Erläuterungen zum Wissensspeicher "Frühe Köhlerei" 
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Gegenstand des Wissensspeichers

Wissensspeicher sind rationelle Instrumente der Bereitstellung von Wissen über abgegrenzte Themengebiete. Sie enthalten keine vollständigen Schriftdokumente, sondern die aus publizierten Dokumenten und aus anderen Quellen extrahierten und in Kurzform dargebotenen Aussagen zu  Sachverhalten der  jeweiligen Thematik.

Der vorliegende Wissensspeicher "Frühe Köhlerei" (WFK)  ist ein in ständiger Erweiterung begriffener, thematisch und zeitlich abgegrenzter Speicher von historischen Sachverhaltsinformationen zur Holzkohlenerzeugung (Kohlenbrennerei bzw. Köhlerei) und zur Holzkohlenanwendung in allen ihren Erscheinungsformen. Im WFK werden themenrelevante Informationen zu ur- und frühgeschichtlichen Sachverhalten und Sachverhaltskomplexen bis einschließlich 6. Jahrhundert n.0 (dem Ende der Antike in Mitteleuropa) erfaßt. Territorial gibt es für den Wissensspeicher keine Begrenzung. 

Historische Sachverhaltsinformationen sind Informationen über
o historische Fakten (Sachverhalte, die wirklich existiert haben),
o historische Vermutungen (Aussagen über Sachverhalte, deren historische Existenz vermutet wird),
o historische Fiktionen (Sachverhalte, die nicht wirklich existiert haben).

Informationen über Fakten sind in der Informationspraxis als Fakteninformationen bekannt. Nicht immer wird beim Verwenden des Terminus "Fakteninformation" eindeutig zwischen Fakten, Fiktionen und Vermutungen über Fakten unterschieden. Diese Unterscheidung ist jedoch als ein wesentliches Kriterium wissenschaftlicher Information unverzichtbar Der Terminus "Fakteninformation" darf nicht als Oberbegriff für die drei oben genannten Arten von Sachverhaltsinformationen verwendet werden. Der richtige Oberbegriff ist "Sachverhaltsinformation".

Aufbau und Funktionsweise des Wissensspeichers

Der Wissensspeicher besteht aus zwei Teilen: 

A. Verzeichnis der Sachverhaltsinformationen;
B. Verzeichnis der Hauptsachwörter (synonym: Sachwortregister).
Zu A.
Das Verzeichnis der Sachverhaltsinformationen enthält die einheitlich strukturierten Informationsnachweise. Zu jedem Nachweis gehören die folgenden Informationselemente: 
 
INR (Identifikationsnummer,
synonym Identnummer) 
Laufende Nummer des Nachweises mit vorangestelltem Buchstaben F  (für Frühe Köhlerei) bzw. S (für Späte Köhlerei). Mit Hilfe dieser Buchstaben werden die Identnummern der beiden Wissensspeicher voneinander unterschieden).
Hauptsachwörter Sachwörter, mit denen die im Text der Sachverhaltsinformation hauptsächlich behandelten Gegenstände benannt werden. 
Zeit Zeitraum, auf den sich die historische Sachverhaltsinformation bezieht. Mehrfachangaben sind zulässig.
Ort Territoriale Einheit, auf die sich die Sachverhaltsinformation bezieht. Mehrfachangaben sind zulässig.
Sachverhalte Textteil der historischen Sachverhaltsinformation, d. h. natürlichsprachige Beschreibung der Sachverhalte, die Gegenstand des Informationsnachweises sind. Dabei kann es sich sowohl um einen einzelnen, hinreichend abgegrenzten Sachverhalt als auch um einen Komplex von zusammenhängenden Sachverhalten handeln. Die Beschreibung besteht aus originalgetreuen Textfragmenten (Zitierungen) der benutzten Quelle und / oder aus Formulierungen, welche dem betreffenden Textfragment adäquat sind. Sachwörter mit direktem Bezug zur Holzkohle oder zur Köhlerei sind rot hervorgehoben. Andere Sachwörter, welche weitere Hauptgegenstände der Quelle bezeichnen, sind blau gekennzeichnet. Ländernamen, Personennamen und Zeitangaben sind grün markiert. Zur Ergänzung oder näheren Erläuterung von Textteilen kann der Erfasser  weitere, kurze Formulierungen hinzufügen. Zitierungen, Ergänzungen und Erläuterungen werden deutlich als solche gekennzeichnet.
Sachverhaltstypen Typen der Sachverhalte, auf die sich die historische Sachverhaltsinformation bezieht.  Möglich sind folgende Typen: Fakt, vermuteter Fakt (Vermutung) und Fiktion. Innerhalb einer Sachverhaltsinformation können gleichzeitig mehrere Sachverhaltstypen auftreten.
 Quelle Angabe der literarischen oder anderen Quelle, aus welcher die historische Sachverhaltsinformation stammt. Zu einer Sachverhaltsinformation können mehrere Quellen angegeben werden.
Erfassung Name des Erfassers der Sachverhaltsinformation und Jahr der Erfassung. Der Name des Erfassers wird nur dann angegeben, wenn es sich nicht um den Herausgeber des WFK handelt.

