Hintergrundmaterial zur Analyse der Printquellen


Fazits der Quellenanalysen (Kurzfassung)
A Weltgeschichte
A1 Der Neue Bildatlas der Hochkulturen . - 195 Seiten Text und Bild, Erscheinungsjahr 2003
Glossar und Register des Neuen Bildatlasses der Hochkulturen  enthalten keine Einträge zu Holzkohle oder Köhlerei. Vereinzelte Aussagen im Haupttext sind nicht auszuschließen.
A2 Die gewerbliche Thätigkeit der Völker des klassischen Alterthums /Hugo Blümner, Leipzig 1869,147 S.
Zum Thema Holzkohle liefert H. Blümner einen einzigen, knappen  Hinweis, betreffend die Kohlenbrennerei in Acharnae bei Athen. 
Da Blümner, wie aus der Publikation zu ersehen ist, sehr sorgfältig jedem Hinweis der alten Informationsquellen zu gewerblicher und handwerklicher Tätigkeit nachging (sicherlich auch, um die von ihm vorgefundenen und zum Teil recht mageren Fundergebnisse aufzubessern), kann angenommen werden, daß er bereits in den Originalquellen der alten Historiker etc. wenig oder nichts über die Holzkohleproduktion entdeckte.
Das Fehlen von Aussagen zur Holzkohle und Köhlerei steht in unverkennbarem Widerspruch zu den zahlreichen Ausführungen Blümners über Eisenbergbau,  Eisengewinnung (Erschmelzen des Eisens aus dem Erz) und Eisenverarbeitung in den verschiedensten Ländern Asiens und Europas, wie sie über das ganze Buch verteilt anzutreffen sind. 
Zur vollständigeren Beurteilung der Blümner´schen Publikation muß ihre zweite, mehrbändige Ausgabe herangezogen werden.
A3 Wirtschaft und Gesellschaft im Seleukidenreich / Heinz Kreissig . - Berlin 1978
Zu Holzkohle und Köhlerei gibt es im Buch von H.Kreissig keine Aussagen.
A4 Weltgeschichtsatlas / John Haywood, Köln 1999
Glossar und Register des Weltgeschichtsatlasses von Haywood enthalten keine Einträge zu Holzkohle oder Köhlerei. Auch im Haupttext und in den Zeittafeln des Weltgeschichtsatlasses werden Holzkohle und Köhlerei nicht genannt.
A5 Die Menschen der Steinzeit: Jäger, Sammler und frühe Bauern / Göran Burenhult (Hrsg.), Bechtermünz-Verlag 2000
Die von G.Burenhult herausgegebene Publikation enthält zahlreiche Aussagen zu Metallgewinnung und Metallverarbeitung, jedoch nichts zu Holzkohle und Köhlerei. Einzige Ausnahme ist eine Information über Holzkohle-Anwendung in der Malkunst der Arborigines (es bleibt offen, ob es sich hierbei um Fusit oder um Holzkohle handelte, die von Menschen erzeugt wurde).
A6 Wirtschaftsgeschichte des Altertums vom Paläolithikum bis zur Völkerwanderung der Germanen, Slaven und Araber / Fritz M. Heichelheim (Cambridge), Leiden 1969
In Heichelheims Wirtschaftsgeschichte des Altertums gibt es keine Aussagen zu Holzkohle und Köhlerei. Auch zum Hüttenwesen enthält die Publikation nur vereinzelte Hinweise. Hingegen bringt der Autor eine Fülle von Aussagen über den antiken Bergbau (in 5 von 9 Kapiteln handeln gesonderte Abschnitte von diesem Thema).
