zur Gegenwart / Göran Burenhult (Hrsg.). – Köln 2004, S.79 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2005 |
|
|
| INR |
F57 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenanwendung,
Kupferverhüttung,
Pyrit, Röstverfahren,
Schachtofen,
Blasebalg, Umschmelzen,
Kupferausbeute |
| Zeit |
Um 2670
v.0 |
| Ort |
Naher
Osten, Ägypten, Zypern |
.
Sachverhalte |
.
Kupfererzverhüttung
im Nahen Osten
.
In Ägypten und auf
Zypern hat um 2670 v.0 die Kunst der
Metallerzverhüttung einen hohen Stand erreicht. Von besonderer
Bedeutung ist dabei die Gewinnung von Kupfer aus
Pyrit nach dem Röstverfahren (um 3000
v. 0 bzw. um 2820 v. 0). "Man verwendet das Kupfererz selbst zum
Bau von Öfen, in die unten zunächst Brennmaterial eingelegt wird.
Darüber schichtet man das zu röstende Erz. Nach dem Anzünden
beschränkt sich die Arbeit der Röster auf das Nachfüllen
von Brennmaterial. Das Ende der Röstzeit erkennen sie daran, daß
sich das Erz rot verfärbt hat. Besonders fortschrittlich sind die
Kupferöfen
auf Zypern. Es sind hohe Schachtöfen,
die von oben durch die Gicht (Ofenoberteil) abwechselnd mit Lagen aus Pyrit
und
Holzkohle
beschickt werden. Der Schmelzvorgang wird nach dem Anzünden mit Hilfe
von Blasebälgen beschleunigt. Produkte
dieser hüttenmännischen Kupfergewinnung sind reines Kupfer, Schlacke,
Gichtschwamm und Kupferstein. Das noch unreine Kupfer muß mehrmals
umgeschmolzen werden. Das geschieht in Spezialöfen, aus denen das
reine Kupfer zuletzt abgestochen und mit Hilfe von kaltem Wasser in Platten
oder Blöcken zum Erstarren gebracht wird. Nur etwa 15 bis 20% des
Kupfergehalts der Erze lassen sich auf diese Art gewinnen. Die Schlacken
enthalten nicht selten noch bis zu 50% Kupfer (16.
Jh. v. Chr.)"
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Chronik
der Technik. - Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Bertelsmann Electronic
Publishing. - Gütersloh, München 1995 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2004 |
|
|
| INR |
F58 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenerzeugung,
Hammurapi,
Metallgewinnung,
Hüttenwerker, Schmied |
| Zeit |
Um 1700
v.0 |
| Ort |
Babylonien |
.
Sachverhalte |
.
Hammurapi
beschreibt Hüttenwesen
.
Um
1700 v.0 beschreibt der Babylonierkönig Hammurapi in einem
Brief das Metall-Hüttenwesen.
Er fordert u.a.: »Man soll 7200 Stück Holz mit einem Rauminhalt
von je einem Drittel- bis einem Liter und einer Länge von ein bis
zwei Metern schlagen. Man soll nicht trockenes Holz nehmen, sondern nur
grünes Holz. Und man soll sich beeilen, damit die ›qurqurru‹
(die Hüttenwerker, die das Metall herstellen)
nicht unbeschäftigt bleiben.«
Neben den »qurqurru«
sind noch die »nappahu« bekannt,
die das Metall weiter verarbeiten, also die Schmiede.
Die Forderung, grünes Holz zu verwenden, läßt darauf schließen,
daß das Holz nicht direkt zum Heizen der Schmelzöfen verwendet,
sondern zuerst zu Holzkohleverarbeitet wird.
Diese erzeugt die für die Metallgewinnung erforderlichen höheren
Temperaturen. Aufgabe der Schmiede ist nicht nur die Herstellung von Metallgeräten,
sie müssen die Metalle nach dem Erschmelzen aus dem Erz zunächst
auch reinigen, denn sie enthalten noch Fremdsubstanzen. Das Material wird
dazu mehrfach heiß gehämmert und zerkleinert, wodurch die Verunreinigungen
entfernt werden. Möglicherweise wird es dann noch ein zweites Mal
geschmolzen.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten;
Vermutung |
| Quelle |
Chronik
der Technik. - Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Bertelsmann Electronic
Publishing. - Gütersloh, München 1995 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2004 |
|
|
| INR |
F59 |
| Hauptsachwörter |
Induskultur,
Harappakultur,
Bronzezeit,
Kupferverarbeitung, Kupferverwendung,
Töpferei,
Töpferscheibe,
Töpferware, Brennofen |
| Zeit |
6000 –
1500 v.0 |
| Ort |
Südasien
(Industal) |
.
Sachverhalte |
.
Indus-Kultur
(6.000-2.400 v.0)
.
Um
3500 v.0 Anfänge der Kupferverarbeitung.
Im 3. Jahrtausend v.0 wurden zunehmend Gegenstände aus Kupfer verwendet
(Messer, Äxte, Pfeilspitzen). Um 1500
v.0 war Kupfer weit verbreitet. Die Indus-Kultur
wird der Bronzezeit zugerechnet wird, aber es gab nur
wenig
Zinn für
die Herstellung von Bronze. Harappa-Kultur
(Fortgeschrittene Indus-Kultur) 2400-2000
v.0. Sehr entwickelte Töpfereitechnik.
In den meisten Siedlungen stellte man Haushaltsgeschirr auf Drehscheiben
her und brannte es in großen Brennöfen.
Um
1200 v.0 tauchten neue keramische Traditionen
auf, darunter bemalte graue Töpferware
(PGW, Painted Gray Ware).
Um 500 v.0
war PGW eine Luxusware, hergestellt aus feinem Ton und bei hohen
Temperaturen gebrannt (Holzkohle?),
weiß glasiert oder mit metallischen Kristallen auf glänzend
schwarzer, dicker Oberfläche (NBPW, Northern Black Polished Ware).
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Große
Zivlisationen; Eine Kulturgeschichte der Menschheit von den Anfängen
bis zur Gegenwart / Göran Burenhult (Hrsg.). – Köln 2004, Seiten
63, 68, 71 Keine Aussagen zu HuK |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F60 |
| Hauptsachwörter |
Schriftsystem,
Keilschrift,
Tontafel,
Archaische
Schrift, Textinhalt |
| Zeit |
3100-2800
v.0 |
| Ort |
Mesopotamien |
.
Sachverhalte |
.
Keilschrift
.
Mesopotamien war das Zentrum
der Keilschrift (engl. cuneiform.
E.G.)
