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Veröffentlicht in: Gesellschaftswissenschaftliche
Information und Dokumentation in der DDR
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| Ziele und Ausgangspositionen
Die direkte Mensch-Maschine-Kommunikation */,
deren Möglichkeiten mit zunehmender Automatisierung der Informationsverarbeitung
immer deutlicher sichtbar werden, ist für die Intensivierung der im
gesellschaftswissenschaftlichen Bereich ablaufenden Informations- und Kommunikationsprozesse
von großer Bedeutung.
Um auf diesem Wege zu tatsächlich effektiveren
Methoden der wissenschaftlichen Kommunikation zu gelangen, genügt
es nicht, den Nutzern einen immer schnelleren Zugriff zu wachsenden Informationsmengen,
verbunden mit ensprechenden Auswahlroutinen, zu ermöglichen. Zweifellos
sind die auf diesem Gebiet stattfindenden Veränderungen der Informationstechnologie
für das Beherrschen der auf nationaler und internationaler Ebene entstehenden
großen Informationsfonds **/ und damit
für eine spürbare Qualitätserhöhung in der Informationsverarbeitung
unerläßlich. Rechnergestützte wissenschaftliche Kommunikation
im eigentlichen Sinne erfordert aber neuartige, weiterreichende Lösungen,
bei denen die kommunikativen Beschränkungen, welche den bisherigen
Verfahren innewohnen, dem jeweiligen Anwendungsfall gemäß
deutlich reduziert sind.
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| Das Ziel besteht darin, die auf wissenschaftlichem
Gebieten bestehenden zwischenmenschlichen Kommunikationsbeziehungen immer
besser durch die Kombination menschlicher und maschineller Fähigkeiten
nachvollziehbar zu machen ( ohne Grenzen zu verkennen, die einer solchen
Kombination auf dem jeweiligen Entwicklungsniveau seitens der Maschine
gesetzt sind ), um für den Menschen im Kommunikationsprozeß
mit der Maschine spürbare Effektivitätsgewinne zu sichern.
Unter dem Aspekt gesellschaftswissenschaftlicher Kommunikation muß dabei als nächstes erreicht werden, daß die meist in frei strukturierter Form, das heißt in natürlicher Sprache vorliegenden Informationen auf die von der Maschine interpretierbaren syntaktischen Strukturen möglichst adäquat abbildbar sind und daß die Maschine diese Strukturen bei der Informationsausgabe so aufbereitet, daß sie vom Menschen relativ mühelos in ihrer Bedeutung erkannt, das heißt in semantische Informationen zurückverwandelt werden können. Mit anderen Worten: In dieser Phase des Gestaltens der Mensch-Maschine-Kommunikation geht es um das Akzeptieren und das Bereitstellen natürlichsprachiger */ Informationen durch die Maschine und um die Möglichkeit für den Menschen, zum Zwecke der Informationseingabe und –recherche mit der Maschine einen natürlichsprachigen Dialog führen zu können.
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| Eine sehr nützliche, wenn auch noch nicht hinreichend
praxisreife Lösung ist in dieser Hinsicht das von einer Forschungsgruppe
des Zentrums für Forschung und Technik im Kombinat Robotron in Zusammenarbeit
mit dem Zentralinstitut für Kybernetik und Informationsprozesse der
AdW der DDR geschaffene
Frage-Antwort- System FAS-80.
/2/
Wenn man, was schon mit den gegenwärtig verfügbaren technischen Mitteln möglich sein dürfte, die Wissensbasis des Frage-Antwort-Systems ( FAS ) bzw. die darin im semantischen Netz zusammengeführten Aussagen mit einer größeren Datenbasis verbindet, welche Sachverhaltsinformationen in Form von Text- auszügen oder komplette (kürzere) wissenschaftliche Texte enthält, so lassen sich bereits mit dem vorhandenen FAS spürbare Fortschritte bei der Informationsversorgung einzelner Nutzergruppen erzielen. Die sich mit Systemen wie FAS-80 abzeichnenden Kommunikationsmöglichkeiten
werfen jedoch die Frage nach der Realisierbarkeit weiterführender
Prozeduren der Mensch-Maschine-Kommunikation auf, die noch stärker
auf die Bedürfnisse künftiger, im Wissenschaftsprozeß tätiger
Anwender orientiert sind. Aus der Sicht gesellschaftswissenschaftlicher
Informationstätigkeit würden beispielsweise solche Lösungen
besonderes Interesse finden, mit deren Hilfe im Fonds der gespeicherten
Informationen Zusammenhänge zwischen Neuem und
Historischem */
sichtbar gemacht oder logische Widersprüche
zwischen gespeicherten und neu eingegebenen Aussagen festgestellt werden
können.