B Archäologie und Archäobotanik
B1 Steinzeitsiedlungen im Teutoburger Wald: Ein Beitrag zur Erforschung des Mesolithikums / Hermann Diekmann. - Wittekind-Verlag Bielefeld, 1931, 107 Seiten, Bildtafeln
  Vorhandensein von Holzkohle und ihre Verwendung in Herden werden anhand von dreizehn verschiedenen Fundstellen beschrieben. Zur Herkunft der Holzkohlen werden keine Angaben gemacht. Nach Meilerplätzen oder vergleichbaren Kohlenbrennerstätten wurde offenbar bei den Grabungen nicht gesucht.
B2 Harappa: The Cradle of our Civilization / Nazir Ahmad Chaudry. – Lahore 2002, 112 S.
In der Monographie über die Indus-Kultur Harappa werden Metalle häufig, Anwendung von Holzkohle nur einmal erwähnt.
Auf Köhlerei wird nicht eingegangen.
B3 Auf den Spuren der Antike: Heinrich Schliemanns Berichte über seine Entdeckungen in der griechischen Welt. – Berlin 1974, 591 Seiten.  Mit Beiträgen von Rudolf Virchow und Wilhelm Dörpfeld.
In den Berichten Heinrich Schliemanns werden Holzkohle und Köhlerei nicht erwähnt. Bei Rudolf Virchow gibt es einen einzelnen Hinweis auf Holzkohle.
B4 Atlas Archäologie; Die faszinierende Welt unserer Vorfahren / T.Taylor; M.Aston. – Köln 2004, 207 S.
Es gibt einen Hinweis auf die Rolle der Holzkohle für die Metallgewinnung und den großen Aufwand für die Holzkohleerzeugung. Weitere Aussagen zu Holzkohle bzw. Köhlerei  werden im Atlas Archäologie nicht gemacht.
B5 Forschungen zu Mensch und Umwelt im Odergebiet in ur- und frühgeschichtlicher Zeit / Gringmuth-Dallmer ; Leciejewicz, Mainz 2002
Im Forschungsbericht von Gringmuth-Dallmer u.a. gibt es in drei Textstellen kurze Hinweise auf Holzkohle. Aussagen zur Holzkohleproduktion enthält der Bericht nicht.
B6 Untersuchungen zur Umweltgeschichte u. Agrarökonomie im Einzugsbereich hethitischer Städte / W. Dörfler, Reinder Neef u.Rainer Pasternak. – In: Mitteilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft zu Berlin, Berlin 2000, S.367-380.
Der Bericht von W. Dörfler u.a. enthält keine Hinweise auf Köhlerei oder sonstige Entstehungsursachen vorgefundener Holzkohle. Es gibt ebenfalls keine Aussagen zur vermutlichen Anwendung der Holzkohle, z.B. für metallurgische Zwecke.
B7 Zu einigen aktuellen Problemen der ältesten Metallurgie / I.R.Selimchanow, In: Moderne Probleme der Archäologie, Berlin (DDR) 1975, S.177-187
Der Beitrag von I.R.Selimchanow enthält keine Hinweise auf Holzkohle oder Köhlerei.
B8 Die Aussagen der Eisenmetallurgie für die archäologisch-historische Forschung / Radomir Pleiner, In: Moderne Probleme der Archäologie, Berlin (DDR) 1975, S.189-198
Es gibt einen Hinweis auf Anwendung von Holzkohle im Schachtofen. Weitere Aussagen zu Holzkohle und Köhlerei sind in Pleiner 1975 nicht enthalten.
C Technikgeschichte
C1 Bergleute und Hüttenmänner im Altertum bis zum Ausgang der Römischen Republik. Ihre wirtschaftliche, soziale und juristische Lage / Helmut Wilsdorf. - Freiberger Forschungsheft, Reihe D, Heft 1. – Berlin 1952, 254 Seiten Großformat + 21 Seiten Sachregister
Zur Publikation Wilsdorf 1952 gehört ein Sachregister mit ca. 2500 Einträgen, von denen lediglich zwei dem Thema Holzkohle gewidmet sind. In den betreffenden Stellen des Haupttextes sind Holzkohle bzw. Kohle nur Nebengegenstände der jeweiligen Satzaussage. In einer Liste von Metallarbeiterberufen mit  95 Einzelberufen bzw. Tätigkeiten des Hüttenwesens und der Schmiedearbeit (inklusive ihren griechischen Benennungen) fehlen Berufs- oder Tätigkeitsbezeichnungen zur Köhlerei völlig.
