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| Der vorliegende, vom Verfasser als Wissensspeicher in zum Teil tabellarischer
Form gedachte Text entstand nicht, um den "neunundneunzig Definitionen"
zum Begriff der Dokumentationssprache eine "hunderste und beste Definition"
hinzuzufügen. Es wurde vielmehr versucht, weitgehend die existierende
Vielfalt der Definitionen und weiterführender Erläuterungen zu
erfassen und so darzustellen, daß Vergleichen möglich und kreatives
Verarbeiten der verschiedenen Auffassungen angeregt wird. Ausgewertet wurden
Arbeiten von IuD- Wissenschaftlern der sechziger bis neunziger Jahre (das
Kürzel IuD steht für "Information und Dokumentation"). Eine Vollständigkeit
der Zahl der Autoren wurde nicht angestrebt, entsprechendes Bemühen
hätte vermutlich auch nicht sehr viel Neues erbracht.
Der Text war 1992 als Lehrmaterial für die Teilnehmer der an der Universität Potsdam stattfindenden Weiterbildungslehrgänge zum Wissenschaftlichen Dokumentar verfaßt worden. Die ersten dieser hauptsächlich für arbeitslose westdeutsche Akademiker konzipierten Bildungsmaßnahmen des Lehrinstituts für Information und Dokumentation (LIID; bis 1991 Frankfurt am Main) mit über neunzig Teilnehmern fanden 1992, 1993 und zum Teil noch 1994 an der Universität Potsdam statt, bis das LIID seinen geplanten Platz an der Fachhochschule Potsdam einnahm. Die Leitung des LIID an der Universität Potsdam oblag dem Leiter der bisher in Frankfurt/M angesiedelten Einrichtung (Prof.Dr. Thomas Seeger), während die drei hauptberuflich tätigen Lehrkräfte (Christine Becker, Dr. Christa Ladewig, Dr. Eberhardt Gering) zuvor viele Jahre in der IuD-Wissenschaft und -Praxis der DDR gearbeitet hatten. Erste und wichtigste Aufgabe dieser drei Fachleute war es, fast alle Unterrichtsmaterialien für die unter neuen Aspekten und völlig neuartigen technischen Bedingungen durchzuführenden Kurse selbst zu erarbeiten. In diesem Sinne kann der vorliegende Text auch als Erinnerung an die Arbeit verstanden werden, die von den Genannten und weiteren, hier nichtgenannten Fachleuten damals zu leisten war. |
| Bezeichnung | Quelle |
| Informationssprache | [4] |
| Informationsrecherchesprache (IRSp) | [3] [6] [13] |
| Recherchesprache | |
| Indexierungssprache |
| Definition |
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| Eine Informationssprache ist ein Mittel
für die verdichtete, eindeutige Aufzeichnung des Inhalts eines Dokumentes
in einer für die maschinelle Recherche annehmbaren Form.
[nach G.L.Vleduc u.a., Moskau 1959] |
[6, S.235] |
| Eine Informationssprache ist eine künstliche
Sprache, die von der semantischen Mehrdeutigkeit natürlicher Sprachen
frei sein soll...
[nach G.L.Vleduc u.a., Moskau 1962] |
[6, S.235] |
| Eine IRSp (retrieval language) ist eine
künstliche Sprache, deren Wörter die Nummern (numbers) systematisierter
Begriffe sind und deren Syntax die semantischen Beziehungen zwischen diesen
Begriffen widerspiegelt....
[Washington 1963] |
[6, S.236] |
| Eine Dokumentationssprache (language documentaire)
ist ein Symbolsystem, das beim Indexieren von Dokumenten verwendet wird.
[nach R.C.Cros u.a., Paris 1964] |
[6, S.237] |
| Eine Indexierungssprache (index language)
definieren wir als die Summe der in einem IRS (Informationsrecherchesystem)
verwendeten verbalen Indizes (indexing terms), der Regeln für ihre
Verwendung sowie aller Hilfsmittel (Kreuzverweisungen, Klassifikationstabellen,
Quellenwörterbuch u.a.).
[nach C.W.Cleverdon, Kopenhagen 1965] |
[6, S.236] |
| Eine Indexierungssprache (index language)
ist ein Symbolsystem, das für die Darstellung des Sachinhaltes von
Dokumeten verwendet wird und einen besonderen Bestandteil sowie eine Variable
eines IRS darstellt.
[nach J.Melton, Kopenhagen 1965] |
[6, S.236] |
| Eine Dokumentationssprache (language documentaire)
ist ein Kommunikationsmittel zur Verständigung zwischen einer Gruppe
von Menschen und einer anderen (den Autoren von Dokumenten). Anders ausgedrückt:
Dokumentationssprache wird eine Sprache genannt, die ein Mensch benutzt,
wenn er ein bestimmtes Dokument finden will, das inmitten anderer Dokumente
an einem mit verschiedenen Methoden bestimmbaren Platz aufbewahrt wird.
