Dr. phil. Maximilian Pflücke  (1889 –1965)

Mitbegründer und Stellvertretender Vorsitzender
der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation im NS-Deutschland
 
 

Biographische Skizzenblätter 18- 21
Autor: Dr. Eberhardt Gering, Berlin
Stand vom 13. Oktober 2007
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Verzeichnis der Skizzenblätter
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Skizzenblatt 1

Übersicht der beruflichen und politischen Tätigkeiten
Skizzenblatt 2
Erste Jahre
Skizzenblatt 3
Politische Orientierungen
Skizzenblatt 4
Partei- und Organisationszugehörigkeiten bis Kriegsende 1945
Skizzenblatt 5
Leiter des Chemischen Zentralblatts bis Kriegsende 1945
Skizzenblatt 6
Beauftragter im Reichsforschungsrat unter Hermann Göring
Skizzenblatt 7
Leiter des Zentralnachweises für ausländische Literatur 
Skizzenblatt 8
Amtierender Generalsekretär der Deutschen Chemischen Gesellschaft
Skizzenblatt 9
Teilnahme an Internationalen Tagungen zur Dokumentation
Skizzenblatt 10
Mitarbeit im Fachnormenausschuß Bibliotheks-, Buch- und Zeitschriftenwesen
Skizzenblatt 11
Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation
Skizzenblatt 12
Salzburger Tagung 1942
Skizzenblatt 13
Politische Entlastungen nach Kriegsende 1945
Skizzenblatt 14
Auseinandersetzung mit politischen Vorwürfen nach Kriegsende 1945
Skizzenblatt 15
Politische Orientierung nach Kriegsende 1945
Skizzenblatt 16
Weiterführung des Chemischen Zentralblatts nach Kriegsende 1945
Skizzenblatt 17
Rolle in der Nachkriegsphase der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation
Skizzenblatt 18
Aktivitäten zur Schaffung eines Instituts für Dokumentation
Skizzenblatt 19
Ehrungen und Auszeichnungen
Skizzenblatt 20
Letzte Jahre 
Skizzenblatt 21
Publikationen von Maximilian Pflücke
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der Biographischen Skizzen


 
   