. Die Schriftzeichen wurden mit einem Stift in noch
feuchten Ton geprägt. Das hinterließ die für diese Schrift
typischen keilförmigen Markierungen. Keilschrift wurde in vielen Sprachen
verwendet. Mitte des 19.Jh. n.0 wurde die Keilschrift entziffert. Die ältesten
Tontafeln mit einer vollentwickelten Keilschrift entstanden ca.
2500 v.0. Vorläufer der Keilschriftsysteme waren die
proto-cuneiformen
Texte (4500 Funde, Südmesopotamien, erste Funde 1915), die
zusammen mit den proto-elamitischen Texten
(1500 Funde, erste Funde bei Susa, Ende 19. Jh.) als archaische Texte zusammengefaßt
werden. Die archaische Schriftwurde von 3100
bis 2800 v.0 angewendet. Älteste Funde sind proto-cuneiforme
Texte aus Uruk. Cuneiforme Zeichen wurden
als Silbenzeichen mit phonetischem Wert sowie als Ideogramme (Bilder, welche
Vorstellungen oder Objekte ausdrücken) benutzt. Bei den Texten handelt
es sich meist um Verwaltungsdokumente, welche
die von den Stadtzentren kontrollierten wirtschaftlichen Aktivitäten
verzeichnen (Zuteilung von Arbeit, Verteilung von Rationen, Produktion
von Lebensmitteln). Es sind zumeist quantitative Informationen, angeordnet
in einer durchdachten Buchhaltung. Entwickelt wurde die archaische Schrift,
um politische Macht zu erhalten und Eigentum zu überwachen.
In den Anfängen der schriftlichen Überlieferung schrieben die
Menschen weder ihre Geschichte noch ihre Mythen oder religiösen Ansichten
nieder.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Peter
Damerow: Die ältesten schriftlichen Dokumente. – In: Große Zivilisationen;
Eine Kulturgeschichte der Menschheit von den Anfängen bis zur Gegenwart
/ G.Burenhult (Hrsg.), Köln 2004, S.26. Der Beitrag enthält
das Abbild eines cuneiformen Textes mit exakter Erläuterung der im
Text verwendeten Zeichen und Symbole.Zum Autor: Dr. Peter Damerow, Max-Planck-Institut
für Bildungsforschung, Berlin (E.G.) |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F61 |
| Hauptsachwörter |
Schriftsystem,
Keilschrift,
Textinhalt,
Tontafelmenge,
Sumerisch, Akkadisch,
Assyrisch |
| Zeit |
um 2500
v.0 |
| Ort |
Mesopotamien
(Sumer) |
.
Sachverhalte |
.
Keilschrift
.
Um
2500 v.0 hatte sich eine standardisierte Schrift über die gesamte
mesopotamische Ebene ausgebreitet. Die Texte enthielten
nun neben wirtschaftlichen Daten auch literarische,
religiöse und geschichtliche Themen. Das ursprünglich
ideographische Sysmbolsystem hatte sich zu einer Schrift entwickelt, bei
der die Zeichen phonetische Einheiten verkörperten. Dies vereinfachte
die Schrift der Sumerer erheblich, von den
ursprünglich 2000 unterschiedlichen Zeichen waren nur noch etwa 600
übrig.
Hunderttausende von Tontafeln wurden
mit der Keilschrift sumerischer Texte beschrieben.Nachdem das Sumerische
nicht mehr allgemein gebräuchlich war, wurde die Keilschrift wegen
ihrer großen Effizienz in mehrere Sprachen späterer Zeit
übernommen (Akkadisch, Assyrisch u.a.).
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Peter
Damerow: Die ältesten schriftlichen Dokumente. – In: Große Zivilisationen;
Eine Kulturgeschichte der Menschheit von den Anfängen bis zur Gegenwart
/ G.Burenhult (Hrsg.), Köln 2004, S.28-29 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F62 |
| Hauptsachwörter |
Akkadisches
Reich, Holzimport, Metallimport, Bitumen |
| Zeit |
2350-2150
v.0 |
| Ort |
Akkad
(Nordbabylonien, Mesopotamien) |
.
Sachverhalte |
.
Unter dem Herrscher Sargon
von Akkads (Akkadisches Reich, etwa
2350-2150
v.0) wurde Holz aus dem Libanon, dem Taurus-
und dem Zagros-Gebirge importiert,
Metall
(überwiegend Kupfer) kam aus Anatolien und dem Iran, Bitumen stammte
vom mittleren Euphrat, Steine wurden aus den umliegenden Hochlandgebieten
herangeschafft.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Peter
Damerow: Die ältesten schriftlichen Dokumente. – In: Große Zivilisationen;
Eine Kulturgeschichte der Menschheit von den Anfängen bis zur Gegenwart
/ G.Burenhult (Hrsg.), Köln 2004, S. 31-32 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F63 |
| Hauptsachwörter |
Neandertaler,
Feuer,
Werkzeug |
| Zeit |
200.000-27.000
v.0 |
| Ort |
Europa |
.
Sachverhalte |
.
Der Neandertaler
(200.000 – 27.000 v.0) beherrschte des Feuer,
stellte Stein- und Holzwerkzeuge her, baute
sich Hütten, trug Fellkleidung. Er ist kein direkter Vorfahre des
Menschen, wie DNS-Analysen belegen.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Die
Evolution des Menschen. – In: Geokompakt Nr. 4, Hamburg, Sept.2005, S.21
Keine
Aussagen zu HuK |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2005 |
|
|
| INR |
F64 |
| Hauptsachwörter |
Eisentechnologie,
Stahlerzeugung |
| Zeit |
3200-800
v.0 |
| Ort |
Mittelmeerraum |
.
Sachverhalte |
.
Beherrscht werden zwei für
die Eisentechnologie notwendige Verfahren: das Aufkohlen
(Absorption
von Kohlenstoff in das Eisen, um Stahl zu
erzeugen) und das
Abschrecken (rasches Abkühlen
des heißen Metalls, so daß ein wesentlich härteres Endprodukt
entsteht).
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
G.
Burenhult: Von der Bronze zum Eisen in der Mittelmeerregion. – In:Große
Zivilisationen. Die Kulturgeschichte der Menschheit von den Anfängen
bis zur Gegenwart, Köln 2004, S. 137 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2005 |
|
|
| INR |
F65 |
| Hauptsachwörter |
Erzmangel,
Holzmangel,
Handelsroute |
| Zeit |
800-500
v.0 |
| Ort |
Mittelmeerraum
(Griechenland, Phönizien) |
.
Sachverhalte |
.
Weder
Griechenland noch Phönizien besaßen größere Erzressourcen.