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| Die wissenschaftlichen Kommunikationsbedürfnisse
und die Möglichkeiten ihrer rechnerunterstützten Deckung sind
selbstverständlich ungleich vielfältiger, als es die oben angesprochenen
neuartigen Methoden und Verfahren zum Ausdruck bringen. In neuerer Zeit
werden jedoch von verschiedenen Autoren gerade die Problemstellungen des
Aufzeigens logischer Widersprüche und des automatischen Fragestellens
diskutiert. So hielt es zum Beispiel /Kitov/schon
1967 für ein notwendiges Merkmal neuer Fakteninformationssysteme,
daß sie in der Lage sind, die Widersprüche zwischen den neu
in die Maschine eingegebenen und den schon in der Maschine vorhandenen
Informationen herauszufinden.
/4, S.23-24/
Die Notwendigkeit einer Maschine, welche Fragen nicht nur beantwortet , sondern auch selbst stellt, wurde beispielsweise von/Dobrov/ 1971 im Zusammenhang mit einem Informationssystem, welches die Leitung von Forschungskollektiven unterstützen soll, betont. /5, S.37/ Mit der Existenz informationslogischer Systeme wie FAS-80 und den objektiv bestehenden Voraussetzungen für ihre Funktionserweiterung rücken nunmehr erste Möglichkeiten des Verwirklichens solcher Ideen in greifbare Nähe. Unter Berücksichtigung der Fähigkeiten und Leistungsreserven von FAS-80, wie sie anhand von Systemunterlagen erkennbar oder zumindest zu vermuten sind, sollten sich entsprechende Funktionserweiterungen des FAS mit einem vertretbaren Aufwand realisieren lassen. Einige Probleme des Erkennens logischer Widersprüche und des selbständigen Fragestellens durch ein FAS werden im folgenden näher betrachtet. Genauere Darstellungen eines möglichen Lösungsweges sind in /3/ enthalten. |
| Automatisches Feststellen logischer Widersprüche
Im Erkenntnisprozeß kommt allgemein dem Feststellen von Widersprüchen große Bedeutung zu. Widersprüche beruhen auf Gegensätzen, das sind Unterschiede im Wesen der betrachteten Gegenstände, die sich in der Form ihres Extrems gegenüberstehen. Anders als die unmittelbar in den Objektbereichen der Realität existierenden dialektischen Widersprüche , die hier nicht betrachtet werden, bestehen logische Widersprüche nur auf der Ebene der Begriffe und Aussagen. Ihr Auftreten zeugt von nichtadäquater Widerspiegelung der Wirklichkeit im Bewu0tsein. vgl. /6, S.1308/ Ein hinreichendes Merkmal für die Existenz eines logischen Widerspruches ist das gemeinsame Auftreten einer Aussage und ihres Negats. In einem solchen Fall liegt ein kontradiktorisches Aussagenpaar vor, wobei die eine Aussage jeweils die Umkehrung des Wahrheitswertes der anderen Aussage in ihr Gegenteil bedeutet. */ Derartige Konjunktionen verstoßen gegen den Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch, der besagt, daß zwei zueinander kontradiktorische Sätze nicht zusammen wahr sein können. Die Beachtung dieses Satzes erlaubt es, wissenschaftliche Einzelerkenntnisse logisch widerspruchsfrei in ein System von Erkenntnissen ( wie es beispielsweise durch die Informationen widergespiegelt werden kann, die im semantischen Netz eines FAS gespeichert sind ) einzuordnen. Darüber hinaus ist dieser Satz für das Gewinnen neuer Erkenntnisse von Bedeutung, zum Beispiel für den Nachweis der Unhaltbarkeit einer Hypothese oder der Unwahrheit einer Behauptung. Da ein logischer Widerspruch
durch das gemeinsame Auftreten einer Aussage und ihres Negats signalisiert
wird, ist es im Prinzip möglich, das Erkennen solcher Widersprüche
zu modellieren und damit auch zu automatisieren. Dazu muß das automatische
System ( FAS o.ä. ) Funktionen besitzen, mit deren Hilfe es die zum
Ausdrücken eines Negats in Frage kommenden sprachlichen Formen innerhalb
eines Aussagesatzes feststellen kann. Im einfachsten Fall geht es dabei
um das Ermitteln eines Negationswortes,
**/
mit dem innerhalb eines Satzes ein Wort bzw. ein Satzteil negiert wird.