Skizzenblatt 18

Aktivitäten zur Schaffung eines Instituts für Dokumentation

   
Die Bildung einer zentralen Dokumentationseinrichtung in Form eines "Instituts für Dokumentation" (IfD) war ein Ziel, welches Pflücke fast während seines gesamten Arbeitslebens verfolgte. Unter Verweis auf ähnliche bereits existierende Einrichtungen im Ausland und gestützt auf die mächtige Chemie-Informationsbasis des Chemischen Zentralblatts unternahm er immer wieder Vorstöße, um die vorgesetzten Instanzen von der Notwendigkeit eines solchen Instituts zu überzeugen und ihre Unterstützung beim Aufbau desselben zu erlangen. 
Kurz nach Kriegsende, im Juli 1945, wandte sich Pflücke mit seiner Idee der Bildung eines Dokumentationsinstituts an die Generalverwaltung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG) in Berlin-Dahlem:  /1/  "Unter den Aufgaben der oben genannten Gesellschaft war von mir als eine der Zukunftsaufgaben die Schaffung eines Instituts für Dokumentation in Aussicht genommen worden. Auf den zahlreichen internationalen Kongress-Sitzungen auf dem Gebiete der Dokumentation habe ich als ihr ständiger Teilnehmer die Bedeutung der Schaffung nationaler Dokumentations-Institute eindeutig erkennen müssen. [...] Die Arbeiten eines solchen Instituts habe ich bereits seit einiger Zeit von mir aus und mit den mir verbliebenen Mitteln sowie mit Unterstützung von einsatzfreudigen Mitarbeitern in die Hand genommen. [...] Der jetzige Zeitpunkt tiefster Notlage erscheint mir der gegebene, um die Generalverwaltung zu bitten, das von mir angefangene Institut für Dokumentation in den Verband der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft aufzunehmen. [...].
Vermutlich in Beantwortung des o.g. Briefes an die Generalveraltung der KWG und auch auf Grund direkter Gespräche mit dem Absender forderte Robert Havemann in seiner Eigenschaft als Präsident der KWG Pflücke auf, "im Rahmen der Kaiser - Wilhelm - Gesellschaft eine Stelle für die Sammlung und Auswertung inländischen und ausländischen naturwissenschaftlichen Schrifttums (Dokumentationsstelle) zu schaffen." Die Frage der Zusammenarbeit mit der DGD solle Pflücke, unter Verwertung seiner bisherigen Erfahrungen auf diesem Arbeitsgebiet, selbst regeln. /2/   Mit diesem Bescheid war das Thema "Dokumentationsinstitut" für die KWG zunächst vom Tisch. Offenbar war unter den Vorstandsmitgliedern, Institutsdirektoren und anderen Entscheidungsträgern der KWG keiner bereit, die wenigen verfügbaren Mittel mit einem weiteren Institut, dessen Notwendigkeit vielen nicht klar gewesen sein mag, zu teilen.
Nach sechs Jahren, im November 1951, faßte Pflücke seine Vorstellungen von einem Institut für Dokumentation in einem Planentwurf zusammen. Er ging davon aus, daß sich ein solches Institut in erster Linie auf die Alltagsarbeit großer Informationsorgane wie das Chemische und das Technische Zentralblatt stützen müsse. Die Aufgaben des Instituts wären:
1) Schnellauswertung der in- und ausländischen Literatur auf dem Gebiet der Naturwissenschaften und Technik für die Institute der DAW zu Berlin und ggf. für die Hochschulinstitute sowie für die Forschungslaboratorien der Industrie;
2) Vervielfältigung der im IfD gehaltenen Zeitschriften für Wissenschaft und Industrie auf Basis der in den Referatenorganen erscheinenden Referate;
3) Führung einer Auskunftsstelle auf Basis der im IfD durchgeführten Dokumentationsarbeit zu dem Zweck, den Akademie- und Universitäts-Instituten sowie den Forschungsbetrieben der Industrie Auskünfte literarischer Art zu erteilen.
Neben den Originalarbeiten und der Zeitschriftenliteratur sollte weitestgehend auch die Patentliteratur, wie sie im Chemischen und im Technischen Zentralblatt erfaßt wird, berücksichtigt werden.
Am Schluß des Planentwurfs hieß es: 
"Trotz verschiedentlicher Ansätze ist bisher noch kein wirkungsvolles Dokumentationsinstrument für unsere Wissenschaft und Industrie außer den beiden oben genannten Referatenorganen geschaffen worden. Es wird aus diesem Grunde beantragt, für das Jahr 1952 beschleunigt die Gründung eines ´Instituts für Dokumentation´ im Interesse der Wirtschaftsplanung auf dem Gebiete der Wissenschaft und Technik vorzunehmen."/3/ 
Dem Planentwurf ging ein Brief voraus, den Pflücke Ende Oktober1951 an den Direktor der DAW, Dr. Naas, richtete. Pflücke bezog sich auf ein Schreiben des Akademiepräsidenten Prof. Friedrich vom 24.10.51, in welchem er aufgefordert wurde, sich hinsichtlich der wichtigen Fragen der Schaffung eines Instituts für Dokumentation mit Naas in Verbindung zu setzen. Pflücke gab Naas gegenüber seiner Freude Ausdruck, daß dieses Institut nunmehr realisiert werden soll.  /4/
Die Freude von Pflücke war jedoch verfrüht. Zunächst verfaßte Pflücke, möglicherweise auf Veranlassung von Naas, im Februar 1952 einen 5-seitigen Antrag zur Errichtung eines "Instituts für Dokumentation" in der DAW zu Berlin. /5/   Diesem Dokument folgte mehr als zwei Jahre später, im April 1954, der Entwurf einer Verordnung über die Einrichtung eines Zentralinstituts für Dokumentation bei der DAW.  /6/    Auffällig ist bei diesem Text der Terminus "Zentralinstitut", der von Pflücke bisher nicht verwendet wurde. und der zu seinen Lebzeiten auch nicht wieder in Texten, die das IfD betrafen, auftauchte.
Nachdem über Jahre hinweg in Sachen Dokumentationsinstitut keine Entscheidung getroffen wurde, richtete Pflücke Anfang Juni 1954 ein kurzes, in energischem Ton formuliertes Schreiben an das Präsidium der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin mit dem Betreff "Antrag auf Gründung eines Instituts für Dokumentation". Das Schreiben hatte folgenden Wortlaut:
"Ich beantrage hiermit nunmehr die seit langer Zeit in Aussicht genommene Umbenennung der Abteilungen "Chemisches Zentralblatt" und "Technisches Zentralblatt" gemeinsam in ein Institut für Dokumentation. 
Die Gründung eines Instituts für Dokumentation bei der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin steht seit zwei Jahren zur Diskussion. Ich würde es sehr begrüßen, wenn dieses Institut bald offiziell gegründet würde, da dadurch die Dokumentationsarbeiten, die durch die Zentralblätter bei der Akademie ausgeführt werden, eine grössere Durchschlagskraft und Vervollkommnung erfahren würden. (Unterschrift Pflücke)"  /7/
Pflücke stand, als er dieses Schreiben verfaßte, am Ende seines 65. Lebensjahres. Er wußte, wenn jetzt nicht umgehend eine positive Entscheidung erfolgt, würde sich sein Lebenstraum von einem unter seiner Leitung stehenden Institut für Dokumentation nicht mehr erfüllen.
Es dauerte nach diesem Schreiben noch ein weiteres Jahr, bis im Sommer 1955 ein Beschluß des DDR- Ministerrates die Bahn frei machte für die Gründung des Instituts für Dokumentation bei der DAW. /8/  Aber erst im Juli 1956 faßte das Präsidium der DAW den erforderlichen Ausführungsbeschluß, dessen erster Punkt lautete: 
"Das Präsidium schlägt dem Plenum vor, in der Sitzung am 6.9.1956 die Gründung des Instituts für Dokumentation mit den Redaktionen der Zentralblätter zu bestätigen.
In Übereinstimmung mit den Empfehlungen des Ministerrates vom vom 18.5.1955 wird das Institut für Dokumentation die naturwissenschaftliche und technische Schnelldokumentation der Zentralstelle für wissenschaftliche Literatur schrittweise organisch überführen.
Auf Grund eines Gutachtens des Direktors der Deutschen Staatsbibliothek empfiehlt die Akademie, die anderen Abteilungen der Zentralstelle für wissenschaftliche Literatur der Deutschen Staatsbibliothek einzugliedern."
Im Punkt 3 des Präsidiumsbeschlusses hieß es in bezug auf die Leitung des künftigen Instituts: "Herr Prof. Dr. Maximilian Pflücke wird gebeten, für die Ausarbeitung einer Ordnung über die Aufgaben und Arbeitsweise des Instituts für Dokumentation zu sorgen." /9/ 
In der Plenumssitzung der DAW am 6.9.1956 wurde die Institutsgründung beschlossen und der inzwischen 67jährige Pflücke als Institutsdirektor eingesetzt. Elf Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges hatte Pflücke das für ihn vermutlich bedeutendste Ziel seines Arbeitslebens erreicht. 
Im Juni 1957 gab Pflücke für das Chemische und das Technische Zentralblatt den Jahresbericht 1956 heraus. Im einleitenden Teil berichtet Pflücke über das neue Institut für Dokumentation:
"Die Gründung des Instituts für Dokumentation wurde durch den Herrn Ministerpräsidenten am 14.12.1956 bestätigt. Damit wurde den Empfehlungen des Ministerrates der Deutschen Demokratischen Republik vom 18.5.1955 entsprochen und mit dem Aufbau und den vorbereitenden Arbeiten begonnen. Herr Professor Dr. Maximilian Pflücke wurde vom Plenum als Direktor des Instituts gewählt und vom Herrn Präsidenten Volmer mit Schreiben vom 26.12.1956 in sein Amt als Direktor eingesetzt. [...]
Das Fundament des Instituts für Dokumentation bilden die Referatenorgane. Neben dem Chemischen Zentralblatt und dem Technischen Zentralblatt, von dem die Abteilungen Energiewesen, Maschinenwesen und Elektrotechnik erscheinen, wird das im Jahre 1955 gegründete Landwirtschaftliche Zentralblatt in das Institut mit einbezogen. Das Landwirtschaftliche Zentralblatt gliedert sich in die Abteilungen Landtechnik, Pflanzliche Produktion, Tierzucht - Tierernährung, Veterinärmedizin und Forstwesen. 
In das Institut wird nach Regierungsbeschluss die Zentralstelle für wissenschaftliche Literatur ... überführt. In den drei grundlegenden Säulen: Referatenorgane, Dokumentationsdienste-Dokumentationsstellen und Volkswirtschaftliche Information wird die Arbeit auf dem gesamten Gebiete der Dokumentation in dem geschaffenen Institut in einer Weise konzentriert, die Wissenschaftlichkeit garantiert und die Ausschaltung jeder Doppelarbeit als oberstes Ziel verfolgt. [...]" /10/
Über Aufgaben, Gliederung und Publikationen des Instituts für Dokumentation informierte detailliert ein an die Akademie der Volksrepublik Rumänien gerichteter Brief Pflückes vom Januar 1958. Wegen seines besonderen Informationswertes wird dieser Brief hier im wesentlichen ungekürzt wiedergegeben:
"28. Januar 1958
Academia Republicii Populare Romine
Institutul De Mecanica Aplicata "Traian Vuia"
Bucuresti  […]