C2 Montanwesen - Eine Kulturgeschichte / Helmut Wilsdorf. - Leipzig 1987, ca. 400 Seiten
In der Publikation Wilsdorf 1987 gibt es, analog zu Wilsdorf 1952, keine zusammenhängende Beschreibung der Rolle von Holzkohle und Köhlerei im historischen Montanwesen. Das Wort Köhler kommt nur ein einziges Mal vor (im Zusammenhang mit Holzkohleverkauf), entsprechende Synonyme (z.B. Kohlenbrenner) wurden im Text nicht gefunden.
Die über das ganze Buch verstreuten  kurzen Aussagen zu Anwendungen von Holzkohle liegen meist weit auseinander und stellen in der betreffenden Textpassage immer nur einen Nebengegenstand dar (ausgenommen die beschreibenden Texte zu Abbildungen, auf denen u.a. Holzkohle zu sehen ist).
C3 Bergbau, Steinbruchtätigkeit und Hüttenwesen; Band II, Kapitel K  / Robert James Forbes, Göttingen 1967, Reihe Archäologie Homerica, Herausgegeben im Auftrag des Deutschen Archäologischen Instituts
Die Publikation von R.J.Forbes enthält eine Reihe von Aussagen zur Anwendung der Holzkohle im Hüttenwesen. Die Köhlerei wird nicht erwähnt. Im 96 Fachwörter umfassenden griechisch-deutschen Verzeichnis bergmännischer und metallurgischer Fachausdrücke gibt es weder Einträge zur Köhlerei noch zur Holzkohle (analog C1).
C4 Iron Working in Ancient Greece / Radomir Pleiner. – National Technical Museum, Praha 1969. – 55 Seiten, 8 Seiten Anlagen (graphische Darstellungen) 
In Pleiner 1969  werden einzelne Aussagen zum Prozeß des Kohlebrennens gemacht. Es gibt keine Hinweise auf  die Köhler als Personen („charcoal burner“). Minenarbeiter/Bergleute,  Eisenschmelzer und Schmiede kommen im Text relativ häufig vor. Pleiner geht eventuell davon aus, daß die Schmelzer und Schmiede die erforderliche Holzkohle selbst erzeugten. Die verheerenden Abholzungen der Wälder infolge des rasch steigenden Eisenbedarfs im antiken Griechenland finden bei Pleiner 1969 keine Erwähnung.
Zur objektiven Beurteilung der Berücksichtigung der Köhlerei bei R. Pleiner muß seine im Jahr 2000 erschienene Publikation „The European Bloomery Smelters“ mit herangezogen werden. In ihr widmet Pleiner der Köhlerei ein ganzes Kapitel. (siehe Quelle C13).
C5 Montanarchäologie in Europa. - Berichte zum Internationalen Kolloquium „Frühe Erzgewinnung und Verhüttung in Europa“, Freiburg/Breisgau vom 4. bis 7. Oktober 1990. - Sigmaringen 1993, 562 S.
In den Vorträgen des Freiburger Kolloquiums von 1990 gibt es keine Darstellungen der Köhlerei. Auch Hinweise auf  Anwendungen von Holzkohle sind relativ selten. In der von U.Zimmermann in seinem Vortrag für den Bergbau im Südschwarzwald des 13./14.Jh.  formulierten metallurgischen Produktionskette wird die Köhlerei ausgeklammert und den „infrastrukturellen Einrichtungen“ der Produktionsplätze zugeordnet. Das Fehlen eines Sachregisters für den Sammelband erschwert das Feststellen der Häufigkeit von Aussagen zum Themengebiet Holzkohle.