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| Eine
weitere mögliche Ausdrucksform logischer Widersprüchlichkeit
sind Wertpaare, denen kontradiktorische Begriffe zugrunde liegen.
Ein kontradiktorisches Begriffspaar sind zwei
miteinander unvereinbare, einander ausschließende Begriffe, zwischen
denen kein mittlerer, dritter Begriff existiert.*/
vgl. 8, S.80/ Zwei Aussagesätze zu dem gleichen Sachverhalt können dann zueinander im logischen Widerspruch stehen, wenn der erste Satz den einen, der zweite Satz den anderen Terminus eines derartigen kontradiktorischen Begriffspaares enthält. Ebenso wie im Falle des Auftretens von Negationswörtern ist jedoch auch hierbei die Wahrscheinlichkeit eines logischen Widerspruchs mit davon abhängig, ob und in welchem Maße die restlichen Satzteile der beiden Aussagesätze einander semantisch äquivalent sind. Die Ermittlung des Maßes der semantischen Übereinstimmung würde im FAS-80 den Vergleich der im semantischen Netz gespeicherten Tiefenstrukturen der beiden Aussagesätze erfordern. Entsprechende Funktionen finden im FAS-80 für andere Zwecke bereits Anwendung. Der Umfang der dabei zu bewältigenden Probleme soll im folgenden am Beispiel eines Satzpaares angedeutet werden.
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| Beispiel eines Satzpaares für
zwei sich logisch widersprechende Aussagen:
Satz I „Das Modellieren von Sprachprozessen
ist möglich.“
Mit dem Auftreten des kontradiktorischen Begriffspaares
„möglich : unmöglich“ (unterstrichene
Wörter) ist eine notwendige, aber noch nicht hinreichende Bedingung
für das Vorliegen eines logischen Widerspruches erfüllt.
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| Damit das FAS beim Analysieren
von Aussagesätzen die zu einem kontradiktorischen Begriffspaar gehörenden
Wörter ermitteln kann, muß ihm zuvor diejenige Menge von Begriffspaaren
*/,
die auf das mittels FAS bearbeitete Informationsgebiet zuteffen,
möglichst vollständig mitgeteilt werden.
Das Zusammenstellen entsprechender Listen von speziellen Bedeutungsgegensätzen ist ein anspruchsvoller intellektueller Prozeß, an dem neben Informationsspezialisten auch Fachwissenschaftler der mit Informationen zu versorgenden Bereiche sowie mit Problemen der Antonymie der deutschen Sprache vertraute Sprach- wissenschaftler teilnehmen sollten.
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| In der nachfolgenden Tabelle sind einige aus dem allgemeinwissenschaftlichen
Wortschatz ausgewählte Wörter und Gegenwörter (Antonyme)
zu einer Liste von Bedeutungsgegensätzen zusammengestellt. Die
Liste ist unvollständig und nur als Beispiel zu betrachten. Zu einer umfassenden Zusammenstellung von Wörtern und Gegenwörtern der deutschen Sprache siehe /9/.