[nach M.Coyaud, Paris 1966] |
[6, S.237] |
| Eine Recherchesprache ist ein formalisiertes
semantisches System, das dazu bestimmt ist, den Sachinhalt von Dokumenten
und Informationsaufträgen auszudrücken.
In ihrer abstrakten Form besteht eine Recherchesprache u.a. aus einem Verzeichnis elementarer Symbole (Zeichen) und Regeln für die Bildung von Ausdrücken (sie legen somit fest, welche Kombinationen von Zeichen zugelassen sind). Recherchesprachen sind z.B.:[nach Michajlov u.a.: Osnovy naucnoj informacii, Moskva 1965] |
[12, S.21] |
| Eine Informationsrecherchesprache (IRSp) ist eine spezialisierte künstliche Sprache, die dazu bestimmt ist, den semantischen Hauptinhalt von Dokumenten und/oder nur von Anfragen auszudrücken und damit die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß aus einer bestimmten Anzahl von Dokumenten diejenigen herausgefunden werden, die der Anfrage entsprechen. | [6, S.234] |
Eine Informationsrecherchesprache (IRSp)
ist ein formalisiertes semantisches System von Indizes, einschliesslich
der Regeln ihrer Anwendung in einem Recherchesystem. Es dient dazu, den
relevanten Sachinhalt von Dokumenten auszudrücken und die Dokumente,
die einer bestimmten Anfrage entsprechen, in einem Speicher wiederzufinden.
Zu den IRSp gehören:Die Indizes einer IRSp werden in Suchwörter (Schlüsselwörter) und Notationen gegliedert. Suchwörter sind verbale Indizes in natürlicher Sprache (Schlagwort, Stichwort, Deskriptor, Uniterm).Notationen hingegen verkörpern Indizes zur Kennzeichnung von Begriffen einer IRSp in Form einzelner oder mehrerer Symbole (z.B. DK-Zahlen, Buchstaben, Zahlen und ihre Kombinationen). [nach H.Rappich: Was bedeutet... In: Informatik 16 (1969) 1-6; 17 (1970) 1-6] |
[3, S.99] |
| Eine Dokumentationssprache ist eine künstliche
Sprache zu Zwecken der Indexierung, der Speicherung und des Retrieval innerhalb
von Dokumentationssystemen.
[nach Terminologie der Information und Dokumentation. - München 1975] |
[5, S.26] |
| Dokumentatiossprache(documentary language): an "artificial language" used by documentation systems for purposes of indexing, storage and retrieval. | [9, S.67] |
| Die Informationssprache gehört zum Instrumentarium eines jeden Informationssystems und dient im wesentlichen zur Erschließung des Dokumenteninhalts (Dokumentenprofil) und zur Formulierung der Recherchefragen (Anfrageprofil). | [4, S.11] |
| Die Informationsrecherchesprachen (IRSp) sind, im Verhältnis zu den natürlichen Sprachen, künstliche Sprachen (Kunstsprachen). Sie dienen als Zeichensystem dazu, den signifikanten Sachinhalt der für das Informationsrecherchesystem (IRS) erschlossenen Dokumente sowie den Inhalt der Anfragen der Nutzer an das IRS aufzuzeichnen, als Voraussetzung dafür, daß dem Informationsbedarf der Nutzer entsprechende Dokumente bzw. Fakten erschlossen, gespeichert, recherchiert und an die Informationsverbraucher dargeboten werden können. | [13, S.44] |
| Wir verstehen unter einer Informationsrecherchesprache ein formalisiertes lexikalisches System mit einer bestimmten Grammatik zur thematischen Charakterisierung (Indexieren) des Sachinhaltes von Informationsquellen und Informationsanfragen oder eines ihrer Teile. | [7, S.192] |
Konträre Sprachtypengruppen:
.
Natürliche Sprachen versus Künstliche
Sprachen
Metasprachen versus Objektsprachen
.
| Ebene 1 | Ebene 2 | Ebene 3 | Ebene 4 |
| Natürliche Sprachen | - Umgangssprachen | ||
| - Fachsprachen | |||
| - Sondersprachen | |||
| Künstliche Sprachen | - Dokumentationssprachen | - Deskriptorensprachen | |
| - Klassifikationen | |||
| - Algorithmische Sprachen | |||
| - Maschinensprachen | |||
| - Programmiersprachen (PS) | - Problemorientierte PS | ||
| - Maschinenorientierte PS | - Symbolische PS
(Assemblersprachen) |
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| Sprache
language |
(1) A system of signs, for communication, usually consisting of
vocabulary and rules (grammar).
