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Stand vom 13. Oktober 2007 |
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Die Bildung einer zentralen
Dokumentationseinrichtung in Form eines "Instituts für Dokumentation"
(IfD) war ein Ziel, welches Pflücke fast während seines gesamten
Arbeitslebens verfolgte. Unter Verweis auf ähnliche bereits existierende
Einrichtungen im Ausland und gestützt auf die mächtige Chemie-Informationsbasis
des Chemischen Zentralblatts unternahm er immer wieder Vorstöße,
um die vorgesetzten Instanzen von der Notwendigkeit eines solchen Instituts
zu überzeugen und ihre Unterstützung beim Aufbau desselben zu
erlangen.
Kurz nach Kriegsende, im Juli 1945, wandte sich Pflücke mit seiner Idee der Bildung eines Dokumentationsinstituts an die Generalverwaltung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG) in Berlin-Dahlem: /1/ "Unter den Aufgaben der oben genannten Gesellschaft war von mir als eine der Zukunftsaufgaben die Schaffung eines Instituts für Dokumentation in Aussicht genommen worden. Auf den zahlreichen internationalen Kongress-Sitzungen auf dem Gebiete der Dokumentation habe ich als ihr ständiger Teilnehmer die Bedeutung der Schaffung nationaler Dokumentations-Institute eindeutig erkennen müssen. [...] Die Arbeiten eines solchen Instituts habe ich bereits seit einiger Zeit von mir aus und mit den mir verbliebenen Mitteln sowie mit Unterstützung von einsatzfreudigen Mitarbeitern in die Hand genommen. [...] Der jetzige Zeitpunkt tiefster Notlage erscheint mir der gegebene, um die Generalverwaltung zu bitten, das von mir angefangene Institut für Dokumentation in den Verband der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft aufzunehmen. [...]. |
| Vermutlich in Beantwortung des o.g. Briefes an die Generalveraltung der KWG und auch auf Grund direkter Gespräche mit dem Absender forderte Robert Havemann in seiner Eigenschaft als Präsident der KWG Pflücke auf, "im Rahmen der Kaiser - Wilhelm - Gesellschaft eine Stelle für die Sammlung und Auswertung inländischen und ausländischen naturwissenschaftlichen Schrifttums (Dokumentationsstelle) zu schaffen." Die Frage der Zusammenarbeit mit der DGD solle Pflücke, unter Verwertung seiner bisherigen Erfahrungen auf diesem Arbeitsgebiet, selbst regeln. /2/ Mit diesem Bescheid war das Thema "Dokumentationsinstitut" für die KWG zunächst vom Tisch. Offenbar war unter den Vorstandsmitgliedern, Institutsdirektoren und anderen Entscheidungsträgern der KWG keiner bereit, die wenigen verfügbaren Mittel mit einem weiteren Institut, dessen Notwendigkeit vielen nicht klar gewesen sein mag, zu teilen. |
Nach sechs Jahren, im November
1951, faßte Pflücke seine Vorstellungen von einem Institut für
Dokumentation in einem Planentwurf zusammen. Er ging davon aus, daß
sich ein solches Institut in erster Linie auf die Alltagsarbeit großer
Informationsorgane wie das Chemische und das Technische Zentralblatt stützen
müsse. Die Aufgaben des Instituts wären:
1) Schnellauswertung der in- und ausländischen Literatur auf dem Gebiet der Naturwissenschaften und Technik für die Institute der DAW zu Berlin und ggf. für die Hochschulinstitute sowie für die Forschungslaboratorien der Industrie;Neben den Originalarbeiten und der Zeitschriftenliteratur sollte weitestgehend auch die Patentliteratur, wie sie im Chemischen und im Technischen Zentralblatt erfaßt wird, berücksichtigt werden. Am Schluß des Planentwurfs hieß es: "Trotz verschiedentlicher Ansätze ist bisher noch kein wirkungsvolles Dokumentationsinstrument für unsere Wissenschaft und Industrie außer den beiden oben genannten Referatenorganen geschaffen worden. Es wird aus diesem Grunde beantragt, für das Jahr 1952 beschleunigt die Gründung eines ´Instituts für Dokumentation´ im Interesse der Wirtschaftsplanung auf dem Gebiete der Wissenschaft und Technik vorzunehmen."/3/ |
| Dem Planentwurf ging ein
Brief voraus, den Pflücke Ende Oktober1951 an den Direktor der DAW,
Dr. Naas, richtete. Pflücke bezog sich auf ein Schreiben des Akademiepräsidenten
Prof. Friedrich vom 24.10.51, in welchem er aufgefordert wurde, sich hinsichtlich
der wichtigen Fragen der Schaffung eines Instituts für Dokumentation
mit Naas in Verbindung zu setzen. Pflücke gab Naas gegenüber
