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( 1 ) Zum Begriff der Verhüttung |
Unter Verhüttung
werden thermisch-chemische Prozesse verstanden, in denen aus aufbereiteten,
angereicherten Erzen Metall gewonnen wird. Das geschah in der Bronzezeit
in speziellen Öfen mit und ohne Gebläse. Als Brennstoff wurde
hauptsächlich Holzkohle sowie unter besonderen
Umständen auch Holz verwendet.
Wichtigste archäologische Spuren der Verhüttung sind Schlacken, Ofenruinen und Reste von verhüttetem Metall. Das Alter der Schlacken läßt sich mittels der Thermolumineszenz-Methode bestimmen. Das Alter der in Schlacken eingeschlossenen Holzkohlenreste wird nach der C-14-Methode ermittelt.Die Verhüttungsöfen befanden sich, von einigen Ausnahmen abgesehen, zumeist in demjenigen Bergbaurevier, wo die zum Verhütten bestimmten Erze abgebaut wurden. Wegen der schädlichen Rauchgase der Öfen gab es jedoch immer einen angemessenen Abstand zu den Anlagen der Erzaufbereitung und gegebenenfalls zu Orten, wo Erzgewinnung im Tagebau stattfand. Allerdings zwang Erschöpfung der Brennstoffressourcen (insbesondere der Ressource Holz für die Holzkohlenerzeugung) oft dazu, den Standort der Verhüttungsöfen an Orte zu verlegen, die sich relativ weit entfernt vom Bergbaurevier befanden. Die Entfernungen betrugen z,B. in der spanischen Sierra Morena 10-20 km. Um natürliche Winde für den Ofenzug zu nutzen, wurden bei entsprechendem Gelände Berghänge als Ofenstandorte gewählt. vgl. 401 Meier |
Unterschieden wird zwischen Tiegelöfen, Schalenöfen
und Schachtöfen. Kupellationsöfen zur Silber- und Bleigewinnung
bleiben in der vorliegenden Studie unberücksichtigt.
Kupellation (auch: Kupellationsverfahren) ist ein Verfahren zur Abtrennung von Edelmetallen, zum Beispiel Gold oder Silber, aus Legierungen mit unedleren Metallen. Der Prozess ist auch als Abtreiben oder Treibarbeit bekannt. Das verunreinigte Metall wird mit Blei legiert, welches die Verunreinigungen in sich aufnimmt. Das entstehende Bleioxid wird mitsamt den unedleren Metalloxiden von einem porösen Tiegelchen, der Kupelle oder Kapelle aufgesaugt. Gold und |
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| Tiegelöfen
waren kleine, in Tiegel- oder Herdform gebaute Öfen, die ins Holzkohlenfeuer
gestellt wurden. Die erreichbare Temperatur lag bei 800°C. Bei künstlicher
Luftzufuhr mittels Blasrohren (zum Beispiel in Ägypten)
kam es zu noch höheren Temperaturen. Die Bestückung eines Tiegelofens
bestand, wie nachgestellte Verhüttungsexperimente belegen, aus einem
Gemisch von feinkörnigem Erz und sehr kleinen Holzkohlestücken.
Ein Tiegelofen konnte auch aus einer lediglich in den Boden eingelassenen Mulde bestehen, wie Funde auf Siphnos zeigen. vgl. 403 Meier ; siehe auch 404 Sifnos
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| Schalenöfen
waren Öfen oder Herde, bei denen der Innendurchmesser des Ofens. größer
war als die Seitenwandhöhe (Beispielmaße: Durchmesser 150 cm,
Wandhöhe 60 cm). Am unteren Teil der Seitenwand befand sich
das Abstichloch mit einem ins Erdreich eingelassenen, vorgelagerten Abzugskanal
für Schlacke und Schmelzgut.