C6 Schwerpunkte der Eisengewinnung und Eisenverarbeitung in Europa 1500-1650 / Kellenbenz u.a. - Kölner Kolloquien zur inter- nationalen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte , Band 2. - Böhlau Verlag Köln, Wien 1974, 505 S. (452 Seiten Haupttext, ohne Anlagen)
In zwei Vorträgen (G.Philipp: Eisengewinnung und Eisenverarbeitung im südwestdeutscher Raum von 1500 bis 1650; Z.Jindra: Geschichte der Eisenerzeugung in Böhmen im 16. und 17. Jahrhundert) wird die Köhlerei als gleichwertige Komponente im Gesamtproduktionsablauf charakterisiert. Dem steht die von Hermann Kellenbenz vorgenommene „Aufgliederung des gesamten Eisenprozesses  in die bergmännische Eisengewinnung, Verhüttung und weitere Verarbeitung“ (vornehmlich Schmiedehandwerk) gegenüber. Die Köhlerei wird hierbei zusammen mit Holzfällern, Fuhrleuten u.a. anderen Gewerken in „weitere Kreise von Arbeitskräfen“, die „Außenarbeiten verrichten“, einbezogen. Damit wird die Köhlerei aus der Kette der Produktions- grundprozese verdrängt und dem zuarbeitenden Bereich der Dienstleistungen zugeordnet (analog Quelle C5).
C7 Sammelquelle zum vorgeschichtlichen Kupferbergbau in Feinan, Jordanien. Einzelquellen:
Andreas Hauptmann: Zur frühen Metallurgie des Kupfers in Feinan, Jordanien. – Bochum, 2000
Andreas Hauptmann: Das alte Montanrevier von Feinan - Zur Geschichte einer Kupfererzlagerstätte. – In: Vernissage-Die Zeitschrift zur Ausstellung (Beschreibung):  „Gesichter des Orients. 10.000 Jahre Kunst und Kultur aus Jordanien“. - 20/04 12. Jahrgang 138, S.28-33
Ausstellungstafeln  „Gesichter des Orients ...“, Altes Museum, Berlin 08.10.2004 – 09.01.2005 (Ausrichter der Tafeln, des Panoramas eines Stolleneingangs und eines Schmelzofens in Feinan: Bergbau-Museum Bochum).
Ausstellungskatalog „Gesichter des Orients....“
In allen o.g. Quellen erfolgt keine Darstellung der in Feinan im großen Maßstab tätig gewesenenen Köhlerei. In die von den Autoren formulierte Kausalkette der Tätigkeit alter Berg- und Hüttenleute:  „Erz => Bergbau => Verhüttung => Rohmetall => Weiterverarbeitung (Legieren, Gießen etc.) => Fertigprodukt => Handel“  werden Köhler und Köhlerei nicht einbezogen. Holzkohle und Kohlenbrennen werden auf der diesbezüglichen Ausstellungstafel nicht genannt.
C8 Chronik der Technik. – Bertelsmann Lexikon Verlag, Bertelsmann Electronic Publishing, Gütersloh, München 1995 CD-ROM
Die Chronik enthält acht Artikel mit Hinweisen auf Holzkohle. Köhlerei, Meilertechnologie etc. werden nicht beschrieben.
C9 Die Technik des Altertums / Albert Neuburger, Leipzig 1929, 570 Seiten
Neuburger widmet der Köhlerei kein gesondertes Kapitel. Einige allgemeine Hinweise auf Holzkohlenanwendung enthält der Abschnitt „Eisen“ im Kapitel „Die Metalle und ihre Gewinnung. (Das Hüttenwesen)“. Eine etwas ausführlichere Beschreibung der Verwendung von Holzkohle sowie der Herstellung von Holzkohle und Teer im Meilerbetrieb befindet sich im Kapitel „Feuerzeuge, Beleuchtung und Heizung“, Teilkapitel „Die Heizung“, Abschnitt „Brennmaterialien“.
