|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Sofort nach dem Zusammenbruch
des NS-Staates begannen Pflückes Bemühungen um positive politische
Leumundszeugnisse. Insbesondere sein frühzeitiger Eintritt in die
NSDAP belastete ihn. Sein Engagement in der Dokumentationsgesellschaft
des Dritten Reiches und seine damit im Zusammenhang stehenden Kontakte
mit führenden Institutionen des NS-Systems wurden zum Gegenstand von
Auseinandersetzungen mit Pflücke.
Vom Berliner Magistrat durchgeführte
Untersuchungen der Rolle Pflückes im NS-Staat stützten sich
auf politisch motivierte massive Angriffe von Pflückes früheren
Mitarbeitern Fritz Pangritz und Eugen Klever (siehe Skizzenblatt 14).
|
|||||||||||||||||||||||||||
| In der Hauptsache ging es
sowohl Pangritz und Klever als auch H. Alter darum, Pflücke aus seinen
leitenden Funktionen in der Deutschen Chemischen Gesellschaft und in den
zentralen wissenschaftlichen Publikationsorganen der Chemie (Chemisches
Zentralblatt u. a.) herauszuwerfen.
Wie in Zeiten politischen Umbruchs die Regel, vermischten sich auch hier objektiv berechtigte Vorwürfe mit Angriffen, die unter der Gunst der Stunde zum "Begleichen alter Rechnungen" gestartet wurden. Sowohl mehr oder weniger verdeckt (Pangritz und Klever) als auch offen (H. Alter) wurde dabei Pflückes Bemühen, gemeinsam mit den sowjetischen Besatzungsbehörden die Weiterführung des Chemischen Zentralblattes zu sichern, sowie sein offenes Bekenntnis "zum Osten" zur Hauptzielscheibe solcher Angriffe. Nicht alles, was sich in den ersten Nachkriegsjahren hierzu abspielte, läßt sich im Rahmen dieser Biographischen Skizze umfassend darstellen, zumal die Quellenlage unvollständig bwz. lückenhaft ist. /2/ |
|||||||||||||||||||||||||||
|
Politische Entlastungszeugnisse (Auswahl) /3/ , /4/ |
|||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||
Erich Pietsch (Leiter
des Gmelin-Instituts) bezeichnete in seiner Entlastungserklärung vom
Juni 1945 Pflücke als einen Mann, "dem das Wohl
der Forschung stets im Vordergrund steht und seine Handlungen bestimmt." /5/
Die Integrität von Pietsch als Entlastungszeuge für Pflücke ist nicht gewährleistet. Während des 2. Weltkrieges war Pietsch an der Ausplünderung von Forschungseinrichtungen besetzter Länder beteiligt. Wie Archivdokumente belegen, war er als Mitarbeiter im Reichsforschungsrat gemeinsam mit Thiessen (Direktor des KW-Instituts für physikalische Chemie und im Reichsforschungsrat Fachspartenleiter für allgemeine und anorganische Chemie) bemüht, die "außerordentlich großen Apparatemengen" aus ukrainischen Forschungsinstituten für die deutsche Kriegsforschung "zu sichern". Im vorletzten Kriegsjahr nahm Pietsch an Aktionen mit dem Ziel teil, Material aus italienischen Forschungsinstiuten zu erbeuten. /6/ , /7/ |
|||||||||||||||||||||||||||
| Friedrich Richter (Leiter
des Beilstein-Institutes) erklärte in seinem Schreiben vom Juni 1945:
"Herr
Dr. Pflücke hat sich meines Wissens im Rahmen seiner dienstlichen
Tätigkeit niemals aktiv politisch betätigt ..."/8/
In einem Brief an Pflücke vom August 1945 präzisierte Richter: "Wie ich Ihnen gern bestätige, erinnere ich mich, das seinerzeit für Ihren Eintritt in die NSDAP dahingehende Wünsche des Vorstandes unserer Gesellschaft mitbestimmend gewesen sein dürften. Es wurde zweifellos gern gesehen, dass leitende Angestellte auf diesem Wege in der Lage waren, ihren Einfluß gegenüber den Behörden in wissenschaftspolitischen Fragen besser geltend zu machen." /9/ |
|||||||||||||||||||||||||||
| Richard Asmus
(Dr.phil., Chemiker) schrieb im Dezember 1945 an Pflücke:
"Es ist mir ein besonderes Bedürfnis, Ihnen zu bestätigen, dass mir in den langen Jahren , die ich Sie nun kenne, keine Tatsachen bekannt geworden sind, die Ihr Verhalten gegenüber Antifaschisten, auch insbesondere Juden, unkorrekt erscheinen liessen. ... Sie haben auch, wie allgemein bekannt war, dafür gesorgt, dass den jüdischen Mitgliedern der Deutschen Chemischen Gesellschaft nicht offiziell gekündigt wurde und jüdischen Kollegen das Arbeiten in der Bibliothek der Deutschen Chemischen Gesellschaft ohne Rücksicht auf die politische Situation ermöglicht worden ist." /10/ |
|||||||||||||||||||||||||||
| Erich Beccard (Vorstandsmitglied im Bezirksverband Groß-Berlin und Mark des Vereins Deutscher Chemiker und selbst kein ehemaliges NSDAP-Mitglied) teilte die Auffassung, daß Pflücke "der Nationalsozialistischen Partei beigetreten ist in dem Glauben, als Schriftführer die Vereinsinteressen als Parteimitglied besser vertreten zu können." /11/ | |||||||||||||||||||||||||||
| Louis Dede (nach eigener Aussage kein ehemaliges Mitglied der NSDAP oder ihrer Gliederungen) schrieb in seiner Beschenigung vom Juni 1946, daß Pflücke "keineswegs den Anschauungen der NSDAP zuneigte" und daß Pflücke schon vor vielen Jahren erklärt habe, nur deshalb Mitglied der NSDAP geworden zu sein, "um zu verhindern, dass von dort aus die Interessen der Wissenschaft geschädigt werden." Erst später habe Pflücke erkannt, "dass auch das Opfer seiner Überzeugung solche Entscheidungen nicht hat abwenden können." /12/ , /13/ | |||||||||||||||||||||||||||
| Rudolf Weidenhagen
von der Deutschen Chemischen Gesellschaft gab im August 1948 gegenüber
der Deutschen Zentralverwaltung für Volksbildung in der sowjetischen
Besatzungszone, Abteilung Hochschule und Wissenschaft, eine schriftliche
Erklärung ab, in der es u.a. hieß:
"Pflücke ist trotz seiner Parteizugehörigkeit kein Nationalsozialist im eigentlichen Sinne gewesen. Er verstand es aber auch hier, das politische System für sich einzuspannen und schreckte gelegentlich nicht davor zurück, politische Belastungen auszusprechen, wenn es zweckendienstlich war ..." [Zentralarchiv Humboldt-Universität Berlin, Personalakte Maximilian Pflücke Nr. 1197/46, Schreiben vom 3.8.1948. Mitgeteilt von H.-J. Samulowitz im Dezember 2006]. Weidenhagen war im Dritten Reich Generalsekretär der DChG und wurde in diesem Amt wegen Einberufung zur Wehrmacht ab 1943 von Pflücke vertreten (siehe Skizzenblatt 8). Seine späte Stellungnahme drei Jahre nach Kriegsende dürfte auf eine Anforderung der Ostbehörden im Zusammenhang mit der vorgesehenen Berufung Pflückes zum Hochschulprofessor zurückgehen. |
|||||||||||||||||||||||||||
Große Unterstützung
in seinen Entlastungsbemühungen erhielt Pflücke im Juli 1945
durch eine Bescheinigung, die vom Leiter der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft,
Prof. Havemann, und vom Leiter der antifaschistischen Betriebsgruppe
des KW-Instituts für physikalische Chemie und Elektrochemie, Dr. Wende,
unterschrieben wurde. Im ersten Absatz dieser Bescheinigung wurde mit nachdrücklichen
und etwas hochtönenden Formulierungen die Bedeutung der Zielperson
wie folgt hervorgehoben:
"Wir bestätigen Herrn Dr. Maximilian Pflücke, dass er als Chefredakteur des weltbekannten Chemischen Zentralblat-tes und zugleich als Generalsekretär der Deutschen Chemischen Gesellschaft die Geschicke dieser internationalen wissenschaftlichen Organisationen im Auftrage des Président de l´ Union de Chimie, Prof. Dr. Richard Kuhn, zur Zeit zu lenken hat. Weiterhin ist er als stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation von der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften beauftragt mit der Organisation und Schaffung des Institutes für Dokumentation." /14/Im weiteren Text wurden die Fachkenntnisse und Erfahrungen Pflückes als "für die Fortführung bzw. den Wiederaufbau lebenswichtiger naturwissenschaftlicher Forschung unersetzbar" bezeichnet. Das sei auch der Grund "für das ausserordentliche Interesse der Sowjetunion, Herrn Dr. Pflücke zu Arbeiten heranzuziehen, die für die internationale Wissenschaft , im besonderen für die wissenschaftliche Forschung seitens der Sowjet-Union, von Bedeutung sind. Dr. Pflücke arbeitet eng zusammen mit einer Moskauer Sonderkommission, die unter Leitung des Oberstleutnant Kargin steht, und geniesst deshalb auch Schutz durch die russischen Besatzungsbehörden."Weiter hieß es in der Bescheinigung: "Herr Dr. Pflücke musste ungefähr 1937 in die ehemalige NSDAP eintreten und könnte aus diesem Grunde teilweise Schwierigkeiten bei der Ausübung seiner Tätigkeit haben. Er hat sich nachweislich niemals aktiv politisch betätigt. Schriftliche Nachweise darüber liegen vor. Aus den angeführten Gründen haben die Unterzeichneten die Ausstellung einer Unbedenklichkeitserklärung in die Wege geleitet." /15/ |