(2) A set of signs, conventions and rules, the signs possibly represented by symbols, that is used for conveying information (in data processing). |
| Natürliche Sprache
natural language |
A language which has evolved and whose rules reflect current usage without being explicitly prescribed. |
| Umgangssprache, Gemeinsprache
common language/everyday language/ colloquial language. |
The language system within a natural language used by all people for everyday communication. |
| Fachsprache
technical language professionalnyj azyk |
A language based on a natural language but designed to reduce ambiguities for the purpose of assisting communication in a specific field of knowledge. |
| Sondersprache
specialized language |
A language used for specific purposes by a particular social group. |
| Künstliche Sprache
artificial language |
A constructed language based on a set of prescribed rules that are established prior to its use. |
| Dokumentationssprache
documentation language/information storage and retrieval language/information language informacionno-poiskovyj azyk/informacionnyj azyk |
An artificial language used by documentation systems for purposes of indexing, storage and retrieval. |
| Indexierungssprache
indexing language / informacionno-poiskovyj azyk / azyk indeksirovania |
An artificial language used by documentation systems for purposes of indexing. Quasi-synonym to documentary language. |
| Recherchesprache / Informationsrecherchesprache /
Retrievalsprache retrieval language / information retrieval language / informacionno-poiskovyj azyk |
An artificial language used by documentation systems for the purpose of retrieval. Quasi-synonym to documentary language. |
| Deskriptorsprache / Deskriptorensprache
descriptor language / deskriptornyj azyk |
A documentary language using descriptors taken from natural language. |
| Algorithmische Sprache
algorithmic language |
An artificial language designed for expressing algorithms. |
| Befehlssprache
command language |
A source language consisting primarily of procedural operators, each capable of involving a function to be executed. |
| Maschinensprache / Maschinencode
machine language / computer language/machine code |
An artificial language for direct adressing of basic technical operations of a computer. |
| Einheitliche Maschinensprache
common machine language |
A machine language which is common to a group of computers and associated equipment. |
| Programmiersprache/Programmsprache
programming language/program language |
An artificial language used to prepare computer programs. |
| Problemorientierte Programmiersprache
procedure-oriented language /procedural language / problem-oriented language |
A programming language designed for the convenient expression of procedures used in the solution of a wide class of problems. |
| Maschinenorientierte Sprache / Maschinenorientierte Programmiersprache
machine-oriented language / computer-oriented language |
A programming language designed for interpretation and use by a machine without translation into the machine language. |
| Symbolische Programmiersprache / Assemblersprache
symbolic programming language / assembly language |
A machine oriented language, which may contain some macro-instructions facility and whose instructions are otherwise usually in one-to-one correspondence with computer instructions. |
| Metasprache
metalanguage |
A language used to describe another language (the object language) |
| Objektsprache
object language |
A language used to describe knowledge being described by another language, the metalanguage. |
| Quellensprache
source language |
(1) The input language to a translation process.
(2) The language from which statements are translated in programming. |
| Eingabesprache
input language / vhodnoj azyk |
An artificial language or natural language used as input to a dynamic system converting data or languages |
| Ausgabesprache
output language / vyhodnoj azyk |
An artificial language or natural language produced as the output to a dynamic system converting data or languages. |
| Zielsprache
target language |
(1) The output language of a given translation proces.
(2) The language into which statements are translated in programming. |
| Geschrieben steht: "Im Anfang war das Wort!"
Hier stock' ich schon! Wer hilft mir weiter fort? Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen, Ich muß es anders übersetzen, Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin, Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn. Bedenke wohl die erste Zeile, Daß deine Feder sich nicht übereile! Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft? Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft! Doch, auch indem ich dieses niederschreibe, Schon warnt mich was, daß ich dabei nicht bleibe. Mir hilft der Geist! auf einmal seh' ich Rat Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat! |
| Die natürliche Sprache (nS) des Menschen ist Resultat und Mittel der gedanklichen Abstraktion. Sie ist historisch gewachsen. | [3, S.104] | |
Menschliche Kommunikation erfolgt normalerweise über Sprache,
die zugleich eingebettet ist in eine Vielfalt von Äußerungs-
bzw. Wahrnehmungsmöglichkeiten nonverbaler Art, pragmatisches, situatives,
kontextspezifisches Vorwissen.
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[1, S.143] | |
| Die Wörter der Sprache gewinnen, wenn sie sich eingebürgert
haben, eine gewisse Selbständigkeit.
Das führt dazu, dass die nS Ausdrucksmittel von unterschiedlichen Abstraktionsgraden und von unterschiedlichem historischen Entwicklungsstand enthält. |
[3, S.104] | |
| In ihrem Grundlagenwerk zur IuD [6] betonen Michajlov
u.a.:
Eine natürliche Sprache funktioniert nicht nach konventionellen, unveränderlichen Regeln. In einer natürlichen Sprache gibt es keine eindeutige Übereinstimmung zwischen den Wörtern und ihren Bedeutungen, eine solche Übereinstimmung kann es auch gar nicht geben. Die damit verbundene Kommunikationsproblematik kommt in zugespitzter Form in nachstehendem Zitat zum Ausdruck:
Doch trotz der Vieldeutigkeit ihrer Wörter ist die nS durchaus in der Lage, feinste gedankliche Nuancen eindeutig auszudrücken, weil beim Sprechen oder Schreiben der Kontext mögliche Mißdeutungen verhindert. |
[6, S.231] | |
| Der Reichtum der natürlichen menschlichen Sprache ist ein großer
Vorteil, da alle gedanklichen und materiellen Tätigkeiten des Menschen
in sprachlicher Form wiedergegeben werden können.