C10 Die Geburt des Hephaistos. Technologie und Kulturgeschichte neolithischer Metallverwendung im Vorderen Orient / Ulf-Dietrich Schoop, Espelkamp 1995, ca. 150 Seiten Großformat
Die Quelle hat kein Sachwortregister. In seiner Publikation von Schoop wird der Terminus „Holzkohle“ weitestgehend vermieden. Auffällig ist das besonders dort, wo  von „pyrotechnischen Tätigkeiten“ oder „pyrotechnischen Künsten“ (s.o.) die Rede ist. Nur in zwei knappen Aussagen (s.o.) wird Holzkohle direkt erwähnt. Die Köhlerei wird nicht dargestellt, der Köhler als Person bleibt ungenannt. Das entspricht verschiedenen Veröffentlichungen zu Fenan/Feinan von Andreas Hauptmann (siehe Quelle C7), dem Verfasser des Vorworts zu dem hier betrachteten Buch.
C11 The Beginnings of Metallurgy in China / Katherin M. Linduff u.a., , New York 2000
Die Erzeugung von Holzkohle wird von Linduff u.a. zusammen mit Bergbau, Hüttenwesen und anderen Gebieten als einer der technologischen Prozesse gesehen, von denen die Entwicklung der Metallurgie abhängt.
C12.1 Die ältesten Verfahren der Erzeugung technischen Eisens durch direkte Reduktion von Erzen mit Holzkohle in Rennfeuern und Stücköfen und die Stahlerzeugung unmittelbar aus dem Eisenerz / Bernhard Neumann, Berlin 1954.  Mit einem Nachwort (Anhang) von Helmut Wilsdorf (siehe C12.2).
Die Publikation von B. Neumann enthält zahlreiche Aussagen zur Holzkohle im technologischen Prozeß
C12.2 Historische und archäologische Quellen zur Geschichte des Eisens / H.Wilsdorf  (Anhang zur Arbeit von B.Neumann)
Im Anhang von H. Wilsdorf gibt es keine Aussagen zu Holzkohle oder Köhlerei.
C13 Iron in Archaeology:The European Bloomery Smelters / Radomir Pleiner, Praha 2000, ca. 380 Seiten
Die Publikation Pleiner 2000 enthält ein eigenes Kapitel über das Kohlenbrennen (charcoal burning). In den beiden Glossaren sind  keine Fachwortartikel zu Holzkohle oder Köhlerei.
C14 Aus der Geschichte der ältesten Metallurgie des armenischen Hochlands / A.Z.Gevorkian, Jerewan 1980, 128 S.russ.
Die Publikation von Gevorkian enthält keine Hinweise auf Holzkohle (drevesnij ugol’) bzw. Köhlerei (uglezzenie) oder Kohlenbrenner (ugol’schtschik oder uglezok).
C15 Frühe Bergvölker in Armenien und im Kaukasus / Kay Kohlmeyer; Geraldine Saherwala, Ausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte, Berlin 1983, 84 Seiten
Die Publikation von Kohlmeyer u.a. enthält keine Hinweise auf Holzkohle oder Kohlenbrennen (Köhlerei). Die Chalyber (vermutlich ältestes eisenproduzierendes Volk) werden nicht erwähnt.
C16 A History of Armenia / Vahan M.Kurkijan, Armenian General Benevolent Union of America, New York 1959, 526 pages
Kurkijan berichtet über die eisenproduzierenden Chalyber, macht aber in der gesamten Publikation keine Aussagen zur Erzeugung und Anwendung von Holzkohle.
C17 Der Wald in Altpreussen als Wirtschaftsraum / Friedrich Mager, Köln Graz 1960  (Reihe Ostmitteleuropa in Vergangenheit und Gegenwart)
Die Publikation von F. Mager ist eine ergiebige Quelle zu Fragen der Ökonomie und der Umwelt im Zusammenhang mit der Köhlerei im Mittelalter.
