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Holzkohle ist ein in der Natur entstandenes oder durch Menschenhand geschaffenes Produkt der Verschwelung von Holz. Bei der unter hochgradigem Luftabschluß erfolgenden Verschwelung wird das Holz in einen weiterhin brennbaren Stoff umgewandelt, der mikrobiell nicht zersetzt werden kann, dessen Kohlenstoffgehalt 80 bis 90 Prozent beträgt und dessen Heizwert den des Holzes um ein Vielfaches übersteigt.
Zur Bildung von Holzkohle kommt es in der Natur, seitdem es auf dem festen Land ligninhaltige, holzartige Gewächse gibt. Die Entwicklung von Landpflanzen begann vor etwa 420 Millionen Jahren. Mit dem Vorhandensein solcher Pflanzen entstanden zugleich die Bedingungen für das Auftreten von kleineren Vegetationsfeuern bis zu großflächigen Waldbränden. Diese auch als Wildfeuer bezeichneten Brände hatten häufig durch mangelnde Luftzufuhr verursachte Schwelbrände im Gefolge, bei denen das Holz nicht rasch verbrannte, sondern in langsamerem Tempo zu Holzkohle verschwelte.
Externe Auslöser von Wildfeuern auf der noch nicht von Menschen bewohnten Erde waren vor allem Naturereignisse wie Blitzschläge und Vulkanausbrüche. Große, stark verdichtete Biomassen konnten ohne externe Einwirkung bei Erreichen hoher Innentemperaturen ebenfalls in Brand geraten. Die größten und vernichtendsten Feuer wurden durch Einschläge von Asteroiden auf die Erdoberfläche hervorgerufen. Die dabei entstandenen gewaltigen Hitzewellen dürften in den Einschlagsbereichen zum schnellen und vollständigen Verbrennen aller holzhaltigen Pflanzen geführt haben.. Schwelbrände mit Holzkohlenbildung waren unter diesen Bedingungen vermutlich nur in Gebieten möglich, die vom unmittelbaren Einschlagsort weiter entfernt lagen.
In der Natur entstandene Holzkohle ist in den im Verlauf der Erdgeschichte gebildeten Sedimenten, Höhlenablagerungen und anderen Bodenschichten in fossiler Form vielfältig anzutreffen. Über die langen erdgeschichtlichen Zeiträume hinweg wurden die oftmals voluminösen Holzkohlen durch die verschiedensten auf sie einwirkenden Kräfte in immer kleinere Stücke zerlegt oder gänzlich zu Pulver zerrieben. Die natürlichen Strukturen der ursprünglichen Hölzer blieben, unabhängig von der Größe der Holzkohlenstücke, stets erhalten und ermöglichen heute der Wissenschaft Rückschlüsse auf die in erdgeschichtlicher Vergangenheit existierenden Pflanzenwelten.
Die über endlose erdgeschichtliche Zeiträume hinweg fortwährend und über den ganzen Erdball verteilt auftretenden Wildfeuer führten nicht immer zu Ablagerungen von Holzkohle. Andernfalls müßte, infolge der faktisch unbegrenzten Lebensdauer dieser Substanz, auf der gesamten Erdoberfläche (die Meeres- und Ozeanböden mit ihren Sedimentschichten eingeschlossen), Holzkohle in großen Mengen anzutreffen sein. Einer derart unbegrenzten Ausbreitung wirkte vor allem entgegen, daß Schwelbrände als Verursacher von Holzkohlenbildung erst entstehen, wenn ein ursprünglich offener Brand gezwungen wird, entweder unter stark eingeschränkter Luftzufuhr weiterzubrennen oder gänzlich zu verlöschen. Zwänge dieser Art können in der Natur bei bestimmten Bodenverhältnissen (zum Beispiel sumpfige Böden oder Böden von Nadelwäldern) oder bei plötzlichen Verschüttungen brennender Flächen (beispielsweise durch Erdrutsche oder Absenkung unterhöhlter Böden) auftreten.
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Präzise Aussagen über das Herstellen und Anwenden von Holzkohle für die Metallverhüttung in Mesopotamien liefert eine auf Tontafel geschriebene Anweisung des Babylonierkönigs Hammurabi aus der Zeit um 1700 v.0 :
Aus dem Hammurabi-Text läßt sich erkennen, daß mit den Hölzern Kohlenmeiler aufgestellt werden sollten. Eventuell reichte das Holz einer Schiffspartie für mehrere Meiler. Als Meilertyp käme ein aus drei Etagen bestehender Erdmeiler in Frage, denn dem entsprächen die geforderten Stücklängen der Hölzer. Dieser lange vor Beginn der Antike verfaßte Text weist auf ein arbeitsteiliges Zusammenwirken hin, in das Forstarbeiter und Transportarbeiter, Köhler und Hüttenarbeiter einbezogen waren. Im Text wird verdeutlicht, daß die Erzeugung von Holzkohle zu den wesentlichsten Voraussetzungen für das Tätigwerden der Hüttenarbeiter (Metallarbeiter) gehörte, die sonst „mit leeren Händen dasitzen." |
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Im achten Jahrhundert v.0 schildert Homer in der Ilias die metallurgischen Vorgänge zum Anfertigen eines Schildes für den griechischen Held Achilleus:
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Durch Aischylos kam es zu dem griechischen Wort „Chalybs" für Stahl. Eine dramatische Beschreibung vom Leben der Chalyber gibt Apollonius von Rhodos (ca. 295-215 v.0) in der Dichtung „Die Argonauten":
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In der griechischen Mythologie werden die erste Eisenerzverhüttung und Bearbeitung geschmolzenen Eisens den Idäischen Daktylen zugeschrieben. Diese galten als dämonenartige Geister des Waldes mit hoher Kunstfertigkeit in der Erzeugung von Kupfer und Eisen sowie in der Metallverarbeitung. Heimat der Daktylen war das Ida-Gebirge in Phrygien, Zentralanatolien. Das ungefähr im 12.Jahrhundert v.0 gegründete Reich der Phryger gehörte vorher zum Reich der Hethiter. In bezug auf das Verhütten von Eisenerzen und Erzeugen von Stahl verhinderte im Hethiterreich ein mit drastischen Strafen belegtes Verbot jahrhundertelang jegliche Weitergabe von Wissen und Erfahrungen aus diesem technologisch führenden Land Anatoliens an die Hüttenleute und Schmiede anderer Länder. |
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Wie in vielen außerafrikansichen Ländern kamen auch im frühen Afrika die Rennöfen zur Anwendung. Der in Yelwani (Niger) verwendete Ofentyp konnte, wie im Experiment nachgewiesen wurde, etwa zwanzigmal benutzt werden. Die mit jeder Verhüttungsprozedur entstandene Luppe reichte für das Schmieden von 20 bis 30 Sicheln oder Hacken . (Celis S.56-71 und 96).
Lebensbedingungen und Arbeitsumfang der südlich der Sahara in der Sahelzone seßhaften Schmiede der Frühzeit lassen sich aus vergleichenden ethnologischen Untersuchungen ableiten:
Die schon in der afrikanischen Frühgeschichte genutzten Verfahren der Eisengewinnung und Eisenverarbeitung kamen im südlichen Afrika noch Ende des 19.Jahrhunderts n.0 zur Anwendung, wobei die Arbeit nach dem Prinzip der Produktionsketten organisiert war. Ein Beispiel hierfür ist das ostafrikanische Malawi, wo es in jedem Dorf eine eigene Schmelzhütte sowie Köhler und Schmiede gab. |
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Zum Quellenverzeichnis
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