seiner Freude Ausdruck, daß dieses Institut nunmehr realisiert werden
soll. /4/
Die Freude von Pflücke war jedoch verfrüht. Zunächst verfaßte Pflücke, möglicherweise auf Veranlassung von Naas, im Februar 1952 einen 5-seitigen Antrag zur Errichtung eines "Instituts für Dokumentation" in der DAW zu Berlin. /5/ Diesem Dokument folgte mehr als zwei Jahre später, im April 1954, der Entwurf einer Verordnung über die Einrichtung eines Zentralinstituts für Dokumentation bei der DAW. /6/ Auffällig ist bei diesem Text der Terminus "Zentralinstitut", der von Pflücke bisher nicht verwendet wurde. und der zu seinen Lebzeiten auch nicht wieder in Texten, die das IfD betrafen, auftauchte. |
Nachdem über Jahre
hinweg in Sachen Dokumentationsinstitut keine Entscheidung getroffen wurde,
richtete Pflücke Anfang Juni 1954 ein kurzes, in energischem Ton formuliertes
Schreiben an das Präsidium der Deutschen Akademie der Wissenschaften
zu Berlin mit dem Betreff "Antrag auf Gründung
eines Instituts für Dokumentation". Das Schreiben hatte
folgenden Wortlaut:
"Ich beantrage hiermit nunmehr die seit langer Zeit in Aussicht genommene Umbenennung der Abteilungen "Chemisches Zentralblatt" und "Technisches Zentralblatt" gemeinsam in ein Institut für Dokumentation.Pflücke stand, als er dieses Schreiben verfaßte, am Ende seines 65. Lebensjahres. Er wußte, wenn jetzt nicht umgehend eine positive Entscheidung erfolgt, würde sich sein Lebenstraum von einem unter seiner Leitung stehenden Institut für Dokumentation nicht mehr erfüllen. Es dauerte nach diesem Schreiben noch ein weiteres Jahr, bis im Sommer 1955 ein Beschluß des DDR- Ministerrates die Bahn frei machte für die Gründung des Instituts für Dokumentation bei der DAW. /8/ Aber erst im Juli 1956 faßte das Präsidium der DAW den erforderlichen Ausführungsbeschluß, dessen erster Punkt lautete: "Das Präsidium schlägt dem Plenum vor, in der Sitzung am 6.9.1956 die Gründung des Instituts für Dokumentation mit den Redaktionen der Zentralblätter zu bestätigen. |
| In der Plenumssitzung der DAW am 6.9.1956 wurde die Institutsgründung beschlossen und der inzwischen 67jährige Pflücke als Institutsdirektor eingesetzt. Elf Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges hatte Pflücke das für ihn vermutlich bedeutendste Ziel seines Arbeitslebens erreicht. |
Im Juni 1957 gab Pflücke
für das Chemische und das Technische Zentralblatt den Jahresbericht
1956 heraus. Im einleitenden Teil berichtet Pflücke über das
neue Institut für Dokumentation:
"Die Gründung des Instituts für Dokumentation wurde durch den Herrn Ministerpräsidenten am 14.12.1956 bestätigt. Damit wurde den Empfehlungen des Ministerrates der Deutschen Demokratischen Republik vom 18.5.1955 entsprochen und mit dem Aufbau und den vorbereitenden Arbeiten begonnen. Herr Professor Dr. Maximilian Pflücke wurde vom Plenum als Direktor des Instituts gewählt und vom Herrn Präsidenten Volmer mit Schreiben vom 26.12.1956 in sein Amt als Direktor eingesetzt. [...] |
Über Aufgaben, Gliederung
und Publikationen des Instituts für Dokumentation informierte detailliert
ein an die Akademie der Volksrepublik Rumänien gerichteter Brief Pflückes
vom Januar 1958. Wegen seines besonderen Informationswertes wird dieser
Brief hier im wesentlichen ungekürzt wiedergegeben:
"28. Januar 1958Auffällig ist am obigen Text die in einigen Fällen zu verzeichnende sprachliche Präziserung von Fachtermini. So wurde nicht mehr von "Dokumentation", sondern von "wissenschaftlicher Dokumentation" gesprochen. Der Terminus "Dokumentationswesen" wurde ersetzt durch "Dokumentations- und Informationswesen" (später fälschlicherweise umgedreht in "Informations- und Dokumentationswesen"). |
| Festlegungen zur Gründung,
Erweiterung und Wiederauflösung des Instituts für Dokumentation
(IfD)
Auf Grund eines am 21. Juli
1955 gefaßten Beschlusses des Ministerrates der DDR über "Maßnahmen
zur Förderung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts" wurde
bei der damaligen Deutschen Akademie der Wissenschaften (DAW) zu Berlin
das Institut für Dokumentation (IfD) gegründet. Dem IfD
wurde die Aufgabe gestellt, die Dokumentation des naturwissenschaftlichen,
technischen und ökonomischen Schrifttums zu lenken.