Aus dem Sprachreichtum erwachsen jedoch auch Nachteile: Widersprüchlichkeiten (Antinomien) und Mißverständnisse. Sprachliche Ausdrucksformen von Widersprüchlichkeiten, die aus dem Widerspruch zwischen Denken und Sprache resultieren, sind bei der nS insbesondere - die vollständige oder teilweise Bedeutungsgleichheit bzw. Bedeutungsüberschneidung zwischen unterschiedlichen Wörtern - Synonymie,Teilsynonymie; - die Mehrdeutigkeit von Wörtern - Polysemie, Homonymie. |
[3, S.104-105] | |
| Möglichkeiten des Miß- oder Nichtverstehens sprachlicher
Äußerungen bestehen bereits im Prozeß direkter menschlicher
Kommunikation. Sie vervielfachen sich, wenn, wie im Dokumentations- und
Informationsprozess, die Kommunikation über mehrere Stufen vermittelt
wird.
Zum Minimieren dieser Gefahren werden besondere sprachliche Mittel - die Dokumentationssprachen - eingesetzt. Die Dokumentationssprachen haben eine Mittlerfunktion. Sie gewährleisten das Erreichen des Primärziels dokumentarischer Informationserschließung, nämlich das Fließen von Informationen zwischen Partnern, die am gleichen Problem interessiert sind, aber nicht direkt miteinander kommunizieren können, zu ermöglichen. |
[1, S.143] |
| Der Fachsprache liegt die natürliche Sprache zugrunde. Die Gewinnung
und Abgrenzung der Fachtermini wird erreicht durch
- definitorische Begriffseinengung oder -erweiterung,
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[3,S.105] |
| Der Fachwortschatz kann erweitert werden durch
- Entlehnung aus anderen Sprachen,
|
[Kleine Enzyklopädie
Deutsche Sprache. - Leipzig 1983, S.445] |
| ** Problem:
Im Vergleich zur nS ist die wissenschaftliche Fachsprache in ihrer Allgemeinheit stark eingeschränkt. Jedoch sind Synonyme, Homonyme usw. nur bis zu einem gewissen Grade eliminiert, die Beziehungen zwischen Wörtern und Begriffen sind nicht umkehrbar eindeutig. Das trifft auch für die Recherchesprachen zu (gemeint sind hier die lexikalischen Dokumentationssprachen). |
[3, S.105] |
| Eine künstliche Sprache ist eine für ein Teilgebiet menschlicher Tätigkeit (insbesondere der Wissenschaft) geschaffene formalisierte Sprache. | [3, S.105] |
| Eine künstliche Sprache ist jede Hilfssprache, die Menschen für bestimmte Zwecke schaffen. Künstliche Sprachen können nur auf der Grundlage natürlicher Sprachen gebildet werden. | [6, S.231] |
| Hauptmerkmal einer künstlichen Sprache ist die umkehrbar eindeutige
Zuordnung zwischen der Bezeichnung und dem bezeichneten Gegenstand.
Eine solche Sprache bietet eine Reihe von Vorteilen, insbesondere - die redundanzfreie Gestaltung, - das algorithmische Operieren, - die Unterscheidung der semantischen Stufen (Objektsprache | Metasprache), - die Eliminierung vieldeutiger Worte, - die Automatisierbarkeit aller formalisierbaren gedanklichen Operationen. |
[3, S.105] |
| ** Problem:
Der Gewinn an Präzision ist bei der Kunstsprache mit einem außerordentlichen Verlust an Universalität verbunden. Für die Gestaltung und Nutzung von Recherchesprachen ist das von ausschlaggebender Bedeutung. Mit Ausnahme der Semantischen Kodes sind deshalb die IRSp (Informationsrecherchesprachen) eher mit wissenschaftliche Fachsprachen als mit formalisierten Sprachen vergleichbar. |
[3, S.105] |
| Da für die eindeutige Beschreibung des semantischen Hauptinhalts von Dokumenten und Anfragen in einem IRS (Informationsrecherchesystem) die Verwendung einer natürlichen Sprache mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist, kommen anstelle von natürlichen Sprachen im IRS spezialisierte künstliche Sprachen - die Informationsrecherchesprachen zur Anwendung. | [6, S.231] |
| Eine künstliche Sprache, die für das Speichern und Recherchieren
von Informationen verwendet werden soll, muß formalisiert sein.