|||||||||||||||||||||||||||
| Zu dieser Bescheinigung
ist folgendes zu bemerken:
1. Im Nachlaß von Pflücke befindet sich nur eine Abschrift des Dokuments, ohne authentische Unterschriften. Um vollständige Sicherheit hinsichtlich der Authentizität des Textes zu erhalten, müßte das handschriftlich unterzeichnete Original der Bescheinigung mit der vorliegenden Abschrift verglichen werden. /16/ 2. Die Diktion des Textes, insbesondere das Überbetonen der fachlichen Qualitäten und des internationalen Rufes von Pflücke, entspricht der in vielen Pflückeschen Texten zu erkennenden Gepflogenheit, die eigene Person im Übermaß hervorzuheben. Es ist daher nicht auszuschließen, daß die oben auszugsweise zitierte Bescheinigung zumindest zum Teil von Pflücke selbst entworfen und dann, nach eventuellen Korrekturen, zur Unterschrift vorgelegt wurde. 3. Die Nennung eines "ungefähren" Jahres des NSDAP-Eintritts ist irreführend. Pflücke wußte natürlich, daß er schon 1933 seinen Eintritt angemeldet hatte und 1936 als Mitglied aufgenommen wurde. Damit fiel er aber objektiv unter die Kategorie I der Belasteten, für die wenige Monate später eine Anordnung der Alliierten Kommandantur in Berlin galt, daß sie wegen ihres vor 1937 erfolgten NSDAP-Eintritts aus ihren Stellungen zu entlassen sind. /17/ 4. Dem ersten Absatz der Bescheinigung (siehe oben) ist zu entnehmen, daß Pflücke unter Verweis auf seine 1941 übernommene Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden der DGD von der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft mit der Schaffung des Instituts für Dokumentation beauftragt wurde. Mit diesen von Pflücke anscheinend vorformulierten Aussagen haben die Unterzeichner der Bescheinigung gleich zwei Pflückesche Wunschvorstellungen unterstützt: zum einen, daß Pflücke die mit dem Ende des Dritten Reiches zusammengebrochene Gesellschaft für Dokumentation weiterhin repräsentiert und zum anderen, daß Pflücke in eben dieser Funktion von der KWG den Auftrag erhalten habe, ein Dokumentationsinstitut aufzubauen. Beides entspricht nicht der wenige Wochen nach Kriegsende bestehenden Realität. Möglicherweise wurden hier auf das Chemische Zentralblatt bezogene Weisungen der sowjetischen Besatzungsbehörden, denen Pflücke zur damaligen Zeit als technischer Mitarbeiter unterstellt war, in vereinfachter Form auf die Pflückeschen Modellvorstellungen übertragen. |
|||||||||||||||||||||||||||
| Die in der Bescheinigung
vorgesehene "Unbedenklichkeitserklärung" wurde am 1. September 1945
ausgestellt. Sie enthielt das richtige Eintrittsjahr in die NSDAP (siehe
unten).
In einem undatierten Schriftsatz aus den Jahren 1945 oder 1946 mit dem Titel "Persönlichkeit und künftige Aufgaben" schreibt Pflücke zu der genannten Unbedenklichkeitserklärung: „Nach einer Besprechung zwischen Dr. Wende, dem Leiter der antifaschistischen Betriebsgruppe im Kaiser-Wilhelm-Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie in Berlin-Dahlem, und dem politischen Leiter der Ortsgruppe Potsdam der KPD, Emil Peschel, ist mir bereits am 1. 9. 1945 ein Unbedenklichkeitszeugnis ausgestellt worden. /18/ |
|||||||||||||||||||||||||||
Die vorliegende Abschrift
der Unbedenklichkeitserklärung (des Unbedenklichkeitszeugnisses) hat
folgenden Wortlaut: /19/
Geschäftsstelle der KPD Potsdam, den 1. 9. 1945 |
|||||||||||||||||||||||||||
In einer zwischen 1945 und
1947 verfaßten neunseitigen Selbstdarstellung unter dem Titel "Persönlichkeit
und künftige Aufgaben" nannte Pflücke eine Reihe von Namen, deren
Träger er quasi zu Zeugen seiner politischen Lauterkeit machte. Die
betreffende Textpassage lautet:
"Über meine Person und meine wissenschaftliche Einschätzung in den Fachkreisen sowie über meine politische Einstellung können Auskunft gebenPflücke brachte hier zur Absicherung seiner bereits von anderen Personen geleisteten Entlastungshilfe (siehe oben) die Namen von Politikern und Wissenschaftlern ins Spiel, die in der Öffentlichkeit besonders bekannt waren (Robert Havemann, Robert Rompe, Otto Liebknecht, Otto Hahn). Mit der indirekten Einbeziehung der Namen des lange verstorbenen Arbeiterführers Wilhelm Liebknecht und des 1919 von den Vorläufern der Nazis ermordeten Karl Liebknecht in die Liste der Entlastungszeugen hat Pflücke den Bogen jedoch überspannt. Die Namensliste erweckt dadurch den Eindruck einer überhöhten Selbstdarstellung Pflückes, zu der er "auf Wunsch" noch "andere international namhafte Gelehrte" heranzuziehen bereit war. Es bleibt der Phantasie des Lesers überlassen, sich eine solche verlängerte Namensliste vorzustellen ... ________________________________________ |
| 1 | Archivdokumente:
Brief Pflücke an H. Alter vom 28. 02. 1949 (Einladung zu einem von Alter gewünschten Gespräch), NL Pflücke Ordner 21; Auszug aus dem Schreiben des Verlags Chemie, Weinheim/Bergstraße vom 23.5.1949 an die Empfänger des Alter´schen "Werberundschreibens" vom 12.5.1949; Als "Vertraulich" gekennzeichnetes Schreiben von H. Alter an die Gesellschaft für Kohlentechnik, Dortmund-Eving vom 20.11.1953; Beschluß des Landgerichts Berlin (Charlottenburg) vom 19. 12. 1953 über eine einstweilige Verfügung gegen Helmut Alter, Berlin-Schöneberg, NL Pflücke, Ordner 24; Schreiben des Verlages Chemie (Weinheim) an den Akademie-Verlag Berlin (Ost) vom 7. 1. 1954, NL Pflücke Ordner 24; Schreiben H. Alter an den Vorstand des Buchhändler-Börsenvereins Frankfurt/Main vom 7. 2. 1954, NL Pflücke Ord-ner 24; Schreiben E. Kreuzhage, Verlag Chemie (Weinheim) an Rechtsanwalt Reimer (Berlin-Zehlendorf) vom 17. 2. 1954, NL Pflücke Ordner 24. Alle aufgeführten Dokumente bzw. deren Abschriften befinden sich im Archiv BBAW, Nachlaß Pflücke. |
|
| 2 | Schriftstücke von Pangritz und Klever selbst standen für die vorliegende Skizze nicht zur Verfügung. Alle Darlegungen des Autors stützen sich auf Pflückes Berichte sowie auf schriftliche Bemerkungen von Havemann und Wende. | |
| 3 | Archiv BBAW, NL M. Pflücke 1 Nr. Ordner 32. | |
| 4 | Die zitierten Entlastungserklärungen stellen eine Auswahl dar. Im Nachlaß Pflücke (Archiv BBAW) befinden sich weitere Dokumente dieser Art. | |
| 5 | Erich Pietsch: Erklärung vom 25.6.1945. – Archiv BBAW NL M. Pflücke | |
| 6 | Susanne Heim: "Die reine Luft der wissenschaftlichen Forschung". Zum Selbstverständnis der Wissenschaftler der Kaiser- Wilhelm-Gesellschaft. – Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus", Ergebnisse 7, 2002, Seite 30-31. | |
| 7 | Erich Pietsch (1902-1979) war von 1956 bis 1961 Präsident der DGD. | |
| 8 | Friedrich Richter: Bestätigung vom 28.6.1945. – Archiv BBAW NL M. Pflücke | |
| 9 | Friedrich Richter: Brief an Pflücke vom 14.8.1945. – Archiv BBAW NL M. Pflücke. | |
| 10 | Richard Asmus: Brief
an Pflücke vom 13.12.1945. – Archiv BBAW NL M. Pflücke. Zu Richard
Asmus vgl. Dissertation
auf dem Gebiet der Chemie vom 7.2.1924, SB Berlin, Signatur MS 24/644 (Auszug). |
|
| 11 | Erich Beccard: Bescheinigung vom 28.12.1945. – Archiv BBAW NL M. Pflücke. | |
| 12 | Louis Dede: Bescheinigung vom 26.6.1946. – BBAW-Archiv, Nachlaß Pflücke | |
| 13 | Prof. Dede war Redakteur der "Physikalischen Berichte" in der Deutschen Gesellschaft für Technische Physik (siehe Bericht FNA-Sitzung am 14.1.1937) | |
| 14 | Robert Havemann; Wende: Bescheinigung vom 27.07.1945. – Archiv BBAW NL M. Pflücke 1, Ordner 32 | |
| 15 | Robert Havemann; Wende: Bescheinigung ... a.a.O | |
| 16 | Eine Suche nach dem Original oder einem abgezeichneten Duplikat der Bescheinigung erfolgte bisher nicht. | |