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| 1 | Brief Pflücke an Generalverwaltung der KWG in Berlin-Dahlem vom 15.7.1945. Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 52. . | |
| 2 | Brief Havemann an Pflücke vom 13.9.1945. Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 32. | |
| 3 | Planung eines "Instituts
für Dokumentation". von Pflücke unterschriebener Text, 4 Seiten,
ohne Anschrift. Datum
7.11.1951. Archiv BBAW Akl 103 (Ordner Akademieleitung). |
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| 4 | Schreiben Pflücke an Naas vom 27.10.1951. Archiv BBAW Akl 103. | |
| 5 | Antrag Pflücke auf Errichtung eines Instituts für Dokumentation vom 18.2.1952. Archiv BBAW Akl 103 | |
| 6 | Verordnung (Entwurf)
über die Einrichtung eines Zentralinstituts für Dokumentation
bei der DAW vom 23.4.1954.
Archiv BBAW Akl 103. |
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| 7 | Schriftlicher Antrag Pflückes an das Präsidium der DAW zu Berlin vom 1.Juni 1954. Archiv BBAW Akl 103. | |
| 8 | Beschluß des Ministerrates
über Maßnahmen zur Förderung des wissenschaftlich-technischen
Fortschritts in der
Deutschen Demokratischen Republik vom 21.7.1955. |
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| 9 | Schreiben des Büros
des Präsidiums der DAW an Pflücke betreffs "Mitteilung eines
Beschlusses des Präsidiums"
vom 16.7.1956. Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 29. |
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| 10 | Jahresbericht 1956 Chemisches
Zentralblatt Technisches Zentralblatt / M. Pflücke (Hrsg.), vom 5.Juni
1957. Archiv
BBAW NL M. Pflücke. |
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| 11 | Das Schreiben der rumänischen Seite liegt nicht vor. | |
| 12 | Schreiben Pflücke
an die rumänische Akademie, Institut De Mecanica Aplicata, Bukarest,
vom 28.1.1958. Archiv
BBAW NL M. Pflücke, Ordner 16. |
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| 13 | Die adäquate Einrichtung auf dem Gebiet der Gesellschaftswissenschaften (Sozial- und Geisteswissenschaften) war in der UdSSR das Institut für die gesellschaftswissenschaftliche Information (INION) in Moskau. | |
| 14 | Aus einem Informationsartikel von Josef Koblitz (ohne weitere Quellenangabe). Von Koblitz genannte Literatur: Dokumentationsstellen und Dokumentationsdienste der DDR. Ein Überblick über Aufgaben und Funktionen der Literaturerschließung durch Dokumentation und Information. Berlin, 1961. // Koblitz, J.: Große Perspektiven für die Weiterentwicklung der Information und Dokumentation in der DDR. In: Dokumentation 5 (1958) 1, S.1-3. // Leibnitz, E.; Koblitz, J.: Zehn Jahre Dokumentations- und Informationsnetz in der DDR. In: Dokumentation 9 (1962) 1, S.1-3. |
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Ernennung zum Professor für naturwissenschaftliche Dokumentation Mitte September 1949 richtete der sechzigjährige Pflücke an den Rektor der Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Dr. E. Friedrich, ein Dankschreiben folgenden Inhalts: "Magnifizenz!Im Alter von 69 Jahren wurde Pflücke von seinen Pflichten als Professor mit Lehrauftrag vom Staatssekretär für Hochschulwesen, Dr. Wilhelm Girnus, wieder entbunden. Auszugsweise heißt es in dem entsprechenden Schreiben vom 30.9.1958: "Sehr geehrter Herr Professor! |
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| Auszeichnung mit dem
DDR-Nationalpreis