Die Ofenkonstruktion erlaubte keine genaue Einhaltung der Schmelztemperatur, so dass nur Metall von geringerer Qualität gewonnen werden konnte. Mittels Luftöffnungen am unteren Ofenrand ließ sich die Qualität des gewonnenen Metalls verbessern. Künstliche Luftzufuhr erhöhte die Temperatur des Holzkohlenfeuers sehr schnell auf mehr als 1100°C. Schalenöfen wurden lagenweise mit Brennmaterial (Holzkohle oder Holz) und Erz beschickt. Zum Verhütten eigneten sich nur Kupfer- und Bleierze. |
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| Schachtöfen
waren schmale zylindrische Schmelzöfen mit hoher Seitenwand (Mantel).
Die Innendurchmesser des sich nach oben verjüngenden Ofenschachtes
waren wesentlich kleiner als die Ofenhöhe, sie betrugen zwischen 60
und 100 cm.. Die Wandstärken waren zur Wärmedämmung und
aus statischen Gründen sehr dick. Sie maßen im unteren Teil
des Schachtes 30-80 cm.
Die Ofenhöhen richteten sich nach der Art der Luftzufuhr (Gebläse oder natürlicher Wind).Sie betrugen meist 2-3 m. Erreicht wurden vermutlich Höhen bis zu 4 m. Alle Schachtöfen hatten unten mindestens 1 bis 2 Tondüsen zur Luftzufuhr. Dort befand sich auch die Abstichöffnung für Schlacke und Metall. Die Ofenbeschickung erfolgte lagenweise mit Brennmaterial (Holzkohle), Zuschlägen und Erz. In nachgestellten Experimenten mit Schachtöfen wurden bei natürlicher Luftzufuhr Ofentemperaturen von 1290 bzw. 1400°C und bei Öfen mit Gebläsevorrichtungen 1200 bis 1300°C erreicht. Schachtöfen kamen hauptsächlich bei der industriellen Erzverhüttung zum Einsatz (z.B. in den Revieren von Laureion (Griechenland) und Carthago Nova (Spanien). Sie waren die eigentlichen Vorläufer der neuzeitlichen Hochöfen. Als Baumaterial der Schachtöfen dienten je nach den örtlichen Gegebenheiten mit Kalkmörtel verbundene Quarzitblöcke, Glimmerschiefer, Gneis, Trachyt (vulkanisches Gestein) oder Ziegelsteine. Der untere Teil des Ofenmantels war an der Innenseite meist mit feuerfestem Verputz ausgekleidet (z.B. einem Gemisch aus Lehm und Sand). In grossen Verhüttungsarealen wie Laureion gab es durch Mauern getrennte Kammern, in denen Gruppen von 6 bis 10 Schachtöfen aufgestellt waren. vgl. 405 ; siehe auch 406 Meier |
Die historische Entwicklung der Verhüttungstechnik
begann mit dem offenen Herd, einem primitiven Ofen, der oft nur aus einer
in den Boden gegrabenen Vertiefung bestand, die mit feuerfestem Material
(Ton, Ziegel oder ein Gemenge von beiden) ausgefüttert wurde.
Ziegel waren sowohl gewöhnliche an der Sonne getrocknete Lehmsteine
als auch aus Ton gebrannte Steine.
Auf dem Sinai verwendete man zum Verhütten von Kupfererzen aus Sandstein aufgebaute Öfen, in die aus einem Gemenge von Quarz, Sand und Ton gefertigte Tiegel (Schmelztiegel) hineingestellt wurden. Das zum Betreiben dieser Öfen benötigte Brennholz mußte von weither geschafft werden, da der Sinai zu jener Zeit (ebenso wie heute) nicht bewaldet war. Spuren von Blasebälgen wurden am Sinai nicht gefunden.
Wie aufgefundene Schlacken zeigen, war der Ofengang schwerfällig und
unvollkommen; der Prozess des Kupferausbringens verlief nicht immer
gleich und einheitlich.