| 17 | Anordnung der Alliierten Kommandantur in Berlin vom 26.2-1946 BK/O (46) 101a betr. Entnazifizierung. – Abschrift (auszugsweise) im Archiv BBAW, Nachlaß Pflücke, Ordner 32. In Punkt 2 der Anordnung heißt es: "Personen sind aus ihren Stellungen wegen mehr als nur nomineller Tätigkeit in der NSDAP ... zu entlassen, wenn sie I. der NSDAP beitraten, oder als Mitglieder angenommen wurden, bevor Mitgliedschaft im Jahre 1937 Zwang wurde.[...]" | |
| 18 | Maximilian Pflücke:
Persönlichkeit und künftige Aufgaben. – Undatierter Text, vermutlich
1945 oder 1946
(vgl.Jahreszahl 1947 auf Seite 5). – Seiten.7-8. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 32. |
|
| 19 | Schreiben der KPD-Geschäftsstelle Potsdam vom 1.9.1945 (Abschrift). – BBAW-Archiv, Nachlaß Pflücke, Ordner 32. Das Orignal des Schreibens lag nicht vor. | |
| 20 | Maximilian Pflücke: Persönlichkeit und künftige Aufgaben ... a.a.O. S. 2-3. |
|
|
| Ost-West-Auseinandersetzung
um das Chemische Zentralblatt
Hauptsächliche Auslöser der Auseinandersetzungen waren die beiden Mitarbeiter in der Redaktion des Chemischen Zentralblatts, die Chemiker Dr. Fritz Pangritz und Dr. Eugen Klever. Sie gehörten zu der von Pflücke geleiteten Redaktion des Chemischen Zentralblatts. /1/ Über Klever ist bekannt, daß ungefähr 1928 seine Inaugural-Dissertation mit dem Thema "Zur Frage der Existenz einer H3-Modification des Wasserstoffes ..." erschien. /2/ Zusammen mit Pflücke war Klever einer der beiden Chefredakteure des Chemischen Zentralblatts (ChZbl). Kurz nach Kriegsende 1945 kam es zur Bildung einer "Arbeitsgruppe Chemisches Zentralblatt", "in der sich diejenigen Redakteure unter Eugen Klever und Fritz Pangritz zusammengeschlossen hatten, die Pflücke auf Grund seiner früheren politischen Haltung für die Weiterführung des Zentralblatts für ungeeignet hielten." /3/ Ende November 1945 löste Pflücke die bisherige Redaktion des Chemischen Zentralblatts auf und verlegte dessen weitere Herstellung nach Potsdam. Anfang November 1946 erhielt der Verlag Chemie (Sitz in Berlin West und Heidelberg) vom Leiter der "Information Control Branch im US Berlin District" eine eigene Lizenz zur Herausgabe des Zentralblatts. /4/ Als Redakteure des Zentralblatts mit Sitz in Berlin-Charlottenburg wurden von der Berliner US-Militärregierung Eugen Klever und Fritz Pangritz bestätigt. /5/ Damit bestanden für das ChZbl jetzt zwei Arbeitsgruppen./6/ |
||||||
| Am 5. März 1947 wurde
der inzwischen gegründete Akademie-Verlag der Deutschen Akademie der
Wissenschaften vom Volkskommissariat der Chemischen Industrie der UdSSR
"mit
der erneuten Herausgabe der Zeitschrift Chemisches Zentralblatt, welche
früher der Deutschen Chemischen Gesellschaft gehörte, beauftragt
..." /7/
Im gleichen Monat gab der Verlag Chemie (Berlin West und Heidelberg) sein erstes Heft des Chemischen Zentralblatts heraus. Kurz darauf, im April 1947, erschien das vom Akademie-Verlag (Berlin Ost) herausgegebene erste Heft des ChZbl. Damit war fürs erste die Trennung in eine West- und eine Ost-Herausgabe des ChZbl vollzogen Erst mit der "Leverkusener Vereinbarung" vom Dezember 1949 wurde festgelegt, daß das ChZbl ab 1. Januar 1950 als Gemeinschaftswerk im Auftrag der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und der Gesellschaft Deutscher Chemiker von Maximilian Pflücke im Akademie-Verlag und im Verlag Chemie herausgegeben wird. Als Chefredakteure wurden Eugen Klever für die West- und Maximilian Pflücke für die Ost-Redaktion benannt. /8/ , /9/ |
||||||
| Stellungnahmen
Pflückes zu politischen Vorwürfen
Unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkrieges wandten sich Klever und Pangritz gegen Pflücke mit Vorwürfen zu seiner NS-Vergangenheit. Spätestens im Februar 1946 verfaßten sie diesbezüglich ein Schreiben, das sie vermutlich an die Abteilung Volksbildung im Magistrat der Stadt Berlin richteten und zu dem am 1.3. 1946 eine Besprechung erfolgte. /10/ Bezugnehmend auf diese Besprechung schrieb Pflücke am 6.3. 1946 an den Berliner Magistrat und nahm zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen Stellung. Die Hauptgedanken seines 6-seitigen Schreibens werden im folgenden zusammengefaßt wiedergegeben. . |
||||||
Am 22. 5. 1946 fand bei Dr. Wende eine Besprechung statt, auf der erneut die von Pangritz und Klever gegen Pflücke vorgebrachten Beschuldigungen zur Sprache kamen. /13/ Im Vordergrund stand die Beschuldigung, Pflücke habe Umgang mit SS-Stabsoffizieren gehabt. Pflücke bestritt dies und erklärte, er sei "überhaupt nicht in eine engere Beziehung zu diesen Herren getreten." Seine Kontakte mit einer Wehrmachts- und später mit einer SD-Stelle hätten lediglich die Beschaffung von ausländischen Zeitschriften, die für das Weiterführen der Arbeiten am ChZbl und damit für den Fortgang der Forschung existenzbedingend gewesen seien, zum Gegenstand gehabt. Verantwortlicher Leiter der vom SD geführten Zeitschriften-Importstelle war laut Pflücke der "Leipziger Professor Prinzhorn". /14/ Weder die Deutsche Gesellschaft für Dokumentation (DGD) noch der von der DGD unter Leitung von Prinzhorn und Pflücke geführte Zentralnachweis für ausländische Literatur wurden in diesem Zusammenhang erwähnt. Als Auftraggeber für die Zusammenarbeit mit der o.g. SD-Stelle nannte Pflücke nur die Deutsche Chemische Gesellschaft. |
||||||
In seiner schriftlichen
Stellungnahme vom 24. 5. 1946 zu der zwei Tage zuvor stattgefundenen Besprechung
schreibt Pflücke über die Absichten, welche nach seiner Meinung
Pangritz und Klever mit ihren Angriffen gegen ihn verfolgten:
"Die Gesinnung beider Herren zeigt, dass sie von Anfang an eine Zusammenarbeit mit Rußland sabotierten und an dieser Einstellung auch jetzt noch festhalten, so dass ihr Vorgehen nicht aus den mir von ihnen genannten Motiven heraus, sondern von rein politischen Gesichtspunkten hinsichtlich meiner Zusammenarbeit mit der Sowjetunion diktiert wird." /15/_________________________________ |
| 1 | Pflücke an Fischer, Magistrat der Stadt Berlin, Abt. Volksbildung, 6.3.1946. – BBAW-Archiv NL M. Pflücke, Ordner 32, 6 Blatt. Das Schreiben bezieht sich auf eine am 1.3.1946 erfolgte Besprechung in der Angelegenheit Dr.M.Pflücke. Ort der Besprechung war vermutlich das Gebäude der Deutschen Chemischen Gesellschaft (vgl. die Betrifft- Zeilen im Schreiben von Pflücke). | |
| 2 | Zur Frage der Existenz einer H3-Modification des Wasserstoffes ..., von Eugen Klever. Inaug. Diss.-- Berlin 1928 (?). Recherchiert im Internet/WWW (20. Juli 2007). | |
| 3 | Walter Ruske: 100 Jahre Deutsche Chemische Gesellschaft. – Verlag Chemie GmbH Weinheim/Bergstraße 1967, S.192. | |
| 4 | Schreiben des Office of Military Government, US Berlin District, Information Control –Branche (F.N.Leonard) vom 4.11.1946, zitiert in: Walter Ruske …, a.a.O. S.193. | |
| 5 | Brief E.Klever und F.Pangritz an R.Kuhn (Deutsche Chemische Gesellschaft) vom 19.12.1946, zitiert in: Walter Ruske …, a.a.O. S.193. | |
| 6 | Walter Ruske … a.a.O., S.193 | |
| 7 | Schreiben der Geschäftsleitung des Volkskommissariats der Chemischen Indusrie der UdSSR vom 5.3.1947, zitiert in : Walter Ruske …, a.a.O. S.196. | |
| 8 | Walter Ruske: ... a.a.O., S. 198 | |
| 9 | Titelblattangaben (Beispiel) einer Gemeinschaftsausgabe: Chemisches Zentralblatt 1955. Vollständiges Repertorium für alle Zweige der Reinen und Angewandten Chemie, 126. Jahrgang; Autor: Dr. Eugen Klever, Prof. Dr. Maximilien Pflücke; Erscheinungsjahr 1955, Akademie Verlag GmbH, Berlin, 1403 Seiten. | |
| 10 | Das Schreiben von Pangritz und Klever liegt nicht vor. | |
| 11 | Das Original des Briefes befindet sich im BBAW-Archiv, Nachlaß Pflücke 1, Ordner 32. Eine Abschrift des Briefes ist dieser Skizze als Anlage beigefügt. | |
| 12 | Alle Aussagen dieses Textes sind dem bereits zitiertem Schreiben entnommen, welches Pflücke am 6. März 1946 an die Abteilung Volksbildung im Magistrat von Berlin gerichtet hat. | |
| 13 | Wo die Besprechung stattfand und wer daran teilgenommen hat, ist aus Pflückes Brief nicht ersichtlich. Es ist anzunehmen,daß neben Wende zumindest auch Pangritz und Klever sowie Pflücke selbst anwesend waren. | |
| 14 | Prinzhorn war Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation. | |