Auch Holz für den Schiffbau war knapp. Die Folge waren ausgedehnte
Handelsrouten
an
den Nord- und Südküsten des gesamten Mittelmeeres.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
G.Burenhult:
Die Kolonisierung durch Griechen und Phönizier ... – In: Große
Zivilisationen ..., Köln 2004, S. 140-141 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2005 |
|
|
| INR |
F66 |
| Hauptsachwörter |
Schriftsystem,
Silbenschrift,
Griechisches
Alphabet, Dunkles Zeitalter |
| Zeit |
1100-700
v.0 |
| Ort |
Griechenland |
.
Sachverhalte |
.
Schriftsysteme
in Griechenland
.
Nach dem Zusammenbruch der
bronzezeitlichen Kultur von Mykene um 1100 v.0
blieb Griechenland mehrere Jahrhunderte lang spärlich besiedelt. Dies
fällt zu einem großen Teil mit dem sogenannten Dunklen
Zeitalter zusammen, das bis etwa 700 v.0
dauerte. Die Geschichte dieser Jahrhunderte, aus denen es noch keine schriftliche
Überlieferung gibt, ist relativ unzureichend bekannt und basiert überwiegend
auf archäologischen Funden. Die alte Silbenschrift
der Bronzezeit, etwa 1700 v.0 entstanden,
war um 1200 v.0 mit Ausnahme von Zypern überall verschwunden. Das
griechische
Alphabet wurde erst am Ende des Dunklen Zeitalters verwendet. Über
die spätere griechische Geschichte liegen dagegen zahlreiche schriftliche
Quellen vor.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
P.
Hellström: Das Zeitalter des klassischen Griechenland. – In: Große
Zivilisationen. Die Kulturgeschichte der Menschheit von den Anfängen
bis zur Gegenwart, Köln 2004, S. 144 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2005 |
|
|
| INR |
F67 |
| Hauptsachwörter |
Schriftsystem,
Linear-B-Schrift,
Entzifferung |
| Zeit |
Altertum,
Gegenwart |
| Ort |
Mykene
(Griechenland) |
.
Sachverhalte |
.
Linear-B-Schrift
.
Im Jahr 1952 erfolgte durch
Michael
Ventris die Entzifferung der Linar-B-Tafeln
aus Mykene, einer Schrift, die sich aus der minoischen Linear-A
entwickelt hatte und die eine Frühform des Griechischen darstellt.
Die Entzifferung hatte immense Folgen für das Verständnis der
mykenischen Wirtschafts- und Staatsstruktur.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Peter
Warren u.a.: Kriegsherren,Palastkulturen und die ersten Staaten Europas.
- In: Große Zivilisationen. Die Kulturgeschichte der Menschheit von
den Anfängen bis zur Gegenwart, Köln 2004, S. 125 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2005 |
|
|
| INR |
F68 |
| Hauptsachwörter |
Schriftsystem,Tontafel,
Linear-B-Schrift,
Textinhalt,
Handel,
Handelsgüter,
Schiffsladung,
Terebinth-Harz |
| Zeit |
1600-1400
v.0 |
| Ort |
Pylos,
Mykene, Theben, Tiryns (Griechenland) |
.
Sachverhalte |
.
Linear-B-Schrift
.
Linear-B-Tafeln
aus Pylos, Mykene, Theben und Tiryns enthalten vorwiegend Informationen
zu Steuerfragen, unter anderem zur Besteuerung mit Naturalien. Im
Rahmen einer zentralisierten, straff kontrollierten Ökonomie wurden
Rohstoffe und Rationen zugeteilt und den fertigen Produkten (auch aus Ackerbau
und Viehzucht) Quoten auferlegt. Einige Tafeln enthalten
Verträge
über den Verkauf von Sklaven, andere führen militärische
Ausrüstungen auf. Zahllose Einzelheiten technischer Produktion von
Möbeln und Textilien bis zu Teilen von Streitwagen, Duftölen
und Gewürzen werden nach Anwender oder Produkt aufgelistet. Die meisten
der gegenwärtig verfügbaren
Informationen
zu Wirtschaft, Gesellschaft und Politik stammen von solchen Schrifttafeln.
Unerwähnt
bleibt auf den Tafeln der Handel, deshalb bleibt der Status, den
der Handel in der mykenischen Wirtschaft einnahm, umstritten. Archäologische
Funde belegen die Existenz des Handels damaliger Zeit. Handelsgüter
waren unter anderem mykenische Töpferwaren und Duftöle.
Ein vor der türkischen Südküste untergegangenes
Schiff hatte Kupferbarren, Zinn, Elfenbein, kobaltblaue Glasbarren,
Gewürze, Ebenholz sowie über 100 Amphoren mit Terebinth-Harz
(zur Herstellung von Parfums und Weihrauch) geladen.
Terebinthe =
Terpentinpistacie, mittelgroßer Baum oder Strauch. Durch Einschnitte
in die Rinde wurde Terpentin gewonnen. Siehe Meyers Konversationslexikon
Band 13, 1896, S.957. E.G.
|
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Peter
Warren u.a.: Kriegsherren, Palastkulturen und die ersten Staaten Europas.
- In: Große Zivilisationen. Die Kulturgeschichte der Menschheit von
den Anfängen bis zur Gegenwart, Köln 2004, S. 128-130 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2005 |
|
|
| INR |
F69 |
| Hauptsachwörter |
Schriftsystem,
Palastzerstörung,
Tauschhandel |
| Zeit |
Um 1200
v.0 |
| Ort |
Griechenland |
.
Sachverhalte |
.
Mit den Zerstörungen
der mykenischen Palastkulturen, die
um 1200 v.0 ihren Höhepunkt erreichten, hörten schriftliche Aufzeichnungen
auf. Die Zerstörungen fegten die zentralisierte Wirtschaft hinweg.
Auch die Tauschhandelssysteme müssen sich grundlegend
verändert haben , soweit sie von Palastherrschern und für
diese kontrolliert wurden. Umfangreiche Bevölkerungsbewegungen setzten
ein. Die griechische Sprache überlebte.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutung |
| Quelle |
Peter
Warren u.a.: Kriegsherren,Palastkulturen und die ersten Staaten Europas.
- In: Große Zivilisationen. Die Kulturgeschichte der Menschheit von
den Anfängen bis zur Gegenwart, Köln 2004, S. S.131 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2005 |
|
|
| INR |
F70 |
| Hauptsachwörter |
Tontafelarchiv,
Tontafelinhalt, Tontafelmenge, Sprichwort |
| Zeit |
20.-19.Jh.
v. 0 |
| Ort |
Nippur
(Mesopotamien) |
.
Sachverhalte |
.
Entstehung
des Tontafelarchivs in Nippur
.