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| Da die Vielfalt und Kompliziertheit der sprachlichen
Ausdrucksmöglichkeiten die vollständige Automatisierung des Erkennens
logischer Widersprüche gegenwärtig noch ausschließt, kann
das FAS generell nur Hinweise auf vermutete logische Widersprüche
geben. Letzten Endes muß im entsprechenden Kommunikationsprozeß
"Mensch-Maschine" immer der Mensch die Entscheidung treffen, ob tatsächlich
ein logischer Widerspruch vorliegt oder nicht.
Auch das Feststellen unechter
logischer Widersprüche , wie sie zum Beispiel bei logisch entgegengesetzten
Aussagen zweier Autoren oder wissenschaftlicher Schulen zu ein und demselben
Sachverhalt gegeben sind, kann für den weiteren Erkenntnisprozeß
von Bedeutung sein.
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| Automatisches
Stellen von Fragen
Hinsichtlich des Erzeugens von Fragen durch ein FAS können zwei Zielstellungen unterschieden werden: a) das Erzeugen von informationssuchenden Fragen;Das Hauptziel der vom FAS auszulösenden informationssuchenden Fragen ist das Schließen von Lücken im Informationsbestand des FAS. Auf die vom FAS gestellte Frage antwortet der Informationsspezialist mit der Eingabe ergänzender Informationen. Das FAS wird auf diese Weise in die Lage gesetzt, neue Nutzeranfragen mit Hilfe des gezielt aufgefüllten Informationsbestandes vollständiger und präziser beantworten zu können, als es ohne die Zusatzinformationen möglich gewesen wäre. Nutzeranregende Fragen können gleichfalls durch Lücken im Informationsbestand, vor allem jedoch durch automatische Analyse neu eingegebener Informationen ausgelöst werden. Bei dieser Art von Fragen steht nicht die Eingabe von fragebeantwortenden, ergänzenden Informationen im Vordergrund. Ziel von nutzer- anregenden Fragen ist in erster Linie eine Stimulierung des Nutzers, über die Gültigkeit der jeweiligen Frage des FAS und über ihre mögliche Beantwortung nachzudenken, um mit der von ihm selbst gefundenen Antwort die eigenen Erkenntnisse oder auch die Erkenntnisse anderer Kommunikationspartner (siehe unten) zu erweitern. Um einen automatischen Frageprozeß auszulösen, muß im FAS unter Nutzung systeminterner Angaben und der im semantischen Netz des FAS bereits gespeicherten Informationen eine Fragesituation simuliert werden. In bezug auf informationssuchende Fragen besteht eine Fragesituation beispielsweise dann, wenn das FAS nach erfolgter Informationseingabe anhand eines intern gespeicherten und auf die eingegebenen Informationen beziehbaren stereotypen Handlungsrahmens ( sog. Frame-Konzept ) das Fehlen bestimmter Informationen feststellt. Auf Grund der mit dem jeweiligen Frame vorgegebenen Rahmenstruktur und mittels spezieller Rahmenregelungen "erwartet" das FAS die Eingabe ganz bestimmter Informationen und stellt Verfahren zu ihrer Einordnung in den Informationsbestand bereit. Wenn diese Erwartung nicht ausreichend erfüllt wird, kann das FAS im Prinzip die fehlenden Informationen durch entsprechend ausformulierte gezielte Fragen vom Kommunikationspartner Mensch anfordern. Das Frame-Konzept kommt gegenwärtig im FAS-80 nicht zur Anwendung. Eine diesbezügliche Erweiterung der Funktionen des FAS, insbesondere des Programms für die syntaktisch-semantische Analyse der Eingabeinformationen, wird vom Systementwickler jedoch für möglich gehalten. |
| Ein weiteres Verfahren zum Simulieren einer Fragesituation
besteht in der Ausnutzung verschiedener Arten von Korrelationen
zwischen Begriffen ( Wörtern ) bzw. Aussagen ( Satzteilen oder Sätzen
), die in dem mittels FAS bearbeiteten Sprachbereich existieren. Eine dieser