Sehr geehrte Herren!
In Beantwortung Ihres Schreibens vom 20.12.1957  /11/  teile ich Ihnen mit, ... daß ich seit dem 1.1.1957 als Direktor eines Instituts  für Dokumentation der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin berufen bin und seit dieser Zeit den Aufbau dieses Instituts durchführe. Zu Ihrer Information möchte ich bemerken, daß das Institut für Dokumentation durch Beschluß des Plenums der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin vom 6. September 1956 mit dem Sitz in Berlin gegründet wurde. Dieses Institut ist der Forschungsgemeinschaft der naturwissenschaftlichen, technischen und medizinischen Institute der Deutschen Akademie der Wissenschaften zugeordnet.
Die Aufgaben des Instituts sind folgende:
a) Organisierung der wissenschaftlichen Dokumentation der wichtigen den internationalen Fortschritt in Wissenschaft und Technik darlegenden Veröffentlichungen;
b) Organisierung der wissenschaftlichen Literaturinformation und –beratung auf Dokumentationsgrundlage;
c) Dokumentation zu speziellen volkswirtschaftlichen Fragen;
d) Unterstützung bei der Ermittlung und Beschaffung schwer zugänglicher Literatur;
e) zentrale Registrierung, Nachweisung und Vermittlung von Übersetzungen wissenschaftlicher und technischer Literatur;
f) zentrale Leitung der im Dokumentationsnetz zusammengefaßten Dokumentationsstellen der Betriebe und anderer Institutionen im Einvernehmen mit den zuständigen staatlichen Organen;
g) Zusammenarbeit mit den Stellen und Organisationen des Dokumentations- und Informationswesens, auch im internationalen Rahmen;
h) Aus- und Weiterbildung von Dokumentationskräften, sowie Durchführung von Veranstaltungen, Vorträgen und Tagungen auf  dem Gebiet des Dokumentations- und Informationswesens an Universitäten, Hoch- und Fachschulen [...]
Das Institut gibt folgende Publikationen heraus:
a. Chemisches Zentralblatt
b. Technisches Zentralblatt
c. Landwirtschaftliches Zentralblatt
d. Dokumentationsdienste in Karteikartenform
e. Schnelldokumentationen (Titellisten)
f. Zeitschrift "Dokumentation"
g. Mitteilungsblätter zu volkswirtschaftlichen Fragen
h. Literaturanalysen
i. Monographien.
Die Gliederung des Instituts ist folgende:
a) Wissenschaftlicher Rat
b) Direktorium
c) Bereich Chemie (Zentralblatt, Schnelldokumentationen)
d) Bereich Technik (Zentralblatt, Schnelldokumentationen)
e) Bereich Landwirtschaft (Zentralblatt, Schnelldokumentationen)
f) Bereich Betriebstechnik der Zentralblätter
g) Bereich Information
h) Bereich Dokumentationsnetz
i) Bereich Methodik und Literaturdienst
k) Bereich Betriebstechnik der Dokumentationsdienste
l) Bereich Zentrale Anlagen und Verwaltung.
Der Wissenschaftliche Rat, dessen Mitglieder von der Forschungsgemeinschaft der Akademie jeweils auf die Dauer von zwei Jahren berufen werden, setzt sich zusammen aus Vertretern der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, sowie Vertretern der Ministerien und der staatlichen Institutionen. Die Leitung des Instituts wird von einem Direktorium ausgeübt, dessen Vorsitz der Direktor des Instituts hat. [...]
Mit vorzüglicher Hochachtung (Prof. Dr. M. Pflücke) " /12/