Mehr als 50.000
Keilschrifttafeln zu Geschichte und Traditionen von Sumer wurden
von dem amerikanischen Sumerologen Kramer geordnet
und ausgewertet. Hauptinhalte sind Weisheitsdichtungen, Sprichwörter,
Darstellungen von Mythen und Epen (die bisher ältesten der Menschheitsgeschichte).
Die Sprichwörter aus dem Literaturarchiv in Nippur bringen das quälende
Los der Armen als Gegenstand in die Weltliteratur ein. In einem der Sprichwörter
heißt es: "Für den Armen ist es besser,
wenn er stirbt , als wenn er lebt: hat er Brot, so fehlt im Salz, hat er
Salz, so fehlt ihm Brot; hat er Fleisch, so fehlt ihm das Lamm; hat er
das Lamm, so fehlt ihm Fleisch."
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Joachim
Herrmann: Spuren des Prometheus: Der Aufstieg der Menschheit zwischen Naturgeschichte
und Weltgeschichte. – Urania-Verlag Leipzig Jena Berlin, 2. Auflage 1977,
S.124, 125 u. 266. |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F71 |
| Hauptsachwörter |
Tontafelarchiv,
Tontafelmenge, Assurbanipal, Palastzerstörung |
| Zeit |
um 650
v.0 |
| Ort |
Ninive
(Neuassyrisches Reich, Mesopotamien) |
.
Sachverhalte |
.
Tontafelarchiv
Ninive
.
Die
Archiv-Bibliothek von Nippur wurde später nur noch von dem
Palastarchiv
des Weltbeherrschers Assurbanipal
(um 650 v.0 in Ninive) übertroffen. Dieser
hochgebildete Despot ließ das ganze Reich nach wertvollen Schrifttafeln
durchforschen und diese in seinen Palast bringen. Der
größte Teil dieses Archivs wurde infolge der Zerstörung
Ninives durch die Meder 612 v.0 vernichtet.
Etwa 10.000 Tafeln wurden seit mehr als 100 Jahren in den Palastruinen
geborgen.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Joachim
Herrmann: Spuren des Prometheus: Der Aufstieg der Menschheit zwischen Naturgeschichte
und Weltgeschichte. – Urania-Verlag Leipzig Jena Berlin, 2. Auflage 1977,
S. 125 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F72 |
| Hauptsachwörter |
Tontafelarchiv,
Tontafelinhalt |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Mari (Mesopotamien),
Boghazköy (Hethiterreich), Ugarit (Syrien), Amarna (Ägypten) |
.
Sachverhalte |
.
Weitere
Tontafelarchive
Neben den Tontafelarchiven
von Nippur und Ninive existierten weitere große
Archive in Mari (mittleres Mesopotamien),
Boghazköy (Hethiterreich), Ugarit (Syrien) und Amarna (Ägypten,
unteres Niltal).
"Das Archiv von Amarna enthält
die ägyptischen diplomatischen Korrespondenzen aus der Zeit Tut-ench-Amuns
und Nofretetes, darunter vor allem auch die Keilschriftbriefe hethitischer
Fürsten aus Kleinasien."
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Joachim
Herrmann: Spuren des Prometheus: Der Aufstieg der Menschheit zwischen Naturgeschichte
und Weltgeschichte. – Urania-Verlag Leipzig Jena Berlin, 2. Auflage 1977,
S. 125 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F73 |
| Hauptsachwörter |
Holzkohlenanwendung,
Grabkammer,
Chu-Kultur |
| Zeit |
2. Jh.
v.0 |
| Ort |
Zentrales
Yangtse-Tal. (China) |
.
Sachverhalte |
.
Grabkammer
mit den wohlerhaltenen Überresten einer adligen Frau, verstorben
in der 2. Hälfte des 2. Jh. v.0 (Zeit
der westlichen Han-Periode). "Außerhalb der Grabkammer befand sich
eine
1,4 bis 1,5 Meter starke Schicht von Holzkohle, und der Raum zwischen
dieser und der Kryptawand war mit einer mindestens meterdicken Schicht
feinen Tons ausgefüllt. Die wunderbare Erhaltung des Grabes und dessen
Inhalt ist dieser Kombination der Materialien zuzuschreiben, die Feuchtigkeit
und Sauerstoff fernhielten. Die Praxis, eine Grabkammer mit weißem
Ton und mit Holzkohle zu umgeben, wird mit
der lokalen Chu-Kultur in Verbindung gebracht.
In anderen Teilen Chinas wurden die Gräber während der Han-Dynastie
anders konstruiert."
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Katheryn
M.Linduff: Das Grab der Lady Dai. – In: Große Zivlisationen; Eine
Kulturgeschichte der Menschheit von den Anfängen bis zur Gegenwart
/ Göran Burenhult (Hrsg.). – Köln 2004,S.116 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F74 |
| Hauptsachwörter |
Bronzeverarbeitung,
Metallverbinden |
| Zeit |
2000-1500
v.0 |
| Ort |
Kreta |
.
Sachverhalte |
.
"Bei den
Bronzearbeiten wurden manchmal verschiedene
Metalle durch Hitze und Druck verbunden, ähnlich der heutigen
"Sheffield-Platte".
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakt |
| Quelle |
Peter
Warren u.a.: Kriegsherren,Palastkulturen und die ersten Staaten Europas.
- In: Große Zivilisationen. Die Kul-turgeschichte der Menschheit
von den Anfängen bis zur Gegenwart, Köln 2004, S. 127 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F75 |
| Hauptsachwörter |
Metallkultur,
Kupferverhüttung, Dongson-Kultur, Wachsgußverfahren, Kesselpauke,
Materialaufwand |
| Zeit |
700 v.
– 100 n.0 |
| Ort |
Nordvietnam
Südchina, Indonesien, Thailand (Südostasien) |
.
Sachverhalte |
.
Dongson-Kultur
, späte Bronze- bis frühe Eisenzeit. Fundstücke: Dongson-Kesselpauken
(etwa 150 aus Vietnam, 50 aus Indonesien,
20-30 aus Thailand u.a.m.). Die meisten Pauken wurden
in Vietnam und in Südchina hergestellt. Man exportierte sie
in den Süden und den Westen, sie waren bei Menschen ganz unterschiedlicher
Kulturen geschätzt. "Die Pauken verraten große
Fertigkeit im Wachsgußverfahren großer Objekte. Für
die Herstellung der Pauke von Co Loa mußten zwischen einer und sieben
Tonnen Kupfererz geschmolzen werden und bis
zu zehn Schmelztiegel gleichzeitig zur Verfügung stehen."