Formalisieren bedeutet hier, die Vieldeutigkeit der natürlich-sprachlichen Wörter zu beseitigen und die pragmatische Funktion der Sprache (alles, was unsere Beziehungen zu den verschiedenen Gegenständen, unsere Emotionen, Willensregungen u.ä. charakterisiert) zu eliminieren. |
[6, S.231]
(zur Sprachpragmatik siehe [2, S.221]) |
| Dokumentationssprache
Eine Dokumentationssprache ist eine Menge sprachlicher Ausdrücke (Bezeichnungen), die nach bestimmten Regeln angewendet, der Beschreibung von Dokumenten zum Zweck des Speicherns und einer gezielten Wiederfindung (Retrieval) dient. Dokumentationssprachen können dargestellt werden durch Schlagwortsysteme, Thesauri und Klassifikationen. |
[DIN 1463, Teil 1:
Erstellung und Weiterentwicklung von Thesauri: Einsprachige Thesauren.- Entwurf, Mai 1985] |
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| Thesaurus
Ein Thesaurus im Bereich von Information und Dokumentation ist eine geordnete Zusammenstellung von Begriffen und ihren (vorwiegend natürlichsprachigen) Bezeichnungen, die in einem Dokumentationsgebiet zum Indexieren, Speichern und Wiederauffinden dient. Er ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
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[DIN 1463, Teil 1:
Erstellung und Weiterentwicklung von Thesauri: Einsprachige Thesauren. - Entwurf, Mai 1985] |
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| Thesaurus
thesaurus A controlled and dynamic documentary language containing semantically and generically related terms, which comprehensivety covers a specific domain of knowledge. |
[Terminology of documentation. - UNESCO-Verlag Paris, 1976, S.118] | ||||
| Deskriptor
deskriptor (1) Each single term or phrase of a documentary language which may be used as an index term. (2) A well-defined, unequivocal technical term used in a documentary language. |
[Terminology of documentation. - UNESCO-Verlag Paris, 1976, S.113] | ||||
| Klassifikation
Eine Klassifikation (Klassifikationssystem) ist eine IRSp, in der die Begriffe nach ihren verwandtschaftlichen Beziehungen, d.h. systematisch/hierarchisch, angeordnet sind. Sie ist "nach einer einheitlichen Grundkonzeption aufgebaut, und zwar nach dem der Systematik zugrunde liegenden Prinzip der Entwicklung engerer aus weiteren Begriffen (deduktive Methode). Die so entstandene Klassifikation repräsentiert eine Ordnung, in der jeder in ihr verankerte Begriff in der Regel anderen untergeordnet und wieder anderen übergeordnet ist (Subordination) und mit einer Reihe von Begriffen auf der gleichen Stufe steht (Koordination)." |
[7, S.210]
[Zitat aus: Lexikon des Bibliothekswesens / H.Kunze u.a., Leipzig 1974] |
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| Klassifikation; dokumentarische Klassifikation
classification A documentary language which groups concepts into classes, uses mostly hierarchical relations for arrangement of classes, and reflects the structure of arrangement by notation. |
[Terminology of documentation. - UNESCO-Verlag Paris, 1976, S.132] | ||||
| Klassifikationssystem
classification system The set of hierarchical relations indicated as paradigmatic relations within a documentary language |
[Terminology of documentation. - UNESCO-Verlag Paris, 1976, S.124] | ||||
| Klassifikationstafel; Klassifikationsplan
classification schedule; classification table The redable representation of a "classification system" presenting the "classes" in their hierarchical relations by notations and "class descriptions". |
[Terminology of documentation. - UNESCO-Verlag Paris, 1976, S.124] | ||||
| Notation; Notationssystem (1)
notation; notational system (1); notational symbol (2) (1) An artificial language to express the relations between the classes of a classification. (2) A "class number" obtained from a classification schedule. |
[Terminology of documentation. - UNESCO-Verlag Paris, 1976, S.131] | ||||
| Kopplungsindikator
link ukazatel' svjazi (russ.) A symbol attached to two or more "index terms" in order to indicate that these index terms have some unspecified interrelation, and in order to prevent the association of these index terms with other index terms accidentally. |
[Terminology of documentation. - UNESCO-Verlag Paris, 1976, S.114] | ||||
| Rollenindikator, Funktionsindikator
role indicator ukazatel'roli (russ.) A symbol used to modify the meaning of a "descriptor" in indexing, when the descriptor is capable of assuming different functions in different subject-matter descriptions so that the function ascribed to it in a given context may be identified. |
[Terminology of documentation. - UNESCO-Verlag Paris, 1976, S.115] | ||||
| Modifikator
modifier opredelitel', pojasnitel'naja pometa A term or a symbol used to modify the meaning of a "descirptor" (1) which is ussually not used as an "index term" solely. |
[Terminology of documentation. - UNESCO-Verlag Paris, 1976, S.114] | ||||
| Qualifikator, Spezifikator, Identifikator
qualifier, identifier pojasnitel'naja pometa (kacestvennogo haraktera) (russ.) A symbol used to qualify the meaning of a "descriptor", e.g. to distinguish the different meanings of homonyms. |
[Terminology of documentation. - UNESCO-Verlag Paris, 1976, S.114] | ||||
| Quantifikator
quantifier pojasnitel'naja pometa (kolicestvennogo haraktera) (russ.) A symbol or numeral used to modify or to indicate the meaning of a "descriptor" in a quantitative way. |
[Terminology of documentation. - UNESCO-Verlag Paris, 1976, S.114] | ||||
| Relator
relator; relational symbol; operator otsylocnaja pometa; ukazatel'naja pometa (russ.) A symbol used to establish a definite relation between two "descriptors" or "index terms" in indexing. |
[Terminology of documentation. - UNESCO-Verlag Paris, 1976, S.115] |
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Bezug: Georg Klaus: Semiotik und Erkenntnistheorie. - Berlin 1969 |
| Unter Semiotik versteht man die allgemeine Theorie der sprachlichen
Zeichen. Sie untersucht deren Beziehungen untereinander, zum Denken, zur
objektiven Realität und zum Menschen.