Der Nationalpreis wurde in der DDR auf dem Gebiet Wissenschaft und Technik in 3 Klassen vergeben. Mit Stand vom März 1950 gab es bezüglich der mit dem Preis verbundenen finanziellen Zuwendung folgende Staffelung: 1. Klasse 5 Preise à 100.000 DMDie auszuzeichnenden Werke und Leistungen sollten der Öffentlichkeit erst in den beiden letzten vorangegangenen Jahren bekannt geworden sein. /8/ In einer Publikation des DDR-Kulturbundes über die 1951 mit dem Nationalpreis für Wissenschaft und Technik Ausgezeichneten heißt es zu Pflücke: "Prof. Dr. Maximilian Pflücke ist für seine Leistungen auf dem Gebiet der naturwissenschaftlichen Dokumentation und in Anerkennung seiner hervorragenden Mitwirkung an der Entwicklung unserer Friedenswirtschaft ein Nationalpreis für Wissenschaft und Technik verliehen worden. |
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| Ernennung zum Ehrendoktor
der Hochschule für Elektrotechnik Ilmenau (Auszüge
aus der Laudatio)
"Die Fakultät für
Starkstromtechnik der Hochschule für Elektrotechnik Ilmenau hat Herrn
Professor Dr.phil. Maximilian Pflücke für seine hervorragenden
Leistungen auf dem Gebiet der Dokumentation der technischen Wissenschaften,
durch die er den Fortschritt der Elektrotechnik in hohem Maße gefördert
hat, anläßlich seines 70. Geburtstages am 26. Juli 1959 die
Würde eines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber verliehen. [...] Die Sicherung
des Weltrufes des Chemischen Zentralblattes ist auf die rastlose Arbeit
und die überragenden fachlichen und organisatorischen Fähigkeiten
Prof. Pflückes zurückzuführen. [...]
Pflückes Bestreben geht vor allem dahin, die auf einem Gebiet erzielten Ergebnisse allen anderen Disziplinen leicht und rasch zugänglich zu machen. [...] Durch verständnisvolle Verhandlungen zwischen Pflücke, Windaus, Butenandt, O. Bayer , Thilo und Hofmann ist es gelungen, das Chemische Zentralblatt wieder als gesamtdeutsches Zentralblatt herauszugeben. [...] " /10/ |
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Glückwunschadresse zum 75. Geburtstag Der DDR-Staatsratsvorsitzende richtete am 26. Juli 1964 ein Glückwunsch-Schreiben an Pflücke, welches hier leicht gekürzt wiedergegeben wird: "Sehr geehrter Herr Professor Maximilian Pflücke! |
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| 1 | Beantwortung der Fragen des Personalfragebogens für Dr. Maximilian Pflücke. Ausgefertigt nach Kriegsende 1945. ohne Datum. Archiv BBAW NL 1 M.Pflücke, Ordner 32., S. 1. | |
| 2 | Aus dem Nachruf der Herausgeber und Chefredakteure des Chemischen Zentralblatts. Archiv BBAW NL M. Pflücke. | |
| 3 | Maximilian Pflücke: Persönlichkeit und künftige Aufgaben. o.D., nach Kriegsende 1945 und vor 1947. Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 32, S. 1 | |
| 4 | Günter Nagel: Das "Chemische Zentralblatt" wurde zu seiner Lebensaufgabe. Auf den Spuren eines Potsdamer Gelehrten In: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 28. August 1998. | |
| 5 | Aus dem Nachruf ....a.a.O. | |
| 6 | Brief Pflücke an den Rektor der HU Berlin, Prof. Friedrich, vom 17. 9. 1949. Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 8. | |
| 7 | Schreiben Girnus an Pflücke vom 30.9.1958. Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 9. | |
| 8 | Zeitungsartikel zum Gesetz über den Nationalpreis der DDR. In:Berliner Zeitung, 23.3.1950. | |
| 9 | Unsere Nationalpreisträger 1951. Wissenschaft und Technik / Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands. S. 50-51. Anmerkung: Pflücke erhielt den Nationalpreis III.Klasse für Wissenschaft und Technik. | |