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Ian
C. Glover, Elizabeth H. Moore: Eine Mischung von Traditionen. - In: Große
Zivilisationen; Eine Kulturgeschichte der Mensch-heit von den Anfängen
bis zur Gegenwart / Göran Burenhult (Hrsg.). – Köln 2004, S.84
Keine
Aussagen zu HuK |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
|
| INR |
F76 |
| Hauptsachwörter |
Eisenzeit,
Bronzezeit, Eisenfund, Verhüttungstechnik, Schmieden, Waffen, Techniktransfer,
Hethiter |
| Zeit |
ab 2200
v.0 |
| Ort |
Anatolien,
Balkan, Mitteleuropa |
.
Sachverhalte |
.
Beginn
der Eisenzeit
.
Der
Beginn der kulturgeschichtlich als "Eisenzeit" bezeichneten Epoche ist
nicht genau festzulegen. Grund ist die Tatsache, daß der zeitliche
Übergang von der vorausgehenden "Bronzezeit"
kontinuierlich vor sich ging, so daß je nach Region manchmal
beide Epochen nebeneinander bestanden. Der erste
sichere Fund von Eisen, welches von Menschen
aus irdischem Erz erschmolzen wurde, stammt aus der Zeit um
2200 v.0. Es handelt sich um einen Dolch, der als Grabbeilage im
Ruinenhügel Alaca Hüyük (Zentralanatolien) gefunden wurde.
Die
älteste urkundliche Erwähnung von Eisen
erfolgte
um
1800 v.0 im Zusammenhang mit dem Hethiterkönig Annita von Kuschschara
("Der Dolch des Annita"). Ab 1700 v.0begannen
die Hethiter, Kupfer und Bronze durch Eisen zu ersetzen. Ab dem
14. Jhd. v.0 verarbeiteten sie dafür zunehmend anatolische Eisenerze
Sie entwickelten eine beachtliche, jedoch streng
geheim gehaltene Verhüttungstechnik.
Durch Schmieden wurde das Eisen hauptsächlich zu Waffen verarbeitet.
Damit
verschafften sich die eisenkundigen Hethiter einen
bedeutenden Vorteil gegenüber den noch in der Bronzezeit lebenden
Völkern.
Kleinasien kann somit als "Wiege der
Schmiedekunst" gelten. Nach dem ab 1200
v.0 stattgefundenen Zusammenbruch des Hethiterreiches verbreitete
sich die Technik der Eisenerzverhüttung
und Eisenverarbeitung über die Philister, Assyrer und frühen
Griechen in den von Illyrern bewohnten
Balkan und
von dort nach Mitteleuropa(siehe R. Pleiner:
Early Iron Metallurgy in Europe, Yale University 1980, Grafik S.382).
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Zur
Geschichte der Eisengewinnung mit Holzkohle und Steinkohlenkoks / G.Collin,
W.Wetzel, N.T.M. 12 (2004),S.65-66 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
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| INR |
F77 |
| Hauptsachwörter |
Eisenzeit,
Hallstattkultur, La-Tène-Kultur, Kelten, Etrusker, Eisenexport,
Eisenanwendung |
| Zeit |
Hallstattzeit
(ca. 850 bis 450 v.0), La-Tène-Zeit (450 bis 0) |
| Ort |
Mitteleuropa,
Hallstatt, Elba, Mittelmeerraum |
.
Sachverhalte |
Die
mitteleuropäische Eisenzeit begann mit der "Hallstattkultur" der Illyrer
(benannt nach Fundplätzen am Hallstätter See), etwa
850 bis 450 v.0. Zweiter Höhepunkt war
die "La-Tène-Kultur" der Kelten, 450
v.0 bis 0. Als erstes Volk in Mitteleuropa besaßen die Etrusker
eine entwickelte Eisenindustrie, welche, ausgehend von Elba
und
dem nahegelegenen Festland, Eisen in den gesamten Mittelmeerraum exportierten.
Ab
600 v.0 wurde Eisen fast überall in Europa als Werkstoff für
Waffen, Pflüge und andere Geräte vorherrschend.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Zur
Geschichte der Eisengewinnung mit Holzkohle und Steinkohlenkoks / G.Collin,
W.Wetzel, N.T.M. 12 (2004), S.66. s.a. Nachweis F03 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
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| INR |
F78 |
| Hauptsachwörter |
Eisenzeit,
Holzkohlenanwendung, Schmelzofen, Bloomery, Luppe, Schmiedeeisen, Stahlerzeugung |
| Zeit |
Altertum |
| Ort |
Kleinasien,
Indien, Europa |
.
Sachverhalte |
.
Bearbeitung
von Eisen
.
Das Eisen wurde aus Eisenerz
in kleinen mit Blasebälgen versehenen Öfen (Rennöfen
bzw. Rennfeuer, engl. bloomery) durch Erhitzen und Reduzieren mittels
Holzkohle
in
Form teigiger, nach dem Erstarren poröser "Luppen" gewonnen (Luppe,
vermutlich von lat. lupus – der Wolf oder ahd. luppa – geronnene
Masse; frz. la loupe, engl. bloom – Flaum, Blüte). Die noch glühende
Luppe wurde zu kohlenstoffarmem (< 0,5 % C) Schmiedeeisen
verhämmert. Durch Erhitzen des Schmiedeeisens mit Kohlenstoffträgern
wie Pflanzenkohlen und Abschrecken mit Wasser erzeugte man den kohlenstoffreicheren
gehärteten Stahl (1 bis 1,5 % C). Zuerst
geschah das in Kleinasien und Indien, danach auch in Europa.
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten,
Vermutung |
| Quelle |
Zur
Geschichte der Eisengewinnung mit Holzkohle und Steinkohlenkoks / G.Collin,
W.Wetzel, N.T.M. 12(2004), S.66-67 |
| Erfasser, Jahr |
E.Gering,
2006 |
|
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| INR |
F79 |
| Hauptsachwörter |
Eisen |
| Zeit |
Alte Geschichte
| Gegenwart |
| Ort |
Afrika,
Schwarzafrika |
.
Sachverhalte |
.
Afrikanisches
Eisen
.
"Das
Eisen, das in Schwarzafrika seit mehr als
2000 Jahren bezeugt ist, hat die Aufmerksamkeit
der europäischen Forscher kaum auf sich gelenkt – im Unterschied zu
anderen Metallen wie Kupfer, Silber und Gold, die in Afrika da und dort
bekannt sind."
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Eisenhütten
in Afrika. Beschreibung eines traditionellen Handwerks / Georges Celis.
– Museum für Völkerkunde, Frankfurt/Main 1991, S.11 |
| Erfasser, Jahr |
2006 |
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| INR |
F80 |
| Hauptsachwörter |
Eisengewinnung,
Technikvergleich,
Bronzezeit |
| Zeit |
Alte Geschichte
| Gegenwart |
| Ort |
Afrika;
Nigeria |
.