| 15 | Schreiben Pflücke an Wende vom 24.5.1946. – BBAW-Archiv, Nachlaß Pflücke 1, Ordner 32 |
| Zum Verzeichnis der Skizzenblätter |
| Beantragung der Aufnahme
in die SED
1947 (das genaue Datum ist nicht bekannt) stellte Pflücke einen Antrag zur Aufnahme in die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED). Der Antrag wurde vom SED-Kreisvorstand Potsdam zurückgestellt. In dem diesbezüglichen Schreiben heißt es: "Auf Grund der Vereinbarungen der antifaschistischen Parteien kann eine Aufnahme von Mitgliedern der ehem. NSDAP oder deren Glederungen z.Zt. nicht erfolgen. Wir müssen deshalb Ihren Aufnahmeantrag bis nach Festlegung einer anderen Regelung zurückstellen." /1/Was Pflücke zu dem Aufnahmeantrag letztlich veranlaßte, geht aus einem im August 1947 verfaßten Schreiben der Dahlemer SED-Kreisorganisation hervor, in welchem die Potsdamer Parteiorganisation gebeten wird, die weitere Betreuung Pflückes zu übernehmen, bis eine Aufnahme in die Partei möglich sei. Dieser Wechsel der Zuständigkeit hing damit zusammen, daß Pflücke Ende 1945 die Redaktion des Chemischen Zentralblatts von Westberlin (US-amerikanischer Sektor) nach Potsdam (sowjetische Besatzungszone) verlegt hatte. In dem von Dr. Wende (1. Vorsitzender der SED in Berlin-Dahlem) verfaßten Schreiben wird eine politische Kurzcharakteristik Pflückes gegeben: |
"Bei meiner Tätigkeit in der Verwaltung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Dahlem lernte ich Dr. Pflücke nach dem Zusammenbruch bei Verhandlungen über die Haltung und Fortführung der wissenschaftlichen Dokumentation, insbesondere des Chemischen Zentralblattes kennen. Dabei stellte sich heraus, dass sich Dr. Pflücke den Kreisen anschloß, die für eine fortschrittliche und entschieden demokratische Neugestaltung des gesamten geistigen und kulturellen Lebens eintraten. |
| Es ist nicht bekannt, ob Pflücke zu einem späteren Zeitpunkt doch noch SED-Mitglied geworden ist. Einen Hinweis darauf, daß Pflücke parteilos blieb, gibt ein Glückwunschschreiben Walter Ulbrichts an Pflücke zu dessen 75. Geburtstag, in dem Pflücke als "Herr" und nicht als "Genosse" angesprochen wird. /3/ |
| ______________________________________ |
| 1 | SED-Kreisvorstand Potsdam an Pflücke, 7.7.1947. – Archiv BBAW NL M. Pflücke 1, Ordner 32 | |
| 2 | Schreiben Dr. Wende,
SED-Organisation Berlin-Dahlem an die SED-Organisation Potsdam vom August
1947. –
Archiv BBAW NL M. Pflücke 1 Ordner 32. |
|
| 3 | Glückwunschschreiben Walter Ulbrichts (DDR-Staatsratsvorsitzender und 1. Sekretär des ZK der SED) an Pflücke vom 26.07.1964. – Archiv BBAW NL M. Pflücke Ordner 14. |
|
|
Weiterführung des Chemischen Zentralblatts nach Kriegsende 1945
| Stellung des Chemischen
Zentralblatts in der bipolaren Welt nach dem zweiten Weltkrieg
Nach Pflückes Einschätzung stellte das "Chemische Zentralblatt" das Zentralorgan der Unterrichtung des Chemikers dar. Es wurde auch im Ausland (USA, England, Frankreich und im besonderen Rußland) als erstklassig und einmalig anerkannt. Nach dem Vorbild des Chemischen Zentralblatts wurden 1907 die US-amerikanischen "Chemical Abstracts" geschaffen. Im Verlauf des zweiten Weltkriegs haben die Amerikaner ihre Berichterstattung auf diesem Gebiet ausgedehnt und auch den Betrieben zugänglich gemacht. Dadurch würden die "Chemical Abstracts" zukünftig auch die Wünsche in den angelsächsischen Ländern durchaus befriedigen können. Das deutsche Chemische Zentralblatt würde dann in diesen Ländern nur noch aus traditionellen Gründen und ohne jede weitere Entwicklungsmöglichkeit vegetieren können. Anders als die amerikanische
war die russische Einstellung. Das Chemische Zentralblatt (ChZbl) hatte,
wie Vertreter der verschiedensten sowjetischen Kommissionen Pflücke
bestätigten, in der Sowjetunion einen höheren Stellenwert als
die amerikanischen Chemical Abstracts (CA). Besonders geschätzt wurden
die Vollständigkeit und die vorbildliche registermäßige
Erfassung im ChZbl. /1/
Zusammenarbeit mit sowjetischen Instanzen Nach dem Einmarsch der Sowjetarmee in Berlin wurde Pflücke Mitarbeiter im Technischen Büro des Ministeriums der Chemischen Industrie der UdSSR mit Sitz in Berlin-Weißensee. Das genannte Ministerium übertrug Pflücke als dem Herausgeber des Chemischen Zentralblatts 1946 die Weiterführung dieses Berichterstattungsorgans und setzte ihn zu diesem Zweck als Leiter einer bibliographischen Gruppe mit einem Monatsgehalt von 2000 RM ein. /2/ |
In einem Brief an den Bezirksbürgermeister
Berlin-Tiergarten präzisiert und ergänzt Pflücke Ende November
1945 die Beschreibung des o.g. Sachverhalts:
„Der Unterzeichnete, der Herausgeber des Chemischen Zentralblatts, ist als ältester Beamter der Deutschen Chemischen Gesellschaft vom Vorsitzenden der Gesellschaft, Prof. Dr. Richard Kuhn, zum Generalsekretär und Betriebsführer der Deutschen Chemischen Gesellschaft ernannt worden. Er führt die Geschicke der Gesellschaft, bis die alliierten Nationen sich über die künftige Lage und das Weiterbestehen kultureller Organisationen, im besonderen der Deutschen Chemischen Gesellschaft, klar geworden sind. |
| Nach Kriegsende 1945 bestand
die Absicht einer sowjetischen Kommission unter Oberstleutnant Prof. Kargin,
Leiter des Karpow-Institutes Moskau, Pflücke in Moskau einzusetzen
und dort mit Planungsarbeiten für die UdSSR zu beauftragen.
Wie Pflücke berichtet, sagte ihm Oberstleutnant Ewentschik, der Vertreter des Bevollmächtigten des Ministeriums der Chemischen Industrie der UdSSR hierzu wörtlich: "Wir brauchen das Chemische Zentralblatt und für die Organisation des Chemischen Zentralblatts brauchen wir Sie, sonst niemanden. Unser Minister kennt Sie, schätzt Sie und will Sie für diese Arbeiten einsetzen." /4/Damit wurde zum Ausdruck gebracht, daß Pflücke als Chefredakteur des Chemischen Zentralblatts auf der Liste derjenigen ostdeutschen Wissenschaftler stand, die nach Kriegsende umgehend in der UdSSR für Forschungsarbeiten eingesetzt werden sollten. Über den Transfer deutscher Spitzenfachleute in die Länder der Siegermächte wurde 1953 berichtet, daß es sich um mehr als 2000 Forscher und wissenschaftliche Nachwuchskräfte gehandelt haben dürfte. Schon im Dezember 1947 gab das amerikanische Verteidigungsministerium bekannt, daß 523 deutsche Wissenschaftler in die USA verbracht wurden und daß sich diese Zahl auf 1000 erhöhen werde. Die sowjetischen Behörden haben am Ende des Krieges einige hundert Fachexperten zur wissenschaftlichen Arbeit in der UdSSR verpflichtet. /5/Pflückes Kontrahenten, die Redakteure Klever und Pangritz, berichteten dem Präsidenten der Deutschen Chemischen Gesellschaft im Januar 1946, daß Pflücke den Plan verfolgte, das Chemische Zentralblatt "im Rahmen eines großangelegten Dokumentationsunternehmens nach Moskau zu verlegen. Seine Verhandlungen mit einer wissenschaftlichen russischen Sonderkommission unter Prof. Kargin gingen jedenfalls in diese Richtung." /6/ |
| Mit Unterstützung von
Robert Havemann, dem Leiter der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft,und Otto Winzer,
Mitglied des ZK der KPD und Leiter der Abt. Volksbildung des Magistrats
von Berlin wurde es ermöglicht, die Redaktion des Chemischen
Zentralblatts ebenso wie die Redaktion des Gmelin-Handbuches in Deutschland
zu behalten. /7/
Verhandlungen mit der Vertretung des Ministeriums der Chemischen Industrie der UdSSR (Oberstleutnant Ewentschik, Frau Major Feinberg, Major Turin) ließen den Plan entstehen, anstelle einer Verlagerung der Zentralblattredaktion nach Moskau in enger Zusammenarbeit deutscher und russischer Fachwissenschaftler eine russiche Ausgabe des Chemischen Zentralblatts vorzubereiten und spätestens ab 1947 zu realisieren. Pflücke bezeichnete das als eine "geeignete Domäne für eine völkerverbindende kulturelle Gemeinschaftsarbeit, die in jeder Beziehung für die künftige deutsche Entwicklung von einer gewissen Bedeutung sein kann." /8/ Es wurde eingeschätzt,
daß "allein für Rußland" mit seinen 780 Universitäts-
und Hochschulinstituten etwa 1000 Exemplare des Chemischen Zentralblatts
nötig sein würden.