| 10 | Sonderdruck aus "Wissenschaftliche Zeitschrift der Hochschule für Elektrotechnik Ilmenau". Jahrgang 5 (1959) Heft 2/3. | |
| 11 | Glückwunsch-Schreiben Walter Ulbricht an Pflücke vom 26.7.1964. Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 14. |
| Zum Verzeichnis der Skizzenblätter |
In einem Brief an Pietsch
(Direktor des Gmelin-Institutes mit Sitz in Frankfurt am Main) vom Oktober
1958 kündigte Pflücke seinen für das nächste Jahr geplanten
Übergang in den Ruhestand an. Der Brief ist die Antwort auf ein Schreiben,
welches Pietsch schon acht Monate vorher an Pflücke gerichtet hatte
und in welchem er sich offenbar für die Arbeit des von Pflücke
geleiteten Instituts für Dokumentation interessierte. /1/
Pflücke ging auf dieses Interesse nicht weiter ein. Er schrieb nur:
"Das Institut für Dokumentation, dessen Mitbegründer ich bin, hat sich mit einer ungeheuren Lebendigkeit entwickelt, jedoch Ihnen eine Struktur oder Näheres über die Zusammensetzung mitzuteilen, ist mir noch nicht möglich." /2/]Diese deutliche Absage läßt erkennen, daß Pflücke nicht gewillt oder in der Lage war, den "alten Freund" aus Zeiten des Reichsforschungsrates der Nazis und von 1955 bis 1961 in der BRD Vorsitzender der Gesellschaft für Dokumentation, über Details des Instituts für Dokumentation zu informieren. Sicherlich haben dabei aus dem übergreifenden Ost-West-Konflikt und dem kalten Krieg resultierende Geheimhaltungsgründe eine Rolle gespielt. Die kühle Reaktion Pflückes steht jedoch im krassen Gegensatz zu dem ausführlichen Brief über das neue Institut, den Pflücke keine zehn Monate vorher an die rumänische Akademie in Bukarest geschrieben hatte. /3/ Mit der Einschränkung "noch nicht möglich" deutet Pflücke allerdings an, daß er Pietsch die gewünschten Informationen vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt geben könne. /4/ Im weiteren Brieftext Pflücke an Pietsch heißt es: "Es wird Sie interessieren, daß ich im nächsten Jahre, am 26.7., meinen 70. Geburtstag feiern kann und daß ich um diese Zeit die Absicht habe, mich in den Ruhestand zu begeben. Die Tätigkeit, die ich hier ausgeübt habe, war fruchtbar und umfangreich, und den Nachfolgern bleibt die Erweiterung und Festigung meiner Arbeit vorbehalten. |
| Nach 46jähriger Tätigkeit
in der Redaktion des Chemischen Zentralblatts trat Pflücke am 30.
Juni 1959 in den Ruhestand. /5/
Auch danach beteiligte sich Pflücke aktiv an der weiteren Entwicklung des Dokumentationswesens, wie sein Grußwort an die erste Veranstaltung aus der Reihe der "Oberhofer Kolloquien zur Information und Dokumentation" belegt: |
Grußwort an das Institut für Dokumentation und Patentwesen der Hochschule für Elektrotechnik Ilmenau anläßlich des Kolloquiums 1962 "Die Gründung eines Instituts für Dokumentation und Patentwesen an der Hochschule für Elektrotechnik Ilmenau ist ein großes Verdienst um die wissenschaftliche Dokumentation, die in aller Welt von wachsender Bedeutung ist. [...] |
| Maximilian Pflücke
verstarb am 19. November 1965 im 77. Lebensjahr nach einem arbeitsreichen
und erfüllten Leben, das untrennbar mit dem Chemischen Zentralblatt /7/
und mit der Entwicklung der wissenschaftlichen Dokumentation verbunden
war. Bei einer kritischen Einschätzung seines Lebens als Fachwissenschaftler
und Wissenschaftsorganisator müssen die Positionen, die er als einer
der Hauptorganisatoren der Dokumentation im Dritten Reich einnahm und die
Rolle, die er in Zusammenarbeit mit NS-Institutionen beim Bereitstellen
"kriegswichtiger" Fachliteratur spielte, voll berücksichtigt werden.