Auffällig ist am obigen Text die in einigen Fällen zu verzeichnende sprachliche Präziserung von Fachtermini. So wurde nicht mehr von "Dokumentation", sondern von "wissenschaftlicher Dokumentation" gesprochen. Der Terminus "Dokumentationswesen" wurde ersetzt durch "Dokumentations- und Informationswesen" (später fälschlicherweise umgedreht in "Informations- und Dokumentationswesen").
Festlegungen zur Gründung, Erweiterung und Wiederauflösung des Instituts für Dokumentation (IfD)

Auf Grund eines am 21. Juli 1955 gefaßten Beschlusses des Ministerrates der DDR über "Maßnahmen zur Förderung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts" wurde bei der damaligen Deutschen Akademie der Wissenschaften (DAW) zu Berlin das Institut für Dokumentation (IfD) gegründet.  Dem IfD wurde die Aufgabe gestellt, die Dokumentation des naturwissenschaftlichen, technischen und ökonomischen Schrifttums zu lenken. 
Zu den Bereichen des IfD gehörten die Redaktionen des Chemischen Zentralblatts, des Landwirtschaftlichen Zentralblatts, des Technischen Zentralblatts und des Zentralblatts für Kernforschung und Kerntechnik. Mit Regierungsbeschluß vom 6.11.1957 wurden dem IfD auch die Funktionen, Aufgaben und Einrichtungen der bisher bei der DAW bestehenden Zentralstelle für wissenschaftliche Literatur (ZwL) übertragen. Damit war die ZwL aufgelöst.
Das IfD bestand nach seiner Gründung acht Jahre (1955-1963), davon sechs Jahre seit seiner Erweiterung durch Übernahme der ZwL.
Durch Ministerratsbeschluß vom 8.8.1963 wurde das Zentralinstitut für Information und Dokumentation (ZIID) geschaffen. Damit erfolgte eine Angleichung an das naturwissenschaftlich-technische Informationssystem der UdSSR, an dessen Spitze das Allunionsinstitut der wissenschaftlich-technischen Information (VINITI) stand. /13/ 
Das Institut für Dokumentation (IfD) wurde mit Anordnung vom 30.9.1963 wieder aufgelöst.  Einen Teil der Aufgaben des IfD übernahm das ZIID. Der Bereich des IfD, welcher die Redaktionen der o.g. Zentralblätter verkörperte, wurde in Wissenschaftliche Redaktion der Zentralblätter (WRZ) umbenannt. Aus dem WRZ bildete sich nach Änderung der Aufgabenstellung, dem Ausscheiden des Landwirtschaftlichen Zentralblattes, der Einstellung des Chemischen Zentralblattes u.a. das Wissenschaftliche Informationszentrum (WIZ) der Akademie der Wissenschaften heraus, welches bis zum Ende der DDR im Jahre 1990 existierte. /14/


 
Quellen und Zusatzangaben zum Skizzenblatt 18
   
1 Brief Pflücke an Generalverwaltung der KWG in Berlin-Dahlem vom 15.7.1945. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 52. .
2 Brief Havemann an Pflücke vom 13.9.1945. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 32.
3 Planung eines "Instituts für Dokumentation". – von Pflücke unterschriebener Text, 4 Seiten, ohne Anschrift. Datum 
 7.11.1951. – Archiv BBAW Akl 103 (Ordner Akademieleitung).
4 Schreiben Pflücke an Naas vom 27.10.1951. – Archiv BBAW Akl 103.
5 Antrag Pflücke auf Errichtung eines Instituts für Dokumentation vom 18.2.1952. – Archiv BBAW Akl 103
6 Verordnung (Entwurf) über die Einrichtung eines Zentralinstituts für Dokumentation bei der DAW vom 23.4.1954. – 
Archiv BBAW Akl 103.
7 Schriftlicher Antrag Pflückes an das Präsidium der DAW zu Berlin vom 1.Juni 1954. – Archiv BBAW Akl 103. 
8 Beschluß des Ministerrates über Maßnahmen zur Förderung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts in der 
Deutschen Demokratischen Republik vom 21.7.1955.
9 Schreiben des Büros des Präsidiums der DAW an Pflücke betreffs "Mitteilung eines Beschlusses des Präsidiums" 
vom 16.7.1956. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 29.
10 Jahresbericht 1956 Chemisches Zentralblatt Technisches Zentralblatt / M. Pflücke (Hrsg.), vom 5.Juni 1957. – Archiv
BBAW NL M. Pflücke.
11 Das Schreiben der rumänischen Seite liegt nicht vor.
12 Schreiben Pflücke an die rumänische Akademie, Institut De Mecanica Aplicata, Bukarest, vom 28.1.1958. – Archiv 
BBAW NL M. Pflücke, Ordner 16.
13 Die adäquate Einrichtung auf dem Gebiet der Gesellschaftswissenschaften (Sozial- und Geisteswissenschaften) war in der UdSSR das Institut für die gesellschaftswissenschaftliche Information (INION) in Moskau.
14 Aus einem Informationsartikel von Josef Koblitz (ohne weitere Quellenangabe). Von Koblitz genannte Literatur:  Dokumentationsstellen und Dokumentationsdienste der DDR. Ein Überblick über Aufgaben und Funktionen der Literaturerschließung durch Dokumentation und Information. – Berlin, 1961. // Koblitz, J.: Große Perspektiven für die Weiterentwicklung der Information und Dokumentation in der DDR. – In: Dokumentation 5 (1958) 1, S.1-3. // Leibnitz, E.; Koblitz, J.: Zehn Jahre Dokumentations- und Informationsnetz in der DDR. – In: Dokumentation 9 (1962) 1, S.1-3.
 