Das im Hüttenprozess gewonnene Kupfer war unrein
und musste zur Erzielung grösserer Reinheit mehrfach umgeschmolzen
werden, wofür es verschiedenartig gestaltete Schmelzöfen gab.
Endprodukte waren Kupferplatten und -blöcke.
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Angaben über die Ofenbeschickung stützen sich mangels älterer Schriftdokumente und infolge des Fehlens von Funden beladener Öfen der Bronzezeit (mit Ausnahme von Röstöfen in der spanischen Sierra Morena) vornehmlich auf nichtantike Quellen. Es kann angenommen werden, daß sich die Verhüttungstechnik und -technologie von der Antike bis zum Ausgang des Mittelalters nicht grundsätzlich verändert hat, so daß die Bezugnahme auf jüngere Daten zum Beschreiben der alten Beschickungsmethoden gerechtfertigt ist. siehe 410 MeierSchachtöfen mussten zu Beginn der Inbetriebnahme mit Holz vorgeheizt werden.Danach folgte das Einfüllen von Holzkohle und von etwas Schlacke aus einem früheren Verhüttungsprozess. Sobald die Holzkohle glühte, begann das lagenweise Beschicken des Ofens mit Röstgut und aufbereitetem Erz unterschiedlicher Stückgrösse sowie mit Zuschlägen und weiterer Holzkohle.bis zur vorgegebenen maximalen Füllhöhe. Das Gewichtsverhältnis von Holzkohle und Erz lag ungefähr bei 1:1 (hier bezogen auf Bleierz). Der Holzkohleverbrauch hing wesentlich von den Raten an zugeführter Luft (natürlicher Luftzug oder Gebläse) sowie vom Metallgehalt des Erzes (reiches oder armes Erz) ab. Dementsprechend uneinheitlich war die Schmelzdauer. Sie betrug bei Naturzugöfen 20-40 Stunden. Agricola nennt für das Verhütten von reichen Bleierzen eine Dauer von 8 Stunden. |
| Zuschläge waren Gesteine, Mineralien,
zur Metallgewinnung nicht benutzte Erze oder Schlacken, Sie wurden den
zu verhüttenden Erzen beigegeben, um den Verhüttungsprozeß
optimal zu gestalten und die Schlackenbildung sowie den Schlackenfluß
zu unterstützen.
Die Anwendung von Zuschlägen geschah auf rein empirischer Basis, wobei die jeweilige Qualität der Schlackenbildung das wichtigste Signal war bezüglich der zu erwartenden Qualität des Endprodukts Metall. Das Ziel bestand darin, eine möglichst metallarme und leichtflüssige Schlacke zu erhalten. Dementsprechend wurden im Verhüttungsprozeß solche Zuschläge bzw. Flussmittel eingesetzt, welche die im geschmolzenen Erz immer noch vorhandenen Gangmineralien durch schlackenbildende Substanzen banden.Hierbei spielte das Verhältnis von Basen und Säuren eine grosse Rolle. Beim Verhütten von Bleierz sollte dieses Verhältnis im Bereich von 2,3 bis 1,2 liegen, was durch gezielte Beigabe von Zuschlägen erreicht wurde. Die entsprechenden Verfahrensweisen im Verhüttungsprozess wurden von Plinius in bezug auf die Bleigewinnung im Detail beschrieben. vgl. 411 Meier |
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| Das Verhütten ist ein thermischer Prozess, bei welchem aus dem Erz (Kupfererz, Zinnerz, Bleierz, Silbererz, Eisenerz u.a.) das reine Metall ausgeschmolzen wird. Einstufige Erze, wie unter anderem die oxidischen und karbonatischen Kupfererze, konnten in einem einzigen Schmelzgang zu Metall reduziert werden. Aus den komplexeren sulfidischen Erzen mussten jedoch erst die schwefligen Bestandteile entfernt werden, da sie sonst die Reduktion des Erzes (siehe unten) behindert hätten. Dazu wurde das Erz in speziellen Öfen geröstet, bevor es in die Erz-Schmelzöfen gelangte. Das sulfidische Erz wurde durch das Rösten zu oxidischem Erz. Der Röstprozess folgte damit dem von der Kalkbrennerei vorgegebenem Muster. EGe ; vgl.412 Neuburger |