Pflücke führte bezüglich dieser Vorhaben weiter aus: "Um alle diese Arbeiten nicht durch eine zu komplizierte interalliierte Verwaltung stören zu lassen, wurde auf Wunsch der Zentralverwaltung [der sowjetischen Besatzungszone] und der russischen genannten Stelle sowie mit Einverständnis der Provinzialverwaltung, Dr. Steinhoff, der Betrieb des Chemischen Zentralblatts von Berlin nach Potsdam verlegt, wo Herr Oberleutnant der Garde, Prof. Ludschuweit, Kommandant in Sanssouci, gemeinsam mit Herrn Amtsrat Komoll, Gartendirektor, es ermöglicht hat, dass ich in dem rechten Flügel des Orangerie-Schlosses Räume für meine Arbeiten am Chemischen Zentralblatt erhielt." /10/Die größten, für Deutschland nahezu unüberwindlichen Schwierigkeiten beim Weiterführen des Chemischen Zentralblatts nach Kriegsende 1945 sah Pflücke in der Finanzierung des Unternehmens, im Import ausländischer Zeitschriften und in der Bereitstellung der erforderlichen Mitarbeiter Pflücke ging davon aus, daß durch die Zusammenarbeit mit den sowjetischen Behörden alle erwähnten Schwierigkeiten behoben werden können. /11/ In dieser Annahme widerspiegelte sich eine euphorische Verkennung der schwierigen wirtschaftlichen Lage, in der sich die vom zweiten Weltkrieg auf das schwerste heimgesuchte sowjetische und ebenso die ostdeutsche Volkswirtschaft befanden. |
| Kontakte mit Vertretern
der US-amerikanischen Besatzungsmacht
Auch die amerikanische Besartzungsmacht
war bemüht, Pflücke und die Redaktion des Chemische Zentralblatts
für sich zu gewinnen. Welche Erfolge die amerikanische Seite bei einzelnen
Redakteuren hatte, wird im Skizzenblatt "Auseinandersetzung
mit politischen Vorwürfen nach Kriegsende 1945" beschrieben.
"Nach dem Einmarsch der Amerikaner [im Westteil Berlins] versuchten diese, veranlaßt durch antisowjetisch eingestellte Kräfte, in der Redaktion des Chemischen Zentralblattes Dr. Pflücke vom Auf- und Ausbau des Chemischen Zentralblattes unter russischer Lizenz abzubringen und die Zusammenarbeit mit den Amerikanern aufzunehmen. Dr. Pflücke wurde verschiedene Male zu Besprechungen zu den Amerikanern gebeten; er lehnte aber alle Angebote ab."Den von sich überzeugten Pflücke dürfte jedoch zumindest anfangs das beharrliche Werben von Vertretern der amerikanischen Seite nicht ganz so unbeeindruckt gelassen haben, wie man es dem obigen Brief Wendes entnehmen könnte. In einem Brief an eine nicht namentlich genannte Führungsperson der Deutschen Chemischen Gesellschaft (wahrscheinlich handelt es sich um den Präsidenten der Gesellschaft, Prof. Kuhn) schrieb Pflücke kurz nach Kriegsende: "Ich darf Ihnen vertraulich mitteilen, dass ich, mit den nötigen Zertifikaten versehen, Sachbearbeiter des Volkskommissariats Wissenschaft und Technik der Sowjetunion bin, und dass gleichzeitig, auch die Amerikaner Wert darauf legen, meine erfahrene Meinung über die verschiedenen Fragen einzuholen." /12/ |
In welchem Maße Pflücke
für die amerikanischen Besatzungsbehörden Ansprechpartner zu
wissenschaftlichen Fragen war, geht aus einem vertraulichen Brief hervor,
den Pflücke am 7. Dezember 1945 an Robert Havemann, Präsident
der Kaiser- Wilhelm -Gesellschaft, richtete und aus dem hier auszugweise
zitiert wird:
"Die Amerikaner haben in Berlin unter Wissenschaftlern, Chemikern und wohl auch Physikern Kommissionen eingerichtet. die die Frage zu behandeln haben: Wie weit können wir Deutschland Forschungen erlauben? Mein amerikanischer Gewährsmann, der mir sehr freundschaftlich gesinnt ist, hat mir nun mitgeteilt, dass die Amerikaner gern wissen möchten, wie sich in Deutschland aufbaugewillte Fachgelehrte zu dieser Frage stellen und was sie von den Alliierten bei aller Einkalkulierung der Schuldfrage, Reparationsfragen usw. hinsichtlich Forschung erwarten. Es ist dies nahezu die adäquate Methode, wie sie nach dem ersten Weltkrieg seitens der Amerikaner angewandt wurde. [...] Auch ich wurde gefragt und entwickelte in kurzen Zügen meine Ansicht, wie seinerzeit nach dem ersten Weltkrieg. [...]Die von Pflücke im obigen Briefzitat erwähnte "persönliche Angelegenheit" betraf höchstwahrscheinlich den Erlaß der amerikanischen Kommandantur in Berlin, der allen vor 1937 in die NSDAP eingetretenen Personen das Ausüben von leitenden Funktionen untersagte. ____________________________ |
| 1 | Maximilian Pflücke: Persönlichkeit und künftige Aufgaben. – o.D., nach Kriegsende 1945 und vor 1947. - Archiv BBAW NL M. Pflücke Ordner 32, im angegebenen Dokument auf den Seiten 4-5. | |
| 2 | Beantwortung der Fragen des Personalfragebogens für Dr. Maximilian Pflücke. – Ausgefertigt nach Kriegsende 1945. ohne Datum. – Archiv BBAW NL 1 M.Pflücke, Ordner 32. | |
| 3 | Brief Pflücke an den Bezirksbürgermeister des Verwaltungsbezirks Berlin-Tiergarten vom 30.11.1945. – Archiv BBAW NL M. Pflücke 1, Ordner 32. | |
| 4 | Maximilian Pflücke: Persönlichkeit und künftige Aufgaben ... a.a.O., S. 4 | |
| 5 | Größe und Verfall der deutschen Wissenschaft im zweiten Weltkrieg. – In: Bilanz des zweiten Weltkrieges. – Stalling Verlag Oldenburg/Hamburg 1953, S. 261-262. | |
| 6 | Brief E.Klever und F.Pangritz an R.Kuhn, 24.1.1946. Zitiert in Walter Ruske: 100 Jahre Deutsche Chemische Gesellschaft. - Verlag Chemie Gmbh 1967, S.189. Der volle Wortlaut des Briefes liegt dem Autor dieser Skizze nicht vor. | |
| 7 | Walter Ruske: 100 Jahre Deutsche Chemische Gesellschaft. – Verlag Chemie GmbH 1967, S. 189. Eine entsprechende Beratung gab es lt. Ruske bereits am 5. Juni 1945 in Berlin. | |
| 8 | Maximilian Pflücke: Persönlichkeit und künftige Aufgaben ... a.a.O., S.5. | |
| 9 | Maximilian Pflücke: Persönlichkeit und künftige Aufgaben..., a.a.O., S. 4 und 6. | |
| 10 | Maximilian Pflücke: Persönlichkeit und künftige Aufgaben..., a.a.O., S. 9. | |
| 11 | Maximilian Pflücke: Persönlichkeit und künftige Aufgaben ... a.a.O., S.5 | |
| 12 | Aus dem Fragment eines vermutlich von Pflücke verfaßten Briefes. – Archiv BBAW, NL M. Pflücke, Ordner 21. Der Adressat des Briefs ist aus dem Fragment nicht ersichtlich. Der Brief war offenbar an ein führendes Mitglied der DChG gerichtet (der Briefschreiber nimmt Bezug auf "das Erbe A.W. von Hofmanns") und wurde noch 1945 geschrieben. Schreibstil und Inhalt des Briefragments lassen erkennen, daß Pflücke der Verfasser des Briefes war. | |
| 13 | Pflücke an Havemann, Brief mit Stempel "Vertraulich" vom 7. Dezember 1945. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 27. |
|
|
Die Büros in der Uhlandstraße, die im Jahr 1944 eingerichtet worden waren, waren vollständig erhalten geblieben; einige in den Kampftagen Tag und Nacht anwesende Angestellte konnten alle Verluste an Eigentum verhindern. Auch die in den Kellern des Hauses sichergestellten Akten und Maschinen blieben erhalten." /1/ (Die Straßennamen beziehen sich auf Berlin) |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
„Nach dem Kriege gelang es, die, auch aus politischen Gründen vollkommen zusammengebrochene Gesellschaft für Dokumentation, wiederum vom Deutschen Normenausschuß aus, neu aufzubauen.“ /2/Die Deutsche Gesellschaft für Dokumentation unterlag nach Kriegsende keinem Verbot durch die Alliierten. /3/ Es gab auch keine Selbstauflösung der 1941 unter Regie der NS-Machtorgane gebildeten DGD. Ohne vorangehende Auflösung der alten Gesellschaft konnte jedoch keine wirkliche Neugründung stattfinden. /4/ |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Der durch seine NS-Vergangenheit
schwer belastete DGD-Vorsitzende Prinzhorn übergab im Herbst 1945
seine Funktion an Pflücke, bisher stellvertretender DGD-Vorsitzender.