Der Wissensspeicher ist nicht als Speicher  von Dokumenteninformationen (bibliographischen Nachweisen) konzipiert. Er enthält aber zu jedem Nachweis einer Sachverhaltsinformation die erforderlichen bibliographischen Quellenangaben. 
Vollständige und präzise Quellenangabe ist unverzichtbar. Nur mit ihrer Hilfe läßt sich die wissenschaftliche Zuverlässigkeit der betreffenden Sachverhaltsinformation hinreichend genau nachprüfen. Hauptziel des Wissensspeichers ist es jedoch, dem Nutzer das selbstständige Beschaffen und Auswerten der Quelle zu ersparen, sofern er nicht noch weitere Informationen aus der zitierten Quelle extrahieren will. 

Zu B. 
Das Sachwortregister dient dem gezielten Suchen nach bestimmten Sachverhaltsinformationen. Es enthält in alphabetischer Folge die in den Informationsnachweisen benutzten Hauptsachwörter, ergänzt durch einige relativ selten auftretende Territoriumsbezeichnungen (Beispiele hierfür sind China, Afrika, Helgoland). Jedem Registereintrag sind die Identnummern der Nachweise, welche dieses Wort enthalten,  zugeordnet. Durch Anklicken einer Identnummer wird der betreffende Informationsnachweis aufgerufen. 
Das Sachwortregister kann im Verzeichnis der Sachverhaltsinformationen von jedem fünften Nachweis aus über den Link "Hauptsachwörter" aktiviert werden.  Ein einfacher Wechsel zurück ins Verzeichnis der Sachverhaltsinformationen erfolgt am schnellsten mit dem in der Menüleiste oben links angeordneten Rücksprungpfeil.

Programmgesteuertes kombiniertes Suchen mit mehr als einem Registereintrag ist im vorliegenden Wissensspeicher nicht möglich. Auch ein komplexes Datenbanksystem zum Speichern, Suchen und Wiedergeben der Informationsnachweise ist nicht vorgesehen.

Das Durchsuchen des Verzeichnisses der Sachverhaltsinformationen ohne Benutzung des Sachwortregisters erfolgt durch einfaches Blättern (Bildschirmscrollen) bei gleichzeitigem Orientieren an den zu jedem Nachweis gehörenden und deutlich hervorgehobenen  Hauptsachwörtern.

Ausgeben von Sachverhaltsinformationen
Informationsnachweise können vom Nutzer ausgedruckt oder mit Hilfe der Kopierfunktion des Browsers auf einen eigenen Datenträger übernommen werden. In beiden Fällen muß der betreffende Nachweis zuerst markiert werden. Für die Druckausgabe ist über die Browser-Druckfunktion das Querformat einzustellen. 


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Schöpferische Arbeit beim Aufbauen und Führen eines Wissensspeichers für Sachverhaltsinformationen

Die eigenschöpferische Arbeit der am Aufbau und an der Führung des Wissensspeichers beteiligten Personen besteht aus vier Komponenten:
(1) das Auffinden von relevanten Informationsquellen;
(2) das Eingrenzen der für das Themengebiet des Wissensspeichers am meisten relevanten Textabschnitte der Quelle;
(3) das Extrahieren der als Sachverhaltsinformation in Frage kommenden Textfragmente unter Beachtung der Beziehungen zum Kontext;
(4) das Verarbeiten der extrahierten Textteile zu qualitätsgerechten Sachverhaltsinformationen (Kürzungen, sprachliche Veränderungen, Hinzufügungen von Meta-Aussagen u.a.).

Das Eingrenzen relevanter Textfragmente innerhalb einer Quelle erfordert umfassende Kenntnisse von der Thematik des Wissensspeichers, hinreichende Kenntnisse von den Sachgebieten der zu erschließenden Quelle so-wie intellektuelle Fähigkeiten zum Erkennen logischer Zusammenhänge innerhalb des Quellentextes, um die möglicherweise auf mehrere Textstellen verstreuten relevanten Teilinformationen zu finden. Bei fremdsprachigen Texten sind entsprechend präzise fachsprachliche Kenntnisse notwendig. 

Das Extrahieren eingegrenzter Textfragmente erfordert vom Erfasser große Aufmerksamkeit bezüglich der Bindungen des eingegrenzten Textes an den Kontext. Mangelhafte Beachtung der Kontextbeziehungen kann dazu führen, daß die extrahierten Textfragmente zusammenhanglos erscheinen, schwer verständlich oder trivial sind und damit nur geringen oder gar keinen informatorischen Wert besitzen.

Das Verarbeiten der extrahierten Textfragmente und ihr Einordnen in den Wissensspeicher erfordert vom Erfasser das ständige Überprüfen, ob die gewonnenen bzw. umformulierten Textteile die notwendigen Eigenschaften qualitätsgerechter Fachinformationen besitzen. Das betrifft insbesondere die wissenschaftliche Zuverlässigkeit und Nachprüfbarkeit, die Neuheit, die Komplexität, die optimale Vollständigkeit und den Verdichtungsgrad der Information. Nicht alle dieser Kriterien lassen sich mit einer Sachverhaltsinformation ausreichend erfüllen. Es ist Aufgabe des Erfassers, durch entsprechende zusätzliche Bemerkungen sowie durch sorgfältige Angabe der Sachverhaltstypen eine möglichst qualitätsgerechte Information zu sichern.

Dr. phil. Eberhardt Gering     Berlin / Wildau, den 8. April 2009