Sachverhalte |
.
Eisengewinnung
in Afrika
.
"In Afrika,südlich
der Sahara, ist die Eisengewinnung sehr alt.
In
gewissen Gebieten, wie z.B. in Nordnigeria,
reicht sie auf jeden Fall weit in die vorchristliche Zeit. Eine
Bronzezeit ist fast überall in Afrika so gut wie unbekannt."
"Es scheint, daß in Afrika bis in die Jetztzeit Techniken überleben,
die unseren früheren teils ähnlich, teils sogar identisch sind.
Afrika kann uns deshalb zur Kenntnis unserer eigenen Geschichte Hilfe leisten."
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutungen |
| Quelle |
Eisenhütten
in Afrika. Beschreibung eines traditionellen Handwerks / Georges Celis.
– Museum für Völkerkunde, Frankfurt / Main 1991, S. 9 |
| Erfassungsjahr |
2006 |
|
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| INR |
F81 |
| Hauptsachwörter |
Eisenverhüttung,
Entwaldung |
| Zeit |
Alte Geschichte
| Gegenwart |
| Ort |
Mali (Afrika) |
.
Sachverhalte |
.
Entwaldung
in Afrika
.
"Die
Eisenverhüttung ist ein sehr kostspieliges und zeitaufwendiges
Unternehmen. Wahrscheinlich wurden der Hochöfen wegen, z.B. in Mali,
ganze
Landstriche entwaldet."
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakt,
Vermutung |
| Quelle |
Eisenhütten
in Afrika. Beschreibung eines traditionellen Handwerks / Georges Celis.
– Museum für Völkerkunde, Frankfurt am Main 1991, S. 9 |
| Erfassungsjahr |
2006 |
|
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| INR |
F82 |
| Hauptsachwörter |
Eisenschmelzer,
Schmied, Soziale Stellung, Mystik, Symbolik |
| Zeit |
Alte Geschichte
| Gegenwart |
| Ort |
Burundi,
Rwanda, Sahelzone, Elfenbeinküste (Afrika) |
.
Sachverhalte |
.
Soziale
Stellung afrikanischer Schmiede
.
"Wer Eisen schmilzt, nimmt
in den afrikanischen Gesellschaften einen ganz und gar eigenartigen Platz
ein. Von allen Handwerken in den traditionellen Gesellschaften übt
er das komplizierteste aus. In der Mehrzahl der Fälle ist er der einzige
Handwerker, der die Materie verwandelt; der einzige, der dazu verpflichtet
ist, seine Tätigkeiten mit anderen systematisch abzustimmen." "Mal
verachtet, mal hoch geschätzt, jedoch immer gefürchtet, verfügt
der Eisenschmelzer über zahlreiche Begabungen: darunter die,
das Gerät herzustellen, das für Ackerbau und Jagd unabdingbar
ist. Bisweilen gebärdet er sich gar ein wenig als
Wahrsager, Heilkundiger, ja selbst Machthaber, und produziert unzählige
Amulette, magische oder symbolische Objekte aus Eisen." In Burundi
und Rwanda wie in anderen traditionellen Königreichen sind
es Objekte wie etwa die Hämmer, die unter den Symbolen der Macht einen
wichtigen Platz einnehmen. Drei Arten von Objekten begleiten in Rwanda
die Könige während der obligatorischen Besuche beim Volk: dynastische
Trommeln, Hammer und Amboß.
"In
der Sahelzone hausen die Schmiede immer abseits, sei es, daß
sie isolierte Weiler bewohnen, sei es, daß ihnen ein besonderes Viertel
ihres Dorfes zugeteilt ist. Je nach Region üben die Schmiede noch
andere, zusätzliche Tätigkeiten aus: Sie graben Brunnen, sie
stellen Mörser her, um Getreide zu zerstampfen (wie bei den Senufo
an der Elfenbeinküste), sie betätigen sich als Geburtshelfer
oder als Totengräber."
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Eisenhütten
in Afrika. Beschreibung eines traditionellen Handwerks / Georges Celis.
– Museum für Völkerkunde, Frankfurt am Main 1991, S. 15-16. Keine
Aussagen zu HuK |
| Erfassungsjahr |
2006 |
|
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| INR |
F83 |
| Hauptsachwörter |
Eisenverhüttung,
Brennmaterial, Holzkohle, Holzart, Heizwert, Entwaldung |
| Zeit |
Alte Geschichte
| Gegenwart |
| Ort |
Afrika;
Niger, Fouta Djalon (Afrika) |
.
Sachverhalte |
.
Holzkohlenerzeugung
in Afrika
.
"Als
gewöhnliche Brennmaterialien für
die Schmelzereien kommen Holzkohle
oder
Holz in Frage. Die
Holzkohle wird häufig aus besonders harten und schweren Arten gewonnen,
die nach Ansicht der Schmelzer ´mehr Hitze entwickeln´, und
sie fügen hinzu, daß ´diese Hölzer unerläßlich
sind und ohne sie keine Reduktion durchgeführt werden kann´.
Aber infolge von Abholzungen ist es schwierig
geworden, die harten Holzarten zu finden, die die Tradition für die
Bereitung von Holzkohle vorschreibt. So sind die Schmelzer gezwungen, sich
manchmal an Holzkohle schadlos zu halten,
die aus Eukalyptus (einem
Brennmaterial australischer Provenienz) oder anderen Baumarten gewonnen
wird, die gegenwärtig für die Wiederaufforstung genutzt werden.
Man sollte hervorheben, daß dieser Rückgriff auf Ersatz eine
erfolgreiche Reduktion von Eisenerz keineswegs behindert." Die Holzkohlesorten
sind
von unterschiedlicher Dichte, je nach der anfänglichen Dichte der
Hölzer, von denen sie herrühren. Versuche an mehr als 100 Hölzern
unterschiedlicher Herkunft haben gezeigt, daß
keine
Korrelation zwischen Dichte und Heizwert des Holzes besteht, wenn
man von Joule pro Kilo Holz und nicht von Joule pro Volumeneinheit Holz
ausgeht. "Manchmal wird direkt auf trockenes Holz
zurückgegriffen (wie bei den Djerma in
Niger und im Fouta Djalon beobachtet wurde)."
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Eisenhütten
in Afrika. Beschreibung eines traditionellen Handwerks / Georges Celis.
– Museum für Völkerkunde, Frankfurt/Main 1991,
S. 23-24 |
| Erfassungsjahr |
2006 |
|
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| INR |
F84 |
| Hauptsachwörter |
Eisenverhüttung,
Holzkohlebedarf, Entwaldung |
| Zeit |
Alte Geschichte |
| Ort |
Ghana,
Kush (Afrika) |
.