Möglichkeiten, die sich auf kontradiktorische Begriffspaare stützt,
wurde im Zusammenhang mit dem automatischen Feststellen logischer Widersprüche
in diesem Beitrag bereits erläutert. Die hier interessierenden, allgemein
auf kontradiktorischen oder konträren Gegensätzen beruhenden
Korrelationen spiegeln sich in der Sprache in unterschiedlichen Arten
von Bedeutungsgegensätzen wider. */
Um auf der Basis von Bedeutungsgegensätzen Fragesituationen herbeiführen zu können, müssen, wie im Falle des Feststellens logischer Widersprüche, Listen von Bedeutungsgegensätzen bzw. Begriffskorrelationen ( auch Aussagenkorrelationen kommen in Frage ) aus der Fachsprache zusammengestellt und im FAS gespeichert werden. Wenn zu solchen Listen ein rechnerinterner Zugriff besteht, kann das FAS bei jedem neu eingegebenen Fragesatz prüfen, ob in dem Satz ein Pol ( Wort oder Gegenwort ) von einem der listengespeicherten Bedeuungsgegensätze vorkommt. Ist das der Fall, so muß weiter geprüft werden, ob im Speicher des FAS ein weiterer Satz vorliegt, der den anderen Pol des Bedeutungsgegensatzes enthält und dessen übrigen Satzteile zu den entsprechenden Tei- len des neu eingegebenen Satzes hinreichend semantisch äquivalent sind. Der Fall, daß ein solcher zweiter Satz vorhanden ist, kann auf einen logischen Widerspruch aufmerksam machen ( siehe oben ). Ist hingegen ein derartiger Satz im Speicher nicht auffindbar, so befindet sich das FAS in einer ( angenommenen ) Fragesituation. Durch einfaches Auswechseln des Wortes, welches den Pol eines Bedeutungsgegensatzes bildet, gegen das betreffende Gegenwort sowie durch relativ einfache Satzumformung wird der soeben eingegebene Aussagesatz in einen Fragesatz verwandelt. Diese zweckmäßigerweise als Entscheidungsfrage ( „Gibt es ... ?“ ) formulierte Frage kann das FAS nun seinerseits an den menschlichen Kommunikationspartner richten. **/
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| Das beschriebene Verfahren soll
am Beispiel eines relativ einfachen, als Eingabeinformation angenommenen
Aussagesatzes demonstriert werden.
Beispielsatz
Eine rechnerinterne Liste soll unter anderem die Bedeutungsgegensätze Erkenntnis : Irrtumenthalten. Unter der Voraussetzung, daß für jeden im Eingabesatz gefundenen Pol eines Bedeutungsgegensatzes jeweils eine eigene Frage gebildet wird, lassen sich nach der beschriebenen Methode folgende Fragen automatisch erzeugen: Frage 1
Das gewählte Beispiel läßt erkennen, welche Unterstützung ein in seinen Funktionen entsprechend erweitertes FAS dem Menschen unter anderem beim Aufstellen wissenschaftlicher Definitionen geben könnte, indem es ihn durch zielgerichtete nutzeranregende Fragestellungen zum immer neuen Durchdenken des Definitionsvorschlages veranlaßt. |
| Gestützt auf die Methode
des Polarisierens, eines speziellen kreativitätslogischen Verfahrens
*/
, regt das FAS durch seine Fragestellungen beim erkenntnisgewinnenden und
informationseingebendem Subjekt schöpferische Denkprozesse an, die
in völlig ungewohnte Richtungen gehen und in einzelnen Fällen
zu gänzlich neuartigen Erkenntnissen führen können.
Es muß aber auch darauf hingewiesen werden, daß, ebenso wie beim automatischen Feststellen logischer Widersprüche, dem Menschen vermittels der vom FAS automatisch erzeugten Fragen nur Vorschläge zum Anregen des Weiterdenkens unterbreitet werden können. Die letzte Entscheidung über die Gültigkeit oder Ungültigkeit einer vom FAS gestellten Frage bzw. über die Richtigkeit oder Unrichtigkeit der Frageprämisse muß stets der Mensch, an den die Frage gerichtet wird, treffen.