| Oxidation ist eine chemische Reaktion bei der im einfachsten Falle Sauerstoff aufgenommen wird. Mit der Oxidation geht immer eine Reduktion einher. Reduktion ist eine chemische Reaktion bei der im einfachsten Falle Sauerstoff abgegeben wird. siehe 413 Glossar Aus hüttenmännischer Sicht ist Reduktion ein Ausdruck für das Erschmelzen von Erzen, deren Metallgehalte in Form von chemischen Verbindungen mit Sauerstoff vorliegen. Bei starkem Erhitzen reagiert der als Reduktionsmittel wirkende Kohlenstoff (Holzkohle und später Koks) mit dem im Erz enthaltenen Sauerstoff und setzt unter Abgabe von Kohlenmonoxyd das Metall frei. siehe 414 stolberg |
Die im Bergbau gewonnenen Erze mussten
in den meisten Fällen für den Verhüttungsprozess aufbereitet
werden. Je nach Art des Erzes und nach Leistungsfähigkeit der zum
Einsatz kommenden Schmelzöfen gehörten zur Erzaufbereitung folgende
Tätigkeiten:
Diese Aufzählung der verschiedenen Tätigkeiten zur Erzaufbereitung gibt keinen Aufschluss über Anzahl und Reihenfolge der in der Aufbereitungspraxis tatsächlich durchgeführten Arbeiten. Informationen über antike Erzwäschen liefern die Anlagen des Silberbergbaus von Laureion mit ihren beeindruckenden Einrichtungen der Wassernutzung durch Stau und Rückgewinnen des Brauchwassers. vgl. 416 Lexikon |
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| Um Kupferze zu reduzieren ist eine
Temperatur von 1100 °C erforderlich. Es
dürfte dies wohl die höchste Temperatur gewesen sein. die man
im Altertum bei hüttenmännischen Prozessen zu erreichen vermochte.
Die Einrichtung aller aus jener Zeit bekannten Öfen läßt darauf schließen, daß man trotz der später allgemeiner gewordenen Verwendung von Gebläsen nicht auf höhere Temperaturen kam. vgl. 417 Neuburger |
| "Die Gewinnung des Zinns geschah im Altertum durchweg
aus Zinnerzen, die wohl zum größten Teil aus Britannien bezogen
wurden, in dem man die alten "Zinninseln" erkennen will. Nach anderer Ansicht
soll Indien das Land der Zinninseln gewesen sein. ... Jedenfalls scheinen
die Phönizier ihr Zinn bestimmt aus Indien erhalten zu haben. Später
wurden dann auch die spanischen Zinngruben ausgebeutet sowie vor allem
- nach der Eroberung Britanniens durch die Römer - die des heutigen
Cornwall."
Über die Art und Weise der Zinngewinnung im Altertum sind keine unmittelbaren Überlieferungen erhalten. Aus gefundenen Resten von Öfen läßt sich aber erkennen, daß diese Gewinnung "ein einfacher Reduktions- und Schmelzprozeß " war. Die Zinnerze wurden über einem Holzfeuer erhitzt, wobei das im Erz vorhandene Zinnoxyd reduziert und das damit gewonnene metallische Zinn ausgeschmolzen wurde. siehe 418 Neuburger |
| Experimentelle Zinnerzverhüttung und Bronzeherstellung
Bei oxidischen Erzen erfolgte ein relativ leichtes Gewinnen
im Schachtofen bei 1300 °C und einem Erz-Holzkohle-Verhältnis
von Eins zu Zwei. Wenn die Sauerstoffzufuhr zu stark war, mußte
wegen Reoxidation vor den Düsen allerdings mit großem Zinnverlust
gerechnet werden.