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Skizzenblatt 19

Ehrungen und Auszeichnungen

   
Vor Kriegsende 1945
xxxx
Verleihung der Verdienstkreuze beider Weltkriege für die Arbeiten auf dem Gebiet der Dokumentation und
naturwissenschaftlichen Berichterstattung ("turnusgemäße" Auszeichnungen); /1/
xxxx
Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz am weißen Bande.
1929
 Die Deutsche Chemische Gesellschaft überreicht Pflücke anläßlich des 100jährigen Bestehens des Chemischen Zentralblattes die silberne Hofmann-Haus-Plakette. /2/
1939 Glückwunschadresse des Präsidenten der Deutschen Chemischen Gesellschaft zu Pflückes 25-jährigen Jubiläum bei dieser Gesellschaft. /3/
Nach Kriegsende 1945
1949 Die Humboldt-Universität zu Berlin überträgt Pflücke eine Professur mit Lehrauftrag über Dokumentation der Naturwissenschaften.
1950  Der Minister für Industrie des Landes Brandenburg beruft Pflücke zum Mitglied des Landesausschusses der Kammer der Technik. /4/
1951 Die Regierung der DDR zeichnet Pflücke mit dem Nationalpreis III. Klasse für Wissenschaft und Technik aus.
1954 Pflücke erhält die Gmelin-Beilstein-Gedenkmünze der Gesellschaft Deutscher Chemiker. 
1957  Die Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin ernennt Pflücke zum Direktor des Instituts für Dokumentation.
1958 Die Chemische Gesellschaft der DDR ernennt Pflücke zum Ehrenmitglied.
1959 Pflücke erhält den Vaterländischen Verdienstorden in Silber.
1959 Die Technische Hochschule Ilmenau verleiht Pflücke die akademische Würde des Dr.-Ing. E.h. /5/
1964 Zum 75. Geburtstag erhält Pflücke eine Glückwunschadresse des 1. Sekretärs des Zentralkomitees der SED und Vorsitzenden des Staatsrates der DDR.

Ernennung zum Professor für naturwissenschaftliche Dokumentation

Mitte September 1949 richtete der sechzigjährige Pflücke an den Rektor der Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Dr. E. Friedrich, ein Dankschreiben folgenden Inhalts:

"Magnifizenz!
Meine Ernennung zum Professor mit Lehrauftrag für naturwissenschaftliche Dokumentation an der Mathematisch- Naturwissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin am 26. Juli 1949 hat mich mit großer Freude erfüllt, da sie mir Gelegenheit geben wird, meine Erfahrungen der Jugend zu vermitteln. Ich erlaube mir, Eurer Magnifizenz für Ihr Schreiben vom 26. Juli sowie für Ihre Glückwünsche meinen ergebensten und aufrichtigen Dank auszusprechen." /6/
Im Alter von 69 Jahren wurde Pflücke von seinen Pflichten als Professor mit Lehrauftrag vom Staatssekretär für Hochschulwesen, Dr. Wilhelm Girnus, wieder entbunden. Auszugsweise heißt es in dem entsprechenden Schreiben vom 30.9.1958:
"Sehr geehrter Herr Professor!
Hiermit entbinde ich Sie mit Wirkung vom 1. September 1958 von Ihren Pflichten als Professor mit Lehrauftrag für das Fachgebiet Naturwissenschaftliche Dokumentation ... [...]
Als Herausgeber und Chefredakteur des ´Chemischen Zentralblattes´haben Sie die Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Chemie und ihr verwandter Gebiete durch aktuelle Berichterstattung wesentlich gefördert. Sie haben dazu beigetragen, daß das ´Chemische Zentralblatt´für Gesamtdeutschland erscheint und eine Spaltung unmöglich gemacht wurde. [...]
Sie waren stets bemüht, Ihre reichen Erfahrungen auf dem Gebiet der Naturwissenschaftlichen Dokumentation dem wissenschaftlichen Nachwuchs zu vermitteln. Damit haben Sie sich auch als Lehrer und Pädagoge ausgezeichnet.
Im Namen der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik danke ich Ihnen für Ihre langjährige Tätigkeit an der Humboldt-Universität zu Berlin. [...]." /7/ 
Auszeichnung mit dem DDR-Nationalpreis

Der Nationalpreis wurde in der DDR auf dem Gebiet Wissenschaft und Technik in 3 Klassen vergeben. Mit Stand vom März 1950 gab es bezüglich der mit dem Preis verbundenen finanziellen Zuwendung folgende Staffelung:

1. Klasse 5 Preise     à 100.000 DM
2. Klasse  10 Preise  à   50.000 DM
3. Klasse  15 Preise  à   25.000 DM
Die auszuzeichnenden Werke und Leistungen sollten der Öffentlichkeit erst in den beiden letzten vorangegangenen Jahren bekannt geworden sein. /8/