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| Eine mögliche Kommunikationskette "Mensch
– Maschine – Mensch"
Mit Hilfe von fragebeantwortenden und selbst fragestellenden Maschinen dürfte es in der Perspektive möglich sein, neuartige und besonders effektive Kommunikationsbeziehungen der Art „Mensch- Maschine-Mensch“ zwischen einzelnen Forschern oder Forschungsgruppen zu gestalten. Im folgenden soll eine allgemeine Vorstellung von einem der Verfahren, die dabei zur Anwendung kommen könnten, vermittelt werden. Angenommene Ausgangssituation
Ein kompletter Kommunikationsvorgang
könnte sich auf dieser Grundlage in den nachstehend beschriebenen
vier Schritten vollziehen:
Auf diesem Wege trägt die informationseingebende Forschergruppe 1 durch Information über seine ursprünglichen Erkenntnisse und durch die Informationen, die als Ergebnis eines vom FAS automatisch ausgelösten Frage-Prozesses gewonnen wurden, direkt zur Deckung von Teilen des Informationsbedarfs ihres Kommunikationspartners, der Forschergruppe 2, bei. Durch ständiges Vertauschen der Rollen des Informationseingebenden und des Informationsempfängers im Verlauf der in den beiden Forschergruppen durchzuführenden Arbeiten ( wobei die Arbeiten über einen längeren Zeitraum erfolgen können und der Informationsaustausch über große räumliche Distanzen stattfinden kann ), werden nach der beschriebenen Methode sowohl der Erkenntnisprozeß bei den beteiligten Forschergruppen als auch der Informationsfluß zwischen ihnen wesentlich stimuliert. Die durch den Informationsfluß zugleich bewirkte ständige Erweiterung der Wissensbasis des FAS kann sich wiederum positiv auf die Informationsbereitstellung für andere FAS-Nutzer auswirken. |
| /1/ | Mensch und Computer / Smoljan, G. L. - In: Sowjetwissenschaft : Gesellschaftswissenschaftliche Beiträge. - Berlin 26 (1973) 10. - S. 1043 - 1056 | zurück |
| /2/ | FAS-80 - ein natürlichsprachiges Auskunftssystem / Böttger, H.; Helbig, H.; Zänker, F. u.a. - Dresden, 1983. - 155 S. (Wissenschaftliche Informationen und Berichte; 18) | zurück |
| /3/ | Probleme der Bereitstellung von Sachverhaltsinformationen
zur Leitung gesellschaftswissenschaftlicher Forschungsprozesse und Möglichkeiten
des Einsatzes eines Frage- Antwort-Systems / Gering, E. - 1982. - 153 S.
Berlin, Humboldt-Universität, Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät, Dissertation A |
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| /4/ | Programmierung und Bearbeitung großer Informationsmengen / Kitov, I.A. - Leipzig, 1972. - 257 S. (Übersetzung der russischen Fassung von 1967) | zurück |
| /5/ | Der fachliche Charakter der Leitung / Dobrov, G.M. - In: Leitung der Wissenschaft. - Berlin, 1974. - S.29-38 (Übersetzung der russischen Fassung von 1971) | zurück |
| /6/ | Philosophisches Wörterbuch in 2 Bänden. - Leipzig, 1976. - 1396 S. | zurück |
| /7/ | Kurze deutsche Grammatik für Ausländer / Helbig, G.; Buscha, J. - Leipzig, 1980. - 294 S. | zurück |
| /8/ | Wörterbuch der Logik / Kondakov, N.I. - Leipzig, 1978. - 554 S. | zurück |
| /9/ | Wörter und Gegenwörter : Antonyme der deutschen Sprache / Agricola, Ch.; Agricola, E. - Leipzig, 1982 - 280 S. | zurück |
| /10/ | Erkenntnistheoretische Fragen einer Kreativitätslogik / Loeser, F.; Schulze, D. - Berlin, 1976. - 200 S. | zurück |
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Informationswissenschaftler, Wildau bei Berlin E-Mail-Adresse: Eberhardt.Gering@web.de |
Zum Beitrag Sachverhaltsinformationen und FAS