Eine relativ einfache direkte Bronzeproduktion erfolgte in kleinen Schmelzgruben mit angebauter Hitzeschutzwand und einer ins Zentrum der Grube gerichteten Düse. Zuerst wurd bei 1150 °C das Kupfer geschmolzen. Anschließend wurde gemahlenes Cassiterit direkt auf die Kupferschmelze gestreut. (siehe Anmerkung) Beim Entstehen der Zinnbronze und der Bronzeschlacke kommt es zu keinem größeren Zinnverlust. siehe419 Experimente Anmerkung: Gemahlenes Cassiterit ist wegen der Nebenbestandteile des Minerals kein reines Zinn. Das Aufstreuen würde demzufolge zu einer Verunreinigung der Schmelze führen. (Hinweis von Frank Trommer, Blaubeuren Jan. 2011) |
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| Entstehung der Eisenproduktion
Eisen scheint zunächst ungewollt produziert worden zu sein, als Abfallprodukt beim Schmelzen solcher Kupfererze, die einen hohen Anteil an Eisenerzen hatten. Die Eisenproduktion hat vermutlich in den nördlichen Karpaten (der slowakischen Tatra) und im georgischen Kaukasus etwa gleichzeitig um 1700 v.u.Z. begonnen, gegen Ende einer Zeit bemerkenswerter Neuerungen in der damaligen Metallurgie, die in einem breiten Gürtel quer durch Eurasien stattfanden. vgl.420 Cunliffe Siehe hierzu die Ausführungen über die an der pontischen Küste des Schwarzen Meeres im zweiten Jahrtausend v.u.Z. sesshaften Chalyber. ( E.Gering: Holzkohle und Kohlenbrennen in ur- und frühgeschichtlicher Zeit. - In: Freiberger Forschungsforum, Agricola-Kolloquium 2008, Heft D 227 Geschichte, Seiten 5-28, Kapitel 3.3 ). Siehe auch Quelle 201 im Kapitel 2 der vorliegenden Studie. |
| Eisenverhüttung und Holzkohle
Eisenerz wurde im einfachen Tagebau und gelegentlich auch unter Tage abgebaut. Holzkohle zum Verhütten des Eisenerzes wurde mittels Grubenverkohlung gewonnen. Neuere Versuchsverhüttungen ergaben, daß für 1 kg verwertbarem Eisen etwa 10 bis 30 kg Holzkohle benötigt wurden. vgl. 421 Hägermann |
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| Vermutlich war bereits zum Beginn
des Alten Reiches (2600 v.u.Z.) in Ägypten eine eigenständige
Metallurgie vorhanden. Begründen läßt sich diese
Vermutung mit dem schon zu jener Zeit existierenden Kupfererzabbau
und dem anschließenden Verhütten der Kupfererze im Sinai (unter
anderem im Revier Maghara).
Die vom ägyptischen Kernland ausgehenden Expeditionen zu diesen Kupferminen waren stets staatlich organisiert. Kupferverhüttung und Kupferschmelzen waren staatliches Monopol. Wie in Mesopotamien seit der Ur -III-Zeit unterlagen auch in Ägypten die Erzlieferungen einer behördlichen Kontrolle. Das Aufbewahren des Erzes erfolgte zentral in den Schatzhäusern. siehe 415 Wilde, S.140) Der überregionale Erzhandel fand im gesamten ostmediterranen Raum in Form normierter Barren statt. (Anmerkung: Es ist zu vermuten, daß sowohl erschmolzenes Kupfer als auch unbearbeitete Bronze in Barrenform gehandelt wurden. EGe. Kupferne Werkzeuge und Waffen wurden im offenen
Herdguß gefertigt. Als Brennstoff für die Kupferverhüttung
und für die nachfolgenden Schmelzprozesse wurde Holzkohle
verwendet.