C18 Zur frühen Metallurgie des Kupfers in Fenan/Jordanien / Andreas Hauptmann. – In: Der Anschnitt, Beiheft 11,  Bochum 2000
In Hauptmann 2000 zu Fenan finden sich keine Hinweise auf die Herkunft des zur Verhüttung erforderlichen Holzes und auf die umfangreiche Holzkohleproduktion. Vereinzelt erfolgen knappe Angaben zum Einsatz von Holzkohle in der Erzverhüttung. Bei der Kurzbeschreibung einer „Werkstatt mit allen Funden aus der Metallurgiekette“ (s.o.) werden die in anderen Fenan-Publikationen Hauptmanns genannten und in der Ausstellung „10.000 Jahre Jordanien“ anschaulich demonstrierten zahlreichen Holzkohlefunde nicht erwähnt. Die Köhlerei wird nicht in die vom Autor formulierte Metallurgiekette eingebunden.
C19 Kelten zwischen Alesia und Pergamon; Eine Kulturgeschichte der Kelten / Friedrich Schlette, Leipzig, Jena, Berlin 1976, 183 Seiten
In der von Schlette formulierten Kernaussage:  „...Ohne den pflügenden Bauern, den viehhütenden Hirten, den erzsuchenden Bergmann und den eisenverarbeitenden Hüttenmann und Schmied...“  bleiben die Köhler und ihr Handwerk bzw. Gewerbe unerwähnt. Auch im weiteren Text werden die Köhler im Unterschied zu den Hüttenleuten und Schmieden nicht als eigene Berufsgruppe eingeordnet. Aussagen zur Köhlerei gehen über kurze Andeutungen nicht hinaus. Zur Technologie des Kohlebrennens bei den Kelten gibt es nur die ein einziges Mal erfolgte Verwendung des Terminus „Kohlenmeilergruben“. Das Kapitel „Oppida“ enthält überhaupt keine Aussagen zur Köhlerei.
Im Widerspruch dazu werden an anderer Stelle der Publikation die Verhüttung, die Meilerei und das Schmiedehandwerk als die drei in einer Produktionsstätte vereinigten Produktionsbereiche genannt.
C20  Zur Geschichte der Eisengewinnung mit Holzkohle und Steinkohlenkoks / Collin;Wetzel, N.T.M. 12, S. 65-79, Basel 2004
Collin/Wetzel machen keine Angaben zur Köhlerei. Relevant unter dem Aspekt der Köhlerei sind die Aussagen zur Waldvernichtung in England im 15. und in Irland im 17. Jahrhundert.
C21  Eisen und Eisenbereitung in ältester Zeit / Axel W.Persson, In:Arsberättelse 1933-1934, Lund 1934, S.111-127
Der Artikel von Persson enthält keine Hinweise auf Holzkohle und Köhlerei.
C22 A History of Metallurgy / R.F.Tylecote, The Institute of Materials, 1992, ca. 200 Seiten. – Second Edition
Außer einer Reihe von Einzelaussagen enthalten die Kapitel der Publikation Tylecote keine zusammenhängende Darstellung der Bedeutung von Holzkohle.  Die Köhlerei wird als Gewerbe nicht erwähnt.
C23 Archäometallurgie der Alten Welt; Internationales Symposium Heidelberg 1987. – Bochum 1989, ca. 320 Seiten.  Inhalt: Geleitwort und 34 Vorträge
C23.1 Untersuchungen an Holzkohlen aus frühen Schmelzplätzen / Marie-Luise Hillebrecht. – In: C23, Seiten  203-212
Hillebrecht befaßt sich mit Untersuchungen zur Holzkohlegewinnung und –anwendung im Mittelalter anhand von Grabungsbefunden aus dem Harzbereich. Spezifisches Holzkohlethema.