In einer Publikation des DDR-Kulturbundes über die 1951 mit dem Nationalpreis für Wissenschaft und Technik Ausgezeichneten heißt es zu Pflücke:

"Prof. Dr. Maximilian Pflücke ist für seine Leistungen auf dem Gebiet der naturwissenschaftlichen Dokumentation und in Anerkennung seiner hervorragenden Mitwirkung an der Entwicklung unserer Friedenswirtschaft ein Nationalpreis für Wissenschaft und Technik verliehen worden.
Die Dokumentation ist eine Methodik der Quellensuche in Wort, Schrift, Bild und Funk. Sie geht über den Bereich der bibliothekarischen Quellenfindung hinaus und unterrichtet über Herstellung, Erschließung, Sammlung und Aufbewahrung von Dokumenten aller Art.[...]
1949 wurde Dr. Pflücke zum Professor für naturwissenschaftliche Dokumentation an der Berliner Humboldt-Universität ernannt. Seine Vorlesungen, erstmalig an einer deutschen Hochschule, sind eine Einführung in die Bedeutung der wissenschaftlichen Literatur, ihre Entstehung und dokumentarische Erfassung und die Wege zu ihrer Verwendung und Ausschöpfung beim Studium und in der Forschung. [...]" /9/
Ernennung zum Ehrendoktor der Hochschule für Elektrotechnik Ilmenau  (Auszüge aus der Laudatio) 

"Die Fakultät für Starkstromtechnik der Hochschule für Elektrotechnik Ilmenau hat Herrn Professor Dr.phil. Maximilian Pflücke für seine hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet der Dokumentation der technischen Wissenschaften, durch die er den Fortschritt der Elektrotechnik in hohem Maße gefördert hat, anläßlich seines 70. Geburtstages am 26. Juli 1959 die Würde eines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber verliehen. [...] Die Sicherung des Weltrufes des Chemischen Zentralblattes ist auf die rastlose Arbeit und die überragenden fachlichen und organisatorischen Fähigkeiten Prof. Pflückes zurückzuführen. [...]
Seiner Lebensaufgabe, dem Ziel, eine vollständige Dokumentation der Naturwissenschaften zu schaffen, ist er durch die Begründung des Technischen Zentralblattes mit seinen Abteilungen:
 

Elektrotechnik  1951
Maschinenwesen 1952
Energiewesen  1957
Kerntechnik 1958 
und die Schnelldokumentation 
sowie des Landwirtschaftlichen Zentralblatts mit
Landtechnik
Pflanzenproduktion
Tierzucht und Tierernährung sowie
Veterinärmedizin 
sehr nahe gekommen.  [...]
Pflückes Bestreben geht vor allem dahin, die auf einem Gebiet erzielten Ergebnisse allen anderen Disziplinen leicht und rasch zugänglich zu machen. [...]
Durch verständnisvolle Verhandlungen zwischen  Pflücke, Windaus, Butenandt, O. Bayer , Thilo und Hofmann ist es gelungen, das Chemische Zentralblatt wieder als gesamtdeutsches Zentralblatt herauszugeben. [...] " /10/ 

Glückwunschadresse zum 75. Geburtstag

Der DDR-Staatsratsvorsitzende  richtete am 26. Juli 1964  ein Glückwunsch-Schreiben an Pflücke, welches hier leicht gekürzt wiedergegeben wird:

"Sehr geehrter Herr Professor Maximilian Pflücke!
[...]  Durch Ihre wissenschaftliche Tätigkeit, besonders auf dem Gebiet der Dokumentation, haben Sie sich ein hohes Ansehen erworben. In den 46 Jahren Ihrer leitenden Tätigkeit beim Chemischen Zentralblatt haben Sie in starkem Maße das Profil dieser Zeitschrift mitgestaltet. Ihnen gebührt das Verdienst, das Chemische Zentralblatt 1945 wieder aufgebaut zu haben.
Darüber hinaus haben Sie sich als Hochschullehrer bei der Heranbildung unseres jungen wissenschaftlichen Nachwuches auf dem Gebiet der Chemie Verdienste erworben.
Die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik ehrte Sie und Ihre Leistungen durch die Verleihung des Nationalpreises und des Vaterländischen Verdienstordens. 
Ich wünsche Ihnen für Ihr weiteres Leben Gesundheit und persönliches Wohlergehen. Mit sozialistischem Gruß
(gez. Walter Ulbricht)" /11/
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Quellen und Zusatzangaben zum Skizzenblatt 19
   
1 Beantwortung der Fragen des Personalfragebogens für Dr. Maximilian Pflücke. – Ausgefertigt nach Kriegsende 1945. ohne Datum. – Archiv BBAW NL 1 M.Pflücke,  Ordner 32., S. 1.
2 Aus dem Nachruf der Herausgeber und Chefredakteure des Chemischen Zentralblatts. – Archiv BBAW NL  M. Pflücke.
3 Maximilian Pflücke: Persönlichkeit und künftige Aufgaben. – o.D., nach Kriegsende 1945 und vor 1947. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 32,  S. 1
4 Günter Nagel: Das "Chemische Zentralblatt" wurde zu seiner Lebensaufgabe.  Auf den Spuren eines Potsdamer Gelehrten  – In: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 28. August 1998. 
5 Aus dem Nachruf ....a.a.O.
6 Brief Pflücke an den Rektor der HU Berlin, Prof. Friedrich, vom 17. 9.  1949. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 8.
7 Schreiben Girnus an Pflücke vom 30.9.1958. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 9.
8 Zeitungsartikel zum Gesetz über den Nationalpreis der DDR. – In:Berliner Zeitung, 23.3.1950.
9 Unsere Nationalpreisträger 1951. Wissenschaft und Technik / Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands. – S. 50-51. Anmerkung: Pflücke erhielt den Nationalpreis III.Klasse für Wissenschaft und Technik.
10 Sonderdruck aus "Wissenschaftliche Zeitschrift der Hochschule für Elektrotechnik Ilmenau". – Jahrgang 5 (1959) Heft 2/3. 
11 Glückwunsch-Schreiben Walter Ulbricht an Pflücke vom 26.7.1964. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 14.
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Skizzenblatt 20