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| Bei der Ofenbeschickung kam Holzkohle
von etwa 100 mm Stückgrösse für die unteren und bis 10 mm
Stückgrösse für die obersten Schichten zur Anwendung. Für
den Holzkohlenbedarf spielte hierbei auch der jeweilige Ofendurchmesser
eine große Rolle.
Es wurde gewichtsmässig ebensoviel Holzkohle wie Erz benötigt. Um 1 kg Holzkohle zu erzeugen, brauchten die antiken Köhler ca. 4-5 kg luftgetrocknetes Holz. Das bedeutete für das Verhütten von einer Tonne Erz einen Bedarf von 4 bis 5 Tonnen Holz.Der Anteil an Kosten, die mit dem Erzeugen und Bereitstellen der Holzkohle an den Verhüttungsplätzen verbunden waren, wuchs dadurch auf etwa 50 Prozent der gesamten Verhüttungskosten.. Um die spezifischen Verhüttungsaufwendungen zu verringern, wurden in der Phase der Erzaufbereitung nicht nur das taube Gestein, sondern auch Erze, die erkennbar nur sehr wenig Metall enthielten, aus dem Verhüttungsprozeß herausgenommen. Kostenreduzierend war auch das Erzrösten, bei dem durch Verbrennen der sulfidischen Bestandteile des Erzes schon vor der eigentlichen Verhüttung eine grössere Dichte an Metall erzielt und zugleich eine höhere Qualität des Endprodukts der Verhüttung gesichert wurde. Für das Erzrösten kam anstelle der Holzkohle das billigere Holz als Brennstoff zum Einsatz. vgl. 422 Meier |
| Mit „Haufwerk“ sind im Bergbau die
herausgebrochenen und in Haufen geschichteten Gesteinsbrocken gemeint,
die keine verwertbaren Anteile enthalten (synonym: taubes Gestein).
Verfahren für die Förderung des Haufwerks vom Gewinnungsort bis über Tage waren: Besonders im prähistorischen Bergbau wurden vor allem wegen der Enge der Grubenbaue Kinder für die Förderarbeit eingesetzt. vgl. 423 Meier Plinius berichtet vom Goldbergbau, wo Bergleute taubes Kieselgestein in etwa 150 Pfund schwere Stücke hauen und diese "auf ihren Schultern in der Finsternis dem Nächsten zureichen; auf diese Weise sehen erst die letzten von ihnen das Tageslicht." siehe 424 Plinius Das oft über grosse Entfernungen erfolgende Transportieren von Holzkohle und Erz geschah im Orient vornehmlich mit Mauleseln und Kamelen. Der Einsatz von Kriegsgefangenen sowie auf andere Weise versklavten Menschen als Träger von Erzen und Holzkohlen ist bei derartigen Landtransporten gleichfalls zu vermuten. EGe Holzkohlentransport in Säcken
"Wär´ ich jung noch wie einst,In der griechischen Antike war auch Steinkohle bekannt. Der Philosoph und Naturforscher Theophrast von Eresos (371-287 v.u.Z.) erwähnt in einem kleinen Buch über die Steine jene "Steinarten, die von selbst brennen". Überliefert ist auch, daß griechische Schmiede Steinkohle, die sie auf den Bergen des Olymp fanden, im Schmiedefeuer gebrauchten. vgl.426 Ress |
| In den aufgeforsteten Regionen des
Kaspischen Meeres und der nördlichen Berge Irans wurde Holzkohle oft
in oberirdischen Stapeln oder Brennöfen
(Meilern) produziert. Für die Ebenen und Hänge des trockeneren
Zentralen Plateaus waren Erdgruben (Grubenmeiler)
typischer. Die Gruben waren von unterschiedlicher Grösse. Im Gebiet
von Shiraz waren sie klein - 1 bis 1.5 Kubikmeter
- und produzierten je Grube nur 60 kg Holzkohle. In Tabas
maßen die Gruben bis zu 10 Kubikmeter und brachten jede 500 bis 700
kg Holzkohle. Die Gruben in Tauran waren von
etwa der gleichen Größe.