--------------- semiotics (Semiotik; Zeichentheorie): The sciences concerned with the study of signs and signs systems. [9, S.55] |
| In der Semiotik werden 4 Aspekte unterschieden:
(1) Sigmatik R(Z,O) - untersucht die Relation (R) von Zeichen (Z) und Objekt der Widerspiegelung (O). (2) Semantik R(Z,A) - gibt die Beziehungen zwischen den Wörtern und den Begriffen an. Die sprachlichen Zeichen (Z) sind Existenzform gedanklicher Abbilder, Begriffe und Aussagen (A). (3) Syntax R(Z,Zi) - untersucht die logischen Beziehungen zwischen den Zeichen (Z,Zi). Hierbei kann es sich um Wörter oder Sätze handeln (allgemein, nicht einer bestimmten Sprache). (4) Pragmatik R(Z,M) - gibt die Beziehung an zwischen Zeichen
(Z) und Menschen (M), die diese Zeichen benutzen.
Sofern die genannten Beziehungen umkehrbar eindeutig sind, lassen sich hohe Abstraktionsgrade erreichen. Entsprechende Umkehrungen sind: R(Z,A) <-----> R(A,Z) R(Z,Zï) <-----> R(Zï,Z) R(Z,M) <-----> R(M,Z) |
Die Semiotik begünstigt die Entwicklung der abstrakten Bereiche
der Wissenschaft, da sie ein Operieren
mit Dingen,Daraus folgt, daß die Entwicklung und Nutzung von Dokumentationssprachen durch Grundkenntnisse auf dem Gebiet der Semiotik wesentlich unterstützt werden. Jedoch bereitet gerade die o.g. Umkehrbarkeit der Beziehungen bzw. die
Eineindeutigkeit bei der Schaffung künstlicher Sprachen und damit
auch bei den Dokumentationssprachen die größten Schwierigkeiten.
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Weitere Quellenangabe im Text |
| Die innere Struktur einer Sprache wird von einem geschlossenen Komplex der Komponenten und der einzelnen lexikalischen Einheiten gebildet. |
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(lexikalisches Morphem) |
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| Phonetik | Summe der Laute und Lauterscheinungen einer Sprache | ||||||||||||
| Lexik (Wortschatz) | Summe aller zu einer Sprache gehörenden Wörter | ||||||||||||
| Grammatik | Aus Morphologie und Syntax bestehendes System von Methoden und Mitteln für das Bilden und Verändern von Wörtern sowie für den Aufbau von Sätzen. | ||||||||||||
| Morphologie (Formenlehre) | Befaßt sich mit der Erfassung und Systematisierung der Wortformen.
Umfaßt vor allem
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| Morphem | Kleinste, ohne Verlust der gegebenen Qualität nicht weiter teilbare, mit einem bestimmten Inhaltselement (Semem) reproduzierbare Einheit des Ausdruckssystems einer Sprache. Unterteilung in grammatikalische Morpheme (Affixe) und lexikalische Morpheme (Lexeme). | ||||||||||||
| Affix | Zum Wortstamm hinzutretendes grammatisches Morphem. Je nach seiner Stellung unterscheidet man Präfix, Suffix und (seltener) Infix. [2, S.17, S.100] Affixe dienen nur der Modifikation des restlichen Teiles eines Wortes (Stammes). | ||||||||||||
| Lexem | Stamm- oder wortbildendes Morphem, welches die Hauptbedeutung eines
Wortes ausdrückt. Das Lexem wird in diesem Sinne der Wortform, die
Teil einer syntaktischen Konstruktion ist, gegenübergestellt.
|
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| Syntax | Beschreibt den Aufbau von Sätzen (Satzlehre) und Wortgruppen (Wortgruppenlehre) sowie die Formmittel, die zur Bildung von Sätzen und Wortgruppen dienen. [2, S.242] | ||||||||||||
| Wortbildung | Methoden und Mittel für das Bilden von Wörtern aus schon bestehenden Wörtern, aus Ursprungswörtern und Ableitungssilben oder durch Lautwandel (Derivation). |
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| Die Wörter einer Sprache bezeichnen Gegenstände und Erscheinungen
der objektiven Realität. Gegenstände und Erscheinungen
sind durch bestimmte Beziehungen miteinander verbunden. Solche Beziehungen
bestehen auch zwischen den entsprechenden Wörtern.