Bemühungen Pflückes, ausgehend von seinem in der sowjetische
Besatzungszone gelegenen Standort Potsdam aus die Funktionsfähigkeit
der DGD wieder herzustellen, verliefen faktisch ergebnislos. (siehe
den Abschnitt "Briefwechsel in den ersten Nachkriegsjahren" in diesem Skizzenblatt).
Parallel zu Pflückes
Aktivitäten bildete sich im Gebiet der Westzonen unter Einschluß
Westberlins eine Gruppe alter DGD-Mitglieder mit dem Ziel, die Tätigkeit
der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation wieder aufzunehmen.
" [...] Die Deutsche Gesellschaft ist im Grunde keine Neugründung, sondern lediglich die Wiederbelebung einer seit langen Jahren bestehenden Gesellschaft. Vor dem letzten Kriege war der Deutsche Normenausschuss Träger der Deutschen Sektion in dem Internationalen Verband für Dokumentation. Im Jahre 1942 entwickelte sich hieraus die Deutsche Gesellschaft für Dokumentation, den damaligen Zeitverhältnissen entsprechend im nationalsozialistischen Sinne ausgerichtet. Diese alte Deutsche Gesellschaft konnte daher nach dem Kriege für die Eingliederung in den Internationalen Verband für Dokumentation (FID) nicht infrage kommen. Lediglich aus diesem Grunde erfolgte die Neugründung im Sinne einer Wiederbelebung der ursprünglichen internationalen Zusammenarbeit. Vertreter des FID nahmen an dieser Neugründung teil und stellten die baldige Anerkennung als Sektion des Internationalen Verbandes, der heute eng an die UNESCO angegliedert ist, in Aussicht. [...]" /6/ |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Der durch den Zusammenbruch
des Nazireiches unvermeidlich gewordene Wechsel in der DGD-Führung
setzte jedoch einige in politischer Hinsicht positive Akzente. Das gilt
für Frank, der während der Nazizeit eine erkennbare Distanz zum
NS-Regime zeigte, für Schürmeyer und Eppelsheimer, die wegen
ihrer "nichtarischen" Ehefrauen zu Opfern der NS-Rassengesetze wurden und
auch für Walther, der wegen seines Engagements auf dem Gebiet
der Antroposophie /7/
und seiner "politisch-religiösen und weltanschaulichen Haltung" /8/
ins Fadenkreuz des NS-Regimes geraten war.
Dennoch muß man aus heutiger Sicht fragen, ob es unter den aktiven Mitgliedern der DGD des Nazireiches welche gab, die man im eigentlichen Sinn des Wortes als Widerständler bezeichnen könnte. /9/ |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zieht man alle oben dokumentierten
Aussagen in Betracht, so erscheint es geboten, weder von einer "Neugründung"
der DGD noch von einer einfachen Weiterführung der alten DGD, sondern
von einer durch Widersprüche geprägten Reaktivierung /10/
der Dokumentationsgesellschaft, von ihrer Anpassung an die neuen gesellschaftlichen
Verhältnisse und von ihrer allmählich einsetzenden Neuformierung
zu sprechen. Da es nicht zu einer Neugründung kam, kennzeichnen Reaktivierung,
Anpassung und Neuformierung den Weg der DGD in den nachfolgenden Jahren.
Die über Jahrzehnte bis in die Gegenwart aufrecht erhaltene Fiktion einer 1948 erfolgten Neugründung der DGD hat eine offene und tabulose Auseinandersetzung mit der DGD des Dritten Reiches über weite Strecken verhindert und die DGD der NS-Zeit als einen im wesentlichen "harmlosen", ja sogar "einflußlosen Verein" erscheinen lassen. Es bedarf weiterer, kritischer Untersuchungen der gesellschaftlichen Faktoren, unter denen sich die Entwicklung der DGD in den Nachkriegsjahren vollzog, um zu einer gründlicheren Einschätzung der damaligen Prozesse zu gelangen. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Den ersten und vorläufigen
Vorstand bildeten lt. DGD-Mitteilung Nr.1 vom Januar 1948: /11/
Frank, Schürmeyer und Walther sind als der Kern einer Gruppe von Fachleuten anzusehen, die 1947/1948, nach vorausgegangenen Schritten der Jahre 1946/1947, im großen Maßstab mit dem Reaktivieren der DGD begann. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zum Verbleib von Akten
der DGD nach Kriegsende 1945 (Mitteilung aus der Deutschen Bücherei
Leipzig)
Auf Veranlassung der damaligen
Landesverwaltung Sachsen wurden 1946 Akten der DGD an Dr. Heinrich Uhlendahl,
Generaldirektor der Deutschen Bücherei Leipzig, übergeben. Diese
Akten im Umfang von vier Ordnern wurden 1958 makuliert.
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Briefwechsel in den ersten Nachkriegsjahren |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Briefwechsel zwischen
Pflücke und Schürmeyer
Anfang August 1947 teilte
Pflücke in einem Brief an Schürmeyer (Düsseldorf, Prinz-Georg-Str.87)
sein Interesse an einem Treffen in Berlin mit. Er bezieht sich dabei auf
einen geplanten Berlinbesuch Schürmeyers, von dem Pflücke durch
einen Mitarbeiter der Firma Fotokopist erfahren hatte.Zugleich informierte
Pflücke über seine Absicht, falls er einen Interzonenpaß
bekomme, im September 1947 nach Westdeutschland zu fahren (Reiseziele u.a.
Köln und Düsseldorf) und dabei Schürmeyer aufzusuchen.
/13/
Am 24. September 1947 schrieb Pflücke einen weiteren Brief an Schürmeyer (Photo Copie G.m.b.H. Düsseldorf, Königs-Allee 100). Er bedauerte, daß es zu keiner Zusammenkunft in Berlin gekommen ist und brachte zum Ausdruck, daß er in Berlin mit Schürmeyer "eine Vereinbarung" treffen wollte. Über Art und Ziel der beabsichtigten Vereinbarung machte Pflücke keine Angaben. Er wiederholte seine Absicht, Schürmeyer in Düsseldorf aufzusuchen. Anschließend berichtete Pflücke von seiner eigenen Tätigkeit: "Der Wiederaufbau des Chemischen Zentralblatts sowie meiner früheren Arbeitsgebiete [?] ist sehr schwer, aber ich konnte doch immerhin schon Tausende von Seiten des Chemischen Zentralblatts herausgeben.Über eine Antwort Schürmeyers auf diesen Brief liegen keine Informationen vor. Am 12. November 1948 wendete sich Pflücke erneut an Schürmeyer (Düsseldorf, Prinz-Georg-Str. 87). Das Schreiben hat folgenden Wortlaut: "Lieber Herr Dr. Schürmeyer!Analyse des Brieftextes Pflücke hatte offenbar keine Kenntnis von der ursprünglichen Absicht, die Tagung der DGD bereits im Juni 1948 in Köln durchzuführen. Ein Hinweis Stratmanns vom 11.5.1948 besagte lediglich, daß "demnächst" eine Sitzung in Köln stattfinden solle (siehe Briefwechsel Pflücke-Stratmann). Pflückes Wunsch, "ebenfalls" eine Einladung zu erhalten, läßt vermuten, dass er bis dahin bei den Einladungen zu dieser Tagung übergangen wurde. Sein Hinweis "da, wie Sie ja wissen, ich mich für diese Frage ausserordentlich interessiere" klingt merkwürdig, da Pflücke sich noch 1946 in Schriftstücken als Vorsitzender bzw. Stellvertretender Vorsitzender der DGD bezeichnete, niemals als solcher abgestzt wurde und deshalb mehr als nur "interessiert" sein mußte. Der zitierte Brief Pflückes weist auf eine mittlerweile entstandene Kluft zwischen West und Ost hin, die nicht allein mit der NS-Vergangenheit einer Reihe von Nachkriegs-Dokumentalisten, sondern auch mit der Herausbildung zweier völlig verschiedener politischer Systeme zu tun hatte. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Briefwechsel zwischen
Pflücke und Nischk
Dr. Ing. Kurt Nischk (Nachkriegsadresse Wiesbaden, Niederwaldstraße 1) nahm in der Funktion eines Technischen Kriegsverwaltungsrates an der Sitzung zur DGD-Gründungsvorbereitung am 28. Mai 1941 in Berlin teil. Zusammen mit dem Kriegsverwaltungsrat Dr. Markhoff vertrat Nischk auf dieser Sitzung das Oberkommando der Wehrmacht. /17/ Der überlieferte Briefwechsel erstreckt sich über den Zeitraum 23. April – 2. Juni 1948. Dem Brief vom 23. April 1948 (Pflücke an Nischk) ging eine vermutlich in Berlin erfolgte zufällige Begegnung voraus, bei der Nischk von Pflücke als Referent für das ChZbl gewonnen wurde. Im o.g. Brief nannte Pflücke die Honorarsätze: RM 0,20 pro Druckzeile für Zeitschriften-Referate und RM 2,00 pro Patent-Referat (diese Angaben erfolgten vor der im Juni 1948 zuerst in den drei Westzonen und wenige Tage darauf in der Ostzone Deutschlands durchgeführten Währungsreform). Mit dem Brief übersandte Pflücke einen Fragebogen zur Referiertätigkeit zwecks Ausfüllung und Rücksendung./18/ In den Briefen vom 30. April
1948 (Nischk an Pflücke), 24. Mai 1948 (Pflücke an Nischk) und
2. Juni 1948 (Pflücke an Nischk) wurden technisch-organisatorische
Fragen der Zusammenarbeit behandelt. Pflücke sicherte die Übersendung
einer Druckfassung der im ChZbl verwendeten Klassifizierung zu.