C23.2 Die Brennstoffressourcen im Raum Fenan (Wadi Araba, Jordanien) und die bei der Kupferverhüttung verwendeten Brennstoffe / Baierle, Frey, Jagiella, Kürschner. – In: C23, Seiten 213-222
Baierle u.a. untersuchen relativ ausführlich die Bedingungen und Auswirkungen der Holzkohleproduktion in Fenan. Nicht untersucht werden: Standorte, Technologien, Organisation der Holzkohleerzeugung sowie die Lebensbedingungen der Köhler.
C23.3 Cayönü Tepesi and the Beginnings of Metallurgy in the Ancient World / James D.Muhly. - In: C23,  S. 1-11
Der Vortrag von Muhly enthält keine Hinweise auf Holzkohle bzw. Köhlerei.
C23.4 The Earliest Periods of Copper Metallurgy in Feinan, Jordan / Andreas Hauptmann. - In: C23, Seiten 119-135
Der Vortrag von A. Hauptmann enthält keine Hinweise auf Holzkohle bzw. Köhlerei.
C23.5 Untersuchungen zur Herstellung von Kupfer und Kupferlegierungen im Bereich des östlichen Mittelmeers (3500-1000 v.Chr.) / Ulrich Zwicker. – In: C23, Seiten 191-201
Im Vortrag von Zwicker gibt es eine Reihe von Hinweisen auf  die Holzkohlenanwendung in der Kupfermetallurgie sowie eine Aussage zur generellen ökonomischen Bedeutung der Holzkohle.(s.o.). Angaben zur Holzkohleproduktion / Köhlerei fehlen.
C23.6 Antike Goldgewinnung in der Ostwüste Ägyptens / Dietrich Klemm, Rosemarie Klemm. – In: C23, S.227-234
Der Vortrag von D.Klemm und R.Klemm. enthält keine Hinweise auf Holzkohle bzw. Köhlerei.
C23.7 Geleitwort / Rainer Slotta. - In: C23
In R.Slottas Geleitwort zum Symposium bleibt die Köhlerei ungenannt. Der Holzkohlebedarf des Hüttenwesens und der Holzbedarf der Bergwerke werden als die Verursacher beträchtlicher Umweltschädigungen erkannt, allerdings ohne auf die eigentlich verantwortlichen ökonomischen bzw. gesellschaftlichen Hintergründe hinzuweisen.
C24 The Beginnings of Metallurgy; Proceedings of the International Conference, Bochum 1995 / Andreas Hauptmann u.a. . – In: Der Anschnitt, Beiheft 9, Bochum 1999, ca. 360 Seiten. Inhalt: Vorwort und 29 Vorträge
C24.1 Aspects of early metal use in neolithic Mesopotamia / Ulf-Dietrich Schoop. – In: C24, Seiten 31-36
Der Vortrag von Schoop enthält keine Hinweise auf Holzkohle bzw. Köhlerei
C24.2 Early metalworking at Cayönü / Robert Maddin, James D.Muhly, Tamara Stech. – In: C24, Seiten 37-44
Der Vortrag von Maddin u.a. enthält keine Hinweise auf Holzkohle bzw. Köhlerei.
C24.3 Frühneolithische Metallurgie von Asikli Höyük / Ünsal Yalcin, Ernst Pernicka. – In: C24, Seiten 45-54
Der Vortrag von Yalcin/Pernicka enthält keine Hinweise auf Holzkohle bzw. Köhlerei.
C24.4 Zum frühen Auftreten der Zinnbronze in Mittelasien / Vladimir Ruzanov. – In: C24, Seiten 103-105
Der Vortrag von Ruzanov enthält keine Hinweise auf Holzkohle bzw. Köhlerei.
C24.5 The earliest steps to copper metallurgy in the western Arabah / John Merkel, Beno Rothenberg. – In: C24, Seiten 149-166
Der Vortrag von Merkel/Rothenberg  enthält außer drei Hinweisen auf  kleinere Holzkohlenfunde keine Angaben zu Holzkohlenanwendung und Köhlerei.