Letzte Jahre

 .   
In einem Brief an Pietsch (Direktor des Gmelin-Institutes mit Sitz in Frankfurt am Main) vom Oktober 1958 kündigte Pflücke seinen für das nächste Jahr geplanten Übergang in den Ruhestand an. Der Brief ist die Antwort auf ein Schreiben, welches Pietsch schon acht Monate vorher an Pflücke gerichtet hatte und in welchem er sich offenbar für die Arbeit des von Pflücke geleiteten Instituts für Dokumentation interessierte. /1/    Pflücke ging auf dieses Interesse nicht weiter ein. Er schrieb nur:
"Das Institut für Dokumentation, dessen Mitbegründer ich bin, hat sich mit einer ungeheuren Lebendigkeit entwickelt, jedoch Ihnen eine Struktur oder Näheres über die Zusammensetzung mitzuteilen, ist mir noch nicht möglich." /2/]
Diese deutliche Absage läßt erkennen, daß Pflücke nicht gewillt oder in der Lage war, den "alten Freund" aus Zeiten des Reichsforschungsrates der Nazis und von 1955 bis 1961 in der BRD Vorsitzender der Gesellschaft für Dokumentation, über Details des Instituts für Dokumentation zu informieren. Sicherlich haben dabei aus dem übergreifenden Ost-West-Konflikt und dem kalten Krieg resultierende Geheimhaltungsgründe eine Rolle gespielt. Die kühle Reaktion Pflückes steht jedoch im krassen Gegensatz zu dem ausführlichen Brief über das neue Institut, den Pflücke keine zehn Monate vorher an die rumänische Akademie in Bukarest geschrieben hatte. /3/   Mit der Einschränkung "noch nicht möglich" deutet Pflücke allerdings an, daß er Pietsch die gewünschten Informationen vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt geben könne. /4/ 

Im weiteren Brieftext Pflücke an Pietsch heißt es:

"Es wird Sie interessieren, daß ich im nächsten Jahre, am  26.7., meinen 70. Geburtstag feiern kann und daß ich um diese Zeit die Absicht habe, mich in den Ruhestand zu begeben. Die Tätigkeit, die ich hier ausgeübt habe, war fruchtbar und umfangreich, und den Nachfolgern bleibt die Erweiterung und Festigung meiner Arbeit vorbehalten.
Mit herzlichen Grüßen, Ihnen alles Gute wünschend, bin ich in alter Freundschaft Ihr  (Prof. Dr. M. Pflücke)"
Nach 46jähriger Tätigkeit in der Redaktion des Chemischen Zentralblatts trat Pflücke am 30. Juni 1959 in den Ruhestand. /5/
Auch danach beteiligte sich Pflücke aktiv an der weiteren Entwicklung des Dokumentationswesens, wie sein Grußwort an die erste Veranstaltung aus der Reihe der "Oberhofer Kolloquien zur Information und Dokumentation" belegt:
   
Grußwort an das Institut für Dokumentation und Patentwesen der Hochschule für Elektrotechnik Ilmenau anläßlich des Kolloquiums 1962
"Die Gründung eines Instituts für Dokumentation und Patentwesen an der Hochschule für Elektrotechnik Ilmenau ist ein großes Verdienst um die wissenschaftliche Dokumentation, die in aller Welt von wachsender Bedeutung ist. [...]
Es ist zu wünschen, daß das Institut für Dokumentation und Patentwesen auch in Zukunft von Zeit zu Zeit Vortragssymposien über aktuelle Probleme der Dokumentation veranstaltet, damit auch einem größeren Kreis von außenstehenden Interessenten Gelegenheit gegeben wird, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen..
Ich wünsche der Arbeit des Instituts für Dokumentation und Patentwesen allen Erfolg zum Nutzen unserer jungen Generation.  Möge auch die Wirtschaft und die Technik aus der Dokumentation den größtmöglichen praktischen Nutzen ziehen.
Nationalpreisträger Prof. Dr. phil. Dr.-ing. E.h. Pflücke, Maximilian, Potsdam." /6/
Maximilian Pflücke verstarb am 19. November 1965 im 77. Lebensjahr nach einem arbeitsreichen und erfüllten Leben, das untrennbar mit dem Chemischen Zentralblatt /7/   und mit der Entwicklung der wissenschaftlichen Dokumentation verbunden war.  Bei einer kritischen Einschätzung seines Lebens als Fachwissenschaftler und Wissenschaftsorganisator müssen die Positionen, die er als einer der Hauptorganisatoren der Dokumentation im Dritten Reich einnahm und die Rolle, die er in Zusammenarbeit mit NS-Institutionen beim Bereitstellen "kriegswichtiger" Fachliteratur spielte, voll berücksichtigt werden. 