"Der Verlag Chemie war nur Kommissionsverlag für die Deutsche Chemische Gesellschaft, die das Urheberrecht am Chemischen Zentralblatt hat. Der jetzige Verlag Chemie ist anders konstituiert als der frühere Verlag Chemie und hat rechtsmässig keine Bindungen. Das Urheberrecht am Chemischen Zentralblatt ist dem Akademie-Verlag über die Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin von den Besatzungsmächten übertragen worden." /19/ |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Briefwechsel zwischen
Pflücke und Hoecker
Prof. Dr. Rudolf Hoecker
war im gleichen Alter wie Pflücke (Geburtsjahr 1889). Wegen seiner
politischen Gesinnung hatten die Nazis Hoecker 1933 als Direktor der Berliner
Universitätsbibliothek entlassen. Nach dem Zusammenbruch des "Dritten
Reiches" wurde Hoecker noch im Mai 1945 als Leiter der drei wissenschaftlichen
Bibliotheken Berlins – Staatsbibliothek, Universitäts-Bibliothek und
Bibliothek der Technischen Hochschule zusammenfassend als "Öffentliche
Wissenschaftliche Bibliothek" bezeichnet – eingesetzt. /20/
Auf Grund massiver politischer Verleumdungen und Intrigen wurde Hoecker
mit Wirkung vom 30.11.1950 seiner Funktion als Leiter der Öffentlichen
Wissenschaftlichen Bibliothek wieder enthoben und gekündigt. /21/
Im Oktober 1946 wandte sich Pflücke mit einem hier auszugsweise zitierten Brief an Hoecker, um diesen für die Wiederbelebung der DGD zu gewinnen: "Sehr geehrter Herr Generaldirektor!Noch im selben Monat Oktober antwortete Hoecker auf Pflückes Brief mit einem kurzen Schreiben, in dem es unter anderem heißt: [...] Ich habe mich ausserordentlich gefreut, ... wieder einmal etwas von Ihnen hören zu können, und ich glaube bestimmt, dass wir nach altgewohnter Übung noch eng miteinander zusammenarbeiten werden können. Ein glücklicher Umstand fügt es ja, dass Sie die Geschäfte der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation übernommen haben, für die ich mich immer sehr interessierte. Ich würde es daher sehr begrüssen, wenn Sie mich einmal aus Anlass der ungeklärten Dokumentationsfragen aufsuchen wollten. [...] /24/Es ist nicht bekannt, ob das von beiden Seiten angestrebte persönliche Gespräch über Fragen der DGD stattgefunden hat. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Briefwechsel zwischen
Pflücke und Prinzhorn
Am 22. September 1945 schrieb
Prinzhorn, der sich zu dieser Zeit im Encke-Sanatorium in Bernburg/Saale
aufhielt und ansonsten in Leipzig wohnte, an Pflücke einen längeren
Brief, den er mit "Lieber Freund Pflücke" einleitete und mit "stets
Ihr getreuer Prinzhorn" schloß.
"Es handelt sich tatsächlich darum, dass ich in Danzig, wie so viele andere, FMSS wurde, d.h. Förderndes Mitglied der SS, wo ein bestimmter kleiner Beitrag zu bezahlen war und man nicht weiter behelligt wurde." /25/Direkt an Pflücke gewandt schrieb Prinzhorn weiter: "Sie sind der einzige, der genau im Bilde ist, wie die Bindung zum SD, insbesondere durch die Einrichtung des Zentralnachweises, gekommen ist. Sie können mir also helfen."Unmittelbar anschließend im Text versuchte Prinzhorn, sich mit Pflücke auf einen gemeinsamen politischen Standpunkt zu begeben indem er schrieb: "Insbesondere möchte ich erklären, dass ich – genau wie Sie – der Auffassung bin, dass wir alle, ganz gleich, ob es sich [um] von Russen besetztes oder unbesetztes Gebiet handelt, durch den Bolschewismus durch müssen und dass durch eine Bindung an Russland für uns die einzige Chance gegeben ist, wieder zu einem gewissen Lebensrecht zu kommen."Prinzhorn verwies auf seinen Freund Rust (Werner Rust, bis zu seiner Entlassung im Juli 1945 Stellvertreter Uhlendahls), dem es in anderer Form ähnlich gehe: "Auch er ist herausgesetzt worden, weil er 1932 in die Partei [NSDAP] eingetreten ist, und kämpft um seine Rechte, die ihm Uhlendahl streitig macht," Zum Schluß seines Briefes wandte sich Prinzhorn dem weiteren Schicksal der DGD zu, wobei er unverändert von der Position des bisherigen DGD-Vorsitzenden aus formulierte: "Bezüglich der Gesellschaft /26/ habe ich in Leipzig alles getan. Sie ist von der Stadt aus genehmigt und wird auch noch bei den Russen angemeldet. In welcher Form die Doppelstellung der Gesellschaft in Berlin und Leipzig und die Neueinschaltung der Arbeit gelingt, weiss ich noch nicht. Ich muss mich mit Ihnen darüber noch auseinandersetzen."Prinzhorn informierte Pflücke, daß er Frl. Tischer (Prinzhorns spätere Ehefrau) mit dem vorliegenden Brief zu ihm schicken wird. Dem Brief muß ein Treffen Prinzhorns mit einer Mitarbeiterin Pflückes vorangegangen sein, denn Prinzhorn schrieb abschließend: "Ihrer Dame habe ich neulich bereits erklärt, dass ich sehr beglückt bin, dass Sie und Ihre Frau durch die schweren Zeiten durchgekommen sind ..."/27/ |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die Überbringerin des
obigen Briefes (Frl. Tischer) hat allem Anschein nach im Auftrag Prinzhorns
mit Pflücke konkrete mündliche Abreden getroffen. Pflücke
wartete danach ungeduldig auf eine nochmalige Bestätigung dieser Abreden
bzw. Vereinbarungen durch Prinzhorn, wie sein nachstehender Brief vom 30.
Oktober 1945 belegt:
"Sehr geehrter Herr Professor Prinzhorn!Bereits sechs Tage später, am 5. November 1945, schrieb Pflücke einen weiteren Brief an Prinzhorn, in welchem er den Besuch des Frl. Tischer aus Leipzig und den von ihr übermittelten Auftrag Prinzhorns"der Ordnung halber" bestätigte. Gemeint ist offensichtlich nicht ein neuerlicher Besuch von Frl. Tischer bei Pflücke, sondern der Besuch, den Prinzhorn und Pflücke bei ihrem ersten Briefwechsel bereits erwähnten. Unter Berufung auf diesen ersten und einzigen Besuch von Frl. Tischer bei ihm und auf die dort getroffenen Verinbarungen schritt Pflücke nunmehr ohne weitere Verzögerung zur Tat und bestätigte seinerseits, daß ihm von Prinzhorn das Amt des Vorsitzenden der DGD übertragen wurde. Der Brief lautete in seinen wichtigsten Passagen: "Sehr geehrter Herr Professor Prinzhorn!Die Fronten schienen damit klar. Pflücke konnte formal davon ausgehen, mindestens bis zu einer irgendwann fälligen Neuwahl der neue Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation zu sein. Doch wie Pflücke selbst bald feststellen mußte, war diese neue Machtkonstellation an der Spitze der DGD nicht tragfähig. Die sowjetischen und ostdeutschen Behörden waren wohl an der Weiterführung des von Pflücke geleiteten Chemischen Zentralblatts und an der Schaffung weiterer Dokumentationsstellen interessiert, jedoch kam mit Sicherheit eine Weiterführung der alten, von braunen "Würdenträgern" durchsetzten DGD unter einem antifaschistisch- demokratischen Mäntelchen auf keinen Fall in Frage. Pflücke mußte sich, wenn er seine Position als DGD-Vorsitzender verwirklichen wollte, an die politisch nicht oder nur wenig belasteten Dokumentationsfachleute halten, die ihren Wohnsitz bzw. Arbeitsort in den Westzonen oder in den Westsektoren von Berlin hatten. Diese jedoch betrachteten Pflücke wegen seines Arrangements mit den sowjetischen Behörden und seines Bekenntnisses zum "Osten" mißtrauisch, wenn nicht als "Verräter". So oder so, die Weiterführung der DGD konnte nicht vom Osten aus in Gang gesetzt und gesteuert werden. Sie war objektiv zur Sache des Westens geworden, wo sich, bis auf sehr wenige Ausnahmen, die alten Fachleute sammelten und ihrerseits das Heft in die Hand nahmen. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Briefwechsel zwischen
Pflücke und Stratmann
Wolf Stratmann vertrat auf der vorbereitenden Sitzung zur Gründung der DGD am 28. Mai 1941 die Firma Fotokopist GmbH Berlin. Pflücke wandte sich Mitte November 1945 an Stratmann (damals wohnhaft in Berlin-Schlachtensee) mit dem Vorschlag, im Rahmen der Gesellschaft (gemeint war die DGD) einen Spezialausschuß für Vervielfältigungswesen zu leiten. Das war kurz nach der Mitteilung Pflückes an Prinzhorn vom 5.11.45, das Amt des Vorsitzenden der DGD übernommen zu haben. Pflücke war nunmehr auf der Suche nach engagierten Mitarbeitern, zu denen er Stratmann "auf Grund unserer jahrzehntelangen Zusammenarbeit in nationaler und internationaler Hinsicht" zählte. Auffällig ist in diesem Brief die nachstehende Passage über die Ursachen der Gründung der DGD: "Die von mir z.Zt. betreute Gesellschaft ist seinerzeit gegründet worden auf Grund von Besprechungen, die auf der Internationalen Konferenz für Dokumentation in Paris stattgefunden haben, und war gedacht, auf friedlichem Wege die Verständigung zwischen den Völkern enger zu gestalten. Diese Aufgaben der Gesellschaft sind jetzt noch aktueller geworden..." /31/"Leider", so möchte man hinzufügen, "kam damals der zweite Weltkrieg dazwischen", in welchem die eben erst gegründete DGD ganz andere, nämlich "kriegswichtige Aufgaben" hatte, an deren Lösung Pflücke aktiv beteiligt war.... Eine Antwort Stratmanns auf diesen Brief liegt nicht vor. Ende April 1948 schrieb Pflücke
erneut an Stratmann, diesmal nach Essen, wo Stratmann eine neue Fabrik
"fotokopist GmbH" gegründet hatte. Pflücke erkundigte sich in
diesem kurzen Brief nach Prinzhorn, "da ich auf meine
verschiedenen Schreiben keine Antwort von ihm erhalten habe." /32/
"Hier wird der Gedanke der Dokumentation von dem Verein der Bibliothekare noch weiter verfolgt, und die Neugründung einer Deutschen Gesellschaft oder einer Abteilung der internationalen Gesellschaft wird erwogen. Voraussichtlich soll demnächst dieserhalb eine Sitzung in Köln stattfinden. Ich bin mit Herrn Dr. Schürmeyer, der diesen Bestrebungen nahesteht, in ständiger Verbindung, zumal ich mit ihm zusammen auch die Herstellung von Mikrobüchern für Nachschlagezwecke etc. betreibe." /33/In einem kurzen Antwortschreiben vom 27. Mai 1948 zeigte sich Pflücke besonders interessiert an dem Gedankenaustausch Stratmans mit Schürmeyer und bat um Bestätigung von Schürmeyers Adresse (Düsseldorf, Königsallee 100). Außerdem wollte Pflücke gern Näheres wissen über die Herstellung von Mikrobüchern, da der Akademie-Verlag beabsichtigte, die alten Jahrgänge des Chemischen Zentralblatts auf diesem Wege zu vervielfältigen. Pflücke fragte bescheiden: "Könnten Sie mir etwas darüber mitteilen und dafür sorgen, dass ich ggf. an diesen Aussprachen in irgendeiner Form beteiligt werde?" /34/ Mit diesem Brief wurde besonders deutlich, wie wenig Pflücke noch in die Informationsflüsse der maßgebenden westdeutschen Dokumentationsfachleute eingebunden war. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Auch die Vorbereitung des
Kölner Dokumentartages von 1948 war an Pflücke vorbeigegangen.