Die Unterschiede in den Grubengrössen und den prodzierten Holzkohlemengen können an der Methode des Transports der Holzkohle gelegen haben. In Shiraz wurden das Holz und die Holzkohle von den Arbeitern auf dem Rücken getragen, da es keine Lasttiere gab. Die Holzkohle wurde in 30 kg-Säcke gefüllt und zur Straße getragen, wo sie auf Karren geladen und zur Stadt gebracht wurde. In Tabas und Tauran wurden Holz und Holzkohle auf Kamelrücken transportiert. 500 kg waren zwei oder drei Kamelladungen.Daß die Art des Transportes die (oben genannten) Unterschiede ausmachte, ist nur Vermutung. Andere Faktoren wie die Natur des Terrains können wichtiger gewesen sein. Gruben befanden sich eher an Standorten mit viel Wald und Unterholz (und in Shiraz auch so nahe wie möglich an der Straße) als in möglichst geringen Abständen zu menschlichen Siedlungen. vgl.427 Lee Horne Alle von der Autorin Lee Horne gemachten Angaben beruhen auf ethnologisch fundierten Vergleichen zwischen gegenwartsnahen Beobachtungen und anzunehmenden analogen Tätigkeiten in der Antike. EGe |
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( 13 ) Transport von Holzkohle und Metall auf dem Fluß Tigris in Mesopotamien |
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Anmerkung: upelûm (im obigen Text upellûm) akkadisch Holzkohle. - siehe Verzeichnis akkadischer Wörter im Anhang zum Originaltext (hier nicht wiedergegeben). |
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| Arbeitsprozess | Hauptarbeitsmittel | Arbeitstemperatur | Hauptenergiequellen |
| Erzverhüttung | Tiegelofen | 800°C | Holzkohle, Holz |
| Erzverhüttung | Schalenofen | > 1100°C bei künstlicher Luftzufuhr | Holzkohle u.vermutlich Holz |
| Erzverhüttung | Schachtofen | bis 1400°C bei natürlicher Luftzufuhr | Holzkohle u.vermutlich Holz |
| 1200-1300°C mit Gebläse | Holzkohle u.vermutlich Holz | ||
| Kupferschmelzen | Schmelzofen | 1150°C | Holzkohle |
| Rösten sulfidischer Erze | Röstofen | ||
| zum Vergleich: Ziegelbrennen | altbabylonischer Brennofen | 550-600°C |
| Quellennachweis-
nummer |
Quellennachweis | Rücksprung
zum Text |
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Stefan W. Meier: Bleibergbau u. Verhüttung in der Antike, Fortsetzung 8. - In: Bergknappe 2/98, S. 28 | T401 |
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|
Wikipedia, Kupellation. Version vom 3.8.2009 | T402 |
|
|
Stefan W. Meier, a.a.O., S.28-29 | T403 |
|
|
Wikipedia, Sifnos, Version vom 15.11.2010 | T404 |
|
|
Stefan W. Meier, a.a.O., S. 31-32 | T405 |
|
|
Stefan W. Meier, a.a.O., S. 29-30 | T406 |
|
|
Albert Neuburger: Die Technik des Altertums. - 4. Auflage, Leipzig 1929 (Reprint 1987), S. 136-137 | T407 |
|
|
Die drei jungen Männer im Feuerofen. - In: Die Bibel - Das Buch Daniel. - Stuttgart 2003, S.993-1002 | T408 |
|
|
Albert Neuburger: a.a.O., S. 16-17 | T409 |
|
|
Stefan W. Meier: Bleibergbau und Verhüttung in der Antike, Fortsetzung 9. - In Bergknappe 3/98, S. 23 | T410 |
|
|
Stefan W..Meier: Bleibergbau und Verhüttung in der Antike, Fortsetzung 9. - In: Bergknappe 3/98, S.24 und 25 | T411 |
