Online-Datenbankender
in diesem Beitrag betrachteten Art sind außerordentlich umfangreiche
digitalisierte Speicher von Nachweisen über Veröffentlichungen
zu großen Teilen des menschlichen Wissens. Sie sind vorrangig orientiert
auf die Bereiche Wissenschaft, Technik und Ökonomie. Online-Datenbanken
existieren jedoch auch zu den Gebieten des Rechts, der Politik, der Medien
und zu weiteren gesellschaftlichen Bereichen.
Mit dem Aufbau dieser großen Datenbanken wurde
etwa ab 1960 begonnen, als die technischen Voraussetzungen hierfür
( Massenspeicher mit großer Kapazität, hohe Rechnergeschwindigkeiten
und Möglichkeiten des Online-Zugriffs auf die gespeicherten
Datenmengen ) im zunehmendem Maße verfügbar wurden.
Erfaßt und gespeichert werden Nachweise des im
jeweils aktuellen Zeitraum neu hinzugekommenem Wissens, insbesondere Nachweise
von Publikationen, die in wissenschaftlichen Periodika und ähnlichen
Quellen erschienen sind oder zur sogenannten grauen, d.h. nicht in den
üblichen Printmedien veröffentlichten Literatur gehören.
Online-Datenbanken, die solche Literaturnachweise speichern, werden
als Bibliographische
Datenbanken bezeichnet.
Die
sieben bibliographischen Datenbanken des Hosts STN, welche in die im Beitrag
beschriebene Datenbankanalyse einbezogen wurden, umfaßten zum Zeitpunkt
der ersten Analyse (1994) ca. 45 Millionen Dokumentennachweise. Davon entfielen
etwa 30 Millionen Nachweise auf die drei größten Datenbanken
dieser Gruppe (Chemical Abstracts, BIOSIS, MEDLINE).
Alle Online-Datenbanken werden im wöchentlichen
oder zweiwöchentlichen Rhythmus ergänzt und aktualisiert. Die
Zuwachsraten liegen bei den führenden Datenbanken im Bereich von 10.000
Nachweisen pro Woche.
Zu den bibliographischen Datenbanken zählen im
weitergefaßten Sinn auch Patentdatenbanken.
Im Jahr 1998 verwalteten sechs der mächtigsten Patentdatenbanken der
Welt zusammen ca. 52 Millionen Patentnachweise.
Der Spitzenreiter dieser Datenbankgruppe, die Datenbank INPADOC, hatte
zu dieser Zeit einen Umfang von über 28 Millionen Nachweisen.
Das Gegenstück zu den bibliographischen Datenbanken
sind die
Faktendatenbanken, zu denen auch
die Strukturdatenbanken
der Chemie gerechnet werden. Die weltweit größte Faktendatenbank
der Chemie (REGISTRY) enthielt 1998 Nachweise mit Faktenaussagen und Strukturdarstellungen
zu mehr als 16 Millionen chemischen Substanzen.
Die dritte große Gruppe von Online-Datenbanken
bilden die Volltext-Datenbanken. Sie
enthalten die vollständigen Texte wissenschaftlicher Veröffentlichungen,
die in Zeitschriften und anderen Quellen erschienen sind. Anzahl
und
Umfang dieser Datenbanken nehmen kontinuierlich zu.