Das Grab von Maximilian Pflücke
befindet sich auf dem Neuen Friedhof in Potsdam.
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| 1 | Im Antwortschreiben Pflückes genannter Brief Pietschs an Pflücke vom 12. Februar 1958. Dieser Brief liegt nicht vor. Erich Pietsch war von 1956 bis 1961 Vorsitzender der DGD. | |
| 2 | .Brief Pflücke an Pietsch vom 9. Oktober 1958. Archiv BBAW NL M.Pflücke, Ordner 24. | |
| 3 | Schreiben Pflücke an die rumänische Akademie, Institut De Mecanica Aplicata, Bukarest, vom 28.1.1958. Archiv BBAW Archiv NL M. Pflücke, Ordner 16. | |
| 4 | Der Briefwechsel Pietsch-Pflücke erfolgte zu einer Zeit, als zwischen BRD und DDR auf Regierungsebene über Möglichkeiten einer Konföderation der beiden deutschen Staaten gesprochen wurde. | |
| 5 | Aus dem Nachruf der Herausgeber und Chefredakteure des Chemischen Zentralblatts. Archiv BBAW NL M. Pflücke. | |
| 6 | Hausarchiv der Deutschen Bücherei Leipzig. Erhalten von H.-J.Samulowitz, Dez. 2006 | |
| 7 | Aus dem Nachruf ... a.a.O |
| Zum Verzeichnis der Skizzenblätter |
Publikationen von Maximilian Pflücke (nicht auf Vollständigkeit geprüfte Liste)
Publikationen vor Kriegsende
1945
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| Angaben werden nachgetragen. |
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| 1 | Maximilian Pflücke: Persönlichkeit und künftige Aufgaben. o.D., nach Kriegsende 1945 und vor 1947. Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 32, S. 1. | |
| 2 | Curriculum Vitae des Clemens Maximilian Pflücke ..., ohne Datum, verfaßt nach Kriegsende 1945. Archiv BBAWNL M. Pflücke Ordner 32; S. 2. | |
| 3 | Maximilian Pflücke: Persönlichkeit und künftige Aufgaben .- ... a.a.O. S. 2. | |
| 4 | Maximilian Pflücke: Die Dokumentation in der Chemie und chemischen Technik. In: Die Dokumentation und ihre Probleme. Harrassowitz, Leipzig 1943, S. 51-67. | |
| 5 | Günter Nagel: Das "Chemische Zentralblatt" wurde zu seiner Lebensaufgabe. Auf den Spuren eines Potsdamer Gelehrten ... . In: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 28. August 1998 | |
| 6 | Curriculum Vitae a.a.O., S. 2 | |
| 7 | Günter Nagel: ... a.a.O. | |
| 8 | Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft, Bd. 2 1931, S.398. In: Deutscher Biographischer Index, Saur 1998 Bd.6. |
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Erläuterung der Abkürzungen
AdW Akademie der Wissenschaften der DDR
Akl Akademieleitung (Signatur im Archiv der BBAW)
BA Bundesarchiv (Berlin, wenn keine andere Ortsangabe)
BBAW Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
ChZbl Chemisches Zentralblatt
DAF Deutsche Arbeitsfront (Gliederung der NSDAP)
DAW Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin
DChG Deutsche Chemische Gesellschaft
DGD Deutsche Gesellschaft für Dokumentation
DK Dezimalklassifikation
IfD Institut für Dokumentation
INION Institut für gesellschaftswissenschaftliche Information (UdSSR, Moskau)
KWG Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft
KWI Kaiser-Wilhelm-Institut
NSBDT Nationalsozialistischer Bund Deutscher Techniker (Gliederung der NSDAP)
NSDAP Nationalsozialistische Arbeiterparter Deutschland (1945 verboten)
NSV Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (Gliederung der NSDAP)
Pg. Parteigenosse (Mitglied der NSDAP)
REM Reichserziehungsministerium (= Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung)
RSHA Reichssicherheitshauptamt der SS
SD Sicherheitsdienst der SS
SED Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
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VDCh Verein Deutscher Chemiker
VINITI Allunionsinstitut für wissenschaftlich-technische Information (UdSSR, Moskau)
ZIID Zentralinstitut für Information und Dokumentation
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