Erst Stratmann informierte Pflücke inoffiziell über dieses Vorhaben.
Pflückes Nachkriegsrolle als DGD-Vorsitzender war beendet, bevor er
sie richtig wahrnehmen konnte.
Anfang Dezember 1948 beantragte
Pflücke einen "Interzonenpaß zum Besuch der Tagung der Deutschen
Gesellschaft für Dokumentation in Köln am 9.12.1948." /35/
Wie aus der Antragsformulierung ersichtlich, ging auch Pflücke von
einer Weiterführung der 1941 im NS-Staat gegründeten DGD aus
und nicht von einer Neugründung.
|
| 1 | Otto Frank: Entwicklung des Deutschen Normenausschusses vom Mai 1945 bis Ende 1948: Bericht des Geschäftsführers Dr.-Ing. O. Frank für das Präsidium des DNA, Seite 1 – 1. März 1949, maschinenschriftlich, 4 Seiten. Standort: Bibliothek des Deutschen Instituts für Normung, Berlin. | |
| 2 | Otto Frank: 25 Jahre
Fachnormenausschuß Bibliotheks-, Buch- und Zeitschriftenwesen. –
In: DIN-Mitteilungen
31 (1952), S.209-210. |
|
| 3 | Vgl. Kontrollratsgesetz Nr. 2 Auflösung und Liquidierung der Naziorganisationen und Gesetz Nr. 58 zur Ergänzung des Anhangs zum Gesetz Nr.2 des Kontrollrats. – In: Die Proklamationen, Gesetze und Verordnungen der Militärregierung Deutschlands (Amerikanische Zone) einschließlich der Proklamationen und Gesetze der Alliierten Kontrollbehörde / Kontrollrat. – 2. Auflage, Karlsruhe April 1946, Blätter C2 und C58.. | |
| 4 | Im Gegensatz hierzu steht die Behauptung in der Festschrift von 1958 zum 10-Jährigen Bestehen der DGD: "Mit dem Ausgang des zweiten Weltkrieges wurde auch die Deutsche Gesellschaft für Dokumentation aufgelöst." | |
| 5 | Gerd Simon: Buchfieber. Zur Geschichte des Buches im Dritten Reich. – GIFT Verlag Tübingen 2006, S.168. | |
| 6 | Schürmeyer an den
Verein zur Förderung der Wirtschaft. – 11.11.1949. BA B 344/9;
Sekundärquelle: http://homepages.uni-tuebingen.de/gerd.simon/schuermeyer.pdf |
|
| 7 | Anthroposophie – von Rudolf Steiner begründete Lehre, die das "Geistige" im Menschen zum "Geistigen im All" führen will. Steiner versuchte, aus einem mystischen Verständnis des Christentums heraus, eine ganzheitliche Sicht der Realität zu entwickeln. Siehe Rainer Hegenbarth: Wörterbuch der Philosophie. - Gondrom Verlag, Bindlach 1994, Seiten 20 u. 228. | |
| 8 | Schreiben des NS-Dozentenbundes der TH Aachen an den Rektor der Hochschule, betreffend den Antrag Walthers auf Teilnahme an der Internationalen Konferenz für Dokumentation im August 1939 in Zürich: „Zu diesem Antrag habe ich Anfang März telefonisch meine Zustimmung gegeben. Die inzwischen bei mir eingegangenen Urteile über die politisch-religiöse und weltanschauliche Haltung Walthers machen es mir unmöglich, meine Zustimmung aufrecht zu erhalten.“ . - BA 4901 REM 2785 Bl. 357. Walther war Leiter der "Anthroposophischen Gesellschaft". BA 4901 REM 2785 Bl. 135. | |
| 9 | Gerd Simon: Buchfieber ... – a.a.O., S. 177. | |
| 10 | Reaktivieren im Sinne von "wieder in Tätigkeit setzen". Vgl. Duden. Rechtschreibung der deutschen Sprache, Bd. 1. – Mannheim, Wien, Zürich 1991, S. 587. | |
| 11 | Deutsche Gesellschaft für Dokumentation im Deutschen Normenausschuß, Mitteilung Nr. 1, Januar 1948. a.a.O. | |
| 12 | Brief Johannes Jacobi (Deutsche Bücherei, AL 1) an H. Samulowitz vom 16.2.1998. | |
| 13 | Brief Pflücke an Schürmeyer vom 4.8.1947. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 47. | |
| 14 | Brief Schürmeyer an Pflücke vom 30.8.1947. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 47. | |
| 15 | Brief Pflücke an Schürmeyer vom 24.9.1947. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 47. | |
| 16 | Brief Pflücke an Schürmeyer vom 12.11.1948. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 47. | |
| 17 | Sitzungsbericht Fachnormenausschuß für Bibliotheks-, Buch- und Zeitschriftenwesen: Sitzung am 28. Mai 1941, Tagesordnung: Gründung einer "Deutschen Gesellschaft für Dokumentation" | |
| 18 | Brief Pflücke an Nischk vom 23.4.1948. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 47. | |
| 19 | Brief Pflücke an Nischk vom 2.6. 1948. – BBAW Archiv, Nachlaß Pflücke, Ordner 47 | |
| 20 | Friedhilde Krause: "Auch Hoecker geht spazieren!". – Laurentius Verlag Hannover, 1997, S.41 | |
| 21 | Friedhilde Krause ... a.a.O., S.117 | |
| 22 | Friedhilde Krause ... a.a.O., S.34 | |
| 23 | Brief Pflücke an Hoecker vom 4.10.1946. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 27 | |
| 24 | Brief Hoecker an Pflücke vom 23.10.1946. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 27. | |
| 25 | Zur politischen Situation
in Danzig in den Jahren unmittelbar vor dem deutschen Überfall auf
Polen siehe das Buch
von Dieter Schenk: "Hitlers Mann in Danzig", erschienen 2000 im Verlag J.H.W. Dietz Nachf. GmbH in Bonn. |
|
| 26 | Mit "Gesellschaft" meint Prinzhorn die "Deutsche Gesellschaft für Dokumentation". | |
| 27 | Brief Prinzhorn an Pflücke vom 22.9.1945. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 52. | |
| 28 | Pflücke meint mit "Organ" die "Deutsche Gesellschaft für Dokumentation". | |
| 29 | Brief Pflücke an Prinzhorn vom 30.10.1945. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 47 | |
| 30 | Brief Pflücke an Prinzhorn vom 5.11.1945. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 47. | |
| 31 | Brief Pflücke an Stratmann vom 17. 11. 1945. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 47. | |
| 32 | Brief Pflücke an Stratmann vom 24. 4. 1948. – Archiv BBAW NL M. Pflücke,, Ordner 47. | |
| 33 | Brief Stratmann an Pflücke vom 11. 5. 1948. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 47. | |
| 34 | Brief Pflücke an Stratmann vom 27. 5. 1948. – Archiv BBAW NL M. Pflücke, Ordner 47. | |
| 35 | Antrag auf Interzonenpaß vom 4.12.1948. – Archiv BBAW NL M. Pflücke 1, Ordner 32. | |
|
|
|
|