Beziehungen zwischen den Wörtern werden von sachlich-logischen und nicht von rein sprachlichen (semantischen) Faktoren bestimmt, es handelt sich um die Kategorie der außersprachlichen Beziehungen. Dank der sachlich-logischen Beziehungen können die Wörter auf der Grundlage des einen oder anderen semantischen Merkmals zu lexikalisch-semantischen Gruppen vereinigt werden, die Paradigmen heißen. Reihen von miteinander verbundenen lexikalisch-semantischen Paradigmen bilden thematische Gruppen.
Innerhalb der thematischen Gruppen werden die Wörter zu lexikalisch-semantischen Paradigmen zusammengefaßt.
|
| Paradigmatische Beziehungen in der Lexik sind demzufolge sowohl mehrstufig
als auch mehrdimensional.
Ein und dasselbe Wort kann gleichzeitig Bestandteil mehrerer lexikalisch-semantischer Paradigmen sein, d.h. es kann verschiedenen Reihen zugeordnet werden, in denen die Wörter nach jeweils einem bestimmten semantischen Merkmal einander gegenübergestellt werden. Die paradigmatischen Beziehungen prädestinieren die Auswahl der Wörter für eine bestimmte Aussage, finden aber selbst in diese Aussage keinen Eingang. Die syntagmatischen Beziehungen zwischen Wörtern kennzeichnen die Beziehungen, in welche die Wörter im Rahmen einer konkreten Aussage (Mitteilung, Ausdruck) treten. |
| Die Paradigmatik stützt sich auf die Summe / das Inventar miteinander
kombinierbarer sprachlicher Einheiten.
Die Syntagmatik erfordert bestimmte Regeln für das Verbinden dieser Einheiten beim Formulieren einer Aussage. Mit Einschränkung können daher - die Paradigmatik einer Sprache mit deren Lexik - und ihre Syntagmatik mit ihrer Grammatik identifiziert werden. |
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| Eigenschaften von Deskriptorensprachen | Beispiele | |
| Paradigmatische Beziehungen | ||
| P0 | Ausdrucksmittel für paradigmatische Beziehungen fehlen.. | Uniterms |
| P1 | Nur eine paradigmatische Beziehung (Subordination)
. |
IRS Pusto-Nepusto-4 |
| P2 | Zwei paradigmatische Beziehungen (Subordination und Assoziation) | Thesaurus of Engineering Terms;
ASTIA-Thesaurus |
| P3 | Mehr als zwei paradigmatische Beziehungen | Cleveland Semantic Kode (Perry/ Kent);
RX-Kode (System "Bit") |
| Syntagmatische Beziehungen | ||
| S0 | Ausdrucksmittel für syntagmatische Beziehungen fehlen
. |
Grammatiklose Deskriptorensprachen |
| S1 | Es wird nur die Existenz syntagmatischer Beziehungen angezeigt. | Deskriptorensprachen mit Verknüpfungsindikatoren |
| S2 | Es werden Existenz und Art syntagmatischer Beziehungen angezeigt. | Deskriptorensprachen mit Verknüpfungs- und Funktionsindikatoren |
.