Sachverhalte |
.
Holzkohlenbedarf
in Afrika
.
Wahrscheinlich ist einer
der Gründe für den Niedergang der Reiche
von Kush und Ghana, deren Macht sich
namentlich auf die zentralisierte Produktion von Eisen stützte, in
der übermäßigen Abholzung
zu suchen, die der Bedarf an Holzkohle für die
Schmelzereien verursachte, und in der zwangsläufigen Unmöglichkeit,
die Produktion aufrechtzuerhalten.
. |
| Sachverhaltstypen |
Fakten,
Vermutung |
| Quelle |
Eisenhütten
in Afrika. Beschreibung eines traditionellen Handwerks / Georges Celis.
– Museum für Völkerkunde, Frankfurt/Main 1991, S. 26 |
| Erfassungsjahr |
2006 |
|
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| INR |
F85 |
| Hauptsachwörter |
Eisenverhüttung,
Eisenerz, Blasebalgdüse, Pisé, Schmelzgrube, Holzkohlenfeuer,
Luppe, Schmieden, Endprodukt |
| Zeit |
Altertum
| Gegenwart |
| Ort |
Burundi
(Afrika) |
.
Sachverhalte |
:
Die
Schmelzerei von Buta (Burundi) – Eine Vorführung
.
Ausgangsmaterialien: Ein
Säckchen mit Eisenerz (Hämatit),
das einem nahegelegenen Hügel entstammt und wie große braune
Kieselsteine aussieht; fünf große Säcke mit Holzkohle;
etwas trockenes Holz und getrocknetes Stroh; zwei paarige Blasebälge
aus Holz, mit Häuten bedeckt; zwei Düsen
aus Pisé (mit Stroh vermischter
Ton) für das Einleiten der Luft aus den Blasebälgen in den Feuerraum;ein
Terrakottatopf voll Sorghumbier, um die Schmelzerei zu weihen und die Gehilfen
zur Arbeit zu ermuntern.
Die
Schmelzgrube ist 50-60 cm tief, der Durchmesser beträgt am
Boden der Grube ca. 40 und zu ebener Erde ca. 60 cm. Die Grube wird mit
Holzkohle
gefüllt, in der Mitte nur bis zu zwei Dritteln der Grubentiefe,
an den Seiten bis zur ebenen Erde. Die auf die Glut der vergangenen Nacht
gelegte Holzkohle entzündet sich rasch. Auf den Rand der Grube kommt
eine dünne Schicht Holzkohle, darauf eine Lage Eisenerz und über
das Ganze nochmals Holzkohle. Nach ca. 1 ½ Stunden Feuer und mehrmaligem
Nachschütten von Holzkohle wird begonnen, einige Händevoll mit
Eisenerz vermengter Holzkohle mitten ins Feuer zu werfen und weitere Holzkohle
hinzu zu geben. Dabei werden die Düsen, die sich mit fortschreitender
Verbrennung von Holzkohle ständig senken, gerichtet. Nach ca. 3 Stunden
ist alles Erz ins Feuer gewandert. das Feuer brennt noch 1 Stunde weiter.
Die Arbeitsgänge dauern insgesamt 6 Stunden.
Die gewonnene kleine und
noch glühende Luppe (Eisen, Schlacken
und unverbrannte Holzkohle) wird mit Knüppelhieben bearbeitet. In
große Brocken zerschlagen, bringt man die Luppe zur Grobschmiede
des Schmelzers, wo durch Erhitzen bis zur Weißglut und anschließendes
fortwährendes Hämmern das Eisen immer kompakter wird und schließlich
für das Schmieden von Werkzeugen geeignet
ist. Die beiden Blasebälge der Schmelzerei werden durch zwei sich
abwechslende Gruppen von Helfern 6 Stunden lang ununterbrochen betätigt.
Im normalen Schmelzbetrieb reicht das erzeugte Eisen für das Schmieden
von 2 bis 3 Hacken.
.
Anmerkung: Pisé
wird im frankophonen Westafrika "banco" genannt.
[siehe Quelle S.85]
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Eisenhütten
in Afrika. Beschreibung eines traditionellen Handwerks / Georges Celis.
– Museum für Völkerkunde, Frankfurt am Main 1991, S.29-38 |
| Erfassungsjahr |
2006 |
|
|
| INR |
F86 |
| Hauptsachwörter |
Eisenverhüttung,
Brennmaterial,
Holz,
Schachtofen, Luftzufuhr, Luppe, Endprodukt ,Kalebasse |
| Zeit |
Altertum
| Gegenwart |
| Ort |
Niger
(Afrika) |
:
Sachverhalte |
.
Eisenverhüttung
in Afrika
.
In Yelwani
(Niger) arbeitet der Eisenschmelzofen
mit
Holz. Benötigt werden große
Mengen von trockenem Holz sehr kräftiger Baumarten. Der kegelstumpfartige
Schacht
aus Pisé (mit Stroh vermischter Ton) ist ca.1,85 m hoch.
Der innere Schachtdurchmeser beträgt zu ebener Erde 90 cm, am oberen
Ende 35 cm. Eine Grube am Boden des Schachtes
ist 50 cm tief und hat einen Durchmesser von 70 cm. Die Gesamthöhe
des Ofens mit Grube beträgt 2,35 m. Der
Ofen arbeitet mit 8 Luftdüsen aus Pisé,
jede 65-70 cm lang und 8-9 cm Durchmesser. Mittels ungebrannten Tonscheiben
von 15 cm Durchmesser und 3 cm Dicke kann der Luftzustrom
zu den Düsen gehemmt werden.
Die Grube wird zunächst
mit Rindenstücken bis etwa 10 cm unter
der Erdoberfläche gefüllt, darauf kommen trockene
Gräser bis zum Rand des Erdbodens. Auf den Gräsern werden
die Luftdüsen sternförmig angeordnet. Darüber kommt nochmals
eine 10 cm dicke Lage von Gräsern. Durch
die Hauptöffnung seitlich im Schachtfuß und zuletzt von oben
wird dann der Ofen mit Holz vollgestopft.
Durch eine der Düsen wird das Brennmaterial gezündet. Durch den
Wind von außen und den
Kamineffekt im
Inneren des Schachtes geht das Brennmaterial schnell in Flammen auf.. An
der Spitze des Kamins entweicht in dichten Spiralen weißer Rauch.