|
|
Albert Neuburger: a.a.O., S.16 | T412 |
|
|
http://www.archaeometallurgie.de/impressum/glossar.html Stand 21.11.2010 | T413 |
|
|
http://www.stolberg-abc.de/htdocs/rtxt.htm Stand 22.11.2010 | T414 |
|
|
Heike Wilde: Technologische Innovationen im zweiten Jahrtausend vor Christus: Zur Verwendung und Verbreitung neuer Werkstoffe im ostmediterranen Raum. - Wiesbaden, 2003, S. 72-73 u. 140] | T415 |
|
|
Helmut Wilsdorf in: Lexikon der Antike, Leipzig 1977, S.72 | T416 |
|
|
Albert Neuburger: a.a.O., S. 25-26 | T417 |
|
|
Albert Neuburger: a.a.O., S. 25-26 | T418 |
|
|
Einführung in die Bronzezeit - Wintersemester 2008/2009. Experimente der Arbeitsgruppe "Experimentelle Archäologie" in Österreich, S.15 | T419 |
|
|
Barry Cunliffe (Hrsg.): Illustrierte Vor- und Frühgeschichte Europas. - Köln 2000, S. 420 | T420 |
|
|
Dieter Hägermann: Technik im frühen Mittelalter zwischen 500 und 1000.. Eisenerzeugung und -verarbeitung. -. In: Wolfgang König (Hrsg.): Propyläen Technikgeschichte, Frankfurt am Main und Berlin, 1991 S.422 | T421 |
|
|
Stefan W..Meier: Bleibergbau u. Verhüttung in der Antike, Fortsetzung 9. - In: Bergknappe 3/98, S.23 | T422 |
|
|
Stefan W..Meier: Bleibergbau ..., Fortsetzung 4. - In: Bergknappe 2/97, S.27 | T423 |
|
|
Plinius: Naturalis Historiae, Buch 33, 71 | T424 |
|
|
Aristophanes: Die Acharner. - In: CD Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 1239]. (vgl. Aristophanes: Komödien, Aufbau-Verlag Berlin, Band 1, S. 11 | T425 |
|
|
Geschichte der Kokereitechnik / Franz Michael Ress. – Essen 1957, S. 21 | T426 |
|
|
Lee Horne: Fuel for the Metal Worker. The Role of Charcoal and Charcoal Production in Ancient Metallurgy (Brennstoff für den Metallarbeiter. Die Rolle der Holzkohle und der Holzkohlenproduktion in der alten Metallurgie). - In: Expedition Bd. 25, Nr. 1, Herbst 1982, S. 6-13. - Universität von Pennsylvania Museum, Philadelphia | T427 |
|
|
Die Metalle im Alten Orient: unter besonderer Berücksichtigung altbabylonischer Quellen / Karin Reiter . - Münster 1997, S. 118, Fußnote 30 | T428 |
Erläuterungen zu den Quellennachweisnummern und zum Quellenverzeichnis ===>
(17)
Ende von Kapitel 4 (Verhüttung)
Aufruf des nächsten Kapitels über das nachstehende Kapitelverzeichnis Teil I, Spalte 1
| Kapitel | Thema | Kurzbezeichnung |
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Prolog | Prolog |
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Anlegen und Beherrschen von ortsfesten Feuern | Feuerbeherrschung |
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Holzkohle als Energiebasis der historischen Montanindustrie | Holzkohle |
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Suchen, Finden und Abbauen von Erzen | Erzabbau |
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Verhütten von Erzen zur Metallgewinnung | Verhüttung |
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Bearbeiten und Weiterverarbeiten von Metallen | Metallverarbeitung |
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