| * | Bibliographisch-bibliothekarische Klassifikationen (hierarchische Klassifikationen) |
| * | Alphabetische Sachklassifikationen |
| * | Deskriptorensprachen |
| * | Deskriptorensprachen (descriptor language) |
| * | Klassifikationen (classification) |
| Die wichtigsten IRSp: | Formen des Indizierens: |
| * Klassifikationen | Klassifizieren |
| * Schlagwortverzeichnisse | Schlagwortgebung |
| * Thesauren (Deskriptorenverzeichnisse) | koordinatives Indizieren |
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Natürlich-sprachig basierte Dokumentationssprachen |
| Stichwörter | |
| Schlagwörter | |
| Uniterms und Deskriptoren | |
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Künstlich-sprachige Dokumentationssprachen |
| Notationen | |
| Nummernsysteme |
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Präkoordinative Informationsrecherchesprachen |
| Schlagwortverzeichnisse | |
| Klassifikationen (Systematiken) | |
| Monohierarchische (eindimensionale) Klassifikationen | |
| Polyhierarchische (mehrdimensionale) Klassifikationen | |
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Postkoordinative Informationsrecherchesprachen |
| Thesauren (Deskriptorensprachen) | |
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Semantische Informationsrecherchesprachen (in Entwicklung) |
| * | Hierarchische Informationsrecherchesprachen |
| Monohierarchische (eindimensionale) Klassifikationen | |
Deweys Dezimalklassifikation (1876) |
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| Polyhierarchische (mehrdimensionale) Klassifikationen | |
Kolonklassifikation (Colon classification/CC) (1933) |
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| * | Lexikalische Informationsrecherchesprachen |
| Schlagwortverzeichnisse | |
| Thesauren | |
Einsprachige Thesauren |
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| Unitermverzeichnisse (1951) |
| Dokumentationssprache "Klassifikation" |
| Dokumentationssprache "Thesaurus" |
| Informationsrecherchesprachen (IRSp) üben in allen Teilsystemen eines Informationsrecherchesystems (IRS) folgende Funktionen aus: |
| (1) Repräsentativfunktion
Die Zeichen der IRSp in Gestalt des Dokumentenbildes / des Dokumentenprofils vertreten das Dokument im Arbeitsprozeá des Speicherns und Recherchierens. |
| (2) Sprachnormungsfunktion
Eine IRSp stellt den Inhalt der Dokumente eindeutig dar, unabhängig von den unterschiedlichen Bezeichnungen, mit denen dieser Inhalt in der natürlichen Sprache ausgedrückt wird. |
| (3) Ordnungsfunktion (Klassifikationsfunktion)
Durch die IRSp werden die Dokumente bzw. Faktenaussagen einem bestimmten Platz im Gesamtsystem der gespeicherten Informationen zugeordnet und erst dadurch abrufbar gemacht. Jeder Informationsnutzer sucht die benötigten Informationen instinktiv an einem bestimmten Platz innerhalb des seinen Vorstellungen entsprechenden Systems des menschlichen Wissens. Die IRSp muß dieses System in ihrer Ordnungsfunktion weitgehend berücksichtigen, um die erschlossenen Informationen dem vorhandenen oder zu erwartenden Informationsbedarf des Nutzers bestmöglich zuzuordnen. |
| (4) Informationsfunktion (vgl. G. Greiner;
s.u.)
bei Engelbert nicht aufgeführt) |
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| Diese Aufgaben widerspiegeln sich in den meisten Definitionen des Begriffs "Dokumentationssprache". | ||
Fallweise hat die Dokumentationssprache auch eine Informationsaufgabe.
Anmerkung: Informationen über thematische Zusammenhänge
liefert auch die Dokumentationssprache selbst mit ihren systematisch geordneten
Verzeichnissen der Wörter und Ausdrücke dieser Sprache.
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Heinz Engelbert, 1978 [13, S.45-46] |
Informationssprachen müssen u.a.:
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| (1) | Eine IRSp muß den Inhalt der zu erschließenden Dokumente bzw. Faktenaussagen in einer für die Recherche geeigneten komprimierten und konzentrierten Form erschließen. |
| (2) | Diese Inhaltserschließung muß eindeutig und einheitlich erfolgen. |
| (3) | Die IRSp muß das in den Dokumenten enthaltene Wissen in eine bestimmte Beziehung zum Gesamtsystems des Wissens in der betreffenden Disziplin - nach Möglichkeit noch darüber hinaus - setzen. Das heißt konkret, die Dokumente entsprechend den konzeptionellen Klassenbildungen, die sich aus dem Informationsbedarf der Nutzer ergeben, zu klassifizieren. |
| (4) | Eine IRSp muß stabilisierend wirken, indem sie frei ist von individuellen und terminologischen Schwankungen, denen die Bedeutung der Fachtermini ausgesetzt ist. Sie muß von allen Emotionen, Aversionen usw., die den Gebrauch einzelner Wörter der nS durch die Wissenschaftler bzw. Nutzer beeinflussen, abstrahieren. |
| (5) | Eine IRSp muß sich an die Entwicklung der Wissenschaft und der Wissenschaftssprachen anpassen (diese Forderung kann sich als Widerspruch zur oben geforderten Stabilisierungsfunktion erweisen). |
| (6) | Eine IRSp muß genügend formalisiert sein, um die einen hohen Formalisierungsgrad voraussetzende Recherchetechnik effektiv nutzen zu können und sie muß zugleich für alle, die mit ihr arbeiten, leicht erlernbar und unkompliziert anwendbar sein. |
| ** Problem:
Die genannten Anforderungen sind, wie Engelbert betont, in ihrer Gesamtheit nur schwer zu erfüllen. Bisherige Lösungen beinhalten meist eine Überbetonung einiger der genannten Anforderungen zum Nachteil anderer. |
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Bezug: J.Koblitz, Informatik 16(1969)3. - S.19-24 |
Klassifikationen |
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Dr. phil. Eberhardt Gering
Mai 1992
Für die Darstellung im Internet bearbeitet: Dezember
2005 und Mai 2009