Das Grab von Maximilian Pflücke befindet sich auf dem Neuen Friedhof in Potsdam.
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Quellen und Zusatzangaben zum Skizzenblatt 20
   
1 Im Antwortschreiben Pflückes genannter Brief Pietschs an Pflücke vom 12. Februar 1958. Dieser Brief liegt nicht vor. Erich Pietsch war von 1956 bis 1961 Vorsitzender der DGD.
2 .Brief Pflücke an Pietsch vom 9. Oktober 1958. – Archiv BBAW NL M.Pflücke, Ordner 24.
3 Schreiben Pflücke an die rumänische Akademie, Institut De Mecanica Aplicata, Bukarest, vom 28.1.1958. – Archiv BBAW Archiv NL M. Pflücke, Ordner 16.
4 Der Briefwechsel Pietsch-Pflücke erfolgte zu einer Zeit, als zwischen BRD und DDR auf Regierungsebene über Möglichkeiten einer Konföderation der beiden deutschen Staaten gesprochen wurde.
5 Aus dem Nachruf der Herausgeber und Chefredakteure des Chemischen Zentralblatts. – Archiv BBAW NL  M. Pflücke.
6 Hausarchiv der Deutschen Bücherei Leipzig. Erhalten von H.-J.Samulowitz, Dez. 2006
7 Aus dem Nachruf  ... a.a.O
 
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Skizzenblatt 21

Publikationen von Maximilian Pflücke  (nicht auf Vollständigkeit geprüfte Liste)

 
Publikationen vor Kriegsende 1945
  • Vortrag "100 Jahre Chemisches Zentralblatt"   Vermutlich 1930. Keine weiteren Angaben. /1/ 
  • Vortrag auf der X. Konferenz des Internationalen Instituts für Bibliographie 1931 in Den Haag. /2/ 
  • Vorträge auf den Internationalen Kongressen der Dokumentation, u.a. in Paris 1937, Kopenhagen, Den Haag, Brüssel. /3/ 
  • Vortrag "Die Dokumentation in der Chemie und der Chemischen Technik". - Tagung der DGD, Salzburg 1942 /4/
  • Herausgabe von zwei Handbüchern über Öle und Fette bzw. der Technologie ihrer Erzeugung. /5/ 
  • Herausgabe des Buches "Chemisch-technische Entwicklung auf dem Gebiete der Kohlenwasserstofföle".  Zusammen mit Carl Walther, 1934 /6/ 
  • Dokumentationen:  "Fortschritte der industriellen Chemie"; Fortschritte der Teerfarbenfabrikation" u.a./7/ 
  • Verschiedene Beiträge in den Berichten der Deutschen Chemischen Gesellschaft, in der "Zeitschrift für angewandte Chemie", in der "Zeitschrift der Deutschen Öl- und Fettindustrie und in  Handbüchern der Chemie. /8/


Publikationen nach Kriegsende 1945
 

Angaben werden nachgetragen.

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Quellen und Zusatzangaben zum Skizzenblatt 21
   
1 Maximilian Pflücke: Persönlichkeit und künftige Aufgaben. – o.D., nach Kriegsende 1945 und vor 1947. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 32,  S. 1.
2 Curriculum Vitae des Clemens Maximilian Pflücke ...,  ohne Datum, verfaßt nach Kriegsende 1945. – Archiv BBAWNL  M. Pflücke Ordner 32; S. 2.
3 Maximilian Pflücke: Persönlichkeit und künftige Aufgaben .-  ...  a.a.O. S. 2.
4 Maximilian Pflücke: Die Dokumentation in der Chemie und chemischen Technik. – In: Die Dokumentation und ihre Probleme. – Harrassowitz, Leipzig 1943, S. 51-67. 
5 Günter Nagel: Das "Chemische Zentralblatt" wurde zu seiner Lebensaufgabe.  Auf den Spuren eines Potsdamer Gelehrten ... . – In: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 28. August 1998
6 Curriculum Vitae  … a.a.O., S. 2
7 Günter Nagel: ... a.a.O.
8 Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft, Bd. 2 1931, S.398. – In: Deutscher Biographischer Index, Saur 1998 Bd.6.
 
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Erläuterung der Abkürzungen
AdW Akademie der Wissenschaften der DDR
Akl Akademieleitung (Signatur im Archiv der BBAW)
BA Bundesarchiv (Berlin, wenn keine andere Ortsangabe)
BBAW Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
ChZbl Chemisches Zentralblatt
DAF Deutsche Arbeitsfront (Gliederung der NSDAP)
DAW Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin
DChG Deutsche Chemische Gesellschaft
DGD Deutsche Gesellschaft für Dokumentation
DK Dezimalklassifikation
IfD Institut für Dokumentation
INION Institut für gesellschaftswissenschaftliche Information (UdSSR, Moskau)
KWG Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft
KWI Kaiser-Wilhelm-Institut
NSBDT Nationalsozialistischer Bund Deutscher Techniker (Gliederung der NSDAP)
NSDAP Nationalsozialistische Arbeiterparter Deutschland (1945 verboten)
NSV Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (Gliederung der NSDAP)
Pg. Parteigenosse (Mitglied der NSDAP)
REM Reichserziehungsministerium (= Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung)
RSHA Reichssicherheitshauptamt der SS
SD Sicherheitsdienst der SS
SED Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
StabiKat Online-Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin
SU Sowjetunion
UdSSR Union der sozialistischen Sowjetrepubliken
Uk Unabkömmlich (Befreiung vom aktiven Wehrdienst)
VDCh Verein Deutscher Chemiker
VINITI Allunionsinstitut für wissenschaftlich-technische Information (UdSSR, Moskau)
ZIID Zentralinstitut für Information und Dokumentation
ZN Zentralnachweis für ausländische Literatur
ZwL Zentralstelle für wissenschaftliche Literatur



 


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der Biographischen Skizzen