C24.6 Paradigms of metallurgical innovation in prehistoric Europe / Paul T. Craddock. – In: C24, Seiten 175-192
Der Vortrag von Craddock enthält keine Hinweise auf Holzkohle bzw. Köhlerei.
C24.7 Die Anfänge der Metallurgie an der westlichen Schwarzmeerküste / Henrieta Todorova. – In: C24, Seiten 237-246
Der Vortrag von Todorova enthält außer einer Einzelaussage keine Hinweise auf Holzkohle bzw. Köhlerei.
C25 Propyläen Technikgeschichte; Bd.1 Landbau und Handwerk: 750 v.Chr. bis 1000 n.Chr. / Wolfgang König (Hrsg.), Dieter Hägermann, Helmuth Schneider, Berlin 1991, 544 Seiten
In den Propyläen Technikgeschichte wird die Bedeutung der Holzkohle als unverzichtbarer Brennstoff für die Metallerzeugung und –verarbeitung  (insbesondere Eisen) hervorgehoben. Es wird auf die Existenz von Bergwerks- und Verhüttungszentren und auf Produktion im Verbund einschließlich Holzkohlegewinnung hingewiesen.  Zur Technologie der Köhlerei gibt es nur wenig Aussagen. Der Köhler als Person wird lediglich mit dem Hinweis auf die Komödie von Aristophanes erwähnt.
D Populärwissenschaft
D1 Die Eisenzeit beginnt – die Kelten in Mitteleuropa / Alix Hänsel. -  Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte Schloß Charlottenburg, Berlin, 1995, 44 S.
Die Museumspublikation von A.Hänsel enthält u.a. eine komplexe Darstellung der Köhlerei, eingebunden in die Technologische Kette mit den Hauptkomponenten Köhlerei, Bergbau, Verhüttung, Schmieden, Handel.
D2 Elba; Seine Mineralien zur Zeit der Etrusker / Alessandro Canestrelli, 28 Seiten, o.D. (Kauf 2003)
In der Publikation von Canestrelli wird nicht auf die Technologie und Organisation der Holzkohlengewinnung eingegangen. Es gibt keinen Hinweis darauf, wer die benötigten gewaltigen Mengen Holzkohle erzeugt hat, wie und an welchen Orten das geschah. Auch über die Köhler selbst , ihre Arbeit und ihre Lebensbedingungen wird nichts berichtet (Gleiches gilt für die auf Elba tätigen Berg- und Hüttenleute).
E Lexika
E1 Grosses vollständiges Universal Lexikon aller Wissenschaften und Künste. – Halle und Leipzig, 1737, Seiten 1413-1423
Umfangreicher Artikel (5 ½ zweispaltige Druckseiten) zum Stichwort „Kohle“ mit Beschreibung der Technologie des Herstellens von Holzkohle, des Kohlenmeilers (Meuler, Kohl-Meuler oder Kohlen-Meuler), der Arbeit des Köhlers (Koler oder Meuler- Köhler), der technischen Probleme und der gesundheitlichen Gefahren beim Kohlenbrennen. Beschrieben wird ferner das Verkohlen von Torf (Turff, Turff-Kohlen-Brennen) im Erzgebirge (Schneeberg, JohannGeorgen-Stadt, Großhartmannsdorf und andere Orte).
Nachträge
C26 Handbuch der ältesten vorgeschichtlichen Metallurgie in Mitteleuopa / Helmut Otto; Wilhelm Witter, Leipzig 1952, über 220 Seiten
Das Handbuch hat die Entwicklung der Bronzemetallurgie zum Hauptgegenstand. Im Textteil (die Analysetabellen wurden nicht überprüft) gibt es einen einzigen Hinweis auf Hk. Er betrifft die vermutete Anwendung von Hk in Ecuador beim Erzeugen von Gold- und Platinlegierungen. Aussagen zur Köhlerei wurden in der Quelle nicht gefunden.

Zum Seitenanfang

Zum Inhaltsverzeichnis