Nach 1 ½ Stunden wird eine halbe Kalebasse
* Eisenerz in den Ofen geschüttet. Auf
eine Lage Rindenstücke und eine Lage Gräser folgt nach ¾
Stunden wieder eine halbe Kalebasse usf. bis insgesamt siebenmal Erz bei
zunehmender Menge eingefüllt wurde, zuletzt 3 halbe Kalebassen auf
einmal. Die zwischengeschichteten Rindenstücke und Gräser verhindern
das Durchfallen der Erzstücke auf den Boden der Anlage. Nach 12 Betriebsstunden
ist das Brennmaterial aufgebraucht, nach weiteren 4 ½ Stunden werden
die Düsen entfernt. Ergebnis ist eine große Luppe
Eisen,
30 cm hoch und 50 cm Durchmesser.
Die Luppe wird in kleine
Brocken zertrümmert, die einzeln auf dem Amboß zerschlagen werden.
Alles was leicht zerbröckelt, wird dadurch ausgesondert: Schlacke
und verkohltes Holz zerfallen zu Staub. Übrig bleiben Körnchen
und dünne Plättchen von Eisen, die in einen halbkugelförmigen
Schmelztiegel
aus Pisé (Druchmesser 10 cm) gegeben werden Der Tiegel wird
mit Ton verschlossen und in der Grobschmiede 1 ½ Stunden erhitzt.
Schließlich zerspringt der Tiegel und das Eisen kann nach dem Erhärten
weiter verarbeitet werden (in der Sahelzone meist zu Hacken oder einer
Art von Sicheln).
Der
in Yelwani verwendete Ofentyp kann etwa 20x benutzt werden. Ein
Bedienen von Gebläsen ist nicht erforderlich, der Schmelzer benötigt
nur 2 oder 3 Gehilfen. Mit jeder Verhüttung wird eine Luppe produziert,
die zum Schmieden von 20 bis 30 Sicheln oder Hacken ausreicht.
.
Anmerkung: Kalebasse
= Gefäß aus der Frucht des Flaschenkürbis (E.G.)
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Eisenhütten
in Afrika. Beschreibung eines traditionellen Handwerks / Georges Celis.
– Museum für Völkerkunde, Frankfurt am Main 1991, S. 56-71 und
96. Keine Aussagen zu HuK |
| Erfassungsjahr |
2006 |
|
|
| INR |
F87 |
| Hauptsachwörter |
Eisenverhüttung,
Holzkohlenbeschaffung, Schmelzplatz, Schmelzer, Arbeitsvorbereitung, Mystik |
| Zeit |
Altertum
| Gegenwart |
| Ort |
Afrika |
.
Sachverhalte |
.
Arbeitsteilige
Eisenerzeugung in Afrika
.
"Der
Schmelzerist seßhaft, seiner jeweiligen Gegend stark verbunden:
Er weiß, wo man das Eisenerz findet, wie man das nötige Holz
(und
die Holzkohle) beschafft, wo man den passenden
Ton erhält und sich mit Wasser versorgt."
"Schmelzer
können sich in einem oder mehreren Trupps zusammenschließen
und sich gemeinsam folgende Aufgaben vornehmen: - mehrere Öfen
in unmittelbarer Nähe zueinander errichten (oder wieder in Gang bringen),
- das nötige Erz schürfen und es an den Ofenplatz bringen, -
die erforderlichen Mengen an Holzkohle undanderen
Brennmaterialien vorbereiten, - die erforderlichen Zubehörteile bereitstellen
(Düsen,
Amulette
usw.)."
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Eisenhütten
in Afrika. Beschreibung eines traditionellen Handwerks / Georges Celis.
– Museum für Völkerkunde, Frankfurt am Main 1991,
S. 98-99 |
| Erfassungsjahr |
2006 |
|
|
| INR |
F88 |
| Hauptsachwörter |
Schmelzer,
Schmied, Arbeitsteilung |
| Zeit |
Alte Geschichte
| Gegenwart |
| Ort |
Afrika
(Niger; Ostafrika) |
.
Sachverhalte |
.
Schmiede
in Afrika
.
"Im Gebiet der Djerma
(Niger) koexistierten zwei Gruppen von Schmieden. Die eine waren
Schmelzer
und Schmiede in einem, während die andere nur aus Schmieden
bestand, die von der ersteren den Überschuß der Eisenproduktion
bekamen und daraus die Werkzeuge anfertigten; für die galten jeweils
andere Bezeichnungen. Bei den Senufo war früher
die Mehrheit der Schmiede zunächst als Schmelzer tätig ...
Obwohl im Zwischenseengebiet Ostafrikas Schmelzer
und Schmiede mit demselben Wort bezeichnet wurden, vermochte sie jeder
auseinander zu halten."
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Eisenhütten in Afrika.
Beschreibung eines traditionellen Handwerks / Georges Celis. – Museum für
Völkerkunde, Frankfurt am Main 1991,
S. 126. Keine
Aussagen zu HuK |
| Erfassungsjahr |
2006 |
|
|
| INR |
F89 |
| Hauptsachwörter |
Schmied
sozial, Schmied Arbeitsteilung, Kupferschmied, Kupferschmelzer, Hutu |
| Zeit |
Alte Geschichte
| Gegenwart |
| Ort |
Afrika;
Burundi, Rwanda (Afrika) |
.
Sachverhalte |
.
Schmiede
in afrikanischen Gesellschaften
.
"Die Stellung des Schmiedes
unterliegt je nach dem Charakter der Gesellschaft , in der er sich befindet,
starken Schwankungen." Die Mehrheit der afrikanischen Gesellschaften kennt
verschiedene Arten von Schmieden:- Eisenschmelzer
und –schmiede, - Eisenschmiede die keine Schmelzer sind, - Kupferschmelzer
und –schmiede, - Kupferschmiede die keine Schmelzer sind, - Eisen- und
Kupferschmiede, - Gold- und Silberschmiede u.a. "Es
kommt vor, daß die Schmiede Gegenstand der Verachtung, der Furcht,
des Respekts oder des Neids sind; immer jedoch spielen sie eine
bedeutende Rolle, die über die hinausgeht, die sie allein aufgrund
ihres technischen Wissens ausüben könnten. ... Die Schmelzer
der Hutu in Burundi und Rwanda konnten sich,
ohne Vermittler engagieren zu müssen, an den Königshof
von Mwami begeben, während die einfachen Bauern (und selbst
andere Handwerker) dazu angehalten waren, die gesamte Hierarchie zu durchlaufen,
wenn sie dorthin gehen wollten."
. |
| Sachverhaltstyp |
Fakten |
| Quelle |
Eisenhütten
in Afrika. Beschreibung eines traditionellen Handwerks / Georges Celis.
– Museum für Völkerkunde, Frankfurt/Main 1991, S.168-170. Keine
Aussagen zu HuK |
| Erfassungsjahr |
2006 |
|
|